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Wie findest du einen Praktikumsplatz im Bereich Modedesign?

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Generation Praktikum

Nach dem Ende meines Designstudiums 2010 hatte ich viele neue Fertigkeiten erlernt und doch stellte sich mir die Frage, wie finde ich einen Praktikumsplatz im Bereich Modedesign. Alle meine Fähigkeiten würden mir nützen, um mich als selbstständiger Designer zu verwirklichen – um Mode zu entwerfen. Aber wie finde ich einen Weg, meine Kenntnisse in einem Unternehmen auszubauen?

Heute weiß ich, es bedarf extremer Ausdauer, ein flexibles Leben, dass dir keine Hürden in den Weg stellt und einen starken unabdingbaren Willen (und einen Nebenjob, der dich über Wasser hält).

Insgesamt absolvierte ich drei Praktika in sehr unterschiedlichen Unternehmenskonstrukten. Mein erstes Praktikum dauerte nur einige Wochen in einem Couture Atelier. Die Inhaberin präsentierte mehr Kunst als Mode auf der Berliner Fashion Week und verkaufte diese Kreationen rund um den Globus an Stars und Millionäre. Es hörte sich wie ein Traum an. Für manch einen Praktikanten dort war es vielleicht auch einer. Ich bemerkte aber, dass die Couturewelt nicht der richtige Ort für mich war. Zudem war das Praktikum unbezahlt, was die Regel in dieser Branche darstellt, einen jedoch irgendwann „absaufen“ lassen würde.

Daher bewarb ich mich weiter, bis ich ein Praktikum bei einer Wäsche- und Bademodenfirma ergatterte. Die Musterproduktion fand teilweise noch in der Firma selbst statt und ich bekam die Möglichkeit meine eigene Bademodenkollektion zu erstellen. Zudem bekam ich ein Taschengeld und eine firmeneigene Wohnung zur Verfügung gestellt – ein echter Hauptgewinn. Dafür wurde ich jedoch auch als billige Arbeitskraft für den Zuschnitt der Modelle eingesetzt. Nach manchen Tagen konnte ich meine Finger kaum noch bewegen, da diese vom festen Griff der schweren Schneiderscheren schmerzten – geschwollene Hände und regelmäßiger Blutstau waren die Folge. Dennoch blieb ich dort acht Monate, brachte mir die Programme CorelDraw und Assyst bei, lernte die Verarbeitung und Schnitterstellung von Bademoden und das Einplatzieren von placed Prints für die unterschiedlichen Größen.

Danach fand befand sich die Branche gerade in einer wirtschaftlichen Talfahrt und ich bekam ein weiteres Mal nur einen Praktikumsplatz angeboten. Bezahlt und an einem der schönsten Flecken Deutschlands, aber eben kein Praktikum mit Übernahmegarantie. Wieder hängte ich mich voll in meinen Job. Neben Collagen erstellen und überarbeiten von technischen Zeichnungen, bereitete ich Übergabetermine an die Vertriebsmitarbeiter vor, nahm an Fotoshootings teil, etc.

Mein Fazit aus dieser Zeit hat gute und auch negative Seiten. Es ist meiner Meinung nach extrem wichtig nach dem Studium oder auch für den Quereinstieg, die Modebranche hautnah zu erleben. Vorstellungen und die Realität liegen oft weit auseinander. So entsteht ein gutes Bild für jeden, der tiefer in die Branche eintauchen möchte und das ist so manche Strapazen wert. Mit Ausdauer und Leidenschaft auch realisierbar, sogar wenn auch nur eine Stelle durch ein anstrengendes Assessment Center zu haben ist. Die Praktikumszeit ist keine einfache, es gibt viele finanzielle Einschränkungen und keine Sicherheiten. Letzteres ist aber auch mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag eine Illusion, denn Firmen können bei schlechter wirtschaftlicher Lage jederzeit entlassen. Achte bei der Wahl des Arbeitgebers auch darauf, dass du ebenfalls einen Gewinn davon hast und genügend Erfahrungen sammelst. Kaffeekochen sollte nicht die Regel sein.

So findest du einen Praktikumsplatz im Bereich Modedesign

Nun komme ich zu meinen eigentlichen Tipps, wie du einen Praktikumsplatz findest:

  • Es gibt zwei große Internetstellenbörsen für die Fashion Industry: www.fashion-united.de und www.textilwirtschaft.de
  • Suche direkt auf der Unternehmenswebseite nach Stellen oder der Möglichkeit eine Initiativbewerbung zu schicken
  • Auf allen Jobbörsen kannst du Praktikumsstellen finden, so auch Indeed, Stepstone etc.
  • Erstelle dir ein Profil auf Linkedin oder Xing und checke auch hier regelmäßig die Angebote
  • Suche über Modemessen nach Ausstellernamen (das findest du auch über das Internet heraus), Modemarken oder Agenturen, die du bisher noch nicht kanntest
  • Neben Modelabels kannst du auch über Produktionsagenturen, Lohnnähereien, Trendagenturen oder modeaffine Werbeagenturen suchen
  • Schaue in deinen eigenen Kleidungsstücken das Pflegeetikett an, wer hier der Hersteller ist. Einige Firmen verkaufen nur die Ware und der Hersteller ist ein ganz anderes evtl. ebenfalls in Deutschland ansässiges Unternehmen
  • Begib dich auch im Ausland auf die Suche, denn Auslandserfahrung wird nach wie vor sehr hoch angesehen
  • Checke alle diese Möglichkeiten kontinuierlich, sodass du viele Unternehmen auf dem Schirm hast, auch wenn vielleicht gerade nicht die richtige Stelle für dich frei ist.
  • Achte auf die Aktualität bei einem ausgeschriebenen Praktikumsplatz für den Bereich Modedesign. Ist die Anzeige mehr als 2 Wochen alt, solltest du einmal nachhaken, ob der Bewerbungsprozess noch offen ist. Und sei schnell, das kann ich nur immer wieder betonen. Hast du mit einem Unternehmen telefoniert, sollte die Bewerbung dort spätestens nach zwei Tagen „auf dem Tisch liegen“, sonst wirst du wieder vergessen.

Wenn du entsprechende Stellenausschreibungen gefunden hast oder dich für eine Initiativbewerbung entscheidest, geht es an die Formulierung  und das Layout deiner kreativen Bewerbung.

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Die Must-Have Utensilien für Modedesigner

Utensilien für Modedesigner

Sicherlich ist dir schon aufgefallen, wie viele unterschiedliche Materialen und Utensilien du für dein Vorhaben als Modedesigner angeboten bekommst. Von der Stoffschere bis zum Lineal.
Bei manchen Dingen, wie z.B. Scheren muss man auch mal richtig tief in die Tasche greifen, ohne zu wissen, ob man später mit den erstandenen Utensilien auch klar kommt.
Die nachfolgenden Produkte sind von mir während der Zeit meiner Ausbildung erprobt worden und zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus. Die meisten Utensilien benutze ich bis heute. So kannst du dir auch eine Menge Geld sparen, indem du gleich die richtigen Artikel kaufst und kannst lange Freude daran haben.

Für Nähwütige

 

Für einen goldenen Schnitt wie bei der Haute Couture

 

(du wirst zu Amazon weitergeleitet, wenn du auf da Foto klickst)

  • ein 50 cm Lineal ist eine echte Erleichterung gerade wenn du ein Kleid oder einen langen Rock erstellst
    Minenbleistift, immer spitz ohne lästiges Anspitzen
    Radiergummi + Radierstift
  • Fixogum ist ein etwas teurer Flüssigkleber, der allerdings durch seine Eigenschaft abziehbar zu sein, für die Erstellung von Papier Schnitten ideal ist. Kleben, abziehen, kleben. Ein echter Traum beim Ausstellen von Röcken:

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  • Stoffe zum Drapieren vom holländischer Stoffmarkt
    Seidenpapier günstig auf Rollen vom holländischen Stoffmarkt
    Termin findest du hier.

 

Am Anfang steht die Idee eines Modedesigners

  • Buntstifte von Faber Castell
  • Copic Ciao (mit feiner und mittlere Spitze) Für die Hautfarbe benutze ich bei sehr hellem Teint E50 + YR20 und gebräuntem Teint: E21 + E31 (+Schatten und Contouren E33)
  • Feinliner 0,3 und 0,5 von Copic
  • Copicpapier von der Papierfabrik Schoellershammer (nur auf dem richtigen Papier lassen sich Copicstifte nahtlos miteinander vermischen und Schattierungen erzielen. Diese Stifte werden auch für Comiczeichnungen benutzt)
  • Bleistifte in verschiedenen Härtegraden von Faber Castell:

 

(du wirst zu Amazon weitergeleitet, wenn du auf da Foto klickst)

  • weißer Gelstift
  • Schminke Aquarellfarben (erstmal nur die Basisfarben. Glaub mir so sagenhaft intensive Aquarellfarben hast noch nicht gesehen)
  • Aquarellpapier von Hahnenmühle
  • Wasserbehälter
  • Mischpalette
  • Materialbibliothek für Schraffuren (Beginn am besten gleich deine Sammlung von Jeansresten bis zum Sandpapier. Lege das Material unter deine schon colorierte Zeichnung und gehe vorsichtig mit der flachen Kante eines Buntstifts darüber)
  • Sketchbook, um deine Ideen festzuhalten Copic Marker-Skizzenbuch, 12,7 x 17,8 cm, 50 Blatt, SKBK5x7*

Du kannst mit Schraffuren unterschiedliche Materialien nachempfinden 

 

Einen Tipp hab ich noch für dich:

Da du dich in einer Branche bewegst, die ständig neue Trendfarben festlegt, würde ich davon absehen, Farben ohne den genauen Nutzen im Voraus zu kaufen. Warte lieber ab, was du wirklich brauchst. Bei dem Hobbymarkt „Idee“ oder in gut sortierten Schreibwarengeschäften bekommst du auch noch spontan Stifte.

Um gut vorbereitet zu sein, habe ich dir speziell auf die Bedürfnisse eines Modedesigners Fachbücher ausgesucht und ebenso Romane, die dich auf dein Vorhaben einstimmen.

Falls du noch Fragen oder eigene Tipps für die besten Utensilien für Modedesigner hast, lass es mich unten in den Kommentaren wissen.

(Credit für Logos: LogoMakr.com)

*Partnerlink für meine Bezugsquellen.

10 Tipps für ein Vorstellungsgespräch als Modedesigner

Vorstellungsgespräch als Modedesigner

Was ist für dich das aller Schlimmste an einem Vorstellungsgespräch als Modedesigner? Dass dem Personaler deine Arbeiten nicht gefallen? Die kühlen und abgeklärten Blicke deines Gegenüber? Die Möglichkeit, deine Schwächen zu erkennen? Es ist ein Thema, mit dem viele an ihre Grenzen stoßen. Bist du aber richtig vorbereitet wirst du dich schon gleich viel souveräner fühlen.

Darum trage ich dir hier meinen Erfahrungsschatz in Sachen Vorstellungsgespräch als Modedesigner zusammen und kann dir schon gleich verraten, dass jedes Kennenlernen anders sein wird und aufs eine Herausforderung darstellt. Und es geht letztlich nicht nur darum, dass du dich bestmöglich verkaufst. Es ist ebenso wichtig, dass du ein besseres Bild von deinem Unternehmen erhältst, um selbst einschätzen zu können, ob die offene Stelle richtig für dich ist. Tipps für eine gelungene Bewerbung findest du hier.

Eine Chefin betonte immer wieder, sie wolle Designer in einem Vorstellungsgespräch haben, die „sprühen“. Ein guter Kandidat für sie ist ein Mensch, dem man von der Nasenspitze aus und vom ersten Wort her anmerkt, wie viel kreative Energie in ihm steckt. Natürlich spielt dabei das richtige Outfit eine enorme Rolle. Nicht umsonst gilt das Sprichwort: „Für der erste Eindruck zählt“ Vor allem in der Modebranche zählt der noch einmal mehr.

 

Das richtige Outfit für ein Vorstellungsgespräch als Modedesigner

Nun könnte dir Anne Hathaway im Film „Der Teufel trägt Prada“ in den Sinn kommen. Aber beim richtigen Outfit geht es gar nicht darum, im Chanel Kostüm aufzutauchen und dabei noch schwindelerregend hohe Absätze zu tragen, die jeden deiner Schritte noch unsicherer werden lassen.

Zieh das an, worin du dich wohl fühlst und was deinen Stil unterstreicht. In einem Modeunternehmen musst du auch gar nicht die typischen Stilregeln beachten. Bei einem Vorstellungsgespräch als Modedesigner ist im Prinzip alles erlaubt, wichtig ist nur, dass du symbolisierst, dass du in das Unternehmen passt. Für ein Gespräch in einem Haute Couture Atelier kleide ich mich femininer, als bei einer Jeansmarke.

Soll ich am besten Teile von der Marke tragen, wirst du dich vielleicht Fragen. Wenn du die Marke liebst und sowieso trägst, warum nicht? Allerdings würde ich davon abraten, dich von Kopf bis Fuß in eine ungewohnte Marke zu hüllen und dann beim Vorstellungsgespräch mit der brandneuen Kollektion aufzutauchen. Zum einen ist das für deinen Gegenüber extrem auffällig und natürlich wirst du verstärkt Rückfragen zu erwarten haben.

Auf meiner Pinnwand findest du ein paar aktuelle Anregungen (Stand FS 2018).

Erlange Know-How

Eine gute Vorbereitung macht dich fit für das Gespräch. Lerne etwas über die Firmenphilosophie.

Schau dir an, wo die Marke erhältlich ist. Es wird immer wieder gern gefragt, woher man die Marke kennt.

Außerdem solltest du den Stil der Kollektion beschreiben können und was du persönlich daran bewundernswert findest.

Deinen eigenen Lebenslauf solltest du ebenso gut kennen, wie einige der aktuellen Modetrends der Saison.

Verschaffe dir auch einen Überblick über die direkten Konkurrenten.

Überlege dir gut, wie du begründest, weshalb du gerne für dieses Unternehmen arbeiten möchtest oder warum du den Arbeitsplatz wechselst und mach dir in deiner Vorstellung bereits ein Bild, wie die zukünftigen Tätigkeiten aussehen könnten.

Wie soll ich mich Verhalten?

Sei immer offen und höflich. Steh auf, wenn jemand den Raum betritt, gib jedem die Hand mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich selbst habe ein super schlechtes Namensgedächtnis, dafür gibt es aber einen Trick: Wiederhole den Namen deines Gegenüber. „Ich freue mich sehr Sie kennenzulernen Fr. …“ „Vielen Dank Herr … für die Einladung zum persönlichen Kennenlernen.“

Wo genau deine Hände beim Gespräch sind und ob du deine Beine überschlägst oder nicht, sind Fragen, die evtl. beim Management eine Rolle spielen oder bei sehr seriösen Unternehmen. Solange du nicht lümmelst, deine Schultern schon fast den Tisch vor dir berühren und du den Boden anstarrst, wird vieles toleriert. Es geht nicht um die perfekte Haltung, sondern um deine Ausstrahlung. Du gestikulierst sehr viel? Das ist wunderbar. Aber zwinge dir kein Verhalten auf, das dir sonst auch nicht liegt.

Vielleicht wirst du auch im Unternehmen herumgeführt. Sei neugierig. Begrüße alle anderen Mitarbeiter, bestenfalls gib ihnen die Hand und stell dich kurz vor. (Lieber auch 2x, als jemanden auszulassen). Und bedanke dich am Ende der Führung.

Du kannst das!

Vermittle deinem Gesprächspartner, dass du für alles bereit bist. Selbst wenn du im innersten Panik bekommst, sei mutig und trau dir auch Aufgaben zu, die du bisher noch nicht kennengelernt hast. Die Modebranche wird dich sowieso irgendwann eiskalt erwischen, warum also versuchen, davor davon zu laufen? Was du jedoch unterlassen solltest, ist lügen! Sei offen für neues, aber bleib bei den Tatsachen. Schwindeln wird sehr schnell entlarvt.

Fettnäpfchen umgehen

Rede stehts respektvoll über andere andere Personen. Eine der obersten Regeln lautet: Rede niemals schlecht über jemanden. Weder über deine Lehrer, noch über vorherige Arbeitgeber.

Kein Meister ist vom Himmel gefallen. D.h. erläutere dein Know-How, aber lasse im Gespräch genug Raum, dass dir dein Gegenüber auch noch die Arbeitsweisen des Unternehmens erklären kann.

Sei bitte nicht schockiert, falls man das Gespräch auf Englisch switchen wird, wenn du dies als Sprache in deinem Lebenslauf angegeben hast.

Antworte auch auf „seltsame“ Fragen gewissenhaft. Es ist dazu auch okay zu fragen, ob du eine kurze Bedenkzeit bekommst. Manchmal tauchen etwas abnormale Fragen mitten im Gespräch auf, dies soll dein Stresslevel testen. „Mit welchem Star würden Sie sich vergleichen und warum?“ „Was war das bisher größte Erfolgserlebnis in Ihrem Leben?“

In der Modebrache sollte man unempfindlich, bei der Frage nach der Kleidergröße sein. Ein Modeunternehmen freut sich immer über Mitarbeitern, die evtl. Musterteile zur Beurteilung anprobieren können. Größe 38 ist dabei der klare Favorite. D. h. aber nicht, dass dies ein Einstellungskriterium ist.

Zeige Schwächen

Eine gefürchtete Frage, bei fast jedem Bewerber: „Was sind ihre Schwächen?“ Eigentlich ist das schon ein bisschen frech, aber leider wird diese Frage regelmäßig gestellt. Überlege dir lieber eine aufrichtige Antwort. Spreche auch an, wie du aktuell versuchst, dieses „Problem“ in den Griff zu bekommen. Hier wird jedoch werder verlangt über psychische Probleme zu sprechen, noch über irgendwelche emotionalen Dinge. Es geht lediglich um die kleinen Ecken und Kanten, die wir alle haben, die uns liebenswert machen. Z. B. kann es sein dass du kein geborener Rhetoriker bist, dafür hast du aber erst einen Rednerkurs besucht oder du bist sehr selbstkritisch, was deine eigene Arbeit angeht…

Sei neugierig

Zum Ende des Gesprächs wird man häufig gefragt, wo es noch Unklarheiten gibt oder ob du selbst noch etwas wissen möchtest. Es wird von dir erwartet, dass du neugierig auf das Unternehmen bist. Allerdings ist man oftmals von all den Erzählungen des Personalchefs ziemlich reizüberflutet und es will dir vielleicht so gar kein Stichpunkt mehr einfallen, den es zu hinterfragen gäbe. Kluge Antworten im Vorfeld zu überlegen, kann dich in dieser Situation retten. So könnten mögliche Fragen aussehen:

„Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in Ihrem Unternehmen?“

„Wie gestalten Sie die Einarbeitungsphase? Wird man dabei das gesamte Unternehmen kennenlernen/durchlaufen?“

„Wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten werde?“

Das Assessment Center als Modedesigner

In meiner Laufbahn wurde ich immer wieder mit Assessment Center konfrontiert. Dies auch bei großen Unternehmen, wie Tom Tailor. (Dieses Vorstellungsgespräch als Modedesigner habe ich übrigens über den Young Professionals Day der Textwirtschaft ergattert).

Ein solches „Bewerbungsduell“ dauert meist den ganzen Tag. Mit dir am Tisch sitzen 5 – 11 weitere Kandidaten. Die Aufgaben sind in der Regel machbar, wenn du eine Leidenschaft für den Job hast. Es gibt immer eine kleine kreative Vorstellungsrunde und eine Gruppenaufgabe. Außerdem werden weitere Fähigkeiten, wie Präsentationstalent oder die Beherrschung von Grafikprogrammen getestet. Manchmal sind auch Rollenspiele dabei. Zum Schluss folgt das Einzelgespräch. Leider oftmals mit einer langen vorherigen Wartezeit verbunden.

Vor dem eigentlichen Tag, wurde mir auch schon mal eine Hausaufgabe aufgegeben. Ich hatte 3 Tage Zeit eine Kollektion nach den eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Diese Kollektion sollte jeder Kandidat dann zum Ende des Tages hin präsentieren.

Am Ende hat sich bei mir ein Satz der 3 „Jury Mitglieder“ eingeprägt: „Wir suchen nicht nach der Besten, die alle Aufgaben perfekt erledigt. Wir suchen nach der Besten für uns. Jemand, die zwar aus der Gruppe hervorsticht, aber dennoch keine Unruhe schafft.

Alles im Gepäck?

Bring eine vollständige Bewerbungsmappe und ebenso dein Portfolio mit zum Gespräch, auch wenn du eine Email mit Anhang gesendet hast und diese auch offensichtlich angekommen ist. Personalchefs sind vergessliche Wesen und manche Abteilungsleiter wissen schlichtweg nicht, wie ein Kopierer funktioniert, darum überlasse nichts dem Zufall. Dein gedrucktes Portfolio kannst du so auch nochmal präsentieren und wichtige Details veranschaulichen. Eine einfache Möglichkeit, deinen Gegenüber zu begeistern.

Ein Stift und ein nettes Notizbuch sind auch gern gesehene Begleiter bei deinem Vorstellungsgespräch und unerlässliche Utensilien bei einem Vorstellungsgespräch.

Last but not least

Komm unbedingt pünktlich zum Vorstellungsgespräch! Nichts wird dir mehr die Stelle kosten, als ein/e genervte/r Personalchef/in oder gar Unternehmer/in, der oder die warten muss.

Ich wünsche dir viel Erfolg mit meinen Tipps und freue mich von deinen Erfahrungen unten in den Kommentaren zu hören!

So klappt die kreative Bewerbung für Modedesigner

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Eine kreative Bewerbung für Modedesigner zu schreiben bedeutet, sein ganzes Können in diesem Dokument unter Beweis zu stellen. Vielleicht wird dir bei diesem Gedanken schon ganz mulmig und du stehst vor dieser Aufgabe wie der Ochs vor der Weide. Ich kann dir schon einmal vorab verraten: Nein, es gibt kein Patentrezept und auch keinen Erfolgsgaranten. Aber ich sage dir auch, dass es dir mit meinen Tipps ein wenig leichter Fallen wird und du auch Spaß an dieser Aufgabe gewinnen wirst.

so klappt eine kreative Bewerbung

Inzwischen ist die kreative Bewerbung auch in den kommerzielleren Berufen angekommen und eine willkommene Abwechslung zu den standardisierten Dokumenten die jeden Tag bei den Unternehmen herein rauschen.

Als ich mich erstmals mit dem Thema beschäftigte, war niemand da, der mir helfen konnte und auch das Internet hatte nur spärliche Hilfe dazu im Angebot. Einige Jahre später hatte sich das bereits stark verändert. Plötzlich tauchten überall durchgestylte Bewerbung von echten Grafikprofis auf. Doch ist so eine Bewerbung das richtige für einen Job in der Modebranche?

Bei einem Gespräch mit einer Personalchefin auf dem Young Professionals Day der Textilwirtschaft wurde mir diese Frage ganz klar mit NEIN beantwortet.

Eine kreative Bewerbung für Modedesigner sollte vor allem die Persönlichkeit und den Stil des Bewerbers wiedergeben.“

So erklärte sie mir damals. Mehr noch, du musst dem Unternehmen kommunizieren, dass du eine Bereicherung darstellst und dich ebenso viel mit der Philosophie beschäftigt hast.

Hier erhältst du eine Aufstellung der wichtigsten Fragen, die du dir stellen solltest bevor es mit der eigentlichen kreativen Bewerbung für Modedesigner losgeht:

Wie kommuniziert, bzw. tritt das Unternehmen in der Öffentlichkeit auf? Das lässt sich auch gut in den sozialen Netzwerken verfolgen.

Wie wirst du als Bewerber in der Stellenausschreibung angesprochen? Förmlich mit Sie oder wirst du vielleicht geduzt?

Gibt es einen Bewerbungsguide auf der Homepage des Unternehmens? Wenn die Firma spezielle Wünsche äußert, solltest du diese auf jeden Fall berücksichtigen.

Gibt es eine Stellungnahme von ehemaligen Bewerbern bzw. Angestellten? Auch das ist ein wichtiger Faktor, um festzustellen, ob das Unternehmen überhaupt zu dir passt und solvent ist. Dazu kannst du auf kununu.com vorbeischauen oder über Google-Maps die Arbeitsstätte eingeben.

Hast du nun die Fragen für dich beantwortet, geht es an einige wichtige Grundregeln die den Kern, nämlich deinen Text betreffen:

In punkto Design: Deine Bewerbung sollte klar formuliert, strukturiert und übersichtlich sein. Versuche nicht mit dem Layout der Bewerbung unschöne Details zu vertuschen. Bei einem Gespräch mit der Personalverwalterin Stefanie Walz kristallisierte sich heraus, dass es wichtig sei, korrekte Daten anzugeben. Sie prüfe die Daten anhand der Arbeitszeugnisse der Bewerber. So wird schnell klar, wer versucht zu beschönigen. Und das kommt natürlich nie gut an, auch wenn die Bewerbung noch so schön aussieht.

kreative Bewerbung chic
Mit dem Klick auf das Bild gelangst du zum Creative Market zu diesem gelungenen Layout.

Ungewöhnliches prägt sich besser ein

Sie suchen nach einer kreativen und zugleich organisierten Designerin, die nicht nur Reden schwingt, sondern auch Taten walten lässt?“

Der erste Satz muss sehr individuell formuliert werden. Es ist oft das einzige, was Personalchefs lesen wirklich lesen. Ist es standardisiert oder gar uninteressant wird deine Bewerbung auf dem Absagen Stapel landen. Und damit wäre all deine Mühe umsonst.

Schneidere deine kreative Bewerbung für Modedesigner nach Maß

Gehe auf die Profilanforderungen in der Stellenausschreibung ein, anstatt im Anschreiben deinen Lebenslauf zu wiederholen. Erkläre, wie du dem Unternehmen nützlich sein kannst und was dich auszeichnet.

Zeige Charakter

Niemand gibt gern seine Schwächen preis – vor allem nicht im Job.“, sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert. Sie ließ ihren Klienten in einem Experiment die Rubriken „Was kann ich“ und „Was kann ich nicht“ in den Lebenslauf einfügen. Nach dem Absenden der kreativen Bewerbung wurde der Klient bei rund 25 % der Unternehmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das bedeutet für dich, versuche mit deinem Text ein interessantes Bild von dir abzugeben. Es müssen nicht unbedingt deine Schwächen sein, aber etwas das deine Persönlichkeit wiedergibt und doch für das Unternehmen relevant sein kann.

Bewerbung im Ausland

Die schriftliche Bewerbung in der Muttersprache ist mühselig und benötigt einiges an Zeit. Bewirbst du dich nun auf ein Praktikum oder einen Job im Ausland wird es nochmals schwieriger, denn du musst kreativ Schreiben und dies noch in englisch grammatikalisch korrekt formulieren. Hierzu gibt es einen Service, der dir helfen kann nicht nur Anschreiben und Lebenslauf zu übersetzen, sondern du wirst auch bei der Übersetzung deiner Zeugnisse etc. unterstützt. Ebenfalls auch mit Apostille möglich. Gerade das ist ein leidiges Thema bei den deutschen Ämtern, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Nun geht dies bequem online.

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Und nun geht es an die Gestaltung:

Zunächst einmal gibt viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten:

  • eigens gebastelte Bewerbung per Post
  • Bewerbung per Email
  • über Youtube, Facebook oder Instagram bewerben
  • Videobewerbung
  • Kurzbewerbung
  • Bewerbung mit Portfolio

Hier soll es jedoch nur um die Gestaltungsmöglichkeiten einer kreativen Bewerbung für Modedesigner per Email gehen.

Es sei hier zunächst gesagt, dass deine Bewerbung am Ende immer in eine PDF-Datei passen sollten. Ob es nun pro Datei eine PDF sein soll oder ob Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse zusammen in eine PDF gepackt werden, darüber streiten sich die Geister. Es ist nur entscheidend, wenn das Unternehmen ein spezielles Format anfordert. Beachte auch, dass die Datei nicht zu groß wird. Viele Server nehmen Emails über 2 MB nicht an. Zum Leidwesen vieler Kreativer.

kreative Bewerbung für Modedesigner
Vorlage by „Stand out Shop“. Mit einem Klick auf das Bild wirst du zum Creative Market weitergeleitet, dort findest du eine Auswahl an tollen Bewerbungsvorlagen.

Außerdem ist es wichtig, bei all der künstlerischen Möglichkeiten, sollte die PDF-Datei auch für den Arbeitgeber lesbar sein. Vermeide daher außergewöhnliche Schriftarten, die nicht jeder auf seinem PC hat. Manchmal ist es klug, eine kreative Bewerbung zur Probe auszudrucken. Auch hier lauern oftmals böse Überraschungen, die auch beim potenziellen Arbeitgeber nicht gut ankommen. Schließlich geht es nicht nur um Aussehen, der Arbeitgeber will sehen, dass du dir auch Gedanken über Umsetzbarkeit machst und dann hast du mit einer verschobenen Datei nach dem Ausdrucken schlechte Karten. Schicke die Bewerbung auch probeweise an Freunde mit unterschiedlichen Betriebssystemen, damit kannst du überprüfen, ob sich das Format verändert. Und glaub mir, dass tut es öfters als man denkt. Ab und an tauchen auch versteckte Objekte beim Laden der PDF für einen kurzen Moment auf. Aber mit ein bisschen Augenmerk darauf und dem richtigen Know-How lassen sich diese technischen Probleme leicht beheben.

Hier findest du eine Auswahl an Idee und Tipps für die Gestaltung der kreativen Bewerbung:

  • Überlege dir ein dezentes, aber schickes Layout für deine Bewerbung. Einige Vorschläge kannst du hier finden.
  • Ändere das Format deiner Bewerbung. Auffallen ist alles, da kannst du auch schon mal mit Querformat arbeiten.
  • Orientiere dich an den Farben des Unternehmens. Du solltest dazu nicht unbedingt das Logo einbauen, aber schau dir einmal die farbliche Ausgestaltung der Webseite des Arbeitgebers an. Hier findest du ebenfalls bereits Indizien, in welchem Stil du dich aufhalten solltest.
  • Welche Bekleidung vertreibt das Unternehmen? Ist es junge Mode, sollte dein Outfit auf dem Bewerbungsfoto das widerspiegeln. Aber bitte ohne Base Cape
  • Als Hintergrund kannst du deinen Dokumenten einen selbst erstellten All-over-Print (AOP) hinzufügen oder den Rahmen in Form eines Kleidungsstückes gestalten.
  • Bleibt dein Hintergrund weiß, kannst du auch ein Element der Branche, in die sich das Modeunternehmen einordnet als Trennstriche verwenden. Bei einem Unterwäschelabel eignet sich zum Beispiel eine Spitzenborde.
  • Füge ein emotionales mode- bezogenes Bild als Header in deine Bewerbung ein. Solltest du eine wirklich tolle Modezeichnung haben, kannst du sie in eine kreative Bewerbung für Modedesigner natürlich einfügen. Sie sollte aber von den Farben und vom Stil mit der Bewerbung harmonieren. Und sie muss wirklich gut sein!
  • Verwende höchstens 2 unterschiedliche Schriften. Falls du dich in der Typografie nicht auskennst, orientiere dich bei der Kombination am besten an Profis aus dem Grafikbereich.
  • Achte darauf, dass du nur wenige Gestaltungsmöglichkeiten miteinander kombinierst, damit deine kreative Bewerbung nicht überladen wirkt.
  • Übertreibe es auch nicht, was die Gestaltungsprofessionalität angeht. Darum solltest du auch keine Zeichnungen oder aufwendigen Grafiken einkaufen. Am Ende musst du selbst in der Bewerbung wiederzufinden sein und niemand sollte vorgaukeln, Dinge selbst gestaltet zu haben, wenn das nicht wahr ist.
  • Alternativ zu all den teuren Grafikprogrammen kannst du dich auch mit Power Point oder dem kostenlosen Programm „Gimp“ versuchen.
  • Vergiss nicht auch die kreative Bewerbung zu unterschreiben.

Brauchst du Hilfe bei deiner Bewerbung? Oder hast du ein technisches Problem? Lass es mich wissen, ich helfe dir gerne weiter! Entweder über einen Kommentar oder info@modekarriere.com.

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