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Interviews selbstständiger Designer

Der Einstieg als Modejournalistin: ein Interview mit der Chefredakteurin Katharina Pfannkuch

Die Modejournalistin Katharina Pfannkuch
Foto: Die Modejournalistin Katharina Pfannkuch

Sie recherchieren, interpretieren, berichten und kommentieren – Modejournalisten. Kenntnisse aus der Modewelt und die Fertigkeiten des Journalismus werden in diesem Berufsbild vereint. Dabei geht um mehr, als nur über Trendthemen zu schreiben und glamouröse Events zu besuchen. Für einen guten Artikel ist es unerlässlich, auch die wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründe der Modebranche abzubilden.

Wie findest du den Einstieg in den Modejournalismus?

Das Berufsbild eignet sich perfekt für einen Quereinstieg. Ein spezifisches Studium ist nicht unbedingt nötig. Das heißt aber, dass du dir das Wissen und die Fertigkeiten, die du während eines Studiums in mehreren Semestern erlangst, selbst aneignen musst. Zudem solltest du dich im Modebereich sehr gut auskennen. Dazu kann ein Praktikum in einem Modeunternehmen sehr hilfreich sein (mit oder ohne Studium), um hinter die Kulissen dieser Branche blicken zu können. Auch die Mithilfe auf modespezifischen Events kann dir den Einstieg erleichtern. Über alle dem ist das Schreibhandwerk essenziell für diesen Beruf. Übe dies, wo du nur kannst.

Als angehender Modejournalist beginnst du bestenfalls mit einem Volontariat und kannst zudem Erfahrungen als freier Journalist sammeln. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Zeitschriften und Magazinen für die Modejournalisten arbeiten. Zum einen gibt es modeinteressierte Privatpersonen, die das Publikum darstellen.

Zum anderen gibt es auch Modeunternehmen und andere Branchenexperten als Zielgruppe, für die verschiedene Fachzeitschriften verlegt werden.

Der Quereinstieg von Katharina Pfannkuch zur Modejournalistin

Wie ein Quereinstieg in den Modejournalismus funktionieren kann, konnte ich im Interview mit der frischgebackenen Chefredakteurin Katharina Pfannkuch erfahren. Mit ihrem hochinteressanten Lebenslauf gibt sie einen Einblick über die Möglichkeiten, die einem als Modejournlistin offen stehen:

Katharina Pfannkuch studierte Islamwissenschaft und machte ihren Master in Arabistik. Gegen Ende des Studiums schrieb sie bereits als freie Autorin für verschiedene Print- und Onlinemedien. Zudem berichtete sie durch lange Aufenthalte in den Emiraten, Tunesien, Ägypten und Syrien über ihr Fachgebiet.

Die Modejournalistin Katharina Pfannkuch
Foto: Die Modejournalistin Katharina Pfannkuch

Modekarriere: Wie ging es bei dir nach dem Studium weiter und wo stehst du heute?

Katharina Pfannkuch: „Mein Auftraggeber-Kreis wuchs vor allem, seit ich als freie Journalistin aus Tunesien und Ägypten über den sogenannten Arabischen Frühling berichtete. Nachdem ich für ein halbes Jahr eine Kollegin im Stil-Ressort der „Welt am Sonntag“ in Berlin vertreten hatte, arbeitete ich seit Sommer 2018 als freie Journalistin von Düsseldorf aus, unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Tageszeitung“, „Die Welt am Sonntag“ und deren Supplements*, für das „Handelsblatt“ und verschiedene lokale Magazine.

In diesem Herbst wurde mir dann der Posten als Chefredakteurin des Frauen- und Lifestyle-Magazins „MAXI“ angeboten, das im Frühjahr wieder auf den Markt kommen wird – endlich! Ich selbst habe „MAXI“ immer wahnsinnig gerne gelesen und es erfüllt mich mit Stolz, aber auch mit Respekt, dass ich das Heft nun mitgestalten und in die Zukunft führen darf. Als Chefredakteurin bin ich festangestellt. Es ist eine große Herausforderung, an der wir mit einem kleinen, aber sehr leidenschaftlichen Team arbeiten.“

Modekarriere: Wie hast du deinen Wandel vollzogen als freie Journalistin über Länder, wie Ägypten zu berichten und dann in die Modewelt einzusteigen?

Katharina Pfannkuch: „Seit 2013 schrieb ich immer öfter über das Kopftuch muslimischer Frauen. In den vielen Interviews, die ich zwischen Istanbul, Kairo, Hamburg  und Berlin  zu diesem Thema führte, wurde mir die modische Dimension, die dieses Kleidungsstück haben kann, immer bewusster. Begriffe wie Hijabista und Modest Fashion** kamen damals gerade erst auf, ein ganz neuer Stil entstand und es war unglaublich spannend, diese Entwicklung zu dokumentieren.

Auch die Bedeutung für die Textilindustrie interessierte mich. So entstanden meine ersten Beiträge für die Stil-Ressorts großer Medien und schnell wurde mir klar, dass mein Herz für diesen Bereich noch lauter schlägt als für die politische Berichterstattung.“

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Modekarriere: Welche Tätigkeit am Modejournalismus macht dir am meisten Spaß?

Katharina Pfannkuch: „Ich liebe es, Interviews zu führen und Menschen, über deren Arbeit ich schreibe, persönlich zu begegnen. Oft werde ich dabei überrascht; es entstehen neue Perspektiven und im besten Fall ein echter Austausch mit den Interviewpartnern.“

Modekarriere: Was sind deiner Meinung nach Pflichtevents, an denen man als Modejournalismus anwesend sein sollte?

Katharina Pfannkuch: „Modenschauen informieren einerseits über Trends und sind zugleich eine gute Plattform zum Netzwerken. Um die ersten Kontakte zu knüpfen, eignen sich aber auch Konferenzen zum Thema Mode sehr gut. Die können an Universitäten stattfinden oder in Museen. Ich selbst habe auf diese Weise viele kostbare Kontakte geknüpft, sei es als Speaker bei Panels oder als Gast im Publikum. Konferenzen mit prominenter Besetzung können auch die Möglichkeit zu Interviews bergen. In London konnte ich bei einem solchen Event zum Beispiel Tim Blanks live erleben und sogar Hussein Chalayan interviewen. Eine weitere Option sind Journalisten-Workshops, auch wenn sie sich nicht explizit um Mode drehen.“

Modekarriere: Du hast eine Biografie über Karl Lagerfeld mitgeschrieben. Wie kam es dazu und wie würdest du deine Arbeit daran beschreiben?

Katharina Pfannkuch: „Der Verlag war damals durch meine Artikel über Modetrends und Modegeschichte, in denen Karl Lagerfeld natürlich immer wieder eine Rolle spielte, aufmerksam geworden und machte mir das Angebot, für die Neuauflage von „Karl“ einige Kapitel beizusteuern. Paul Sahner, der Autor der Biographie, ist ja leider 2015 verstorben und konnte sein Buch nicht mehr selbst vollenden.

Es war eine Herausforderung, das Werk eines so erfahrenen und brillanten Autors wie Paul Sahner zu ergänzen, aber natürlich habe ich mich ihr gerne gestellt! Die Arbeit an dem Buch selbst war sehr lehrreich für mich, da ich noch strukturierter planen musste als sonst – einfach, um der Fülle der Informationen, die es über eine Ikone wie Karl Lagerfeld gibt, gerecht zu werden.“

Modekarriere: Gibt es ein besonderes Motto bzw. Zitat in deinem Leben?

Katharina Pfannkuch: „Ich folge weniger einem Zitat als einer Haltung:

Immer dazu lernen wollen und neugierig bleiben.“

Modekarriere: Hast du Pläne für die Zukunft? Gibt es Projekte, die du gerne irgendwann verwirklichen möchtest?

Katharina Pfannkuch: „An einem der aufregendsten Projekte, die ich mir vorstellen kann, nämlich selbst ein Magazin zu gestalten, arbeite ich momentan. Ansonsten gibt es jede Menge Interviewpartner, die ich gerne mal treffen möchte. Und irgendwann einmal genug Muße haben, um ein ganz eigenes Buch zu schreiben, das wäre ein Traum von mir.“

Modekarriere: Was würdest du einer angehenden Modejournalistin empfehlen? Gibt es einen Tipp, den du selbst zu deiner Einstiegszeit gerne gewusst hättest?

Katharina Pfannkuch: „Mode immer in all ihren Facetten – den ästhetischen, den wirtschaftlichen und den politischen – zu sehen. Im Modejournalismus geht es nicht nur um Trends und schöne Schnitte, sondern auch um den Zeitgeist. Wie sich etwa Dresscodes verändern oder zunehmend auflösen, sagt viel über gesellschaftliche Entwicklungen aus.

Mein wichtigster Tipp ist ziemlich simpel: Man sollte immer extrem hohe Ansprüche an sich selbst und an die eigene Arbeit haben. Und sich eine thematische Nische suchen! Ich hatte von Anfang an wirklich viel Glück mit Redakteuren und Mentoren, die mir tolle Tipps gegeben, meine Texte anfangs auch sehr scharf kritisiert und mir viel beigebracht haben.“

Vielen Dank liebe Katharina für den umfangreichen Einblick in deinen Beruf als Modejournalistin und Chefredakteurin!

*Supplements: In der Publizistik sind damit zusätzliche Hefte, Beilagen und Sonderausgaben gemeint.

**Hijabista und Modest Fashion: Die Lust an der Verhüllung als globales Mode-Phänomen

Falls du mehr zum Thema Modejournalismus wissen willst, hinterlasse mir gerne einen Kommentar mit deinen Fragen. Gerne auch per Email an info@modekarriere.com.

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Interview mit der israelischen Designerin Natalie Walker

Die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

(English Version below)

Bei meiner Reise zum kreativen Schmelztegel des Nahen Ostens, hatte ich die Gelegenheit für ein wunderschönes, inspirierendes Interview mit der Designerin Natalie Walker in Jaffa.

Beim Begehen des Ateliers war ich bereits hingerissen von der Atmosphäre und der Warmherzigkeit der Designerin. Sie und ihr niedlicher Sohn empfingen mich dort.

Nachdem wir uns ein bisschen Ruhe im Atelier verschafft haben, da momentan zu allen Tageszeiten auf den Straßen aufgrund von Purim extrem gefeiert wurde, erzählte mir Natalie über ihren Werdegang.

Ihre Ausbildung begann sie im Bereich Textildesign am Shenkar College. Es ist das beste seiner Art im ganzen Nahen Osten und weltweit sogar auf Platz 6 (Stand 2017, laut Business of Fashion) der besten Modeinstitute weltweit.

Sie interessierte sich besonders für die Textilen und die unterschiedlichen Strukturen von Materialien. Daher erschien es für sie vorteilhafter sich im Bereich Textildesign ausbilden zu lassen.

Nach diesen vier Jahren am Shenkar College bekam sie ihren Sohn, woraufhin sie sich eine Auszeit nahm. Während ihrer Ausbildung hatte sie bereits begonnen in kleinen Boutiquen einige selbst designte Teile zu verkaufen oder auch direkt von Zuhause aus. Es war eine Zeit in der sie sich ausprobierte.

Sie lernte die etablierte Designerin Sharon Brunsher, mit ihrem Atelier am Flea Market in Jaffa kennen und arbeitete für vier Jahre bei ihr im Verkauf und im Designbereich mit. Dort lernte sie völlig neue Aspekte des Berufs kennen. Nach drei Jahren bei Sharon Brunsher erstellte Natalie ihre erste eigene Kollektion und bekam die einmalige Chance diese im Atelier der Designerin verkaufen zu dürfen.

 „Ich bekam Feedback von den Leuten und lernte unheimlich viel dadurch. Es ist neben dem Designen an sich das Wichtigste sich mit den Kunden auszutauschen. Zumindest wenn man noch ganz am Anfang steht.“

Sie hat diese Zeit als zweites Studium angesehen, als eine Art „School after school“, wie Natalie es bezeichnete.

„Man kann sogar daran ablesen, wie sich eine Kundin bei der Anprobe bewegt, ob etwas gut sitzt und was man für das nächste Teil vielleicht verbessern könnte.“

die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

Sie kennt aber viele Designer, die nicht selbst verkaufen möchten.

              „Es ist normal, wenn du etwas kreieren willst, möchtest du nicht verkaufen. Aber der Verkauf steht über dem Designen, beides ist miteinander verbunden, denn letztendlich designst du für jemand anderen.“

Wir möchten uns als Designer selbst erfahren, die Farben und Stoffe selbst wählen, obwohl wir es für unsere Kunden tun. Zu Beginn stellte sich Natalie deshalb häufig die Frage, was wünscht sich ihr Kunde? Dann begriff sie aber, dass sie selbst eine Kundin mit Bedürfnissen war.

              „Ich habe mir dann darüber Gedanken gemacht, was ICH jetzt brauche. Oder wie ich mich an diesem oder jenem Ort fühlen möchte.“

Das ist nun ihr Hauptaspekt bei ihren Designs.

Vor zwei Jahren gründete sie dann ihr eigenes Atelier in Jaffa in der David Raziel Straße 7 unweit dem touristischen Zentrum dieser eindrucksvollen Stadt.

Sie zeigte mir ihre Kollektion und erklärte ihre monochrome Linie. Die vielen unterschiedlichen Texturen, die ihre Liebe zum Textildesign widerspiegeln, bilden ihre Farben. Die Palette erstreckt sich von Weiß, Creme- und Sandtönen, Beige, bis hin zu Khaki und Schwarz. Alle Styles sind von ihr handgemacht, ebenfalls viele der Texturen und ebenso Tie-Dye, Stone-washed Optiken und aufwendige Stickereien. Ihre Inspiration für neue Kreationen erhält sie, wenn sie sich nach strukturierten Stoffen umsieht oder selbst mit Haptiken experimentiert.

Auf der Nahalat Binyamin habe ich selbst immer wieder traumhafte Stoffe entdeckt, die jedes Designer-Herz in Deutschland höher schlagen lassen würden. Design, das beherrschen die Israelis, die von so vielen unterschiedlichen Kulturen weltweit beeinflusst wurden.

Abends, so erzählte mir Natalie mit einem leichten Schmunzeln, sitzt sie auf der Couch und sieht sich Netflix an, während sie Texturen auf den Stoff bringt. Bei einer Jacke mit vielen kleinen ausgefransten Löchern braucht es etwa zwei Stunden, bis dieser Effekt das ganze Teil bedeckt. Aber sie braucht die Ruhe am Abend für diese feinfühlige Tätigkeit.

Während des Interviews huschte ihr Sohn durch das Atelier und natürlich war er überall voller Fäden. Wir lachten, denn so sieht es nun einmal aus, wenn man seine Designs selbst erstellt.

die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

Was ist anders an der Modebranche in Israel, als in anderen Ländern, fragte ich Natalie.

    „Es ist schwierig hier, im Land leben nur wenige Menschen. Die meisten der Fashion-Lover davon leben im Zentrum von Tel Aviv. Aber Modedesign ist weltweit ein schwieriges Business.“

Zu ihren Kunden zählen überwiegend Touristen aus Europa oder Amerika, die Jaffa besuchen, aber auch viele Einheimische. Sie denkt auch darüber nach ihre Designs weltweit anzubieten, das zählt zu ihren nächsten großen Zielen. Aber es ist nicht einfach das alleine als Designer zu bewerkstelligen. Sie würde sich wünschen, dass die vielen Designer hier mehr miteinander kooperieren würden und ebenfalls der Staat die Kreativen hier besser fördern würde.

      „Es gibt hier so viele talentierte Designer, vielleicht sogar mehr als hier Menschen leben“, sagte Natalie und lachte dabei.

Sie ist der Meinung, die jungen Kreativen hier, sollten während ihrer Ausbildung schon besser über ihre Möglichkeiten informiert werden. Das ein internationales Problem, das wir auch aus Deutschland kennen, aufgrund dessen ich mein Blogazin Modekarriere.com ins Leben gerufen habe.

       „Du beginnst in der Schule mit einem sehr jungen Alter. Der Schulalltag ist hart und dann, nach deinem Abschluss fehlen dir entscheidende Infos für deine Karriere, sodass du noch einmal von vorne anfangen musst.“

Dennoch findet man zahlreiche selbstständige Designer in ganz Israel. Das Land erlebt gerade einen regelrechten Start-Up Boom.

      „Es ist ein sehr junger Staat, diese Tatsache beeinflusst die Menschen hier. Sie möchten dabei mitwachsen. Dinge verändern sich ständig und wachsen rasant“, so erklärt es sich die Modedesignerin.

     „Außerdem möchten die Leute hier unabhängig sein. Sie lassen sich nicht so gerne etwas sagen und möchten daher lieber ihr eigener Boss sein.“

Sie selbst hatte zu Beginn ihrer Ausbildung nur manchmal an eine Selbstständigkeit gedacht, aber damals sagte ihr niemand, wie so etwas funktionieren würde. Daher freue ich mich sehr, dass sie trotz der Hürden ihren Weg in die Selbstständigkeit gewagt hat und wir dieses inspirierende Gespräch führen konnten.

Vielen Dank Natalie!

Interview with the israeli designer Natalie Walker

During my journey to the creative melting pot of the Middle East, I´ve got the opportunity to have a wonderful and inspiring interview with the Israeli designer Natalie Walker in Jaffa.

die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

When I walked through her studio I already felt her warm-heartedness atmosphere she is working to. Natalie and her lovely son gave me a very kind welcome.

After some resting, as Purim holidays were currently celebrated on every street during those days, Natalie told me about how she got into the fashion business.
She started her education in textile design at Shenkar College, the best college in the Middle East. It´s even ranked as the 6th best fashion institutes in the world (Source: Business of Fashion, retrieved in 2017)

Fashion design Israel

Foto: Petra Stockhausen

She was mostly interested in textiles and the different structures of the materials, so Natalie decided to start her studies in textiles design instead of fashion design. After four years at the Shenkar College she took a little break for the birth of her son.

While studying she started to sell some self-designed clothes at little boutiques, which offered space on the store against commissions. In addition, Natalie sold some self-designed clothes directly from home. It was an experimental phase for her.

Natalie got to know israeli designer Sharon Brunsher. Sharon´s studio is at the Flea Market in Jaffa. Natalie worked at sharon’s studio for four years. She was responsible for the sales and design department and got the opportunity to collect completely new aspects of the job as a fashion designer.

After three years at Sharon Brusher’s studio, Natalie created her very first own collection and got the chance to sell it in Sharon’s studio.

„I´ve got plenty of feedback from the people. I think that‘s the most important thing while designing to be connected with your customers. At least when you start your career you have to feel the feedback.“

She considered this time as a second study, a kind of „school after school,“ as Natalie called it.

„When a customer is coming for a fitting you can see on their movement, if they feel good in what they wear, if something fits or what to improve for next time.“ But she also knows lots of Designers that doesn’t want to sell their own created clothes. „It´s very normal if you want to create something, you don’t want to sell it. But designing is connected to selling, you are always doing it for someone else.“ As a fashion designer we want to express ourselves, we want to choose colours and fabrics. Still we are not working for ourselves, we are doing it for our customers.

At the beginning of the idea of her own brand, Natalie always asked herself what customers want, but soon she realized, that she’s a customer herself with needs as well.

„I thought about what I really need now. How I want to feel at some place?“
That started to be her new point of view for her designs.
Two years ago, she left Sharon Brunsher’s Studio and opened her own studio in Jaffa on David Raziel Street 7, not far from the touristic centre of this impressive city.

She showed me her collection and explained her monochromic line. Many different textures and gradients she uses, reflects her love for textile design. Her colours are restrained. Her palette ranges goes from white, cream, sand tones and beige to khaki and black.

All styles and also many of her textures, tie-dye, stone-washed optics and embroideries are made by her own hands. She gets her inspiration by looking for textured materials and experimenting with its haptic.
Just as curiosity I discovered gorgeous fabrics at the Nahalat Binyamin Street, which would bring lots of joy to every German designer’s heart. In general the israelis have a huge variety in design, which is influenced by so many cultures worldwide.

Natalie told me, with a slightly smile on her face, that in the evenings she’s sitting on her sofa, applying textures to fabrics, while watching Netflix. It can take about two hours to cover a jacket for this effect, but she needs the relaxed atmosphere in the evening for this detailed type of work, as she explains.

During our interview Natalie´s son was running through the studio, of course his clothes were covered in threads, because this is how it looks in a self-made studio. We both started laughing.
“What’s the difference between the Fashion Industry in Israel and other countries?” I ask Natalie.

„Its very hard here, because not enough people live in the country. Fashion lovers mostly live at the centre of Tel Aviv. Though we can say, that fashion business is a difficult one worldwide“.
Tourists from Europe and America, which are visiting Jaffa, are her main clients, as well as some locals.

Her new ambition is, to make her design deliverable all over the world. But as she says it’s not easy to manage this all by yourself as a designer.
She also wishes a better cooperation between israeli designers, together with a better support by the state for the creative heads living in the country.
„There are so many talented designers here – maybe more designers then people,“ Natalie says laughing.

In her opinion young creatives should be informed earlier in their studies about their chances and possibilities. I share the same thoughts, and this is the main reason why I started my Blogazin (modekarriere.com), as for me this problem is international. Young designers also have to fight here in Germany to get to know their possibilities in this branch. “Designers begin their apprenticeship, i. e. Design education in a very early age. They work hard to get good grades but after their graduation they don’t have enough information about their opportunities and they have to start from the beginning”.

Despite this fact, you can find a huge number of independent designers in Israel. You can say there is a start-up boom in the whole country.
Nathalie continues: „Israel is a very young state, which affects young people. They want to grow with it and change things. Furthermore people want to be independent. They don’t like to get said what to do, so they want to be their own bosses“.

At the beginning of her education, Natalie was also thinking about a self-employment, but at that times nobody told her how it could work.
I’m very glad to see how she figured out a way to be independent and that I was able to have this inspiring conversation with Natalie.

Thank you Natalie.

Als Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit – BRA&BEE

Über Instagram bin ich auf ein ganz besonderes Wäsche Label aufmerksam geworden: BRA&BEE. Was ich daran faszinierend empfand?

Anders als die meisten Modemarken hat die Inhaberin Sarah Ehrentraut ihre Schritte in ihrer Selbstständigkeit auf Instagram dokumentiert. Viele andere Labels posten ansehnliche Bilder ihr Kollektionen über die Sozialen Netzwerke und verschwinden dabei oftmals soAls Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit schnell wieder in der Masse, wie die Bilder aufgetaucht sind.

 

Sarah geht in die Tiefe. Sie postet viel Wissenswertes über Schwierigkeiten bei der Entstehung ihrer BH-Modelle und ihre Erfolge. Ebenso beeindruckend finde ich, dass sie ihren Wissensschatz teilt. Damit stellt sie sich auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein. Ihr Feed wirkt sofort sehr ehrlich und man spürt schnell, das Wissen und die Leidenschaft, die die Design Ingenieurin für Mode ausstrahlt. Entsprechend glücklich war ich darüber, mit ihr im Interview für Modekarriere.com den Fragen über die Gründung ihres Wäschelabels und ihre Visionen nachzugehen.

 

Die Leidenschaft für Dessous

Ihre ersten Steps in Richtung Modebranche machte die heute 25-jährige bereits in ihrer Kindheit. Durch ihren nicht enden wollenden Wissensdurst bei der Schnitterstellung begann sie mit einem bekleidungstechnischen Studium an der Hochschule Niederrhein. Im Laufe ihres Studiums rückte eine Thematik immer weiter in den Vordergrund: „Ich hatte schon immer Probleme damit einen passenden BH zu finden. Einen BH der nicht zu groß ist oder nur aus Push-Up-Schale besteht, die alles nur noch unnatürlich aussehen lässt.“ An ihrer Hochschule hatte sie dann die Möglichkeit einen Unterwäschekurs zu belegen. „Die feinen Materialien wie Spitze, der außergewöhnliche schnitttechnische Aufbau und der große Gestaltungsfreiraum haben mich an Dessous schon immer fasziniert.“, schwärmt Sarah. Während des Kurses bestätigte sich noch einmal ihre Leidenschaft.

 

Der Weg als Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit

„Der Übergang vom Studium in die Selbstständigkeit war bei mir fließend. Für mein anstehendes Praxissemester war ich auf der Suche nach einem Unterwäsche Unternehmen in der Nähe, ich bin aber leider nicht fündig geworden. Also suchte ich nach Alternativen und wurde von einem Unternehmen, das T-Shirt Prints anfertigt, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Nach einem Probetag schien alles perfekt zu sein. Kurz vor dem 2. Probetag war für mich ganz plötzlich klar, ich will da nicht hingehen. Meine Leidenschaft ist die Unterwäsche. Und wenn ich nicht an das andere Ende von Deutschland ziehen will, dann muss ich mein eigenes Unternehmen gründen. Ob das nun nach dem Studium passiert oder jetzt. Ich hab die Wahl. Ich möchte es jetzt wagen.“

  

So kam Sarah zu ihren Fähigkeiten für den Sprung in die Selbstständigkeit

„Alle spezifischen Fähigkeiten habe ich mir größtenteils selber angeeignet. Anfangs wurde mir natürlich das Basiswissen in dem Hochschulkurs vermittelt und dort nähte ich als Prüfungsabgabe auch schon erfolgreich die ersten Teile. Anschließend habe ich eine Studienarbeit über den BH geschrieben und mir darunter sehr viel über verschiedene BH Typen, Brafitting und das BH nähen angelesen. Das Selbststudium ging dann immer so weiter. Ich habe mich wirklich täglich durch alle möglichen Blogs, Fachliteratur, Videokurse und eigene Erstellung von Dessous weitergebildet.“

 

Die Vision der Design Ingenieurin

„Besonders wichtig ist es mir, den Frauen wieder mehr Selbstbewusstsein und Selbstliebe zu schenken. Große Unternehmen können natürlich nur für einen Bruchteil an Größen lukrativ BHs herstellen. Hat man eine BH-Größe außerhalb dieses Angebots, fühlt man sich schnell zu klein- oder großbusig. Dazu kommt, dass es einfach nur frustrierend sein kann stundenlang für einen passenden BH shoppen gehen / online shoppen zu müssen. Mit meiner Arbeit möchte ich den Frauen zeigen, wie es ist, sich in einem BH wohl-, sexy und schön zu fühlen. Die Gedanken an „ich bin nicht richtig, ich brauche eine Schönheits-OP“ vergessen zu lassen.“

 

Als Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit

Ihre Projekte

Als ich gesehen habe, das Sarah Ehrentraut gerade an der Erstellung eines Ebooks arbeitet, wollte ich gerne mehr über dieses Projekt erfahren.

„Begonnen hat das Projekt eigentlich mit einer ersten eigenen Dessous Kollektion. Diese sollte als besonderes Feature größenverstellbar sein. Als ich mein Vorhaben auf Instagram teilte, wurde ich oft gefragt, ob ich denn auch die dazugehörigen Schnittmuster verkaufen würde. Meine Leidenschaft gilt schon immer besonders der Schnittmustererstellung. Durch das Erstellen von Ebooks kann ich mich wirklich voll und ganz darauf konzentrieren Ideen als Schnittmuster und Nähanleitung umzusetzen. Deshalb habe ich mich dazu Entschlossen die Kollektion vorerst nur als Ebooks zu realisieren. Das erste geplante Ebook ist ein Triangel-BH. Danach folgen dann noch String und Slip Modelle.“

Dies ist jedoch nicht das einzige Projekt, an dem Sarah derzeit arbeitet. Sie ist in weitere vielfältige Aufgaben eingebunden:

„Ich habe einen größeren Auftrag bei dem ich für 6 Lingerie Designs Schnittmuster anfertige und diese Teile dann auch nähe. Alle Teile sind dabei komplett nachhaltig produziert und biologisch abbaubar, was ich unglaublich toll finde. Ein weiteres Projekt ist ein Ebook über die Erstellung von Mode-Illustrationen. Außerdem habe ich natürlich auch fortlaufend Kundinnen, für die ich einen maßgeschneiderten BH und andere Dessous anfertigen darf.“, so Sarah.

Das sind ehrgeizige Vorhaben, die auch sehr vielen anderen Modedesignern in Zukunft helfen können. Dazu möchte ich dich gerne auf dem Laufenden halten, sobald die Ebooks verfügbar sind.

 

Der Arbeitsalltag bei BRA&BEE

„Ich starte mit meiner Morgenroutine, die mich auf den Tag bestens vorbereitet. Dabei mache ich erst ein paar Minuten Yoga, trinke ausreichend Wasser und denke in Ruhe darüber nach wofür ich dankbar bin, was heute meine wichtigste Aufgabe ist und was meine langfristigen Ziele sind. Dann beantworte ich meist noch ein paar Instagram Nachrichten und setze mich an die wichtigste Aufgabe des Tages. Meist besteht diese aus dem Erstellen eines Schnittmusters, Nähen oder dem Beantworten dringender E-Mails. Danach mache ich eine kleine Mittagspause und setze mich an den Laptop. Da bearbeite ich dann entweder Fotos, mache neue Instagram Posts oder beantworte Nachrichten. Wenn ich mit allem soweit durch bin mache ich eine ausgiebige Pause. Anschließend arbeite ich oft noch bis ich ins Bett gehe an neuen Ideen oder meinem Pinterest Account. Eine Sache die ich langfristig ändern möchte, aber meiner Meinung nach ist es auch wichtig am Anfang sehr viel Zeit und Herzblut in sein Business zu geben, um eine solide Basis aufzubauen.“

 

Inspiration finden

„Inspiration finde ich auf vielen Wegen. Das kann sein, dass ich mich von neuen schönen Spitzen inspirieren lasse oder ich auf sozialen Netzwerken Fotos von aufregender Unterwäsche finde. Auch Oberbekleidung bringt mich auf neue Ideen, wie die dazu passende Unterwäsche am besten aussehen würde. An Inspiration mangelt es mir sehr selten.“

Dessous selbst erstellen

 

Ein Allrounder in der Selbstständigkeit

„Ich bin ein absoluter Allrounder. Von Fotos machen und bearbeiten, über die Erstellung meiner Website www.braandbee.com, Social Media Marketing, Grafikdesign für Flyer und Visitenkarten, Modedesign, Schnittmustererstellung und schließlich das Nähen der Dessous. Unterstützung hole ich mir dennoch von Freunden und Familie und innerhalb einer Mastermind Gruppe von angehenden Startups, um auf frische Gedanken zu kommen.“

 

Umgang mit sozialen Netzwerken für die Selbstständigkeit

„Instagram hilft mir vor allem mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Darüber habe ich schon viele Hobby-Dessous-Näherinnen kennengelernt, welche mich dazu motiviert haben meine eigenen Ebooks rauszubringen. Außerdem gibt es für mich keine aktuellere und einfachere Trendrecherche als darüber.“

 

Das musst du für die Selbstständigkeit wissen

„Ich hätte gerne gewusst, dass es mit den offensichtlichen Dingen wie Wahl der Rechtsform, Gewerbe anmelden und Steuerberater nicht getan ist. Auf einmal kommt auf einen unendlich viel zu, wie z.B. die Textilkennzeichnungsverordnung, Berufsgenossenschaft, DSGVO und Formen der Werbungskennzeichnung, die einen schnell an den Rand der Verzweiflung bringen können. Diese aber nur ein Messgerät dafür sind,  wie sehr man es will und ein Zeichen, dass man sich nicht unterkriegen lassen soll.“

Weitere Informationen zu Sarahs Werdegang findest du auch unter:

 

Vielen Dank, dass du deine spannende Geschichte mit mir und meinen Lesern geteilt hast. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem weiteren Weg!

Hinter den Kullissen der Jungdesigner von Studio Pilcrow – Design aus zwei Welten

Zwei völlig verschiedene Kulturen miteinander vereinen? In der Modewelt ist das möglich. So beweist es ein junges Label aus Süddeutschland – Studio Pilcrow. Die Gründer des Modelabel, Mimi und Simmi haben sich zum Ziel gesetzt, laotische Gelassenheit mit gut strukturierter, deutscher Mentalität zu vereinen. Alles über ihren Einstieg im Interview mit den Jungdesignern des Modelabels..

Interview mit dem Modelabel Studio Pilcrow.

Model: Oliver Keder Fotograf: Simeon Oßwald

 

Das Pilcrow oder Absatzzeichen markiert den Anfang eines neuen Paragrafen einer Geschichte. Mit jeder Kollektion wollen die Modeschöpfer einen Teil der Geschichte einer laotischen Familie erzählen, die in den 80er Jahren ihr Zuhause verlassen hatte, um ein Leben in Deutschland aufzubauen. Die erste Kollektion „Vientiane Highschool“ ist dabei an die Studienzeit der laotischen Schüler angelegt.

 

Den Gründern von Pilcrow ist es nicht nur wichtig, dass ihre Produkte die höchste Qualität besitzen, sondern auch nachhaltig und fair produziert werden. Darum haben sie mit größter Sorgfalt ihre Produzenten ausfindig gemacht.

 

„Wir sind nämlich der Meinung, dass Kleidung nicht nur gut aussehen, sondern mit gutem Gewissen getragen werden soll.“

 

Interview Modedesigner Studio Pilcrow

Model: Oliver Keder
Fotograf: Simeon Oßwald

 Mimi, die Tochter laotischer Migranten, hat einen Abschluss an der Akademie Mode und Design in München. Durch ein anschließendes Praktikum bei einem jungen Modelabel, konnte sie erste Erfahrungen in der Modewelt sammeln. Durch verschiedene Nebenjobs im Verkauf konnte sie sich ebenfalls einen Einblick in den stationären Handel verschaffen. 

 

Simmi hat seinen Bachelor an der Hochschule der Medien in Stuttgart im Fach Medien Design absolviert. Er arbeitet nebenher als Gestalter bei einer Werbeagentur und ist Geschäftsführer eines Food Trucks.

 

Wie wurde die Idee für das eigene Label geboren?

Die Idee ein eigenes Label zu Gründen kam uns vor ein paar Jahren in den Sinn. 2015 hat Mimi ihren Bachelor in Mode Design an der Akademie Mode und Design in München gemacht und Simmi seinen Bachelor ein Jahr früher in Medien Design an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Wir standen also vor der Entscheidung wo es uns hin verschlägt und wie wir unsere Kreativität zusammen bringen .

Da wir beide unsere eigenen Chefs sein wollten und uns für Design und Mode interessieren, dachten wir uns: Wieso probieren wir es nicht?“

 

 

Interview Modelabel Studio Pilcrow

Model: Oliver Keder
Fotograf: Simeon Oßwald

Wo verkauft ihr eure Kollektion?

Zum Release der ersten Kollektion wurde ein Pop-Up Store betrieben, der aktuelle Vertrieb erfolgt ausschließlich online.

 

Was ist euer bisher grösster Erfolg?

Womit wir nicht unbedingt gerechnet hätten, ist das positive Feedback während des Pop-Up Stores und den zufriedenen Kunden, die uns darin bestärken weiter zu machen.

 

Wie gestaltet sich euer Arbeitsalltag?

Einer jeden Kollektion geht eine gemeinsame Ideenfindung voraus. Im Anschluss kümmert sich Mimi um Schnitte und Samples, welche wir dann zusammen mit unseren Produzenten besprechen und umsetzen. Fotografiert wird unsere Kollektion im Moment von Simmi im ateliereigenen Studio. Unsere Marketing Strategien entstehen ebenfalls im Team und werden dann von Simmi in die Wege geleitet. Kommt es zu einem Kauf, übernimmt Mimi den Versand. 

 

Was sind eure Ziele für Studio Pilcrow?

Gerne würden wir über den Zeitraum einiger Kollektionen sowohl feste Kunden, als auch Vertriebspartner gewinnen, um den Sprung von der risikobehafteten Selbstständigkeit hin zum sichereren Bedienen der Kunden via Order-Messen zu schaffen. Besonders am Herzen liegt uns auch das Ausbauen der Zusammenarbeit mit laotischen Kunsthandwerkern und Produzenten.

 

Der Start ist geschafft, auch wenn es einige Hürden zu überwinden gab. Vor allem die Suche nach den richtigen Produzenten hat die beiden lange beschäftigt. Gerade diese so wichtigen Punkte werden in einer Ausbildung zum Modedesigner zu wenig bis gar nicht angeschnitten, wie ich selbst schmerzlichst festgestellt habe. Darum ist es so wichtig sich in diesem Job stetig weiterentwickeln zu wollen und gleichzeitig an seinen Zielen festzuhalten. Auch der Austausch mit Gleichgesinnten kann dabei hilfreich sein.

 

Ich danke Mimi und Simmi für ihren offenen Einblick hinter die Kullissen von Studio Pilcrow und wünsche ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!

Janni Schyma: Mit einer Benefizmodenschau zum Erfolg

Es war nicht der perfekte Werdegang, wie Ioannis Schyma seine Laufbahn als Modedesigner selbst beschreibt. Dennoch hat der noch sehr junge Designer mit einem bewundernswerten Einsatz seinen Traum vom eigenen Label erfüllt.

janni Schyma Benefizmodenschau Modekarriere

Er hatte keinen Businessplan in der Hand, keine Räumlichkeiten zur Produktion und natürlich kein Budget. Er hatte aber eine Vision, mit welcher der Jungdesigner eine erste große Modenschau auf die Beine stellte. Mit gerade einmal 19 Jahren hat er die komplette Organisation, von der Location- und Modelsuche, der Aufstellung einer Gästeliste sowie der Suche nach Sponsoren und etlichen anderen Aufgaben selbst übernommen.

Nach einem halben Jahr Planung wurde aus der Modenschau eine Benefizmodenschau zugunsten des Kinderhospizes in Stuttgart.

„Ich habe mir gedacht, wenn ich mir schon soviel Mühe gebe und ich so eine große Veranstaltung aufbaue, will ich mehr bewirken als nur eine Modenschau den Leuten zu präsentieren.“ Die Zusammenarbeit mit dem Kinderhospiz lief so gut und harmonisch ab, dass es diese Zusammenarbeit noch bis heute gibt.

 

Zwei Gegensätze vereint in einer Benefizmodenschau

Mode und soziales Engagement für schwerstkranke Kinder? Wie passt das zusammen? Ich selbst kam bei dem Gedanken erst einmal ins Grübeln. Aber nach weiterer Recherche war ich umso mehr begeistert, zu sehen, wie sehr ihm das Thema Kinderhospiz am Herzen liegt und wie er einen Weg gefunden hat, diese Gegensätze zu vereinen.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“

 

Mit seiner Benefizmodenschau hat er es geschafft ein Modelabel in Stuttgart zu etablieren, auf die sensible Thematik aufmerksam zu machen und Berührungsängste abzubauen.

„Sterbebegleitung gehört im Kinderhospiz zwar auch zu den Aufgaben, das Projekt versteht sich aber als viel mehr. Das Kinderhospiz ist eine Oase, in der kranke Kinder und ihre Familienangehörigen neue Energie tanken können. Ein Ort, an dem gerade aufgrund der Nähe zum Tod das Leben gefeiert wird.“, so hat Ioannis das sensible Thema in einem früheren Interview auf den Punkt gebracht.

Sein Label Janni Schyma entstand im August 2015. Seither hat er viel gelernt, gerade auch, was soziales Engagement angeht.

Durch seine gesammelten Erfahrungen auf anderen Benefizveranstaltungen weiß er: „Man kann sehr viel machen und erreichen, egal wie viel finanzielle Mittel man zur Verfügung hat, man muss es nur wollen. Da hilft auch alleine schon die Unterstützung der Tombola, bei welchem der Erlös der Lose gespendet wird.“

janni schyma benefizmodenschau modekarriere zeichnung

„Mein Hobby ist mein Beruf“

Als Vollzeitdesigner verbringt er seinen Arbeitsalltag bei guter Auftragslage meist in seinem Atelier, um Aufträge abzuarbeiten. Sein Büro besteht aus zwei kleine Räume, in Stuttgart Mitte (Kriegsbergstr. 28), direkt am Stuttgarter Hauptbahnhof.

Alle Aufträge werden erst auf Anfrage von ihm eigens angefertigt. Er näht alle Teile selbst und besorgt dafür die Stoffe aus der Region.

Wenn es wenige oder auch mal gar keine Aufträge gibt, ist er auf Veranstaltungen unterwegs, um Aufträge zu bekommen. „Kontakte pflegen und neue Kontakte zu bekommen, ist unglaublich wichtig! So langsam hat sich ein Pool mit ganz viel verschiedenen Leuten aus komplett verschiedenen Branchen gebildet, und genau das ist für mich sehr wichtig.“, so beschreibt mir Janni eine seiner wichtigsten Punkte, damit sein Label überleben kann.

Freizeit gibt es in Jannis Leben aufgrund all dieser Aufgaben nicht viel. Nachtschichten, sowie arbeiten an Feier- und Sonntagen gehören zu seinem Alltag dazu. Seine Leidenschaft hat er zum Beruf gemacht, darum macht ihm das nichts aus. Dennoch will er sich im Sommer etwas Zeit zum Entspannen nehmen. Mit aufgeladenen Akkus und voller Energie soll es dann weiter gehen.

Sein Ziel ist es persönlich sowie geschäftlich in Stuttgart bleiben zu können. Er liebt die Stadt und dort sieht er noch die Möglichkeit, alles erreichen zu können. „Berlin ist zwar die Modemetropole schlechthin, aber da gibt es schon genug Modedesigner an jeder Ecke, da besteht die Gefahr schnell unterzugehen.“

 

Für dich als kreativen Einsteiger möchte er dir folgenden Tipp mit auf den Weg geben:

„Glaub immer an dich selbst und lass dir von niemanden sagen, dass du etwas nicht kannst! Lass dich nicht von negativen Menschen oder negativen Gedanken beeinflussen. Solange du positiv an die Sache herangehst, kann man alles erreichen! Bau dir mit der Zeit einen Pool mit Kontakten auf, das war und ist für mich sehr wichtig und wird es genauso für dich sein.“

janni schyma kollektion benefizmodenschau

Christina Groß Fotografie

Die drei wichtigsten Dinge für ihn auf dem Weg in die Selbstständigkeit:

Wille, Ziele und Ausdauer.

Sich Ziele setzen ist niemals falsch, nimm dir einen bestimmten Punkt vor und versuch diesen Punkt in einer bestimmten Zeit zu erreichen, mit dem nötigen Wille schafft man das auch! Falls man das Ziel evtl. nicht in seinem geplanten Zeitraum erreicht oder ein wenig verfehlt hat, dann gib nicht auf, sondern hab die Ausdauer, sich an den Spaß nochmal und nochmal zu wagen.“

 

Vielen Dank Ioannis Schyma für das tolle Interview. Ich glaube mit deiner Einstellung kannst du noch Großes erreichen! Modekarriere wünscht dir weiterhin viel Erfolg! Vielleicht sieht man sich ja mal auf einer Benefizmodenschau ;)

Edelbunt apparel: Ein freiheitsliebender und bunter Lebensstil, den auch die Designerin Sabine Kanngiesser lebt

„Wir leben den Moment“, so war auch mein Gefühl, als ich das erste Mal mit edelbunt apparel in Berührung kam.

Der Slogan trifft zu 100 Prozent auf das Label von Sabine Kanngiesser zu.

Edelbunt apparel wurde vor knapp 3 Jahren gegründet. Die Idee dahinter war, durch Kleidung einen freiheitsliebenden und bunten Lebensstil auszudrücken. „Anhand der vielen ankommenden edelbunten Fotos, die uns von überall aus der Welt erreichen, scheint uns das ganz gut gelungen zu sein und freut uns zutiefst.“, berichtet die Designerin und Inhaberin des Labels stolz.

„I wish to live a life that causes my soul to dance inside my body“

Sabine ist der Inbegriff der Selbstständigkeit.

Selbst und Ständig:

Sie ist der kreative Kopf hinter dem Label, steht mit ihren Kunden und Lieferanten im direkten Kontakt, ist für den Bereich Social Media verantwortlich und auf vielen Stil-Messen anzutreffen.“An sich mache ich alles, auch wenn ich viele liebe, unterstützende Hände an meiner Seite habe.“

Zurzeit wird ebenfalls an einer neuen Website gearbeitet. Sabine wird hier auch selbst die Texte schreiben und die Pflege der Website übernehmen.

Auf meine Frage nach ihrem bisher größten Erfolg hat mir Sabine folgendes zu sagen:

„Ich bin sehr stolz auf das edelbunte Imagevideo, welches wir 2015 in Berlin gedreht haben und auf Facebook und unserer Page www.edelbunt.me angesehen werden kann. Hier kommt das edelbunte Gefühl sehr gut zum Tragen…

Ein besonderes Highlight war es auch, durch Köln über den Weihnachtsmarkt zu gehen und jemand Fremdem zu begegnen, der unsere Cap trug. Das war (m)ein einmaliges Gefühl und mein persönliches Highlight 2015. Aber auch der Zuspruch von vielen edelbunten Menschen macht mich sehr stolz und gibt immer wieder neuen Auftrieb.“

Das Video hat mich ebenfalls dem Vibe von ebelbunt apparel näher gebracht. Mittlerweile sehe ich immer mehr, die Wichtigkeit eines solchen Imagevideos. Es transportiert nicht nur eine Botschaft, sondern auch ein Lebensgefühl, dass mit dem Label in Verbindung gebracht werden kann. In Kürze will ich dir hier noch einmal einen ausführlicheren Post zu diesem Thema präsentieren.

„Die Natur kreiert nicht ohne Bedeutung wir machen es ihr gleich“

edelbunt

 

Neben ihrer Liebe zur Mode ist auch das Reisen ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. „Ich selbst war bereits auf 4 Kontinenten. In zwei Wochen geht es nach Kambodscha zum Abschalten und neue Energie tanken.“, so die Designerin.

 Die Welt entdecken gehört zum Lifestyle von edelbunt

Das Reisen spiegelt ebenfalls den edelbunten Lifestyle wieder. Denn zu ihrer Zielgruppe gehören Menschen, die weltoffen und viel unterwegs sind.

Die Inhaberin des Labels selbst ist 30 Jahre alt und arbeitet hauptberuflich im Marketingbereich. Sie genießt es mit anderen Menschen zusammen zu sein und ist viel und gerne unterwegs. Auf ihren Reisen holt sie sich Inspirationen von anderen Kulturen und Menschen. So bekräftigen sie auch die vielen ankommenden Fotos von edelbunt Fans von überall aus der Welt noch weiter.

„The best project you will ever work on is you“

 

Das Label ist ganz klar auf die Menschen konzentriert, die Sabines Mode tragen. Alle Teile werden mit Sorgfalt und Liebe produziert. So wird z. B. großen Wert auf Fair Trade und zertifizierte Ware gelegt, da dem Label die soziale Verantwortung eine Herzensangelegenheit ist.

Durch die kreativen Aufdrucke und Statments, wird versucht immer wieder ein Schmunzeln auf den Gesichtern der Menschen zu erzeugen. In den knapp 3 Jahren hat Sabine die Erfahrung gemacht, dass jedes Design seine ganz eigenen Liebhaber hat. Durch die kleinen Auflagen wird die Besonderheit für die Kunden abgerundet.

Seit knapp 3 Jahren ist Sabine nun schon mit ihrem Label auf Erfolgskurs und dabei viel unterwegs. Zurzeit ist sie auf dem Stijl DesignMarkt in Mainz zu finden.

Anderen kreativen Einsteigern möchte sie folgendes mitgeben: „Glaubt an Euch, denn wenn Ihr es nicht tut, wer sollte es sonst tun!“ Jeder Mensch soll das machen, was er machen möchte. Viel Herzblut, eine Vision und sehr viel Engagement und Willensstärke sollte man mitbringen, so fährt Sabine fort. Ihre Worte sind voller Energie und beflügeln. Sie vertritt mit ihren Worten genau die gleiche Meinung wie ich. „Jeder kann sich selbst verwirklichen, wenn er es wirklich möchte.“ Und mit dieser Weisheit hält sie sich nun schon seit 3 Jahren auf einem so hart umkämpften Markt. Denn am Ende kommt es nicht auf das Geld oder Ähnliches an, sondern nur auf die innere Einstellung.

Ich bin gespannt in welchen Ländern ihr Label in der Zukunft noch zu finden sein wird und wünsche ihr alles Gute!

Hat dir der Post gefallen? Gibt es etwas das dich daran besonders interessiert? Schreib mir einen Kommentar, ich beantworte gerne deine Fragen.

Shipsheip: Wie das Label Crowdfunding als Finanzierungsmöglichkeit nutzt

Da ich immer wieder nach Finanzierungsmöglichkeiten für den Startschuss eines eigenen Labels gefragt werde, möchte ich dir heute ein Designer Team vorstellen. Sie versuchen Ihre zweite Kollektion über Crowdfunding zu finanzieren.

Crowdfunding ist ein immer stärker werdender Trend aus den USA, der es gerade kleineren Unternehmen möglich macht, sich Geld für ihr Vorhaben zu beschaffen, ohne einen Kredit bei der Bank aufnehmen zu müssen.

Um bei Crowdfunding ein Projekt zu starten musst du nur die benötigte Summe und den Zeitraum angeben und dich den potenziellen Unterstützern vorstellen. Hier ist es wichtig, die Punkte hervorzuheben, warum dein Projekt unterstützungswürdig ist und was es erfolgsversprechend und  anders macht.

Am Ende heißt es dann alles oder nichts. Nur wenn dein Projekt die Fundingschwelle erreicht, darfst du die Summe behalten, ansonsten musst du das Geld den Geldgebern zurückzahlen.

Joana und Daniela von SHIPSHEIP nutzen ebenfalls Crowdfunding als Finanzierungsmöglichkeit bei der Plattform Startnext:

(Foto: Christoph Benjamin Schnedler)

 

Ihr seid auf die Idee gekommen euch mit Crowdfunding zu finanzieren: Wie erlebt ihr diese Zeit und wie sind eure Erfahrungen damit?

 
Crowdfunding hat sich als alternative Finanzierungsmöglichkeit mittlerweile schon ziemlich etabliert, zumindest in Start-Up-Kreisen. Daher kannten wir auch schon einige, die selbst „gecrowdfunded“ haben. Von Startnext sind wir auf jeden Fall sehr begeistert, weil alles so unkompliziert ist – und die Betreuung extrem sympathisch. Da merkt man auf jeden Fall, dass alle mit Herzblut dabei sind.

Wie seid ihr darauf gekommen ein Modelabel zu gründen?

Als Modedesignerin und Theologin lag der Gedanke, ein ecofaires Modelabel zu gründen, relativ schnell auf der Hand. Weil es zwei Dinge, die wir lieben und von denen wir überzeugt sind, perfekt miteinander verbindet: Ethik & Ästhetik. Die Idee dazu hatten wir schon relativ früh, als wir gemeinsam in Berlin gewohnt und beide noch studiert haben.

Wir lieben Mode, aber für deren Produktion Ausbeutung und Umweltverschmutzungen hinnehmen? Auf keinen Fall. Genauso wenig wollen wir klassische Ökomode machen, die nicht ernst genommen wird. Weil wir wissen, dass anspruchsvolles, schönes Design und ethische Prinzipien nicht nur miteinander vereinbar sind, sondern gerade erst in Kombination einen wahren Mehrwert schaffen.

Die ersten Schritte waren dann bei uns vor allen Dingen Handelspartner/innen finden, die dieselben Ansprüche wie wir haben. Außerdem natürlich Finanzierungsmöglichkeiten und einen Gründungsberater, der uns in betriebswirtschaftlichen Fragen und Marketing unterstützt.

Wie sieht euer Berufsalltag seither aus?

Joana kümmert sich um all das, was mit Design zu tun hat – ob Website, Produkte, Flyer et cetera. In den letzten Wochen hat sie sich daher natürlich hauptsächlich mit unserer zweiten Kollektion beschäftigt – hat fleißig Prototypen genäht, Shootings organisiert und technische Zeichnungen angelegt. Und Daniela kümmert sich um alles Inhaltliche: Blogbeiträge, Kommunikation, Interviews, Social Media…

In den letzten Wochen vor allen Dingen rund um die Kampagne. Normalerweise wären wir beide damit schon ausgelastet, aber es kommen immer noch viele zusätzliche organisatorische Dinge hinzu, der allgemeine Alltagswahnsinn oder heißgeliebte To Dos wie Buchhaltung.

Was ist das einzigartige an eurem Label?

Das Besondere an SHIPSHEIP ist vielleicht das Ziel, darauf hin zu arbeiten, irgendwann nicht mehr besonders zu sein. Und unseren Ansatz zum Alltag zu machen. Was zunächst paradox klingt, ist relativ simpel: Denn unsere Vision liegt darin, mit dazu beizutragen, ecofaire Mode selbstverständlich zu machen.

Das wollen wir nicht nur durch unsere Produkte umsetzen, sondern auch durch inhaltlichen Input und unseren Anspruch, immer ein Stückchen besser zu werden. Woran man uns natürlich trotzdem von anderen Marken unterscheiden kann, ist unser eigenes Design. Wir lieben klare, puristische Schnitte. Außerdem sind alle unsere Materialien von besonders langlebiger Qualität und unsere Kunden haben die Möglichkeit, uns die Produkte irgendwann zum Recyceln zurückzuschicken. Und, woran man uns immer erkennt: jedes unserer Produkte hat einen farbigen Stich, den wir persönlich annähen.

Shipsheip bei den Kleinbauern in Bolangir/Oriss

(Foto: Christoph Benjamin Schnedler)

Das Thema Nachhaltigkeit steht bei euch an oberster Stelle: Wie war es für euch Produzenten zu finden?

Wir haben anfangs tatsächlich sehr viel Zeit damit verbracht, geeignete Produzenten zu finden. Etliche Stoffsamples aus England und Holland haben wir bestellt und tausende Emails nach Indien geschickt. Es ist zwar nicht besonders schwierig, Produzenten zu finden, aber jemanden zu finden, der kleine Bestellmengen anbietet wiederum schon.

Einer unserer Freunde, der unser Team zwischenzeitlich unterstützt hat, hat uns dann auf die 3FREUNDE gebracht. Das war auf jeden Fall unser Glück, denn über sie können wir nicht nur kleinere Stückzahlen beziehen, sondern auch auf ihre Wertschöpfungskette – vom Baumwollfeld bis zur Näherei – zurückgreifen, die nicht nur unseren Ansprüchen genügt, sondern sich bereits jahrelang bewährt hat.

Zusätzlich übernehmen sie für uns organisatorische Dinge, wie Transport, Zoll und Lizenzierung. Wenn wir also Produkte bestellen, sprechen wir die Prototypen zwar mit der Manufaktur in Indien selber ab, Bestellung und Abwicklung läuft dann aber über die 3FREUNDE als unser Zwischenlieferant. Dementsprechend mussten wir auch niemanden von unserer Kollektion überzeugen – allerdings hat es uns einiges an Zeit gekostet, unseren Prototypen für unseren Hood JUNO BAI so anzupassen, dass er umsetzbar war. Dafür war es mehr als hilfreich, direkt in Indien vor Ort zu sein, als die Absprachen telefonisch und per Post zu regeln.

Eure Produktion ist sehr transparent, denn ihr zeigt die Bedingungen vor Ort: Möchtet ihr noch weitere Schritte in Richtung nachhaltigeres Bewusstsein gehen, als nur durch eure Kollektion?

Unserer Meinung nach besteht das Hauptproblem immer noch darin, dass zu wenig bewusst ist, was alles hinter einem einzelnen Shirt oder einer Hose steckt. Die traurige Tatsache ist ja, dass für die meisten Produkte nicht nur die Umwelt massiv verschmutzt wird, sondern Menschen regelrecht ausgebeutet werden und gegen ihre Rechte verstoßen wird.

Dabei ist es nicht relevant, ob man in Billiggeschäften oder bei teuren Marken einkauft: die wahren Kosten tragen meist nicht wir, sondern diejenigen, die es sich am wenigsten leisten können. Dafür wollen wir natürlich sensibilisieren. Das tun wir hauptsächlich über unseren Blog und sämtliche weitere Kanäle, wie beispielsweise Facebook.

Geplant ist aber, dass wir auch Workshops anbieten. In unserer Kampagne ist das sogar schon in den „Dankeschöns“ erhältlich. Mittlerweile haben wir dazu auch schon einige Anfragen bekommen, unter anderem von Hochschulen. Die Nachfrage scheint also da zu sein.

Euer Projekt bei Startnext läuft am 22.02.2016 aus: Seid ihr zuversichtlich und habt ihr einen Plan B?

Natürlich sind wir zuversichtlich! Aber genauso natürlich haben wir auch einen Plan B, vielleicht sogar noch einen Plan C. So oder so, es wird auf jeden Fall weitergehen bei SHIPSHEIP.

Wie sieht euer Blick in die Zukunft aus?

Wenn wir alles zusammenbekommen, werden wir die zweite Kollektion wie geplant umsetzen – das bedeutet, wir setzen uns mit Girish aus der Mila-Manufaktur in Verbindung, schleifen vielleicht noch ein letztes Mal zusammen an den Prototypen und dann wird bestellt! Im März/ April gibt es dann die neuen Stücke in unserem Onlineshop.

Was möchtet ihr anderen kreativen Einsteigern gerne in punkto Crowdfunding mit auf den Weg geben?

Wichtig ist definitiv, dass man sich gut vorbereitet und sich frühzeitig und regelmäßig Feedback einholt. Denn je mehr man selber im eigenen Thema drinsteckt, desto leichter kann man den Blick dafür verlieren, wie das Ganze von außen wahrgenommen wird. Und beim Crowdfunding ist es natürlich am wichtigsten, dass alle schnell verstehen, warum genau das Projekt so unterstützenswert ist.

Außerdem muss man sich klarmachen, dass die Arbeit, wenn die Kampagne startet, eher mehr als weniger wird, weil die Kommunikation sehr zeitintensiv ist. Die gute Nachricht dabei ist allerdings: selbst wenn die Kampagne nicht erfolgreich ist, ist diese Arbeit nicht umsonst gewesen – weil man seinen Bekanntheitgrad immens gesteigert hat.

Persönliche Eckdaten:

Joana: 26 Jahre aus Köln, hat Modedesign studiert und arbeitet mittlerweile an ihrer Alma Mater, der AMD in Düsseldorf

Daniela: 29 Jahre aus Köln, Theologin mit Schwerpunkt Wirtschaftsethik und Entwicklungszusammenarbeit. Neben dem Label arbeitet sie bei FEMNET, einer Frauenrechtsorganisation, die sich für die Rechte von Mädchen und Frauen weltweit einsetzt, und als freie Referentin für Fair Trade Deutschland.

Bist du auch so begeistert von der Vision von Shipsheip? In den nächsten Tagen kannst du das Team noch auf Startnext unterstützen. Sichere dir dabei ein exklusives Dankeschön vom Label.

Hast du bereits ebenfalls Erfahrungen mit Crowdfunding gemacht? Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen.

Die eigene Kollektion: So hat es Princepalmedesign geschafft

Hast du dich schon immer gefragt, wie du eine eigene Kollektion aufbauen kannst? Heute erfährst du, wie das junge Designer Duo von Princepalmedesign den Start in die Selbstständigkeit geschafft hat.

Auf der Suche nach Talenten in der Modebranche, haben mich auf Instagram die außergewöhnlichen Designs des Labels sofort angesprochen, darum wollte ich gerne mehr über die Geschichte hinter dem Label erfahren.

Princepalmedesign – das sind Julia 24 und Marco 22 Jahre alt. Ihr Label – das sind durchdesignte Caps und Shirts. Gemeinsam leben sie ihren Traum von der Selbstständigkeit in der Modebranche. Auf ihrem Internetauftritt lässt sich sofort ihre unverwechselbare Handschrift erkennen, welche sich wie ein roter Faden durch die sozialen Netzwerke zieht. Selbst bei meiner ersten Kontaktaufnahme merkte ich schnell: Hier sind Profis am Werk.

Das Logo – cool und gleichzeitig einprägsam, ist aus dem Nach- bzw. Spitznamen von Marco entstanden. „Die Palme war und ist sein Markenzeichen und da mussten wir irgendwas daraus machen.“, so verrät Julia.

Eine Idee wurde geboren

Die Idee für das Label ist eher zufällig entstanden. Erst begann es mit einer Cap als Geburtstagsgeschenk für Marco und vor knapp 4 Monaten war die erste Cap mit Schriftzug, Krone und Palme entstanden. „Wir designten auch recht zügig das erste Shirt hinterher und da war die Idee der eigenen Kollektion schon geboren.“

Nach vielen Tüfteleien und schlaflosen Nächten ist die Kollektion entstanden, die nun schon bald mit Shirts und Caps an den Start gehen soll. „Darauf sind wir ziemlich stolz, weil wir beide nie gedacht hätten, dass aus solch einer Idee mal echt was wird.“

Aufgabenverteilung und Disziplin

Viel Zeit für Freizeit bleibt den beiden nicht, neben dem Aufbau des Labels, arbeiten sie noch hauptberuflich in der Krankenpflege.

Ohne eine klare Aufgabenverteilung und Disziplin funktioniert es dabei nicht. Vor allem, da die beiden eine größere Entfernung örtlich voneinander trennt. Mit Hilfe von Tablet/ Laptop und Telefon werden alle Probleme gemeinsam erfolgreich bewältigt. „Ab und an treffen wir uns dann und arbeiten eine Nacht durch und erledigen die Wege gemeinsam, die sehr wichtig sind. Sonst erledigt jeder seine Aufgaben, so wie er kann und was so anfällt im Alltag.“

Marco kümmert sich dabei besonders um die Direktkontakte und die Internetpräsenz. Julia ist für die Emailkontakte und die Koordination zuständig. Das Herzstück, das Design wird immer von beiden gemeinsam entwickelt.

Und das ist überzeugend, nicht nur bei den Kollektionsteilen sieht man die Leidenschaft der beiden, auch der Gesamteindruck ist ansprechend. Eines ist ihnen dabei immer wichtig: „Bist jetzt war uns eigentlich immer wichtig, dass wir Spaß am Designen haben und auch nur solche Sachen designen, die wir selber auch tragen würden. Wir wollen unserem Stil und vor allem uns treu bleiben.“

Internetpräsenz

Zunächst wird die Kollektion über eine Facebook Seite und die Instagram Präsenz gezeigt.

Meiner Meinung nach ein tolles Werkzeug, um eine erste Resonanz zu erkennen. Eine Seite kann schnell und einfach erstellt werden und ist zudem kostenlos. Man sollte nur den Aufwand, den die sozialen Netzwerke machen, nicht unterschätzen. Eine gute Facebook Seite ist nur dann interessant, wenn sie auch regelmäßig mit neuen Posts „gefüttert“ wird.

Bald wird es auch eine Homepage geben. Die beiden wünschen sich für die Zukunft mit der Kollektion an den breiten Markt zu gehen. Ihnen ist bewusst, dass dieser Bereich hart umkämpft wird. Jedoch hat Sie ihre Idee, ihr Mut und Durchhaltevermögen schon so weit gebracht.

Tipps für angehende Designer von Princepalmedesign

Viele junge Kreative wünschen sich den Durchbruch in ihrer Selbstständigkeit. Das Wichtigste ist erst einmal einen Anfang zu finden und mit dem Handeln zu beginnen. Wer sich nur mit dem Würde, Hätte, Könnte beschäftigt, wird es noch nicht einmal bis zur Startlinie schaffen. Die beiden Designer empfehlen jungen Designern, nicht aufzugeben und an sich zu glauben. „Klar wird es auch Tage und Momente geben, an denen man alles hinschmeißen möchte, aber man muss halt immer wieder an seinen Zielen festhalten.“, so die einstimmige Meinung des Duos.

Man muss nicht der/ die Beste sein. Es ist unnötig sich mit anderen zu Vergleichen oder einen Wettkampf auszutragen. Als Neuling wird man diesen ohnehin nicht gewinnen können. Stattdessen rät Princepalmedesign allen Einsteigern in die Selbstständigkeit: „Man sollte „einfach“ darum kämpfen besser als gestern zu sein und den Blick nach hinten zu richten, um zu schauen, wie weit man gekommen ist.“

Modekarriere wünscht Princepalmedesign einen gelungenen Start mit ihrer neuen Kollektion.

Bist du auch neugierig auf die Arbeit der beiden? Zu finden ist die Kollektion auf

Facebook oder Instagram.