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Tätigkeiten Modedesigner

Modedesign ist nicht gleich Modedesign

Ich arbeite nun schon seit einigen Jahren in der Modebranche und immer noch begegnen mir neue Auslegungen des Berufs eines Modedesigners. Modedesigner ist nicht gleich Modedesigner. Es gibt unterschiedliche Anforderungen in den Unternehmen zu diesem Berufsbild und ebenso findet man sich in manchen Anforderungen besser als in anderen. Ich finde es dabei mehr als spannend, immer wieder neue Anforderungen kennenzulernen. Das zeigt auch, wie vielfältig dieser Beruf aufgestellt ist. Aus diesem Grund möchte ich dir heute einmal 3 verschiedene Tätigkeitsfelder eines Modedesigners zusammenfassen und dazu auch erwähnen, in welchen Unternehmen diese zu finden sind.
Tätigkeiten Modedesigner

Der Inspirationsschaffer

Dies ist eine Wortschöpfung meinerseits, verdeutlicht aber sehr gut, was hier das Hauptaufgabengebiet des Modedesigners darstellt.
Als Inspirationsschaffer bist du die erste Anlaufstelle im Designprozess. Der Markt und die Messen, sind über und übervoll mit Trends. In einer solchen Position liegt es an dir, die unterschiedlichen Themen aufzugreifen. Vor allem Trendgespür ist hier sehr wichtig. Du beschäftigst dich mit den Fragen, was sich stetig auf dem Markt wiederholt, welche Stoffe die Mitbewerber einsetzen, mit welchen neuen Silhouetten wird gespielt.
Du wägst ab, welche Themen für die Zielgruppe relevant sind und entwickelst Keylooks aus den Must-Haves der Saison, die du dem ganzen Unternehmen anhand von Moodboards oder ersten Zeichnungen verdeutlichst. Als Inspirationsschaffer bist du quasi der Art-Direktor, der für die Trenderstellung verantwortlich ist. Dabei wirst du sehr viel unterwegs sein. Meist nicht nur in Deutschland. Du lernst Modeblogger kennen, besuchst verschiedene Messen, durchstöberst die Geschäfte der Metropolen der Welt. Eine spannende Geschichte, wie ich finde.
Die Inspirationsschaffer als solche sind meist dünn gesät auf dem Arbeitsmarkt. Viele Modelabels versuchen, diese Arbeit mit einem Messeaufenthalt für die Designer pro Saison abzudecken. Es gibt aber auch spezielle Trendagenturen, die sich ausschließlich mit den Trends befassen. Einige Unternehmen lassen sich die Trends gerade von solchen Agenturen aufbereiten und lassen Trendvorträge für die Mitarbeiter erstellen. Eine gute Chance hier liegt auch im Bereich der Selbstständigkeit, als sogenannter Trendscout.

Der Inspirationsfolger

Auch bei dieser Wortkreation wird schnell deutlich, dass du hier mit den aufgebauten Trends weiterarbeitest. Dir steht das Moodboard und ebenso erste Anlehnungen zur Verfügung. Nun arbeitest du diese in einer Kollektion aus. Du entwickelst Drucke, die sich an das vorgegebene Farbbild anlehnen und ebenso die Inspiration treffen. Ein Inspirationsfolger arbeitet viel am PC mit unterschiedlichen Grafikprogrammen. Es ist der klassische Aufgabenbereich eines Designers. Manche Unternehmen übergeben einem Designer eine ganze Abteilung oder teilen diese in Warengruppen. Bei der Entwicklung und Ausarbeitung der Kollektion bist du in engem Kontakt mit der technischen Abteilung. Denn ein gutes Design alleine lässt sich noch nicht unbedingt umsetzen. Gerade bei den Details ist eine häufig Abstimmung wichtig, um für die Produktion später keine bösen Überraschungen zu erleben. Genauso wirst du dich vorher über die Stoffauswahl und Ausrüstungen informieren, damit die Designs auch preislich realisierbar bleiben. Entsprechend wirkt sich das optisch auf die Kollektion aus. z. B wird eine überfärbte Jeans etwa eine andere Optik erzielen, als eine Jeans ohne Überfärbung. Welche Waschung passt zur Inspiration? Welches Jeansmaterial würde sich hierfür eignen? Was passiert dadurch mit der Farbe der Nähte?… Diese und viele weitere Detailfragen werden auf dich zukommen.
Da es sich hierbei um die klassische Auslegung des Berufs des Modedesigners handelt, wirst du diese Aufgabenfelder in fast jedem Modeunternehmen finden. Eine Affinität für das Zeichnen mit Grafikprogrammen ist unablässig. Technisches Know-How  und Materialkenntnisse sind ebenfalls von Vorteil.

Der Design/ Qualitätsentwickler

technische Modezeichnung

händische technische Modeskizze für die erste Berechnung des Stoffverbrauchs.

Diese Auslegung des Designberufs greift schon in den des Bekleidungstechnikers. Es geht hierbei, um die Entwicklung neuer Schnitte und setzt schnitttechnische und Materialtechnische Kenntnisse voraus. Gerade im Damenbereich ist diese Anforderung oftmals nötig. Eine Zeichnung und ein Muster an einem echten Körper können oft sehr abweichen vom gewünschten Ergebnis.
Da aber in den Produktionsphasen heutzutage kaum mehr Zeit für neue Entwicklungen bleibt und sich die Branche oftmals auf modernisierten Vorgängern ausruht, arbeitet der Designentwickler, ebenso wie der Inspirationsschaffer weit im Voraus. Die Entwicklungen werden zum ersten Input und du versuchst dabei in Absprache mit den Produktionsstätten Vorabmuster zu entwickeln. Dies ist vor allem wichtig für die spätere Präsentation der Kollektion. Oftmals werden nach der Abnahme der Kollektion noch kleinere Änderungen vorgenommen, aber das Grundprinzip muss schon weit vorher erprobt worden sein, um mit einem akzeptablen Ergebnis dazustehen.
Das betrifft zum Beispiel neue Ausschnittlösungen für Blusen. Hier werden einige Anläufe mit dem Produzenten in verschiedenen Qualitäten ausgearbeitet, um herauszufinden, wie die optimale Lösung aussehen könnte. Die Gewichte von Qualitäten spielen dabei eine große Rolle. Denn es kommt auf den Fall des Kleidungsstückes an.
Finden kannst du diese Auslegung des Designberufs vor allem in großen avantgardistischen Modeunternehmen, die in der Branche die Richtung weisen. Andere Unternehmen orientieren sich an solchen Firmen.
Ich würde gerne erfahren, wie deine Designabteilung arbeitet und was deine Aufgabengebiete dabei sind. Hinterlasse mir dazu gerne einen Kommentar.

Wie schaffst du den Berufseinstieg als Modedesigner?

 

Wie finde ich einen Job in der ModebrancheDer berufliche Einstieg als Modedesigner ist oftmals ein steiniger Weg. Es gibt wenig Informationen darüber, wie es nach deinem Abschluss als Modedesigner weitergeht. Auch im Studium oder in der Ausbildung bekommt man nur eine vage Vorstellung von der Realität der Branche vermittelt. Dazu kommt noch hinzu, dass sich viele Designer darüber bedeckt halten, wie sie erfolgreich einen Einstieg als Modedesigner gefunden haben. Dabei ist Konkurrenzdenken überhaupt nicht nötig. Am Ende behindert dich die Angst doch nur. Gemeinsam und im Austausch lassen sich so viel bessere Dinge erschaffen, wir können voneinander lernen und schlussendlich nur profitieren. Darum gebe ich dir heute auch einige Ideen, wie du dich optimal für den Berufseinstieg vorbereiten kannst, um erfolgreich in der Branche durchzustarten.

Designer Portfolios erleichtern dir den Berufseinstieg als Modedesigner

Spätestens nach deiner Ausbildung solltest du dich schnellstmöglich mit dem Thema Portfolio beschäftigen. Vor allem, wenn du dich klassisch in einer Designabteilung bewirbst. Im besten Fall hast du in deiner Ausbildung schon genug Material gesammelt, um ein ansprechendes Bild deiner Fähigkeiten zu demonstrieren. Hab bei der Erstellung des Portfolios keine Angst, dass man dir deine Ideen klaut. Es sitzen genügend kreative Köpfe vor Ort, die dafür bezahlt werden, dem Unternehmen kreative und vor allem zielgruppengerechte Ideen zu bringen. Dein Portfolio sollte jedoch widerspiegeln, womit du dich in den letzten Jahren beschäftigt hast. Ich habe damals verschiedene Seiten über InDesign (mit PowerPoint klappt das aber auch ganz gut) gestaltet und diese je nach den Bedürfnissen des Unternehmens ausgetauscht.

Darüber hinaus solltest du folgende Dinge beachten:

  1. Erstelle ein einheitliches, nicht zu auffälliges Layout für dein gesamtes Portfolio und übertrage dies ebenfalls auf deine Bewerbung.
  1. Teile dein Portfolio in sinnvolle Einheiten auf, z. B. zeigst du deine Kenntnisse in einem Grafikprogramm mit 2-3 Beispielen oder füllst eine Seite mit deiner Entwicklung von Moodboards oder Illustrationen.
  2. Dein Portfolio sollte deine Abschlusskollektion gesammelt beinhalten. Im besten Fall thematisiert diese Kollektion ein einzelnes Thema, damit das Unternehmen sieht, wie du Materialien und Details unterschiedlich anzuwenden weißt. Außerdem sollte die Kollektion professionell fotografiert worden sein.
  3. Auch die Vorbereitung eines Fotoshootings kann dokumentiert und als Kenntnis in das Portfolio einfließen. Es zeigt dein Organisationstalent.
  4. Füge zu deinen Arbeiten kurze Erklärungen dazu, sodass der Arbeitgeber versteht, was du ihm damit zeigen willst und welche Fähigkeiten dafür benötigt wurden.
  5. Beschränke dich auf höchstens 8 Seiten, damit du deinen potenziellen Arbeitgeber nicht langweilst. Normalerweise nehmen sich Personaler nur wenige Minuten Zeit für eine Bewerbung.

So findest du eine freie Stelle in der Modebranche

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete, doch wie findest du nun auch Arbeitgeber in deiner Nähe? Durch das Internet ist es hier wesentlich einfacher geworden, einen Job in dieser hart umkämpften Branche zu finden. Am besten schaust du regelmäßig bei FashionUnited, dasAuge oder Twjobs. Allerdings solltest du auch Modeunternehmen in deiner Nähe ausfindig machen und auf deren Webseite direkt nach einer offenen Stelle suchen. Manchmal schalten Unternehmen ihre offenen Stellen nur auf ihrer eigenen Webseite. Außerdem solltest du bei für dich interessanten Handelsmarke, einmal das Carelabel studieren. Denn so mancher Artikel wird von einem Zulieferer aus Deutschland produziert. Das ist vor allem bei Labels üblich, die nicht ausschließlich Mode anbieten. Nicht immer, aber oft wird das im Carelabel vermerkt.  Das sind oftmals unbekannte Firmen und damit echte Geheimtipps, mit weniger Bewerbern als bei großen Modelabels. Dafür kannst du in unterschiedlichen Modesegmenten Erfahrungen sammeln, da diese Unternehmen mehrere Kunden bedienen.

Sei darauf gefasst, dass die meisten Unternehmen in ländlichen Regionen, teilweise ziemlich abseits von der nächsten größeren Stadt liegen. Das solltest du bei deiner Suche ebenfalls bedenken. Die großen Firmen wie Adidas, Hugo Boss oder Marc Cain haben ihren Sitz zwar in Deutschland, jedoch mehr als 30 km von der nächsten großen Stadt entfernt. Darum ist Flexibilität auch beim Wohnort nötig.

 

1000 und 1 Bewerbung bevor du den Einstieg als Modedesigner schaffst

Zunächst einmal vergiss die klassische Bewerbung. Das kannst du dir generell und für jede umkämpfte Branche merken. Individualität punktet bei den Personalern. Ebenfalls sollte deine Bewerbung den Bezug zum Unternehmen erkennen lassen und nicht mit Standardfloskeln gefüllt sein.

Achte darauf, wie die Stellenanzeige formuliert ist. Dieser Stil ist für deine Bewerbung maßgeblich. Das Unternehmen duzt in seiner Stellenanzeige? Vielleicht solltest du das ebenfalls tun, alternativ kannst du auch „Euch“ schreiben und damit das Kreativ- oder Human-Resources-Team ansprechen. Sei mutig und frech, denn mit Standard wirst du in der Masse untergehen.

Gehe auch genau auf die Profilanforderungen in der Stellenausschreibung ein, anstatt im Anschreiben deinen Lebenslauf zu wiederholen. Erkläre, wie du dem Unternehmen nützlich sein kannst und was dich auszeichnet. Damit kannst du von dir als Person überzeugen.

Weiterhin musst du schnell auf ein Stellenangebot reagieren, wenn du erfolgreich sein willst. Mein bester Rat an dich, für den Einstieg als Modedesigner: Du darfst nicht aufgeben!

Viele meiner Mitabsolventen haben damals schon nach 2-3 Monaten das Handtuch geworfen und das für immer. Durchhalten ist deine Chance, wenn andere aufgeben. Ich hatte damals sehr gekämpft, um den beruflichen Einstieg als Modedesigner zu schaffen. Nach 3 Monaten suchen, hatte ich mein erstes Praktikum. Darauf folgten noch 2 Weitere. Glücklicherweise bekam ich immer eine kleine Entlohnung oder sogar eine Wohnung gestellt.

Schon während der Praktika bemühte ich mich intensiv voranzukommen. Ich hatte Vorstellungsgespräche, war auf Messen, um neue Firmen kennenzulernen etc. In der Anfangszeit geht es darum, so viel Berufserfahrung, wie nur möglich zu sammeln, denn oftmals ist für viele Jobs eine Berufserfahrung von 2 Jahren nachzuweisen. Zu meinem Glück erhielt ich bereits nach 1,5 Jahren eine Festanstellung.

 

Was tust du wenn es nicht mit dem Einstieg in die Modebranche klappen will?

Wie finde ich einen Job in der Modebranche

Manchmal will es einfach nicht so recht klappen. Wichtig ist deine Geduld. Während der „Wartezeit“ solltest du jedoch nicht untätig herumsitzen. Bemühe dich darum, Berufsrelevante Erfahrungen zu sammeln. Das kann ein Kurs in Illustrator sein, ein Sprachkurs oder eine Exkursion. Evtl. kannst du auch ein Praktikum bei einer Schneider, im Modeeinzelhandel oder als Visual Merchandiser sein. Zeige, dass du Interesse an der Branche hast.

So kannst du auch ein kleines Modelabel gründen, einige Teile selbst nähen, eine Kooperation mit einem Fotografen eingehen und so weitere Erfahrungen im Umgang mit Stoffen und deren Verwendung sammeln.

Oder du überlegst dir vielleicht einen anderen Teilbereich in der Modebranche. Denn neben dem klassischen Beruf Modedesign gibt es noch eine große Bandbreite an interessanten Modeberufen. Vielleicht findest du gefallen an dem Bereich Modeeinkauf und kannst dir eine Zukunft im als Sales Representive vorstellen.

Ich wünsche dir einen guten Start in die Branche. Lass dich nicht unterkriegen!