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In 5 Schritten die Produktion deines Modelabels

In 5 Schritten die Produktion deines Modelabels auslagern

Egal ob ausgebildeter Modedesigner oder Quereinsteiger: Mit dem Entschluss ein Modelabel zu gründen, geht die Frage einher, an wen du die Produktion auslagern kannst.

Und damit beginnt ein Prozess, der häufig unterschätzt wird. Im heutigen Artikel möchte ich dir erklären, was auf dich zukommt, wenn du dich entschließt deine Kollektion in die Hände einer Produktionsstätte zu geben.

Wenn du nicht gerade eine große Modekette bist, beginnen die Vorbereitungen für deine Kollektionen vor dem Launch mindestens ein Jahr im Voraus! Zum einen legst du für die erste Planung grundsätzliche Merkmale deiner Marke fest, wie deine Positionierung am Markt durch deine Preisgestaltung. Außerdem beginnst du mit der eigentlichen Gestaltung deiner Kollektion durch Trendrecherchen und dem Produktionsplan, mit dessen Hilfe du wichtige Kennzahlen, wie Stückzahl, Farbranges und Verkaufszeitraum erörterst. Außerdem baust du dir erstmalig ein Netz aus Partnern und Bekleidungsproduzenten auf, die mit ihrem Know-how schließlich deine Kollektion zum Leben erwecken.

1. Bestimme, welche Modelle in deine Kollektion einfließen sollen

Du hast jede Menge Ideen im Kopf, aber es fällt dir schwer eine Entscheidung zu treffen? Das geht vielen Start-ups so. Auf der einen Seite gibt es ein Meer an Möglichkeiten und auf der anderen Seite stellt sich die Frage, welche Modelle aus diesen Möglichkeiten sind die „richtigen“ für einen erfolgreichen Abverkauf. Starte zunächst mit einer Trendrecherche. Informiere dich bei deinen Mitbewerbern, auf Ordermessen für dein Modesegment oder im Internet. Daraus entwickelst du einen Kollektionsrahmenplan, der alle Merkmale, wie Warengruppen, Stückzahl je Modell, Farb- und Materialkarte, Dessins (Muster), angestrebte VK-Preise und Verkaufszeitraum beinhaltet. Mit einem sogenannten Tech Pack hältst du am Ende alle Details für jedes Modell einzeln fest. Es dient der Produktionsstätte als Wegweiser für die Erstellung des jeweiligen Kollektionsteils und ist unerlässlich, wenn du deine Mode Produktion auslagern möchtest. Für das Ausarbeiten der technischen Zeichnungen und die Festlegung auf bestimmte Materialien kann dir ein erfahrener freiberuflicher Modedesigner helfen.

2. Entwickle einen Produktionsplan, bevor du eine Anfrage an einen Modeproduzenten stellst

Nun stellt sich die Frage, welche Art von Dienstleistung ist anhand der Ergebnisse des Kollektionsrahmenplans für dich geeignet? Bevorzugst du die Zusammenarbeit mit einer Produktionsstätte im Vollgeschäft und möchtest Stückzahlen ab ca. 250 pro Modell herstellen lassen, weil die Modelle nicht allzu aufwendig sind und sich ohne großes Risiko verkaufen lassen? Dafür musst du dich nicht selbst um die Schnitterstellung, die Prototypenentwicklung und die Materialbeschaffung kümmern. Du bekommst sozusagen alles aus einer Hand.

Diese Steps können dir durch den Full-Service einer Produktionsstätte oder -agentur abgenommen werden

Oder basiert deine Kollektion auf sehr aufwendigen Modellen in kleiner Stückzahl, wofür du bereit bist, einige Aufgaben selbst zu koordinieren und an externe Freiberufler abzugeben? Dann ist die Kombination aus Freiberuflern und Modellnähereien für dich interessant.

Diese Dienstleistungen kannst du für die Entwicklung deiner Modelle auslagern
Diese Dienstleistungen kannst du für deine Produktion auslagern

Mit einem Produktionsplan bekommst du einen roten Faden an die Hand, welche Steps wann nötig werden und an welche Unternehmen du deine Produktion auslagern solltest. Außerdem beinhaltet ein Produktionsplan die Information, welche Mengen du wovon benötigen wirst, welche Lieferzeiten es zu beachten gilt und was die einzelnen Posten kosten. Diese Punkte geben nochmal ein realistisches Bild von deiner Idee im Kollektionsrahmenplan wieder. Du kannst so sehen, ab welcher Stückzahl sich ein „Gewinn“ bemerkbar macht und ob dein Verkaufszeitraum realistisch ist.

Regelmäßig unterstütze ich Kundinnen beim Zusammentragen dieser wertvollen Informationen und zeige Kontaktmöglichkeiten auf, um ein Netz an Modedienstleistern aufzubauen. Denke unbedingt daran: Ein erfahrener Partner kostet dich am Ende wesentlich weniger Geld, als eine fertig produzierte Kollektion, die nicht mal die Fixkosten deckt.

3. Verhandle erst über die Konditionen, bevor du deine Produktion auslagern solltest

Da du nun anhand deines Produktionsplans einen Zeit- und Preisrahmen recherchiert hast und deine Modelle professionell und preisgünstig vorbereitet sind, wird es Zeit die jeweiligen Ansprechpartner anzufragen, die für die Art der gewünschten Dienstleistung in Frage kommen.

Wie du deine Produktionsanfrage stellst, habe ich dir in diesem Artikel bereits erklärt. Wichtig ist es, dass du dir unbedingt Zeit für Preisvergleiche zwischen den Produktionsstätten bzw. Modellnähereien nimmst und nicht gleich das erste Angebot akzeptierst. Verhandlungen sind in dieser Branche ausdrücklich erwünscht und ein Ersparnis von 50 Cent pro Teil können schon einen großen Unterschied machen. Lass dich außerdem auf keinen Fall drängen, Verträge zu unterschreiben, ohne dich von der Qualität der Arbeit überzeugen zu können. Am besten lässt du dir ein Referenzmuster anfertigen. D. h. das Modell ist in Farbe und Passform deinem Modell ähnlich, aber noch nicht wie Original. Dazu dient dann dein Tech Pack. Wenn die Firma auf deine Warengruppe spezialisiert ist, sollte dies gar kein Problem sein, auch wenn du noch keinen fertigen Schnitt hast.

4. Startet gemeinsam in die produktionsreife Entwicklung

Hast du dich für eine Bekleidungsmanufaktur oder eine Näherei entschieden, geht es zunächst an die Prototypenentwicklung. In einigen Fällen stellst du die Schnitt selbst. Diese fertigt dann ein freiberuflicher Modedesigner oder Schnitttechniker für dich an. Je nachdem wer für den Schnitt verantwortlich ist, wird eng mit dir an der perfekten Passform arbeiten. Dies geschieht in den sogenannten Anproben. Das genähte Modell wird an einem Passformmodel mit den richtigen Körpermaßen begutachtet und die evtl. Änderungen werden in den Schnitt übertragen, woraufhin ein 2. Prototyp gefertigt wird. Denn der erste Schnitt sitzt eigentlich nie perfekt, egal ob T-Shirt oder Blazer. Das zu verwendende Material sollte bereits Originalware oder zumindest ein sehr ähnliches Material sein, um später keine bösen Überraschungen in der Produktion zu erleben.

Übrigens kann es auch durchaus vorkommen, dass ein Modell nach mehreren Anproben aufgegeben werden muss, da es zwar auf dem Papier gut aussieht, aber in der Realität nicht funktioniert. Daher solltest du gerade beim Launch deiner ersten Kollektion auf nicht zu aufwendige Teile setzen. Diese können oft unnötig viel Geld verpulvern.

5. Bleib in regem Austausch

Nachdem die Passform, das Material, das Dessin etc. harmonieren, gibst du die Bestätigung für den Anlauf der Produktion. Hierzu solltest du als Sicherheit ein Muster anfordern, dass wie in der späteren Produktion aussieht. Denn danach lässt sich nichts mehr ändern. Wenn es sich um eine größere Stückzahl handelt, solltest du dir auch während der Produktion ein bis zwei Muster zusenden lassen, um einen Vergleich zum bestätigten Muster zu haben und evtl. Probleme zeitnah beanstanden zu können. Denn Fehler passieren in der Produktion leider immer wieder. Meist lassen sich diese jedoch nachbessern.

Außerdem macht es Sinn, an dieser Stelle nochmals die Produktionszeit abzufragen, denn oftmals verschiebt sich der Auslieferungstermin, wenn zu viel Zeit für die Entwicklung benötigt wurde.

Gerade beim Aufbau dieser Geschäftsbeziehung schadet ein Besuch des Unternehmens nicht. Dabei lernt ihr euch besser kennen, könnt evtl. Folgeaufträge besprechen und bekommt ein besseres Verständnis von beiden Seiten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass solche Besuche unheimlich lehrreich sind!