Browsing Category

Meine Stories

Inspiration für kreative Ergüsse

Ich hatte vor Kurzem eine Ausstellung besucht, die sich schwer in Worte fassen lässt, da sie mich so sehr beeindruckt hat. Sie hat mich zum Nachdenken angeregt, wenn es um unsere kreativen Ergüsse geht. Ich bin gerade in Recife in Brasilien unterwegs und dabei auf ein Museum des Künstlers Francisco Brennand gestoßen.

Außenbereich des Museums von Francisco Brennand
Außenbereich des Museums von Francisco Brennand

Der Künstler hat sich überwiegend der Arbeit mit Keramik verschrieben. Daneben hat er auch über die Jahrzehnte unzählige Zeichnungen und Gemälde angefertigt. Hierbei hat er sich unterschiedlicher Techniken bedient.

Sein Vater besaß eine Fliesenbrennerei, in der seine Liebe zur Keramik entflammte. Wer nun aber denkt, Brennand habe hübsche, seelenlose Tontöpfe gestaltet, irrt gewaltig. Seine Werke sind skurrile Skulpturen, unterschiedliche Figuren und Fliesenornamente, die uns in eine fremde Welt entführen. Allesamt stehen in und um die alten Fliesenbrennerei. Außerdem tauchen immer wieder säulenartige Kunstwerke oder Gemälde an Hauswänden von ihm in Recife verteilt wieder auf.

Unzählige Werke des Künstlers Francisco Brennand
Unzählige Werke des Künstlers, die er über Jahrzehnte hinweg anfertigte

Der Eingangsbereich ließ mich in eine mystische Welt eintauchen. Eine Art Tempellandschaft. Der Weg war gesäumt von Säulen, auf denen schlüpfende Eier ruhten. Diese Welt hatte etwas Düsteres, etwas Surreales und doch so Wahres. Im Innenbereich der ehemaligen Fliesenbrennerei wurden die Räume über und über mit den Kunstwerken von Brennand gefüllt. Die alten Öfen dienten als Installationsräume. Der Klang von Mönchsgesängen war zu vernehmen und im Inneren dieser Öfen war es bis auf ein einziges Spotlight komplett finster. Einige Besucher hatten großen Respekt vor diesen Räumlichkeiten.

Gemäldesammlung des Künstlers
Gemäldesammlung

Dieses Museum unterscheidet sich in meinen Augen allein von ihrer Dimension immens von allem, was ich zuvor gesehen habe. Es ist ein Museum, gefüllt mit unzähligen Werken einer einzigen Person. Eine Sammlung eines Künstlers. Das ist sicherlich ein Traum vieler Kreativer. Wenn ich mir vorstelle, wie der mittlerweile 91-Jährige weißbärtige Mann noch jeden Tag in dieses Museum kommt, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei zieht er vorbei an seiner Sammlung gepackt von Emotionen und Visionen. Jedes einzelne Werk wird ihm eine Erinnerung oder ein Gefühl vermitteln. So wandert der Künstler jeden Tag durch seine Sammlung kreativer Ergüsse. Eine schöne Beschäftigung im Alter.

 Fliesenmosaik von Francisco Brennand
Fliesenmosaik von Francisco Brennand

Mir wurde schlagartig wieder bewusst, was meine Liebe zur Kunst und meine Neigung, Künstler zu sein, ausmacht – das Einfangen von Emotionen und Erinnerungen.
Es ist ein schöner Gedanke, seinen eigenen Kreationen einen würdigen Raum oder sei es auch nur eine Ecke einzuräumen, um sich von Zeit zu Zeit wertschätzend dorthin zu begeben. Gepackt von dieser inspirierenden Erfahrung, möchte ich mir für das nächste Jahr vornehmen meine kreativen Ergüsse in einer Sammlung zusammenzubringen.

Skulptur von Francisco Brennand im Außenbereich
Skulptur im Außenbereich

Einen weiteren positiven Aspekt in einer Art Sammlung für kreative Ergüsse sehe ich, da sie die eigene Entwicklung und die Stärken aufzeigt. Außerdem empfinde ich es als unheimlich motivierend, zu sehen, was bisher alles zusammengekommen ist, denn oftmals verfolgt uns als Kreative das Gefühl zu wenig zu Stande gebracht zu haben.

Wenn du weitere Inspirationen von meinen Reisen suchst, interessiert dich sicher dieser Artikel.

Meine erste Kundin

heute berichte ich dir von meinen ersten Schritten als Designerin in Richtung Selbstständigkeit. Die grandiose Idee für diesen Artikel stammt von Gudrun und ihrer Plattform Achtung Designer. Der ursprüngliche Titel „mein erster Designauftrag“ ist nicht ganz passend für mich, da ich als Modedesignerin hier über den ersten Verkauf aus meiner eigenen Kollektion schreiben werde. Besser würde für mich der Titel lauten: „Meine erste Kundin“. Die Artikelidee hat mich dazu inspiriert einen sehr persönlichen Artikel von meinem ersten Verkauf zu verfassen.

Modekarriere verkauf

Mit Euphorie bei der Arbeit

Ich kann mich noch sehr gut an meine Startphase erinnern. Sie war geprägt von wahnsinniger Euphorie. Es gab kaum etwas anderes an das ich denken konnte, so sehr packte mich der Gedanke der Selbstständigkeit. Die Idee war ein eigenes Modelabel mit modernen Dirndlkleidern zu gründen. Fachkenntnisse für die Umsetzung waren vorhanden, außerdem hatte ich mich sehr intensiv mit der Wahl der Materialien beschäftigt.

Neben meinem – milde ausgedrückt – Vollzeitjob, hatte ich die Nächte damit verbracht Stoffmuster zu bestellen, Prototypen zu nähen, Schnitte zu Perfektionieren und zu Gradieren.

Mit jeder Arbeitsstunde wuchs meine Leidenschaft für meine Kollektion. Auch wenn damals zeitgleich viele Existenzängste mitmischten. Eine Zeit lang habe ich mich auch an einigen „Problemen“ festgebissen und war kurz davor zu resignieren. Doch es überkam mich immer wieder das Gefühl – etwas wird geboren.

Das erste Fotoshooting

Doch um meine Kollektion Endkunden anbieten zu können, benötigte ich noch professionelle Bilder. Mein Budget war jedoch sehr klein und das Risiko mit der Kollektion zu scheitern war sehr hoch. Darum entschied ich mich für den Beginn zu einem Shooting auf TFP-Basis (Time for Prints). D.h. alle Beteiligten arbeiten unentgeltlich und jeder bekommt am Ende die fertigen Fotos als Entlohnung.

Es war für mich ein großes Glück, dass ich zu meinem ersten Fotoshooting so tolle Menschen um mich hatte. Die Bedingungen waren alles andere als einfach. Das Shooting war draußen und wir hatten gnadenlose Sonne, bei weit über 30 Grad. Das Make-up saß trotz allem perfekt, dank der tollen Visagistin Carolin.

 

Die erste Kundin

Nach dem Fotoshooting wollte ich schnellstmöglich meine Internetpräsenz mit den professionellen Fotos vervollständigen und meine erste Kampagne starten. Doch noch bevor ich meine Kleider online gestellt hatte, trudelte eine Email von einer meiner beiden Models ein. In dieser gestand sie mir, dass sie sich in meine Dirndlkollektion verliebt habe und nun gerne selbst eines kaufen wolle.

Das war der Moment in dem ich wirklich bestätigt bekommen hatte, dass man tatsächlich bereit war, für mein Handwerk Geld auszugeben. Es war ein echtes Glücksgefühl und ich werde diese Situation niemals vergessen.

Du möchtest gerne wissen, was alles bei der Planung deines Shootings wichtig ist? Ich habe dir eine Liste vorbereitet mit wichtigen Utensilien und nützlichen Tipps: To-do-Liste-TFP-Shooting

Fotograf:: Brian Cann Model: Alicia Molle

Fotograf:: Brian Cann
Model: Alicia Molle in Jolina

Zielorientierung

Seid diesem Tag habe ich immer wieder Menschen von meinem Design und meiner Wertvorstellung „Made In Germany“ überzeugen können. In der Zwischenzeit habe ich viel gelernt. Darum habe ich das Online Magazin Modekarriere ins Leben gerufen, um anderen Designern eine Starthilfe für ihre ersten Schritte zu geben. Und natürlich sah bei mir auch nicht immer alles rosig aus, ich habe mich gerade zu Beginn, anstatt auf das Machen viel zu sehr mit den Fragen und den Problemen der Selbstständigkeit auseinandergesetzt.

Zielorientierung ist nun für mich das wichtigste Wort, seid ich meinen ersten Auftrag bekommen habe.

Mich würde auch deine Geschichte interessieren. Was ist die Geschichte hinter deinem ersten Auftrag/ Verkauf etc.? Füge deine Erfahrung selbst in einen Kommentar oder lass mir einen Link da. Ich freue mich deine Story zu hören.