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Designleistung kalkulieren

Freier Modedesigner: Wie werden Designleistungen kalkuliert?

„… eine ganze Kollektion zu entwerfen. Von den Farben, Stoffen und Styles über technische Zeichnungen in Illustrator und Worksheets erstellen, Anprobe, Skizzen verbessern, Kommentare schreiben an das jeweilige Produktionsland. Es wird ein Style von A bis Z bezahlt und ich bin komplett überfragt, wie ich diese Designleistungen kalkulieren kann.“

Das war eine Anfrage, die ich vor einiger Zeit erhalten habe und steht exemplarisch für die vielen Anfragen, die ich zum Kalkulieren von Designleistungen für die Modebranche erhalten habe. In den letzten Jahren konnte ich mir einen guten Einblick in dieser Feld verschaffen, da ich auch selbst immer wieder auf der Suche nach Freelancern bin. Darum möchte ich deine Fragezeichen mit diesem Beitrag heute auflösen.

Die Stundenanzahl deiner Designleistungen kalkulieren

Letzte Woche wurde das Thema zum richtigen Stundensatz behandelt und heute möchte ich die Frage beantworten, wie du deine Designleistungen kalkulieren kannst, sprich wie du herausfindest, wie du deine Stunden für ein Projekt berechnest. Das ist in der Kreativwirtschaft gar nicht so leicht zu beantworten, denn für kreative Arbeiten gibt es kein fixes Zeitfenster. Dennoch benötigst du einen Preis, den du deinem Kunden in einen Kostenvoranschlag oder ein Angebot packen musst. Ein wichtiger Bestandteil liegt darin, dass du ein ausführliches Briefing für den Auftrag erhältst, welche Tätigkeiten du übernehmen sollst.

Viele Auftraggeber tun sich schwer mit dem Briefing, darum kannst du dich an die folgende Fragen richten, um deine Designleistung kalkulieren zu können:

  • Welche Infos bekommst du zur Verfügung gestellt? Gibt es Vorlagen von früheren Saisons, die du nutzen kannst? Welche Recherchen werden von dir erwartet?
  • Wie viele Modelle, Moodboards, Schnitte, Kollektionsentwürfe etc. sollst du erstellen?
  • Sollen Korrekturen von dir übernommen werden? Wenn ja, wie viele sind üblich und um welchen Zeitraum handelt es sich, in dem die Korrekturen stattfinden? (Das ist ganz wichtig für die Planung deines Terminkalenders)
  • Wie viel Zeit hast du für die Umsetzung, sprich was ist die Deadline?
  • Musst du dich an besondere Vorgaben halten, mit denen du dich erst einmal intensiv beschäftigen musst? Z. B. besondere Richtlinien beim Layout in den Grafikdateien.
  • Wie bzw. in welchem Datei-Format sollen die Ergebnisse übergeben werden? (Wenn du die Originaldatei herausgibst, kann diese auch weiterhin vom Unternehmen verwendet werden, d. h. das Unternehmen hat dadurch einen zusätzlichen Mehrwert.
  • An welchen, bzw. an wie vielen Besprechungen wirst du während des Auftrags teilnehmen? Ist eine längere Präsenzzeit notwendig?
  • Welche Stückzahlen werden ca. anhand deiner Arbeit produziert? (Es macht einen großen Unterschied, ob ein von dir entworfenes Kleid 500x oder 100.000x produziert wird)

Anhand der Antworten, kannst du dir ein besseres Bild über den Umfang des Auftrags machen. Danach geht es daran, dir zu überlegen, wie lange du für die jeweiligen Tätigkeiten benötigst.

Designleistungen kalkulieren mit Zeiterfassung

Ich notiere mir dazu immer meine Arbeitszeiten für jede Tätigkeit separat, um Folgeaufträge und auch Aufträge von Neukunden besser einschätzen zu können. Dabei sehe ich auch immer wieder einen deutlichen Unterschied zu den verschiedenen Marken. Hochpreisige Labels benötigen viel mehr Recherche und Individualität, damit auch mehr Zeit. Je tiefgründiger deine Arbeit sein muss, desto mehr Stunden wendest du dafür auf. Aber auch große Marken, bei denen du dich an strenge Vorgaben halten musst, werden viel mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ein kleines Start-up, bei dem du evtl. sogar aus vorherigen Recherchen für andere Marken zurückgreifen kannst. Damit meine ich nicht, dass du die gleiche Arbeit zweimal verkaufst, aber wenn cropped Trend ist, ist cropped eben Trend, dafür musst du dann nicht zweimal recherchieren.

Tagessätze nutzen

Sollte deine Arbeitskraft längerfristig vor Ort benötigt werden, kannst du mit Tagessätzen rechnen. Die Anwesenheit sollte vorher genau festgelegt werden und vergiss deine Fahrkosten nicht einzukalkulieren.

Ich empfehle dir, je nach Kunden großzügiger Stunden zu berechnen oder eben die ein oder andere Tätigkeit zeitlich kürzer zu kalkulieren, gerade wenn es sich um Gründer handelt.  Bedenke auch, dass ein Neukunde immer mehr Aufwand erfordert als ein Bestandskunde. Einige Kunden erwarten neben deinem Portfolio auch eine Art Bewerbung, bei der du dich vorstellst oder eine kleine Aufgabe löst, um zu sehen, ob dein Stil zum Unternehmen passt. Diese Arbeit gehört zur Akquise dazu und wird sich bezahlt machen, wenn du einen langfristigen Kunden dazugewonnen hast, auf den du gut eingespielt bist.

Außerdem möchte ich dir in diesem Sinne noch mitgeben, dass es völlig in Ordnung ist, wenn du noch einmal nachkalkulieren musst. Dafür kannst du den Auftraggeber gleich sensibilisieren, anstatt plötzlich mit einer weiteren Rechnung um die Ecke zu kommen. Das funktioniert z. B. gut über Korrekturschleifen oder wenn dein Auftraggeber plötzlich eine Komplettänderung wünscht, die so nicht einkalkuliert worden ist. Dazu ist es wichtig, dass du in deinem Angebot detailliert festhältst, was der Kunde für den Preis bekommen wird.

Hast du Fragen dazu? Ich freue mich auf deinen Kommentar dazu!

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