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Anne

Dein Guide für Materialbeschaffung

Textilkompass

Lerne alles über Materialbeschaffung und erleichtere dir die zeitaufwendige Recherche beim Stoffkauf. Du möchtest die volle Kontrolle über deine Kollektionsqualität haben? Nachhaltigkeit ist dir wichtig? Du möchtest deinem Kunden die bestmögliche Qualität bieten? Du suchst nach einer großen Auswahl an hochwertigen Materialien? Hol dir am besten gleich den E-Guide!

MEHR ALS EIN E-BOOK GUIDE

Der Guide ist für eine gezielte Materialbeschaffung mehr als nur eine PDF-Dokument. Im Guide werden dir verschiedenste Quellen vorgestellt, sodass du dich nicht einfach nur durch das WWW. klicken musst, ohne zu wissen, was du findest. Du bekommst alle Infos, worauf es bei der Stoffbeschaffung ankommt, um gezielte Einkäufe zu tätigen. Lerne nachhaltige Alternativen kennen und werfe einen Blick hinter die Kullissen der Stoffherstellung. Es ist dabei egal, ob du bereits eine Ausbildung im Modesegment absolviert hast, bereits mit einem eigenen Label arbeitest oder kompletter Einsteiger bist. Hier gibt es sicherlich Tipps, die du vorher noch nicht kanntest.

HOL DIR JETZT DEN MATERIAL-SOURCING-GUIDE

Für einmalig 24,99 Euro (umsatzsteuerbefreit nach § 19 Abs. 1 UstG) bekommst fachmännisches Wissen als praktische PDF-Datei. Damit bekommst du auch wertvolle Quellen zu Stofflieferanten, Zutatenproduzenten und Onlineshops. Teste den Guide in Ruhe für 14 Tage. Wenn er dir nicht gefällt und dein kleines Investment dir keinen Mehrwert bringt, bekommst du den vollen Preis erstattet. Schreib mir dazu in meinem Kontaktformular. Der Material-Sourcing-Guide erscheint regelmäßig in neuer Auflage, dass heißt jedes Mal profitierst du von zusätzlichem Wissen und erhältst alle Updates kostenlos dazu.

Gründerin Gimuna

Deine eigene Modekollektion erfolgreich verkaufen – im Interview mit der Gründerin der online Verkaufsplattform für Modedesigner Gimuna

In der Gründerphase stellt sich bei dir vielleicht die Frage, wo du deine Kollektion erfolgreich verkaufen kannst. Neben einem eigenen Onlineshop, steht dir auch die Möglichkeit offen, über eine Verkaufsplattform als Modedesigner deine Modelle zu vertreiben. Aber wie kommst du als Jungdesigner in den Genuss bei einer Verkaufsplattform aufgenommen zu werden? Es ist nicht einfach einen Modeeinkäufer von deiner Modelinie zu überzeugen und damit für einen großen Onlineshop gelistet zu werden.

Über eine neue Möglichkeit habe ich mit der Gründerin Adriana-Morena gesprochen. Sie hat für dieses Problem eine Lösung kreiert und eine online Verkaufsplattform für Modedesigner ins Leben gerufen.

Gimuna ist ein spezielles Verkaufsportal für Jungdesigner (mit 0 – 10 Jahren Erfahrung) weltweit. Mit der zusätzlichen Reichweite bietet der Onlineshop die ideale Möglichkeit, deine eigene Modekollektion erfolgreich verkaufen zu können und macht dir die Arbeit nach dem Reseller-Prinzip sehr einfach. Und das speziell auf kleine Mode Start-ups zugeschnitten, auch ohne großen Lagerbestand im Hintergrund.

Modekarriere: Liebe Adriana, bitte erzähl mir ein bisschen von dir und deinem Werdegang.

Adriana: Mein Name ist Adriana-Morena und ich bin die Gründerin von Gimuna. Eigentlich bin ich gelernte Friseurmeisterin und studiere derzeit privat Modedesign in Hamburg. Nebenbei arbeite ich als Freelancer im Bereich Content Creation und Grafikdesign. Außerdem arbeite derzeit an meiner Abschlusskollektion, welche dann auch auf Gimuna zu finden sein wird.

Modekarriere: Was steckt hinter Gimuna? Was bietet ihr Jungdesignern, die ihre Ware in euren Shop stellen?

Adriana: Wir übernehmen mit Gimuna das Marketing, die Verwaltung, den Kundenservice, den Kaufabschluss u.v.m. Die Designer werden nach einer kurzen und knappen Aufnahmeanfrage von uns durch einen kleinen Auswahlprozess geschubst, indem wir feststellen, ob Stil und Qualität zu uns passen. Wenn das der Fall ist, haben die Designer die Möglichkeit, ihre Designs für den VK-Preis online anzubieten, was wir dann übernehmen. Wenn ein Kunde dann eines oder mehrere Designs online kauft, kontaktieren wir den Designer via E-Mail und ordern im Namen des Kunden das Produkt zu einem festgelegten Preis zzgl. Versandkosten.

An dieser Stelle hat der Designer zwei Optionen:

  1. Er versendet das bereits erstellte Design aus dem eigenen Lager oder
  2. er produziert es nach dem Kauf und liefert dann die verkauften Styles.
    Der Kunde wird bereits vor dem Kauf über die Lieferdauer informiert, entsprechend der festgelegten Option des Designers. Außerdem haben die Designer die Möglichkeit, zwischen Option 1 und 2 zu variieren und müssen sich nicht für eine Option bei allen Designs entscheiden.
Derzeit befindet sich im Shop eine kleine Kollektion von Gimuna Jewellery und Gimuna Apparel.

Modekarriere: Warum hast du dich mit deiner Verkaufsplattform für Modedesigner gerade auf Starter und Quereinsteiger konzentriert?

Adriana: Weil nichts so spannend ist wie das Neue. Neue Designs sind spannend, aufregend und unberechenbar. Keiner weiß, was als Nächstes kommt. Jungdesigner sind meist sehr experimentell und neugierig. Wir möchten diese Designer bei ihrem Weg begleiten und unterstützen und eine Community bilden, mit der man gemeinsam wachsen kann!

Modekarriere: Hast du immer schon eine Selbstständigkeit angestrebt? Und wie kam es zu der Idee, einen Shop für Modedesigner zu gründen, anstatt eine eigene Kollektion aufzubauen?

Adriana: Mir war schon immer klar, dass ich mich einmal selbstständig machen möchte und werde. Das liegt zum einen daran, dass in meiner Familie alle diesen Weg eingeschlagen haben und zum anderen, weil ich nur dadurch die Möglichkeit habe, Dinge so umzusetzen, wie ich sie mir vorstelle.

Modekarriere: Was sind die Ziele für dich und dein Team in diesem Jahr?

Adriana: Wir möchten einen Bekanntheitsgrad aufbauen und damit ein Netzwerk. Außerdem sind wir auf der Suche nach tollen Designern, aber auch nach Leuten, die vielleicht nicht unbedingt Mode studiert haben und trotzdem ihre Kreationen online anbieten möchten. Tatsächlich ist das auch unsere größte Hürde! Viele junge Talente trauen sich noch nicht, sich bzw. ihre Designs online anzupreisen.

Modekarriere: Wie lange hat es gedauert, bis du dir das umfangreiche Wissen im E-Commerce-Bereich angeeignet hast und du den eigenen Shop aufbauen konntest?

Adriana: Die Idee von Gimuna ist bereits viele Jahre zurück entstanden! Ich liebe das Lernen und habe deshalb auch in diverse Modelle Geld und Zeit investiert. Außerdem habe ich mich viel belesen und zwei Praktika bei zwei Jungdesignern abgeschlossen, um mehr über E-Commerce zu lernen.

Modekarriere: Du hast auch einen Podcast. Wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Podcast_Gimuna
Mit einem Klick auf das Bild kommst du zum Podcast.

Adriana: Mir ist aufgefallen, dass sehr viele Menschen wenig Ahnung von der tatsächlichen Modewelt haben, nicht wissen, welche Berufe existieren und welche Möglichkeiten es in dieser Industrie gibt. Das ist der Grund, warum ich den Gimuna Fashion School Podcast gegründet habe. Dort gebe ich mein Wissen weiter, teile Tipps und meine Geschichte und interviewe Menschen aus der Modeindustrie, ob groß oder klein, um andere zu inspirieren, aufzuklären und zu motivieren.

Neben dem Podcast bewerben wir Gimuna auch mit Instagram und Facebook. Weitere Kommunikationsmodelle sind noch geplant. Einen kleinen Tipp kann ich euch hier schon einmal verraten. ER ist ganz exklusiv und nur ihr wisst davon ;)

Wir arbeiten derzeit an einem online Magazin!

Vielen Dank, Adriana für die Einblicke in deine Arbeit und die tolle Möglichkeit, über deine Verkaufsplattform für Modedesigner unkompliziert die eigene Modekollektion verkaufen zu können! Ich wünsche dir viele interessante neue Labels in eurem Onlineshop und viel Erfolg!

Corona Virus Modebranche

Achtung beim Verkauf von selbstgenähten Mundbedeckungen

Unbezahlte Werbung wegen namentlicher Nennung |

Seit heute gilt in weiten Teilen Deutschlands die Maskenpflicht. Dazu war es für mich ein Anliegen einen kurzen informativen Artikel zu veröffentlichen. Wie immer begann ich mit der Recherche. Mein Fokus: tolle Nähanleitungen zu selbstgenähten Mundbedeckungen für dich zu finden, damit auch du für die Maskenpflicht gewappnet bist. Das Thema quillt uns allen aber wohl schon zu den Ohren raus, darum wollte ich es einfach schnell hinter mich bringen. Dennoch ließ mich die Begrifflichkeit „Mundschutz“ irgendwie nicht los.

Das sind „Schutzprodukte“, die eine medizinische Wirksamkeit vermuten lassen und grundsätzlich verschiedenen Prüfungen und Standards unterliegen, bevor sie in den Verkauf gebracht werden. Und dann wurde mir schlagartig klar, mit dem Thema der Namensbezeichnung für selbstgenähte „Mundbedeckungen“ bewegen sich Händler und Modelabels jetzt auf ganz dünnem Eis. Denn selbstgenähte Masken erfüllen natürlich keinen medizinischen Anspruch.  Dazu wurde ich auch im Internet schnell fündig und bekam eine Bestätigung für meine Vermutung:

„Derartige rechtliche Fallstricke bestehen, wenn selbstgefertigte Masken bezeichnet werden als Mundschutz, Mundschutzmaske, Atemschutzmaske. Entscheidend ist hier, dass direkt oder indirekt ein „Schutz“ angedeutet wird. Verstärkt werden die Implikationen noch durch Zusätze, die auf antivirale Wirkungen oder auf eine Eignung zum Infektionsschutz hindeuten (etwa „Covid-19“, „Corona“, „Übertragungsschutz“ etc.).“

IT-Recht-Kanzlei.de

Das heißt aber nicht, dass du als selbstständiger Designer nun keine Mundbedeckungen nähen solltest. Im Gegenteil, viele Selbstständige helfen damit den Engpass für den Eigengebrauch zu umgehen. Eure Arbeit ist wichtig!

Darum habe ich dir hier ein paar Anleitungen rausgesucht, mit denen du schnell und teilweise sogar ohne Nähkenntnisse selbst Mundbedeckungen herstellen kannst:

Zum Herstellen selbstgenähter Mundbedeckungen benötigst du Folgendes:

  • Stoffe, die bei mindestens 60 Grad waschbar sind, besser auch gekocht werden können und bestenfalls in hellen Farben erhältlich sind. Denn je dunkleer die Farbe, desto mehr Pigmente und Farbbindemittel wurden verwendet. Das kann gerade bei den empfindlichen Wangenpartien zu Hautreizungen führen
  • Schrägband oder Gummiband
  • Schneiderschere
  • Nähgarn

Nähanleitungen findest du hier:

Ein Video für eine Mundbedeckung, bei der kein Schnittmuster benötigt wird:

Videoanleitungen für Mundbedeckungen ohne Nähkenntnisse:

Du kannst verschiedene Modelle aber auch kaufen und damit andere selbstständige Designer unterstützen. Dazu habe ich dir einige Onlineshops aufgelistet, die in Handarbeit Mundbedeckungen herstellen:

Fabelhaftwerkstatt

Mila Cardi

The Lovely Concept

Bonded Blond

Ich wünsche dir viel Gesundheit!

corona krise modebranche

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Modebranche aus

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Neben den News von den Modeketten, trifft die Corona-Krise vor allem die kleinen und mittelständischen Modelabels und Dienstleister der Modebranche. Vor welche Herausforderungen werden sie nun gestellt und wie gehen deutsche Mode-Start-ups damit um? Mit Modekarriere war es mir wichtig dieses aktuelle Stimmungsbild für dich einzufangen und einen Blick hinter die Kulissen während dieser außergewöhnlichen Zeit zu werfen und das natürlich aus sicherer Entfernung.

Stimmen zur aktuellen Corona-Krise aus der Modebranche

Mode-Start-ups und Jungdesigner haben meist nicht die Möglichkeit sich ein Polster für schlechte Zeiten anzulegen. Es ging um die essenziellen Finanzfragen, wie Krankenversicherung, Altersvorsorge etc. Denn niemand hatte so ein Szenario vorausgesehen. Wie geht es aber nun weiter, wenn die Geschäfte geschlossen sind? Wie können kommende Saisons noch finanziert werden und was können wir vielleicht sogar aus der Krise lernen? All das beantworten meine Interview-Partner. Dazu habe ich ihnen die folgende Frage gestellt:

Modekarriere: Wie seht ihr die Corona-Krise in der Modebranche? Wie geht ihr damit um?

Marita von der Produktionsagentur für nachhaltige Mode Good Garment Collective, Berlin

„Auch bei Good Garment Collective haben wir Maßnahmen ergriffen, um Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Kurve flachzuhalten.

Dennoch versuchen wir den Betrieb aufrecht zu halten, haben aber den größten Teil unseres Teams ins Homeoffice geschickt. Wir arbeiten im Schichtsystem in unserem Büro in Kreuzberg und sind weiterhin telefonisch erreichbar, können Ware annehmen und die laufenden Produktionen betreuen. Kundentermine und Besprechungen verlegen wir auf Videokonferenzen. Mit unseren Produzenten und Zulieferern sind wir im regen Austausch und reagieren flexibel auf die individuellen Probleme, wie Lieferengpässe von Stoffen und Zutaten und erfahren hier eine große Hilfsbereitschaft zwischen den einzelnen Akteuren.“

Joana Ganser, CEO & Head of Design bei Shipsheip, Köln:

„Als Brand für hochwertige, individuelle Kleidung besteht die erste Herausforderung vor allem darin, Typ- und Stilberatungen auch ohne Touchpoint anbieten zu können. Anspruchsvolle Mode möchte auf unterschiedlichen Ebenen real wahrgenommen werden – die Präsentation und Haptik der Produkte, sowie eine qualitative Beratung, ist für unsere Kunden/innen essentiell. Obwohl unser SHIPSHEIP STUDIO geschlossen ist, können unsere Kunden/innen von Dienstag – Samstag zwischen 12:00 und 15:00 Uhr anrufen und sich beraten lassen. Um unsere Produkte ohne weitere Kosten anprobieren zu können, bieten wir kostenlosen Versand an. Wir liefern via Fahrrad und DHL go green und bis zum 30.04.2020 legen wir jeder Bestellung eine kleine Überraschung bei.

Die zweite Herausforderung besteht darin, mit nur sehr geringen Umsätzen die Produktion der Winterkollektion vorzustrecken. Die Sommerware wurde an die Einzelhändler verschickt, aber durch die Schließungen der Läden, können die Einzelhändler unsere Rechnungen nicht begleichen. Auch unser eigenes Lager ist voll, aber natürlich ist unser SHIPSHEIP STUDIO geschlossen und der Umsatz bleibt aus. Um diese ungewisse Zeit zu überbrücken, kann jede einzelne Bestellung, jeder Like und jede geteilte Story von Bedeutung sein. Der Support unserer Community kann dafür sorgen, dass wir euch auch in Zukunft noch stilvolle und nachhaltige Alternativen anbieten können.

Die derzeitigen Entwicklungen betreffen jeden – Produzenten, Brands, Händler und Konsumenten – der Virus überschreitet jede Grenze, deshalb sollten wir alle Grenzen überwinden und zusammen halten. Wir sollten uns nicht von unseren Ängsten leiten lassen, sondern auf unsere Werte besinnen. SHIPSHEIP steht für Qualität, Fairness und Transparenz – diese Werte sind der Motor unsere Branche – als soziales Unternehmen sehe ich darin unsere gemeinsame Stärke und die größte Chance diese Situation zu meistern.“

Sabine Deml, Geschäftsführerin von sheDoes Tracht, Dorfen bei Erding:

„Ich glaube, dass wir alle etwas aus dieser Zeit lernen können… vielleicht ist es mehr Zeit denn je, über den Massenkonsum und über Billigproduktionen im Ausland nachzudenken… denn keiner von uns braucht 30 Billigkleider, sondern ein paar tolle Sachen, die mit Liebe und Sorgfalt hergestellt wurden… so zieht sich das in jeder Sparte von Mode bis Ernährung durch… ich denke, dass ich für mich auch meine Arbeit noch einmal gründlich überdenken werde und diese Werte noch weiter vertiefe….“

Mimi und Simmi von Studio Pilcrow, Weißenhorn bei Ulm:

 „Für uns geht die Arbeit zum Glück ganz normal weiter, da wir mittlerweile inhouse produzieren, kommt bei uns bisher nichts ins stocken. Auch mit der Zulieferung von Zutaten und Stoffen haben wir bisher keine Probleme. Die einzige Sorge bereiten uns die stationären Boutiquen, in denen wir geführt werden. Wir versuchen sie natürlich so gut es geht zu unterstützen. Sie haben gute Konzepte ausgearbeitet, wie z.B. Bringdienste oder Ähnliches.

Deshalb auch an dieser Stelle der Aufruf: Unterstützt kleine Geschäfte und kauft so lokal wie möglich ein!

Gespannt sind wir auch auf die Zeit nach der Pandemie, wie sich das Kaufverhalten verändern wird. Es wäre schön, wenn wir die kleinen und schönen Dinge im Leben tatsächlich wieder mehr genießen können und der Support von lokalen Produkten bestehen bleibt bzw. die Nachfrage wächst.“

Buch Fashion Changers Inspiration Corona-Krise Modebranche
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Elisa Lange vom Marketing des Wäschlabels Erlich Textil, Köln:

 „Die derzeitige Situation trifft uns als junges und nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen sehr. Bei uns geht es jedes Jahr darum, dass wir wachsen und so sind auch unsere Rücklagen ausgelegt. Da wir sehr viel Geld reinvestieren, haben wir nicht so viele liquide Mittel zur Verfügung. Hinzu kommt, dass wir uns selbstfinanziert haben: Wir haben also keine externen Kapitalgeber, die uns mit großen Geldbeuteln im Rücken stehen. Daher ist die aktuelle Lage eine große Herausforderung für uns.

Auf der anderen Seite ist es für uns als kleines Start-Up auch einfacher uns an das Remote-Arbeiten anpassen zu können. Durch die von uns initiierte Aktion #supportsustainablebusinesses, haben wir uns beispielsweise auch mit anderen kleinen und nachhaltigen Brands vernetzt, um uns gegenseitig zu unterstützen und auf Aktionen und Rabatte aufmerksam zu machen. Wir helfen uns gegenseitig wo es nur geht, um gemeinsam das Beste geben zu können und diese Situation zu überstehen.“

Mentoring Modebranche Corona-Krise

Was könnte für dich neben der Corona-Krise in der Modebranche auch interessant sein:

Inspiration für freie Tage

Inspiration für freie Tage

Anzeige | Stand 24.03.2020

Als du gestern aufgewacht bist, hast du vermutlich zum ersten Mal gespürt, dass sich etwas in Deutschland stark verändert hat. Auch nach dem Wochenende liegt eine große Stille in der Luft. Es fühlt sich nicht an wie Urlaub, aber auch nicht wie Wochenende. Vor kurzer Zeit war das Leben noch völlig normal. Menschen sind morgens zur Arbeit gefahren, du bist deiner Ausbildung oder deinem Job nachgegangen, hast dir Stoffe gekauft oder die Modegeschäfte nach Inspiration durchforstet. Doch in der Zwischenzeit hat sich die Welt um 180 Grad gedreht.

Die Produktionsstätten haben keine Rohwaren mehr aus China erhalten. Keine Schiffe oder Flugzeuge mit neuer Ware wurden mehr geschickt. Nun haben die Modegeschäfte in Deutschland geschlossen. Prada näht bereits Atemschutzmasken. Die Branche steht still. In der sonst so eng getakteten Textilindustrie gibt es nur noch wenig zu tun. Internationale Konzerne wie Bestseller oder H&M entlassen Massen an Mitarbeitern. Die Zentralen stellen die Mitarbeiter auf Kurzarbeit oder Ähnliches um. Denn sind wir ehrlich, Mode ist in diesen Zeiten nicht mehr sehr gefragt. Auch der Onlinehandel spürt dies. Die Bevölkerung spart, wartet ab, wie lange die Situation anhält. Keiner ist in Kauflaune, außer bei Gewissen Verbrauchsgütern…

Wie gehst du nun damit um? Eine kleine Hoffnung gibt es. Auch wenn die Welt nicht mehr die selbe sein wird wie zuvor, wird auch die Modewelt nach der Krise irgendwann wieder florieren. Die Karten werden gerade neu gemischt. Der Markt war auch vor der Krise sehr angespannt, es gab viele Insolvenzen und nur wandlungsfähige Unternehmen werden mit der jetzigen Gegebenheit auch nach der Krise weiterbestehen. Bereite dich auf diese Zeit bestens vor!

Innovative Ideen sind jetzt gefragt, die die Probleme von Morgen lösen. Anstatt jetzt verzweifelt nach Stellen in der Branche zu schauen solltest du dich weiterbilden, um umfangreich gerüstet in die Branche einzusteigen. Dazu bekommst du heute eine Liste mit Inspiration für freie Tage.

Die Quarantäne Inspirationsliste

Verbessere deine Grafikkenntnisse

Mit Hilfe von speziellen Angeboten für Studenten und Schülern für Adobe Illustrator

kannst du deine Kenntnisse für die Erstellung von Tech Packs und Prints verbessern. Diese Kenntnisse sind unerlässlich für dich, wenn du in der Modeindustrie Fuß fassen willst. Umfangreiches Wissen zu diesem Programm kannst du dir über die Online-Akademie UDEMY aneigenen. Hier findest du meine Auswahl an Kursen, die sich für Modedesigner gut eigenen.

Um dich besser bei Adobe Illustrator zurecht zu finden, gibt es hier einen tolles Youtube-Video auf Englisch, in dem dir eine Designerin erklärt, worauf es bei einer technischen Zeichnung ankommt und wie du die Zeit dafür optimierst. Ideal, wenn du gerade Zeichnungen für dein Portfolio erstellen willst.

Beschäftige dich mit alternativen Produktionsmöglichkeiten und Materialien

Lerne den 3D-Druck kennen, informiere dich über Recycling-Konzepte, lass dir kreative Stoffmanipulationen einfallen. Sammle all das Wissen, wie die Branche in die nächste Ebene aufsteigen kann. Dieses Wissen hilft dir sowohl für den späteren Einstieg als Arbeitnehmer in der Modebranche als auch für eine Selbstständigkeit. Denn es werden nach der Krise Experten benötigt, die Modemarken unabhängiger bei solchen Krisen machen.

Ein toller Kurs, um dir Grundkenntnisse in 3D-Fashion aufzubauen, wurde von der der israelischen Designerin Danit Peleg kreiert. Sie gibt dir damit exklusive Einblicke, in die Entwicklung ihrer 3D gedruckten Kollektion.

Ausschnitt aus dem Online Kurs von Danit Peleg

Zwei Bücher, die mich in Bezug auf Fair Fashion sehr begeistern, möchte ich dir auf keinen Fall vorenthalten. Denn meine große Hoffnung für die Zeit nach der Krise ist es, dass wir uns stärker für den Umweltschutz einsetzen und alternative Lösungen für die konventionelle Massenproduktion finden, damit wir die Freude an der Mode irgendwann mit reinem Gewissen zelebrieren können.

Buch Fashion made fair
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Mit dem Klick auf das Buch, kannst du es dir bei Amazon ansehen.

Weitere Buchtipps findest du auch hier auf der Rubrik Modebücher.

Erweitere dein Business-Wissen

Auch Marketing und Webdesign sind vielleicht für dich interessant. Dazu bietet die Moz Academy derzeit ein kostenloses SEO-Training an. Gerade, wenn du in der aktuellen Zeit deine Webseitenkenntnisse schulen willst, lohnt sich die investierte Zeit. Hier kannst du es dir anschauen.

Wenn du dich grundsätzlich mit dem Aufbau einer eigenen Webseite mit Hilfe von WordPress beschäftigen willst, kann ich dir dieses Youtube-Video ans Herz legen. Mein erstes Video zum Thema Page-Building war ebenfalls von Tyler Moore. Er hilft einem schnell die grundsätzliche Idee von WordPress zu verstehen, die ersten Installationen durchzuführen und schnell wunderschöne Resultate zu bekommen. Ganz aktuell ist das Video nicht mehr, aber vieles kannst du auch jetzt noch umsetzen.

Ein neues Video für 2020 gibt es hier. Dort wird der Bau der Webseite anhand des Plugins Elementor Step für Step erklärt.

Natürlich gibt es auch Mütter, die aktuell vor enorme Herausforderungen mit dem Homeoffice gestellt sind. Hier geben die Expertinnen Juliane und Katrin hilfreiche Tipps in einem Online Workshop weiter.

Welche Jobs werden nach der Krise gefragt sein?

Die großen Unternehmen werden nach der Krise vermutlich mehr Kapazitäten auf den Online-Handel auslegen und auch die Digitalisierung vorantreiben. Daher kann es in den folgenden Berufen zu einem Anstieg kommen:

Online-Stylist

Mit dem Trend- und Outfitgedanken des Stylists können Software Experten Algorhythmen für ein perfektes Online-Shoppingerlebnis erstellen.

Editor und Social Media Manager

Auch in Krisenzeiten möchten die Menschen einen Blick hinter die Marke werfen. Als Editor oder Social Media Manager wird die Kundenbindung dauerhaft gefördert, vor allem durch das sog. Storytelling.

Data Scientist

Mit Hilfe von Datenquellen aller Art werden Antworten auf Fragen gefunden, um dem Kunden einen Mehrwert zu bieten.

Fashion-Coder

Ein Modedesigner mit Programmierkenntnissen? Das wäre für viele kleine Start-Ups ein Jackpot. Denn auch als Modedesigner wälzt du oftmals einfach nur Akten hin und her. Gerade für die Möglichkeit des Homeoffice ist das kein tragbarer Zustand. Als Modedesigner kennst du die Bedürfnisse deiner Kollegen und kannst gleichzeitig Arbeitsprozesse verändern und Lösungen schnell implementieren.

3D-Druck Experte

Eine Produktion ohne Auslagerung? 3D-Druck ist vielleicht noch Zukunftsmusik, aber gerade schwer im Kommen. Addidas, Iris van Herpen, Danit Peleg.. Viele steigen hier inzwischen ein.

Ich wünsche dir viel Kraft und Gesundheit für die nächste Zeit. Auf Modekarriere wirst du weiterhin mit wertvollen Inhalten und Tipps für deine Kreativität versorgt. Wie sieht dein Alltag derzeit aus? Was tust du in der Krise für deine Karriere. Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen.

praktikums modedesign

Wie findest du einen Praktikumsplatz im Bereich Modedesign?

Generation Praktikum

Nach dem Ende meines Designstudiums 2010 hatte ich viele neue Fertigkeiten erlernt und doch stellte sich mir die Frage, wie finde ich einen Praktikumsplatz im Bereich Modedesign. Alle meine Fähigkeiten würden mir nützen, um mich als selbstständiger Designer zu verwirklichen – um Mode zu entwerfen. Aber wie finde ich einen Weg, meine Kenntnisse in einem Unternehmen auszubauen?

Heute weiß ich, es bedarf extremer Ausdauer, ein flexibles Leben, dass dir keine Hürden in den Weg stellt und einen starken unabdingbaren Willen (und einen Nebenjob, der dich über Wasser hält).

Insgesamt absolvierte ich drei Praktika in sehr unterschiedlichen Unternehmenskonstrukten. Mein erstes Praktikum dauerte nur einige Wochen in einem Couture Atelier. Die Inhaberin präsentierte mehr Kunst als Mode auf der Berliner Fashion Week und verkaufte diese Kreationen rund um den Globus an Stars und Millionäre. Es hörte sich wie ein Traum an. Für manch einen Praktikanten dort war es vielleicht auch einer. Ich bemerkte aber, dass die Couturewelt nicht der richtige Ort für mich war. Zudem war das Praktikum unbezahlt, was die Regel in dieser Branche darstellt, einen jedoch irgendwann „absaufen“ lassen würde.

Daher bewarb ich mich weiter, bis ich ein Praktikum bei einer Wäsche- und Bademodenfirma ergatterte. Die Musterproduktion fand teilweise noch in der Firma selbst statt und ich bekam die Möglichkeit meine eigene Bademodenkollektion zu erstellen. Zudem bekam ich ein Taschengeld und eine firmeneigene Wohnung zur Verfügung gestellt – ein echter Hauptgewinn. Dafür wurde ich jedoch auch als billige Arbeitskraft für den Zuschnitt der Modelle eingesetzt. Nach manchen Tagen konnte ich meine Finger kaum noch bewegen, da diese vom festen Griff der schweren Schneiderscheren schmerzten – geschwollene Hände und regelmäßiger Blutstau waren die Folge. Dennoch blieb ich dort acht Monate, brachte mir die Programme CorelDraw und Assyst bei, lernte die Verarbeitung und Schnitterstellung von Bademoden und das Einplatzieren von placed Prints für die unterschiedlichen Größen.

Danach fand befand sich die Branche gerade in einer wirtschaftlichen Talfahrt und ich bekam ein weiteres Mal nur einen Praktikumsplatz angeboten. Bezahlt und an einem der schönsten Flecken Deutschlands, aber eben kein Praktikum mit Übernahmegarantie. Wieder hängte ich mich voll in meinen Job. Neben Collagen erstellen und überarbeiten von technischen Zeichnungen, bereitete ich Übergabetermine an die Vertriebsmitarbeiter vor, nahm an Fotoshootings teil, etc.

Mein Fazit aus dieser Zeit hat gute und auch negative Seiten. Es ist meiner Meinung nach extrem wichtig nach dem Studium oder auch für den Quereinstieg, die Modebranche hautnah zu erleben. Vorstellungen und die Realität liegen oft weit auseinander. So entsteht ein gutes Bild für jeden, der tiefer in die Branche eintauchen möchte und das ist so manche Strapazen wert. Mit Ausdauer und Leidenschaft auch realisierbar, sogar wenn auch nur eine Stelle durch ein anstrengendes Assessment Center zu haben ist. Die Praktikumszeit ist keine einfache, es gibt viele finanzielle Einschränkungen und keine Sicherheiten. Letzteres ist aber auch mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag eine Illusion, denn Firmen können bei schlechter wirtschaftlicher Lage jederzeit entlassen. Achte bei der Wahl des Arbeitgebers auch darauf, dass du ebenfalls einen Gewinn davon hast und genügend Erfahrungen sammelst. Kaffeekochen sollte nicht die Regel sein.

So findest du einen Praktikumsplatz im Bereich Modedesign

Nun komme ich zu meinen eigentlichen Tipps, wie du einen Praktikumsplatz findest:

  • Es gibt zwei große Internetstellenbörsen für die Fashion Industry: www.fashion-united.de und www.textilwirtschaft.de
  • Suche direkt auf der Unternehmenswebseite nach Stellen oder der Möglichkeit eine Initiativbewerbung zu schicken
  • Auf allen Jobbörsen kannst du Praktikumsstellen finden, so auch Indeed, Stepstone etc.
  • Erstelle dir ein Profil auf Linkedin oder Xing und checke auch hier regelmäßig die Angebote
  • Suche über Modemessen nach Ausstellernamen (das findest du auch über das Internet heraus), Modemarken oder Agenturen, die du bisher noch nicht kanntest
  • Neben Modelabels kannst du auch über Produktionsagenturen, Lohnnähereien, Trendagenturen oder modeaffine Werbeagenturen suchen
  • Schaue in deinen eigenen Kleidungsstücken das Pflegeetikett an, wer hier der Hersteller ist. Einige Firmen verkaufen nur die Ware und der Hersteller ist ein ganz anderes evtl. ebenfalls in Deutschland ansässiges Unternehmen
  • Begib dich auch im Ausland auf die Suche, denn Auslandserfahrung wird nach wie vor sehr hoch angesehen
  • Checke alle diese Möglichkeiten kontinuierlich, sodass du viele Unternehmen auf dem Schirm hast, auch wenn vielleicht gerade nicht die richtige Stelle für dich frei ist.
  • Achte auf die Aktualität bei einem ausgeschriebenen Praktikumsplatz für den Bereich Modedesign. Ist die Anzeige mehr als 2 Wochen alt, solltest du einmal nachhaken, ob der Bewerbungsprozess noch offen ist. Und sei schnell, das kann ich nur immer wieder betonen. Hast du mit einem Unternehmen telefoniert, sollte die Bewerbung dort spätestens nach zwei Tagen „auf dem Tisch liegen“, sonst wirst du wieder vergessen.

Wenn du entsprechende Stellenausschreibungen gefunden hast oder dich für eine Initiativbewerbung entscheidest, geht es an die Formulierung  und das Layout deiner kreativen Bewerbung.

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Der Einstieg als Modejournalistin: ein Interview mit der Chefredakteurin Katharina Pfannkuch

Sie recherchieren, interpretieren, berichten und kommentieren – Modejournalisten. Kenntnisse aus der Modewelt und die Fertigkeiten des Journalismus werden in diesem Berufsbild vereint. Dabei geht um mehr, als nur über Trendthemen zu schreiben und glamouröse Events zu besuchen. Für einen guten Artikel ist es unerlässlich, auch die wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründe der Modebranche abzubilden.

Wie findest du den Einstieg in den Modejournalismus?

Das Berufsbild eignet sich perfekt für einen Quereinstieg. Ein spezifisches Studium ist nicht unbedingt nötig. Das heißt aber, dass du dir das Wissen und die Fertigkeiten, die du während eines Studiums in mehreren Semestern erlangst, selbst aneignen musst. Zudem solltest du dich im Modebereich sehr gut auskennen. Dazu kann ein Praktikum in einem Modeunternehmen sehr hilfreich sein (mit oder ohne Studium), um hinter die Kulissen dieser Branche blicken zu können. Auch die Mithilfe auf modespezifischen Events kann dir den Einstieg erleichtern. Über alle dem ist das Schreibhandwerk essenziell für diesen Beruf. Übe dies, wo du nur kannst.

Als angehender Modejournalist beginnst du bestenfalls mit einem Volontariat und kannst zudem Erfahrungen als freier Journalist sammeln. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Zeitschriften und Magazinen für die Modejournalisten arbeiten. Zum einen gibt es modeinteressierte Privatpersonen, die das Publikum darstellen.

Zum anderen gibt es auch Modeunternehmen und andere Branchenexperten als Zielgruppe, für die verschiedene Fachzeitschriften verlegt werden.

Der Quereinstieg von Katharina Pfannkuch zur Modejournalistin

Wie ein Quereinstieg in den Modejournalismus funktionieren kann, konnte ich im Interview mit der frischgebackenen Chefredakteurin Katharina Pfannkuch erfahren. Mit ihrem hochinteressanten Lebenslauf gibt sie einen Einblick über die Möglichkeiten, die einem als Modejournlistin offen stehen:

Katharina Pfannkuch studierte Islamwissenschaft und machte ihren Master in Arabistik. Gegen Ende des Studiums schrieb sie bereits als freie Autorin für verschiedene Print- und Onlinemedien. Zudem berichtete sie durch lange Aufenthalte in den Emiraten, Tunesien, Ägypten und Syrien über ihr Fachgebiet.

Die Modejournalistin Katharina Pfannkuch
Foto: Die Modejournalistin Katharina Pfannkuch

Modekarriere: Wie ging es bei dir nach dem Studium weiter und wo stehst du heute?

Katharina Pfannkuch: „Mein Auftraggeber-Kreis wuchs vor allem, seit ich als freie Journalistin aus Tunesien und Ägypten über den sogenannten Arabischen Frühling berichtete. Nachdem ich für ein halbes Jahr eine Kollegin im Stil-Ressort der „Welt am Sonntag“ in Berlin vertreten hatte, arbeitete ich seit Sommer 2018 als freie Journalistin von Düsseldorf aus, unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Tageszeitung“, „Die Welt am Sonntag“ und deren Supplements*, für das „Handelsblatt“ und verschiedene lokale Magazine.

In diesem Herbst wurde mir dann der Posten als Chefredakteurin des Frauen- und Lifestyle-Magazins „MAXI“ angeboten, das im Frühjahr wieder auf den Markt kommen wird – endlich! Ich selbst habe „MAXI“ immer wahnsinnig gerne gelesen und es erfüllt mich mit Stolz, aber auch mit Respekt, dass ich das Heft nun mitgestalten und in die Zukunft führen darf. Als Chefredakteurin bin ich festangestellt. Es ist eine große Herausforderung, an der wir mit einem kleinen, aber sehr leidenschaftlichen Team arbeiten.“

Modekarriere: Wie hast du deinen Wandel vollzogen als freie Journalistin über Länder, wie Ägypten zu berichten und dann in die Modewelt einzusteigen?

Katharina Pfannkuch: „Seit 2013 schrieb ich immer öfter über das Kopftuch muslimischer Frauen. In den vielen Interviews, die ich zwischen Istanbul, Kairo, Hamburg  und Berlin  zu diesem Thema führte, wurde mir die modische Dimension, die dieses Kleidungsstück haben kann, immer bewusster. Begriffe wie Hijabista und Modest Fashion** kamen damals gerade erst auf, ein ganz neuer Stil entstand und es war unglaublich spannend, diese Entwicklung zu dokumentieren.

Auch die Bedeutung für die Textilindustrie interessierte mich. So entstanden meine ersten Beiträge für die Stil-Ressorts großer Medien und schnell wurde mir klar, dass mein Herz für diesen Bereich noch lauter schlägt als für die politische Berichterstattung.“

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Modekarriere: Welche Tätigkeit am Modejournalismus macht dir am meisten Spaß?

Katharina Pfannkuch: „Ich liebe es, Interviews zu führen und Menschen, über deren Arbeit ich schreibe, persönlich zu begegnen. Oft werde ich dabei überrascht; es entstehen neue Perspektiven und im besten Fall ein echter Austausch mit den Interviewpartnern.“

Modekarriere: Was sind deiner Meinung nach Pflichtevents, an denen man als Modejournalismus anwesend sein sollte?

Katharina Pfannkuch: „Modenschauen informieren einerseits über Trends und sind zugleich eine gute Plattform zum Netzwerken. Um die ersten Kontakte zu knüpfen, eignen sich aber auch Konferenzen zum Thema Mode sehr gut. Die können an Universitäten stattfinden oder in Museen. Ich selbst habe auf diese Weise viele kostbare Kontakte geknüpft, sei es als Speaker bei Panels oder als Gast im Publikum. Konferenzen mit prominenter Besetzung können auch die Möglichkeit zu Interviews bergen. In London konnte ich bei einem solchen Event zum Beispiel Tim Blanks live erleben und sogar Hussein Chalayan interviewen. Eine weitere Option sind Journalisten-Workshops, auch wenn sie sich nicht explizit um Mode drehen.“

Modekarriere: Du hast eine Biografie über Karl Lagerfeld mitgeschrieben. Wie kam es dazu und wie würdest du deine Arbeit daran beschreiben?

Katharina Pfannkuch: „Der Verlag war damals durch meine Artikel über Modetrends und Modegeschichte, in denen Karl Lagerfeld natürlich immer wieder eine Rolle spielte, aufmerksam geworden und machte mir das Angebot, für die Neuauflage von „Karl“ einige Kapitel beizusteuern. Paul Sahner, der Autor der Biographie, ist ja leider 2015 verstorben und konnte sein Buch nicht mehr selbst vollenden.

Es war eine Herausforderung, das Werk eines so erfahrenen und brillanten Autors wie Paul Sahner zu ergänzen, aber natürlich habe ich mich ihr gerne gestellt! Die Arbeit an dem Buch selbst war sehr lehrreich für mich, da ich noch strukturierter planen musste als sonst – einfach, um der Fülle der Informationen, die es über eine Ikone wie Karl Lagerfeld gibt, gerecht zu werden.“

Modekarriere: Gibt es ein besonderes Motto bzw. Zitat in deinem Leben?

Katharina Pfannkuch: „Ich folge weniger einem Zitat als einer Haltung:

Immer dazu lernen wollen und neugierig bleiben.“

Modekarriere: Hast du Pläne für die Zukunft? Gibt es Projekte, die du gerne irgendwann verwirklichen möchtest?

Katharina Pfannkuch: „An einem der aufregendsten Projekte, die ich mir vorstellen kann, nämlich selbst ein Magazin zu gestalten, arbeite ich momentan. Ansonsten gibt es jede Menge Interviewpartner, die ich gerne mal treffen möchte. Und irgendwann einmal genug Muße haben, um ein ganz eigenes Buch zu schreiben, das wäre ein Traum von mir.“

Modekarriere: Was würdest du einer angehenden Modejournalistin empfehlen? Gibt es einen Tipp, den du selbst zu deiner Einstiegszeit gerne gewusst hättest?

Katharina Pfannkuch: „Mode immer in all ihren Facetten – den ästhetischen, den wirtschaftlichen und den politischen – zu sehen. Im Modejournalismus geht es nicht nur um Trends und schöne Schnitte, sondern auch um den Zeitgeist. Wie sich etwa Dresscodes verändern oder zunehmend auflösen, sagt viel über gesellschaftliche Entwicklungen aus.

Mein wichtigster Tipp ist ziemlich simpel: Man sollte immer extrem hohe Ansprüche an sich selbst und an die eigene Arbeit haben. Und sich eine thematische Nische suchen! Ich hatte von Anfang an wirklich viel Glück mit Redakteuren und Mentoren, die mir tolle Tipps gegeben, meine Texte anfangs auch sehr scharf kritisiert und mir viel beigebracht haben.“

Vielen Dank liebe Katharina für den umfangreichen Einblick in deinen Beruf als Modejournalistin und Chefredakteurin!

*Supplements: In der Publizistik sind damit zusätzliche Hefte, Beilagen und Sonderausgaben gemeint.

**Hijabista und Modest Fashion: Die Lust an der Verhüllung als globales Mode-Phänomen

Falls du mehr zum Thema Modejournalismus wissen willst, hinterlasse mir gerne einen Kommentar mit deinen Fragen. Gerne auch per Email an info@modekarriere.com.

Mehr zum Thema Praktika und Berufseinstieg

marketing für dein modelabel

7 Marketing Tipps für dein eigenes Modelabel

Welche Marketing Möglichkeiten hast du für dein eigenes Modelabel? Nur wenn du es beherrscht die Aufmerksamkeit auf deine Marke zu ziehen, wirst du auch Verkäufe in dem übersättigten Markt generieren. Dabei geht es darum die eigene Sichtbarkeit zu vergrößern, mehr Kunden für sich zu gewinnen und deinen Imageaufbau zu betreiben.

 

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Mode-Start-ups haben sich die folgenden Ideen als besonders erfolgreich bewiesen. Gerade für den Start sind sie sinnvoll, da sie nicht zu kostenintensiv sind. Allerdings wird jede Marketing Strategie für dein eigenes Modelabel viel Zeit in Anspruch nehmen.

 

1. Sei präsent

Es ist ganz einfach, wenn du dich versteckst wirst du nicht gefunden. Das gilt nicht nur für die Online Welt. Finde heraus, wo sich dein Kunde aufhält und platziere dich genau dort. Erfolgreiche kleine Modelabels in meiner Region finde ich sehr schnell, weil sie präsent sind. Sie mieten eine geschickte Werbetafel in der Stadt, die sind auf allen großen Verkaufsevents dabei, inkl. Weihnachtsmärkte. Sie sponsern einen Verein oder statten diesen aus.

Sie sind persönlich vor Ort, sprechen mit ihren Kunden und bauen Vertrauen auf. Und das ist für eine nachhaltige Kundenbindung unerlässlich.

 

Um präsent zu sein, musst du nicht nur für deinen Kunden sichtbar sein. Schließe dich auch mit der Kreativwirtschaft in deiner Nähe kurz. Sie geben dir gerne kostenlose Beratungstermine, wie du deine Idee noch besser machen kannst. Außerdem kannst du dir Unterstützung in einem Designerverein holen, wie etwa den VDMD. Hierdurch lernst du neue Leute aus der Branche kennen und die sich ebenfalls für deine Idee interessieren und über weitere Erfahrungen verfügen, wie du mit dem richtigen Marketing dein eigenes Modelabel vorantreiben kannst.

 

2. So schaffst du vertrauensvolles Marketing für dein eigenes Modelabel

Vermutlich wirst auch du einen Onlineshop betreiben, im größeren oder kleineren Stil. Dazu möchte ich dir einen einfachen Hinweis geben, denn es gibt immer noch so viele junge Gründer da draußen, die genau an diesem Punkt scheitern: ein ordentliches Impressum.

Erst diese Woche hat mich eine Anfrage ereilt. Die Gründerin hat von ihrem sehr vielversprechenden Konzept geschrieben und dabei auch auf ihre Webseite verlinkt. Ich schaue mir generell bei neuen Anfragen gerne das Impressum, FAQs etc. an. Diese essenziellen Seiten zeigen sehr schnell, wie professionell die Marke ist. Leider fand ich hier nur einen Namen und eine Emailadresse vor. Womöglich sitzt die Marke in meiner Nähe. Leider kann ich dies so nicht herausfinden. Abgesehen davon gibt es in Deutschland eine Impressumpflicht für alle Webseitenbetreiber, ob selbstständig angemeldet oder nicht.

Daraus gibt sich neben dem geringen Vertrauen, das den Kunden entgegengebracht wird noch ein weiteres Problem. An welche Adresse können Kunden ihre Ware zurückschicken, wenn sie sie reklamieren müssen? Der Hinweis: „Bitte schreiben Sie bei Reklamationen oder Beanstandungen unter...“ Auch das ist nicht rechtskonform.

 

Neben diesem einfachen Hinweis, kannst du auch noch durch eine weitere Methode Vertrauen schaffen. Gebe deinen Kunden die Möglichkeit, dich zu bewerten. Ob auf Facebook oder direkt im Onlineshop. Das hat nicht nur den Vorteil für spätere Kunden sich über deine Produkte zu informieren, sondern du erhältst dadurch auch ein ehrliches Feedback und kannst für weitere Produkte daraus lernen.

 

3. Biete deinen Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis

Marketing eigene Kollektion

Hier ist deine Kreativität für deinen Onlineshop gefragt. Sich an den Shop-Aufbau von Zalando & Co. zu orientieren wird dich nicht weiterbringen, denn sie beherrschen bereits 97% des Modemarktes. Darum musst du dich ins Zeug legen, damit du einen Teil übrigen 3% ergatterst.

In der heutigen Zeit ist eine gute Idee allein kein Garant mehr für ein erfolgreiches Business. Denn niemand hat tatsächlich noch einen Bekleidungsbedarf. Es geht darum, dass du dich abhebst, ein Erlebnis bzw. eine Geschichte aufbaust und somit deine Ware für den Kunden schmackhaft machst.

Dieser Tipp ist besonders wichtig, wenn du dir ausgesucht hast ein T-Shirt Label zu gründen. Warum gerade das? Weil so gut wie jeder damit startet und in den meisten Fällen niemals seinen Lebensunterhalt damit bestreiten wird.

Hauche deinem Onlineshop leben ein. Es sollte etwas anderes werden, als das was die Kunden kennen. Dennoch ist es unerlässlich, dass die Seite benutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet ist. Hier ist eine Investition in einen Profi sinnvoll, denn vom Foto bis zum Text sollte die Seite deine Geschichte widerspiegeln. Neben informativen Dummy-Fotos, die deine Kollektion dem Kunden zur Anschauung dienen, solltest du Outfitideen einbauen. Mach es dem Kunden einfach, wie er deine Kleidungsstücke eindrucksvoll in Szene setzen kann. Dabei kannst du auch zusätzliches Geld verdienen, indem du andere Marken in Kooperation oder als sog. Affiliate-Marketing anbietest. Damit bekommst du von den 97% auch ein Stückchen ab.

Auch die Texte sollten eine eindeutige Sprache sprechen. Aus meiner Erfahrung als Mode-Texter weiß ich, wie ein Wort die Fantasie eines Kunden anregen kann. Damit lädst du ihn zum Träumen an und genau das wünscht er sich beim Shoppen – Emotionen.

 

4. Gehe Kooperationen ein

Neben meinem Tipp, zusätzlich Affiliate-Marketing zu betreiben, möchte ich dir noch die Möglichkeit aufzeigen, mit anderen Selbstständigen zu kooperieren. Mit einem Konzeptstore kannst wunderbar Marketing für dein Modelabel betreiben. Deine Modekollektion oder deine Schmuckaccessoires platziert der Inhaber neben anderen Lifestyleprodukten. Eine einladende und stimmige Atmosphäre entsteht dabei. Besitzt du ein ökologisch bewusstes Label, könntest du bei Kosmetikerinnen oder Bio-Kosmetik-Shops anfragen, ob sie deine Kollektion aufnehmen wollen. Dazu ist es üblich, dass du ihnen monatlich eine kleine Miete bezahlst.

Auch Cafés oder Friseursalons, Barbershops bieten sich dafür an. Diese Konzepte sind oftmals in kleineren Städten oder Stadtteilen abseits der Innenstädte vielversprechender, da der Kunde hier weniger unter Stress steht und regelmäßiger die gleichen Locations besucht. Wenn deine Zielgruppe gerne feiert, könntest du auch bei einem Club anfragen, ob du dort eine Modenschau veranstalten könntest und so zusätzliche Kunden in die Räumlichkeit bringen könntest.

 

5. Teile deine Talente und dein Wissen

Neben klassischem Marketing für dein eigenes Modelabel kannst du andere Menschen von deinen Fähigkeiten überzeugen, in dem du z.B. Kurse über die VHS oder Online über die Plattform Udemy anbietest. Weiterhin kannst du Ebooks erstellen. Die Designerin Sarah Ehrentraut lebt neben ihrem Traum von der eigenen Wäschekollektion auch ihre Leidenschaft für Schnitttechnik aus. Dafür erstellt sie immer neue Schnitte, die sie an Selbstnäher verkauft. Damit positioniert sie sich als Expertin für ihren Bereich. Jedoch zeigt sie sich auf ihrem Instagram Account sehr nahbar und authentisch, zeigt ihre Vision, erklärt, wo sie ihre Informationen herbekommt. Ihre Zielgruppe schätzt dies und so wird Sarah zu einem wichtigen Ansprechpartner.

Durch weitere Kompetenzen und eine breitere Aufstellung deiner Dienstleistungen kannst du auch ganz neue Kunden erschließen. Wenn du etwas viele Rapports oder Muster für deine Kollektionen benötigst, könntest du noch einige mehr produzieren und zusätzlich dich als Textildesigner auf einer  separaten Plattform zeigen. Mit dieser zusätzlichen Expertise erhöhst du ebenfalls deine Aufmerksamkeit.

 

6. Suche andere Lösungen

Es muss nicht immer ein eigenes Label sein. Dir gefällt eine Idee, die auf deinem Markt in Deutschland bisher nicht verfügbar ist? Warum nicht die Vorteile von deren Marketinginstrumenten nutzen und das Unternehmen anschreiben, dass du deren Kollektion gerne auf dem deutschen Markt vertreiben möchtest.

marketing tipps für dein eigenes modelabel

 

 

6. Blogger & Co.

Der ultimative Tipp schnell auf sich aufmerksam zu machen lautet: kleide einen Blogger, einen C-Promi oder eine andere Person des öffentlichen Lebens ein. Bei deinen Anfragen gibt es einiges zu beachten:

Recherchiere ausführlich, ob die angefragte Person, besser gesagt ihre Zielgruppe zu deiner Marke passt. Gehe lieber ein bis zwei bezahlte Kooperationen ein, als viele unbezahlte, die dir keinen gewünschten Effekt bringen. Es kann sogar ein Imageschaden entstehen, wenn du mit Produkten willkürlich um dich wirfst. So wird am Ende deiner Kleidung kein Wert mehr zugeschrieben, wenn sie jeder kostenlos haben kann. Bewahre also eine Exklusivität.

Stelle eine Anfrage immer individuell und persönlich. Wenn du einen kostenfreien Deal aushandeln willst, wirst du meist keine Rechte an den entstanden Fotos von der öffentlichen Person haben. Erkläre in einer kurzen Email, was du dir vorgestellt hast und wie die Person davon profitieren kann (mit oder ohne Bezahlung). So kann sie evtl. ein Outfit von dir erhalten oder du beteiligst sie am Gewinn, für jedes verkaufte Teil, das über ihren Code bei dir bestellt wurde (Letzteres macht nur Sinn, wenn du bereits einen Kundenstamm hast, da du andernfalls noch keine Erfahrungswerte bezüglich der Nachfrage hast).

Deine Webseite muss absolut professionell wirken, so wie ich es weiter oben bereits erwähnt habe. Sie ist deine Visitenkarte für einen Kooperationspartner. Telefoniert oder trefft euch persönlich, um Missverständnisse beim Auftragsbriefing zu vermeiden. Nenne klar, was dein Ziel ist und gebe deinem Kooperationspartner das Gefühl, das er/sie auch etwas davon hat.

 

Denke auch daran, dich selbst und deine Freunde mit deiner Kollektion auszustatten. Das schafft Authentizität. Veranstalte auch Gewinnspiele, bei denen du Teile aus deiner Kollektion gegen Fotos etc. verlost.

 

Am Ende möchte ich dir noch sagen: bleib geduldig! Nicht jede Strategie wird dir sofort massenweise Kunden einbringen. Eine breite Mischung verschiedener Tools ist sinnvoll, für eine langfristig gesteigerte Sichtbarkeit. Vertraue nicht alleine auf Facebook und Instagram. Gib dich nah und kommuniziere mit deinem Kunden, wann immer es möglich ist. Denke auch daran, dass dein Produkt perfekt sitzt und nicht im Nachhinein reklamiert werden muss. Außerdem sollest du genügend Vorrat zur Verfügung haben, wenn du eine Marketing Kampagne für dein eigenes Modelabel startest.

Team Good Garment Collective - kollektion nachhaltig produzieren

So kannst du eine Kollektion nachhaltig produzieren lassen

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Das Thema Nachhaltigkeit ist besonders in der Bekleidungsindustrie ein wichtiges Thema. Kaum eine andere Branche verschmutzt unsere Umwelt mehr. Darum ist es erfreulich, dass das Bewusstsein für nachhaltig und fair produzierte Kleidung wächst. Das lässt sich an der Nachfrage im Handel und an der steigenden Zahl der Fair-Fashion-Labels erkennen. Große Modeketten haben diesen Markt inzwischen auch erkannt und versuchen eine speziell beworbene Fair-Fashion Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen. Bei vielen großen Marken ist die Produktion jedoch nicht sehr transparent. Es wird vieles alleine der richtigen Marketingstrategie überlassen und die konventionelle Produktion bleibt für den Hauptanteil des Sortiments weiterhin bestehen. Dies kritisiert auch Greenpeace.

Daher sehen sich gerade viele junge Start-ups in der Verantwortung etwas an den derzeitigen Produktionsbedingungen zu ändern. Doch wo kannst du deine Kollektion nachhaltig produzieren lassen, auch in kleinerer Stückzahl?

Werkstatt Workshop vom deine Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen für Modedesigner

Foto: Good Garment Collective | Die Werkstatt der Produktionsagentur

Mit Hilfe einer Produktionsagentur eine Kollektion nachhaltig produzieren lassen

Ein wichtiger Partner bei der Entwicklung oder Herstellung der eigenen Kollektion kann eine Produktionsagentur sein, die Start-ups durch diesen Prozess begleitet. Ich bin dabei auf die Produktionsagentur Good Garment Collective gestoßen, mit der du deine Kollektion fair und nachhaltig produzieren lassen kannst. Sie unterstützen ihre Kunden, wie Designer, Fashion Brands oder fachfremde Unternehmen mit Leidenschaft bei der Entwicklung nachhaltiger Textilprodukte und der Realisierung innovativer Projekte.

 

Welche Leistungen kann Good Garment Collective dir anbieten?

Die Agentur vereint in ihrem Team ganz unterschiedliche Kompetenzen in den Bereichen Bekleidungstechnik, Modemanagement oder Modedesign.

„Zu unserem Team gehören die drei Gründerinnen Marita Jablonski, Stefanie Harborth und Jenny Stobbe, die im April 2017 mit Good Garment Collective gestartet haben. Zwei weitere Mitarbeiter, Felicia und Christin sind seit einem Jahr dabei, außerdem unterstützt uns immer ein Praktikant. Je nach Fähigkeit und Leidenschaft gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten in den Bereichen Kollektionskonzeption, Modell- und Schnittentwicklung, im Materialsourcing oder Produktionsmanagement. Somit können wir als Team ein breites Dienstleistungsportfolio anbieten. Mal sind wir als Berater in der Startphase eines Labels gefragt oder betreuen die Produktion bis Qualitätskontrolle für mittelständische Unternehmen“, erklärt mir die Agentur.

 

Dabei ist dem Unternehmen für die erfolgreiche Arbeit wichtig, dass niemand dabei zu schaden kommt. Deswegen tut das Team sein Bestes, Produkte sinnvoll zu gestalten, Ressourcen zu schonen und eine Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen.

 

Workshops für Gründer und Kreative aus der Modebranche

Weiterhin hat sich das Expertenteam dem Thema Weiterbildung verschrieben. Dafür bietet die Agentur regelmäßige Workshops an. Sowohl Modedesigner, Fashion Start-ups aber auch fachfremde Unternehmer/innen aus dem Bereich Marketing und Sales, die eine Businessidee für ein eigenes textiles Produkt haben, nehmen an den verschiedenen Workshops teil.

„Oft können es sich Start-ups oder Designer am Anfang ihrer Gründung nicht leisten alle Positionen (Schnitt, Material, Produktion) mit uns zusammen zu entwickeln, deshalb möchten wir ihnen eine Weiterbildung ermöglichen z.B. zur Materialbeschaffung oder zum Produktionsmanagement“, so das Team.

 

Ziel ist es, dass du anschließend die Punkte möglichst eigenständig übernehmen kannst. Dafür bekommst du Handouts und Tabellen als ‚Fahrpläne‘, um dich damit durch den Prozess leiten zu können. Die Workshops sind eine gewinnbringende Investition und durch eine Bildungsprämie förderfähig. Du lernst dort Gleichgesinnte kennen und kannst dich mit den Experten austauschen. Alle Workshops sind auf der Website zu finden. Regelmäßig informiere ich dich auch in meiner Facebook-Gruppe Als Modedesigner durchstarten über neue Termine.

Wie findest du nachhaltige Stoffe für deine Kollektion?

Bei der Stoffbeschaffung (Materialsourcing) ist es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Qualitäten auszukennen und Wissen über Fasern, Zutaten und Veredelungen zu besitzen. Speziell für den Sustainable Bereich solltest du gängige Zertifikate und deren Anforderungen kennen und dir auch über Recycling und Verwertung deiner Produkte Gedanken machen.

Bei der Planung der Stoffmenge spielt es für deine Kollektion auch eine Rolle, dass deine Produkte bei einer hochwertigen Qualität dennoch preislich konkurrenzfähig bleiben.

bei der Modeentwicklung für ein Modelabel | Kolletion nachhaltig produzieren

Foto: Good Garment Collective | Mitgründerin Stefanie bei der Modellentwicklung für NASCH Sportswear

Eine Möglichkeit sich über eine Vielzahl nachhaltiger Stoffe und Innovationen zu informieren sind Messebesuche z.B. ReSOURCE auf der Munich Fabric Start. Ein solcher Besuch ist jedoch mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Dabei sind die Stoffhersteller häufig mit großen Abnehmern beschäftigt und nehmen ein kleines Start-up kaum wahr. So passiert es häufig, dass du bestellte Musterstofflaschen nicht zugeschickt bekommst. In diesem Fall lohnt es sich nach Restbeständen zu fragen oder sich mit anderen Modedesignern zusammenzutun, wenn du eine kleine Kollektion produzieren lassen willst.

 

Wenn du in diesem Thema Unterstützung benötigst kann dir Good Garment Collective ein großes Repertoire an Stoffen und den richtigen Stoffherstellern präsentiert. Die Agentur sucht von GOTS und IVN Best zertifizierten Naturmaterialien über Tencelstoffe bis hin zu recycelten synthetischen Stoffen geeignete Materialien für deine nachhaltige Kollektion aus. Dabei spielen aber nicht nur Zertifikate eine Rolle. Sie wollen Zulieferer unterstützen, die sich im Bereich Nachhaltigkeit stark machen und bereit sind, neue und auch unbequeme Wege zu gehen. Das können auch sehr kleine, traditionelle Hersteller sein, die auch ohne Zertifikat eine nachhaltige Stoffauswahl anbieten. Die Auswahl der Materialien erfolgt nach den Anforderungen des Produktes, wird ganzheitlich betrachtet und mit dem Nachhaltigkeitskonzept der Marke abgestimmt.

 

Bei einem Workshop kann dir dieses Wissen ebenfalls vermittelt werden. Dabei wirst du an unterschiedliche Materialien und Fasern herangeführt und erhältst Antworten auf Frage: Wo finde ich ökologisch und fair produzierte Stoffe für meine Kollektion? Du erfährst auch alles über gängige Zertifikate und deren Anforderungen.

 

In welchen Ländern kannst du deine Kollektion nachhaltig produzieren lassen?

Viele nachhaltige Produktionen finden überwiegend in Europa statt. Das richtige Produktionsland hängt vom Produkt selbst und von der gewünschten Menge ab. Bei manchen Manufakturen kannst du einen Style schon ab zehn Stück pro Farbe produzieren lassen, dabei musst du allerdings mit Mindermengenzuschlägen zusätzlich zum Produktionspreis rechnen.

Eine Produktion mit mindestens 50 Stück pro Style lässt sich schon einfacher realisieren. Das hat den Hintergrund, dass „Production Lines“ für dein Produkt geblockt werden. Die benötigten Nähmaschinen werden für deine Kollektionsteile perfekt eingestellt (Fadenfarbe bestimmt, Fadenspannung ermittelt etc.) und die Näherinnen nähen in der Regel die einzelnen Arbeitsschritte, bis die Produktion abgeschlossen ist. In Ländern wie Portugal übrigens beginnt die Mindeststückzahl bei ca. 300 Teilen pro Style.

 

Bei jeder Produktion ist eine gut durchdachte Vorbereitung nötig. Der Hersteller benötigt die richtigen Maße bzw. Schnitte und Produktionsunterlagen, um Problemen vorzubeugen. Während der Produktion können oftmals Hindernisse auftreten, die gelöst werden müssen.

Workshop Sustainable Trends und Brand Building | Workshops Modedesigner Weiterbildung

Foto: Good Garment Collective | Workshop Sustainable Trend & Brand Building

 

Hier ist Good Garment Collective mit ihrem Erfahrungsschatz ein wertvoller Ansprechpartner. Das Team arbeitet vorwiegend mit Produktionsstätten in Polen, Deutschland und Portugal zusammen, realisiert aber auch Projekte mit anderen europäischen Ländern, wie Kroatien und Griechenland. Je nach Produktionsvolumen und Projekt finden sie einen geeigneten Produktionspartner bei möglichst kurzen Transportwegen.

„Generell sind faire Entlohnung, transparente Produktionsprozesse, sowie eine gute Kommunikation während des Projektes ein ausschlaggebendes Kriterium für eine Zusammenarbeit“, erklärt die Produktionsagentur.

 

Modelabels, die von Good Garment Collective unterstützt werden

Seit der Gründung der Agentur im April 2017 haben die Gründer Modedesigner und Unternehmer/innen bei verschiedenen Projekten erfolgreich begleitet. So gehört das Label Julia Leifert zu einem der längsten Kunden. Julia Leifert ist ein aufstrebendes Berliner Label, das Sustainable Womenswear im High-End Fashion Bereich anbietet. Die gleichnamige Modedesignerin verbindet mit ihrer Mode bequeme Lässigkeit mit puristischer, cleaner Eleganz und zeigt damit, dass sich eine ökologisch und fair produzierte Kollektion zeigen lassen kann. Im Fokus stehen nachhaltige Materialien und lokale Produktion mit fairen Herstellungsbedingungen.

Good Garment Collective begleitet das Label von Beginn an und unterstützt die Designerin von der Modellentwicklung bis zur Produktion.

 

Ein sehr innovatives Projekt, für das die Produktionsagentur die Modellentwicklung und das Produktionsmanagement übernimmt, ist das nachhaltige Label ooshi aus Berlin – Deutschlands erstes Label für Periodenunterwäsche. Ooshi’s sind komfortabel, bequem und durch das innovative, integrierte Membransystem auslaufsicher. ooshi’s sind in verschiedenen Modellen und Designs für Mädchen und Frauen erhältlich.

 

Wenn du Lust hast dein Label oder deine Geschäftsidee ebenfalls voranzubringen, lohnt sich die Teilnahme an einem Workshop von Good Garment Collective in Berlin. In meinem Newsletter  halte ich dich auf dem Laufenden, sobald neue Workshops wieder starten.

Was sind für dich interessante Weiterbildungen im Modebereich? Schreib mir gerne einen Kommentar dazu.

 

Die Kunst ein kreatives Leben zu führen – Das Buch

“Für sinnvolle Arbeit ist es entscheidend, dass wir glauben, dass die Menschen mit denen wir arbeiten oder die von unserer Arbeit profitieren, etwas richtig gemacht haben im Leben.”

Die kunst ein kreatives leben zu führen

In diesem Ratgeber zur Achtsamkeit wird in ganz alltäglicher Weise die Kreativität in uns aufgespürt. Der Autor und Psychologe Frank Berzbach geht davon aus, dass wir alle kreativ agieren können. Anhand zahlreicher Zitate großer Denkern, werden seine Thesen unterstützt. Seine Ideen für ein kreatives und erfülltes Leben basieren auf Psychologie, Philosophie und Spiritualität.

“Problematisch ist aber das seelische Unglück, das durch die Virtualität der Arbeit selbst entsteht.”

Arbeit und Kreativität in der real existierenden Welt sind für den Autoren eine Gelegenheit über  sich hinauszuwachsen, die eigene Schaffenskraft zu erleben und dabei auch neue Ideen entstehen zu lassen.

Dieser Ratgeber ist eine Einladung seine kreative Quelle zu finden, auch mit Hilfe von Stille und Meditation.

“Stille auszuhalten verbessert die Konzentration”

Es geht darum, nicht das  Arbeiten und die Kreativität zu trennen, sondern beides eins werden zu lassen.

Nur wenn wir unsere Balance finden, können wir unsere innere Schöpferkraft nutzen. Dabei beschreibt der Autor auch das Themen unter denen viele kreative Köpfe leiden: Frustration im Alltag und Depressionen. Diese Kapitel hätten jedoch noch tiefer behandelt werden können. Und gerade bei Blockaden und Depressionen hätten neuzeitliche Expertenstimmen eine Bereicherung für den Leser dargestellt.

Nicht nur inhaltlich ist dieses Buch wertvoll und lesenswert, auch durch seine grafische Gestaltung wird das Lesen ein wahrer Genuss auch für das Auge. Die Ausgestaltung wurde sogar mit einem Preis ausgezeichnet.

Über den Autoren:

Frank Berzbach wurde 1971 geboren und hat an der Goethe Universität in Frankfurt am Main promoviert. Er unterrichtet Psychologie an der ecosign Akademie für Gestaltung und Kulturpädagogik an der Technischen Hochschule Köln. Er hatte in seiner Laufbahn bereits als Wissenschaftler, Journalist, Fahrradkurier, Technischer Zeichner, in der Psychiatrie und als Buchhändler gearbeitet.

Die kunst ein kreatives leben zu führen

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