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Anne

Inspiration für kreative Ergüsse

Ich hatte vor Kurzem eine Ausstellung besucht, die sich schwer in Worte fassen lässt, da sie mich so sehr beeindruckt hat. Sie hat mich zum Nachdenken angeregt, wenn es um unsere kreativen Ergüsse geht. Ich bin gerade in Recife in Brasilien unterwegs und dabei auf ein Museum des Künstlers Francisco Brennand gestoßen.

Außenbereich des Museums von Francisco Brennand
Außenbereich des Museums von Francisco Brennand

Der Künstler hat sich überwiegend der Arbeit mit Keramik verschrieben. Daneben hat er auch über die Jahrzehnte unzählige Zeichnungen und Gemälde angefertigt. Hierbei hat er sich unterschiedlicher Techniken bedient.

Sein Vater besaß eine Fliesenbrennerei, in der seine Liebe zur Keramik entflammte. Wer nun aber denkt, Brennand habe hübsche, seelenlose Tontöpfe gestaltet, irrt gewaltig. Seine Werke sind skurrile Skulpturen, unterschiedliche Figuren und Fliesenornamente, die uns in eine fremde Welt entführen. Allesamt stehen in und um die alten Fliesenbrennerei. Außerdem tauchen immer wieder säulenartige Kunstwerke oder Gemälde an Hauswänden von ihm in Recife verteilt wieder auf.

Unzählige Werke des Künstlers Francisco Brennand
Unzählige Werke des Künstlers, die er über Jahrzehnte hinweg anfertigte

Der Eingangsbereich ließ mich in eine mystische Welt eintauchen. Eine Art Tempellandschaft. Der Weg war gesäumt von Säulen, auf denen schlüpfende Eier ruhten. Diese Welt hatte etwas Düsteres, etwas Surreales und doch so Wahres. Im Innenbereich der ehemaligen Fliesenbrennerei wurden die Räume über und über mit den Kunstwerken von Brennand gefüllt. Die alten Öfen dienten als Installationsräume. Der Klang von Mönchsgesängen war zu vernehmen und im Inneren dieser Öfen war es bis auf ein einziges Spotlight komplett finster. Einige Besucher hatten großen Respekt vor diesen Räumlichkeiten.

Gemäldesammlung des Künstlers
Gemäldesammlung

Dieses Museum unterscheidet sich in meinen Augen allein von ihrer Dimension immens von allem, was ich zuvor gesehen habe. Es ist ein Museum, gefüllt mit unzähligen Werken einer einzigen Person. Eine Sammlung eines Künstlers. Das ist sicherlich ein Traum vieler Kreativer. Wenn ich mir vorstelle, wie der mittlerweile 91-Jährige weißbärtige Mann noch jeden Tag in dieses Museum kommt, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei zieht er vorbei an seiner Sammlung gepackt von Emotionen und Visionen. Jedes einzelne Werk wird ihm eine Erinnerung oder ein Gefühl vermitteln. So wandert der Künstler jeden Tag durch seine Sammlung kreativer Ergüsse. Eine schöne Beschäftigung im Alter.

 Fliesenmosaik von Francisco Brennand
Fliesenmosaik von Francisco Brennand

Mir wurde schlagartig wieder bewusst, was meine Liebe zur Kunst und meine Neigung, Künstler zu sein, ausmacht – das Einfangen von Emotionen und Erinnerungen.
Es ist ein schöner Gedanke, seinen eigenen Kreationen einen würdigen Raum oder sei es auch nur eine Ecke einzuräumen, um sich von Zeit zu Zeit wertschätzend dorthin zu begeben. Gepackt von dieser inspirierenden Erfahrung, möchte ich mir für das nächste Jahr vornehmen meine kreativen Ergüsse in einer Sammlung zusammenzubringen.

Skulptur von Francisco Brennand im Außenbereich
Skulptur im Außenbereich

Einen weiteren positiven Aspekt in einer Art Sammlung für kreative Ergüsse sehe ich, da sie die eigene Entwicklung und die Stärken aufzeigt. Außerdem empfinde ich es als unheimlich motivierend, zu sehen, was bisher alles zusammengekommen ist, denn oftmals verfolgt uns als Kreative das Gefühl zu wenig zu Stande gebracht zu haben.

Wenn du weitere Inspirationen von meinen Reisen suchst, interessiert dich sicher dieser Artikel.

Als Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit – BRA&BEE

Über Instagram bin ich auf ein ganz besonderes Wäsche Label aufmerksam geworden: BRA&BEE. Was ich daran faszinierend empfand?

Anders als die meisten Modemarken hat die Inhaberin Sarah Ehrentraut ihre Schritte in ihrer Selbstständigkeit auf Instagram dokumentiert. Viele andere Labels posten ansehnliche Bilder ihr Kollektionen über die Sozialen Netzwerke und verschwinden dabei oftmals soAls Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit schnell wieder in der Masse, wie die Bilder aufgetaucht sind.

 

Sarah geht in die Tiefe. Sie postet viel Wissenswertes über Schwierigkeiten bei der Entstehung ihrer BH-Modelle und ihre Erfolge. Ebenso beeindruckend finde ich, dass sie ihren Wissensschatz teilt. Damit stellt sie sich auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein. Ihr Feed wirkt sofort sehr ehrlich und man spürt schnell, das Wissen und die Leidenschaft, die die Design Ingenieurin für Mode ausstrahlt. Entsprechend glücklich war ich darüber, mit ihr im Interview für Modekarriere.com den Fragen über die Gründung ihres Wäschelabels und ihre Visionen nachzugehen.

 

Die Leidenschaft für Dessous

Ihre ersten Steps in Richtung Modebranche machte die heute 25-jährige bereits in ihrer Kindheit. Durch ihren nicht enden wollenden Wissensdurst bei der Schnitterstellung begann sie mit einem bekleidungstechnischen Studium an der Hochschule Niederrhein. Im Laufe ihres Studiums rückte eine Thematik immer weiter in den Vordergrund: „Ich hatte schon immer Probleme damit einen passenden BH zu finden. Einen BH der nicht zu groß ist oder nur aus Push-Up-Schale besteht, die alles nur noch unnatürlich aussehen lässt.“ An ihrer Hochschule hatte sie dann die Möglichkeit einen Unterwäschekurs zu belegen. „Die feinen Materialien wie Spitze, der außergewöhnliche schnitttechnische Aufbau und der große Gestaltungsfreiraum haben mich an Dessous schon immer fasziniert.“, schwärmt Sarah. Während des Kurses bestätigte sich noch einmal ihre Leidenschaft.

 

Der Weg als Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit

„Der Übergang vom Studium in die Selbstständigkeit war bei mir fließend. Für mein anstehendes Praxissemester war ich auf der Suche nach einem Unterwäsche Unternehmen in der Nähe, ich bin aber leider nicht fündig geworden. Also suchte ich nach Alternativen und wurde von einem Unternehmen, das T-Shirt Prints anfertigt, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Nach einem Probetag schien alles perfekt zu sein. Kurz vor dem 2. Probetag war für mich ganz plötzlich klar, ich will da nicht hingehen. Meine Leidenschaft ist die Unterwäsche. Und wenn ich nicht an das andere Ende von Deutschland ziehen will, dann muss ich mein eigenes Unternehmen gründen. Ob das nun nach dem Studium passiert oder jetzt. Ich hab die Wahl. Ich möchte es jetzt wagen.“

  

So kam Sarah zu ihren Fähigkeiten für den Sprung in die Selbstständigkeit

„Alle spezifischen Fähigkeiten habe ich mir größtenteils selber angeeignet. Anfangs wurde mir natürlich das Basiswissen in dem Hochschulkurs vermittelt und dort nähte ich als Prüfungsabgabe auch schon erfolgreich die ersten Teile. Anschließend habe ich eine Studienarbeit über den BH geschrieben und mir darunter sehr viel über verschiedene BH Typen, Brafitting und das BH nähen angelesen. Das Selbststudium ging dann immer so weiter. Ich habe mich wirklich täglich durch alle möglichen Blogs, Fachliteratur, Videokurse und eigene Erstellung von Dessous weitergebildet.“

 

Die Vision der Design Ingenieurin

„Besonders wichtig ist es mir, den Frauen wieder mehr Selbstbewusstsein und Selbstliebe zu schenken. Große Unternehmen können natürlich nur für einen Bruchteil an Größen lukrativ BHs herstellen. Hat man eine BH-Größe außerhalb dieses Angebots, fühlt man sich schnell zu klein- oder großbusig. Dazu kommt, dass es einfach nur frustrierend sein kann stundenlang für einen passenden BH shoppen gehen / online shoppen zu müssen. Mit meiner Arbeit möchte ich den Frauen zeigen, wie es ist, sich in einem BH wohl-, sexy und schön zu fühlen. Die Gedanken an „ich bin nicht richtig, ich brauche eine Schönheits-OP“ vergessen zu lassen.“

 

Als Wäsche Designerin in die Selbstständigkeit

Ihre Projekte

Als ich gesehen habe, das Sarah Ehrentraut gerade an der Erstellung eines Ebooks arbeitet, wollte ich gerne mehr über dieses Projekt erfahren.

„Begonnen hat das Projekt eigentlich mit einer ersten eigenen Dessous Kollektion. Diese sollte als besonderes Feature größenverstellbar sein. Als ich mein Vorhaben auf Instagram teilte, wurde ich oft gefragt, ob ich denn auch die dazugehörigen Schnittmuster verkaufen würde. Meine Leidenschaft gilt schon immer besonders der Schnittmustererstellung. Durch das Erstellen von Ebooks kann ich mich wirklich voll und ganz darauf konzentrieren Ideen als Schnittmuster und Nähanleitung umzusetzen. Deshalb habe ich mich dazu Entschlossen die Kollektion vorerst nur als Ebooks zu realisieren. Das erste geplante Ebook ist ein Triangel-BH. Danach folgen dann noch String und Slip Modelle.“

Dies ist jedoch nicht das einzige Projekt, an dem Sarah derzeit arbeitet. Sie ist in weitere vielfältige Aufgaben eingebunden:

„Ich habe einen größeren Auftrag bei dem ich für 6 Lingerie Designs Schnittmuster anfertige und diese Teile dann auch nähe. Alle Teile sind dabei komplett nachhaltig produziert und biologisch abbaubar, was ich unglaublich toll finde. Ein weiteres Projekt ist ein Ebook über die Erstellung von Mode-Illustrationen. Außerdem habe ich natürlich auch fortlaufend Kundinnen, für die ich einen maßgeschneiderten BH und andere Dessous anfertigen darf.“, so Sarah.

Das sind ehrgeizige Vorhaben, die auch sehr vielen anderen Modedesignern in Zukunft helfen können. Dazu möchte ich dich gerne auf dem Laufenden halten, sobald die Ebooks verfügbar sind.

 

Der Arbeitsalltag bei BRA&BEE

„Ich starte mit meiner Morgenroutine, die mich auf den Tag bestens vorbereitet. Dabei mache ich erst ein paar Minuten Yoga, trinke ausreichend Wasser und denke in Ruhe darüber nach wofür ich dankbar bin, was heute meine wichtigste Aufgabe ist und was meine langfristigen Ziele sind. Dann beantworte ich meist noch ein paar Instagram Nachrichten und setze mich an die wichtigste Aufgabe des Tages. Meist besteht diese aus dem Erstellen eines Schnittmusters, Nähen oder dem Beantworten dringender E-Mails. Danach mache ich eine kleine Mittagspause und setze mich an den Laptop. Da bearbeite ich dann entweder Fotos, mache neue Instagram Posts oder beantworte Nachrichten. Wenn ich mit allem soweit durch bin mache ich eine ausgiebige Pause. Anschließend arbeite ich oft noch bis ich ins Bett gehe an neuen Ideen oder meinem Pinterest Account. Eine Sache die ich langfristig ändern möchte, aber meiner Meinung nach ist es auch wichtig am Anfang sehr viel Zeit und Herzblut in sein Business zu geben, um eine solide Basis aufzubauen.“

 

Inspiration finden

„Inspiration finde ich auf vielen Wegen. Das kann sein, dass ich mich von neuen schönen Spitzen inspirieren lasse oder ich auf sozialen Netzwerken Fotos von aufregender Unterwäsche finde. Auch Oberbekleidung bringt mich auf neue Ideen, wie die dazu passende Unterwäsche am besten aussehen würde. An Inspiration mangelt es mir sehr selten.“

Dessous selbst erstellen

 

Ein Allrounder in der Selbstständigkeit

„Ich bin ein absoluter Allrounder. Von Fotos machen und bearbeiten, über die Erstellung meiner Website www.braandbee.com, Social Media Marketing, Grafikdesign für Flyer und Visitenkarten, Modedesign, Schnittmustererstellung und schließlich das Nähen der Dessous. Unterstützung hole ich mir dennoch von Freunden und Familie und innerhalb einer Mastermind Gruppe von angehenden Startups, um auf frische Gedanken zu kommen.“

 

Umgang mit sozialen Netzwerken für die Selbstständigkeit

„Instagram hilft mir vor allem mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Darüber habe ich schon viele Hobby-Dessous-Näherinnen kennengelernt, welche mich dazu motiviert haben meine eigenen Ebooks rauszubringen. Außerdem gibt es für mich keine aktuellere und einfachere Trendrecherche als darüber.“

 

Das musst du für die Selbstständigkeit wissen

„Ich hätte gerne gewusst, dass es mit den offensichtlichen Dingen wie Wahl der Rechtsform, Gewerbe anmelden und Steuerberater nicht getan ist. Auf einmal kommt auf einen unendlich viel zu, wie z.B. die Textilkennzeichnungsverordnung, Berufsgenossenschaft, DSGVO und Formen der Werbungskennzeichnung, die einen schnell an den Rand der Verzweiflung bringen können. Diese aber nur ein Messgerät dafür sind,  wie sehr man es will und ein Zeichen, dass man sich nicht unterkriegen lassen soll.“

Weitere Informationen zu Sarahs Werdegang findest du auch unter:

 

Vielen Dank, dass du deine spannende Geschichte mit mir und meinen Lesern geteilt hast. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem weiteren Weg!

Die Must-Have Utensilien für Modedesigner

Utensilien für Modedesigner

Sicherlich ist dir schon aufgefallen, wie viele unterschiedliche Materialen und Utensilien du für dein Vorhaben als Modedesigner angeboten bekommst. Von der Stoffschere bis zum Lineal.
Bei manchen Dingen, wie z.B. Scheren muss man auch mal richtig tief in die Tasche greifen, ohne zu wissen, ob man später mit den erstandenen Utensilien auch klar kommt.
Die nachfolgenden Produkte sind von mir während der Zeit meiner Ausbildung erprobt worden und zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus. Die meisten Utensilien benutze ich bis heute. So kannst du dir auch eine Menge Geld sparen, indem du gleich die richtigen Artikel kaufst und kannst lange Freude daran haben.

Für Nähwütige

 

Für einen goldenen Schnitt wie bei der Haute Couture

 

(du wirst zu Amazon weitergeleitet, wenn du auf da Foto klickst)

  • ein 50 cm Lineal ist eine echte Erleichterung gerade wenn du ein Kleid oder einen langen Rock erstellst
    Minenbleistift, immer spitz ohne lästiges Anspitzen
    Radiergummi + Radierstift
  • Fixogum ist ein etwas teurer Flüssigkleber, der allerdings durch seine Eigenschaft abziehbar zu sein, für die Erstellung von Papier Schnitten ideal ist. Kleben, abziehen, kleben. Ein echter Traum beim Ausstellen von Röcken:

(du wirst zu Amazon weitergeleitet, wenn du auf da Foto klickst)

  • Stoffe zum Drapieren vom holländischer Stoffmarkt
    Seidenpapier günstig auf Rollen vom holländischen Stoffmarkt
    Termin findest du hier.

 

Am Anfang steht die Idee eines Modedesigners

  • Buntstifte von Faber Castell
  • Copic Ciao (mit feiner und mittlere Spitze) Für die Hautfarbe benutze ich bei sehr hellem Teint E50 + YR20 und gebräuntem Teint: E21 + E31 (+Schatten und Contouren E33)
  • Feinliner 0,3 und 0,5 von Copic
  • Copicpapier von der Papierfabrik Schoellershammer (nur auf dem richtigen Papier lassen sich Copicstifte nahtlos miteinander vermischen und Schattierungen erzielen. Diese Stifte werden auch für Comiczeichnungen benutzt)
  • Bleistifte in verschiedenen Härtegraden von Faber Castell:

 

(du wirst zu Amazon weitergeleitet, wenn du auf da Foto klickst)

  • weißer Gelstift
  • Schminke Aquarellfarben (erstmal nur die Basisfarben. Glaub mir so sagenhaft intensive Aquarellfarben hast noch nicht gesehen)
  • Aquarellpapier von Hahnenmühle
  • Wasserbehälter
  • Mischpalette
  • Materialbibliothek für Schraffuren (Beginn am besten gleich deine Sammlung von Jeansresten bis zum Sandpapier. Lege das Material unter deine schon colorierte Zeichnung und gehe vorsichtig mit der flachen Kante eines Buntstifts darüber)
  • Sketchbook, um deine Ideen festzuhalten Copic Marker-Skizzenbuch, 12,7 x 17,8 cm, 50 Blatt, SKBK5x7*

Du kannst mit Schraffuren unterschiedliche Materialien nachempfinden 

 

Einen Tipp hab ich noch für dich:

Da du dich in einer Branche bewegst, die ständig neue Trendfarben festlegt, würde ich davon absehen, Farben ohne den genauen Nutzen im Voraus zu kaufen. Warte lieber ab, was du wirklich brauchst. Bei dem Hobbymarkt „Idee“ oder in gut sortierten Schreibwarengeschäften bekommst du auch noch spontan Stifte.

Um gut vorbereitet zu sein, habe ich dir speziell auf die Bedürfnisse eines Modedesigners Fachbücher ausgesucht und ebenso Romane, die dich auf dein Vorhaben einstimmen.

Falls du noch Fragen oder eigene Tipps für die besten Utensilien für Modedesigner hast, lass es mich unten in den Kommentaren wissen.

(Credit für Logos: LogoMakr.com)

*Partnerlink für meine Bezugsquellen.

10 Tipps für ein Vorstellungsgespräch als Modedesigner

Vorstellungsgespräch als Modedesigner

Was ist für dich das aller Schlimmste an einem Vorstellungsgespräch als Modedesigner? Dass dem Personaler deine Arbeiten nicht gefallen? Die kühlen und abgeklärten Blicke deines Gegenüber? Die Möglichkeit, deine Schwächen zu erkennen? Es ist ein Thema, mit dem viele an ihre Grenzen stoßen. Bist du aber richtig vorbereitet wirst du dich schon gleich viel souveräner fühlen.

Darum trage ich dir hier meinen Erfahrungsschatz in Sachen Vorstellungsgespräch als Modedesigner zusammen und kann dir schon gleich verraten, dass jedes Kennenlernen anders sein wird und aufs eine Herausforderung darstellt. Und es geht letztlich nicht nur darum, dass du dich bestmöglich verkaufst. Es ist ebenso wichtig, dass du ein besseres Bild von deinem Unternehmen erhältst, um selbst einschätzen zu können, ob die offene Stelle richtig für dich ist. Tipps für eine gelungene Bewerbung findest du hier.

Eine Chefin betonte immer wieder, sie wolle Designer in einem Vorstellungsgespräch haben, die „sprühen“. Ein guter Kandidat für sie ist ein Mensch, dem man von der Nasenspitze aus und vom ersten Wort her anmerkt, wie viel kreative Energie in ihm steckt. Natürlich spielt dabei das richtige Outfit eine enorme Rolle. Nicht umsonst gilt das Sprichwort: „Für der erste Eindruck zählt“ Vor allem in der Modebranche zählt der noch einmal mehr.

 

Das richtige Outfit für ein Vorstellungsgespräch als Modedesigner

Nun könnte dir Anne Hathaway im Film „Der Teufel trägt Prada“ in den Sinn kommen. Aber beim richtigen Outfit geht es gar nicht darum, im Chanel Kostüm aufzutauchen und dabei noch schwindelerregend hohe Absätze zu tragen, die jeden deiner Schritte noch unsicherer werden lassen.

Zieh das an, worin du dich wohl fühlst und was deinen Stil unterstreicht. In einem Modeunternehmen musst du auch gar nicht die typischen Stilregeln beachten. Bei einem Vorstellungsgespräch als Modedesigner ist im Prinzip alles erlaubt, wichtig ist nur, dass du symbolisierst, dass du in das Unternehmen passt. Für ein Gespräch in einem Haute Couture Atelier kleide ich mich femininer, als bei einer Jeansmarke.

Soll ich am besten Teile von der Marke tragen, wirst du dich vielleicht Fragen. Wenn du die Marke liebst und sowieso trägst, warum nicht? Allerdings würde ich davon abraten, dich von Kopf bis Fuß in eine ungewohnte Marke zu hüllen und dann beim Vorstellungsgespräch mit der brandneuen Kollektion aufzutauchen. Zum einen ist das für deinen Gegenüber extrem auffällig und natürlich wirst du verstärkt Rückfragen zu erwarten haben.

Auf meiner Pinnwand findest du ein paar aktuelle Anregungen (Stand FS 2018).

Erlange Know-How

Eine gute Vorbereitung macht dich fit für das Gespräch. Lerne etwas über die Firmenphilosophie.

Schau dir an, wo die Marke erhältlich ist. Es wird immer wieder gern gefragt, woher man die Marke kennt.

Außerdem solltest du den Stil der Kollektion beschreiben können und was du persönlich daran bewundernswert findest.

Deinen eigenen Lebenslauf solltest du ebenso gut kennen, wie einige der aktuellen Modetrends der Saison.

Verschaffe dir auch einen Überblick über die direkten Konkurrenten.

Überlege dir gut, wie du begründest, weshalb du gerne für dieses Unternehmen arbeiten möchtest oder warum du den Arbeitsplatz wechselst und mach dir in deiner Vorstellung bereits ein Bild, wie die zukünftigen Tätigkeiten aussehen könnten.

Wie soll ich mich Verhalten?

Sei immer offen und höflich. Steh auf, wenn jemand den Raum betritt, gib jedem die Hand mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich selbst habe ein super schlechtes Namensgedächtnis, dafür gibt es aber einen Trick: Wiederhole den Namen deines Gegenüber. „Ich freue mich sehr Sie kennenzulernen Fr. …“ „Vielen Dank Herr … für die Einladung zum persönlichen Kennenlernen.“

Wo genau deine Hände beim Gespräch sind und ob du deine Beine überschlägst oder nicht, sind Fragen, die evtl. beim Management eine Rolle spielen oder bei sehr seriösen Unternehmen. Solange du nicht lümmelst, deine Schultern schon fast den Tisch vor dir berühren und du den Boden anstarrst, wird vieles toleriert. Es geht nicht um die perfekte Haltung, sondern um deine Ausstrahlung. Du gestikulierst sehr viel? Das ist wunderbar. Aber zwinge dir kein Verhalten auf, das dir sonst auch nicht liegt.

Vielleicht wirst du auch im Unternehmen herumgeführt. Sei neugierig. Begrüße alle anderen Mitarbeiter, bestenfalls gib ihnen die Hand und stell dich kurz vor. (Lieber auch 2x, als jemanden auszulassen). Und bedanke dich am Ende der Führung.

Du kannst das!

Vermittle deinem Gesprächspartner, dass du für alles bereit bist. Selbst wenn du im innersten Panik bekommst, sei mutig und trau dir auch Aufgaben zu, die du bisher noch nicht kennengelernt hast. Die Modebranche wird dich sowieso irgendwann eiskalt erwischen, warum also versuchen, davor davon zu laufen? Was du jedoch unterlassen solltest, ist lügen! Sei offen für neues, aber bleib bei den Tatsachen. Schwindeln wird sehr schnell entlarvt.

Fettnäpfchen umgehen

Rede stehts respektvoll über andere andere Personen. Eine der obersten Regeln lautet: Rede niemals schlecht über jemanden. Weder über deine Lehrer, noch über vorherige Arbeitgeber.

Kein Meister ist vom Himmel gefallen. D.h. erläutere dein Know-How, aber lasse im Gespräch genug Raum, dass dir dein Gegenüber auch noch die Arbeitsweisen des Unternehmens erklären kann.

Sei bitte nicht schockiert, falls man das Gespräch auf Englisch switchen wird, wenn du dies als Sprache in deinem Lebenslauf angegeben hast.

Antworte auch auf „seltsame“ Fragen gewissenhaft. Es ist dazu auch okay zu fragen, ob du eine kurze Bedenkzeit bekommst. Manchmal tauchen etwas abnormale Fragen mitten im Gespräch auf, dies soll dein Stresslevel testen. „Mit welchem Star würden Sie sich vergleichen und warum?“ „Was war das bisher größte Erfolgserlebnis in Ihrem Leben?“

In der Modebrache sollte man unempfindlich, bei der Frage nach der Kleidergröße sein. Ein Modeunternehmen freut sich immer über Mitarbeitern, die evtl. Musterteile zur Beurteilung anprobieren können. Größe 38 ist dabei der klare Favorite. D. h. aber nicht, dass dies ein Einstellungskriterium ist.

Zeige Schwächen

Eine gefürchtete Frage, bei fast jedem Bewerber: „Was sind ihre Schwächen?“ Eigentlich ist das schon ein bisschen frech, aber leider wird diese Frage regelmäßig gestellt. Überlege dir lieber eine aufrichtige Antwort. Spreche auch an, wie du aktuell versuchst, dieses „Problem“ in den Griff zu bekommen. Hier wird jedoch werder verlangt über psychische Probleme zu sprechen, noch über irgendwelche emotionalen Dinge. Es geht lediglich um die kleinen Ecken und Kanten, die wir alle haben, die uns liebenswert machen. Z. B. kann es sein dass du kein geborener Rhetoriker bist, dafür hast du aber erst einen Rednerkurs besucht oder du bist sehr selbstkritisch, was deine eigene Arbeit angeht…

Sei neugierig

Zum Ende des Gesprächs wird man häufig gefragt, wo es noch Unklarheiten gibt oder ob du selbst noch etwas wissen möchtest. Es wird von dir erwartet, dass du neugierig auf das Unternehmen bist. Allerdings ist man oftmals von all den Erzählungen des Personalchefs ziemlich reizüberflutet und es will dir vielleicht so gar kein Stichpunkt mehr einfallen, den es zu hinterfragen gäbe. Kluge Antworten im Vorfeld zu überlegen, kann dich in dieser Situation retten. So könnten mögliche Fragen aussehen:

„Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in Ihrem Unternehmen?“

„Wie gestalten Sie die Einarbeitungsphase? Wird man dabei das gesamte Unternehmen kennenlernen/durchlaufen?“

„Wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten werde?“

Das Assessment Center als Modedesigner

In meiner Laufbahn wurde ich immer wieder mit Assessment Center konfrontiert. Dies auch bei großen Unternehmen, wie Tom Tailor. (Dieses Vorstellungsgespräch als Modedesigner habe ich übrigens über den Young Professionals Day der Textwirtschaft ergattert).

Ein solches „Bewerbungsduell“ dauert meist den ganzen Tag. Mit dir am Tisch sitzen 5 – 11 weitere Kandidaten. Die Aufgaben sind in der Regel machbar, wenn du eine Leidenschaft für den Job hast. Es gibt immer eine kleine kreative Vorstellungsrunde und eine Gruppenaufgabe. Außerdem werden weitere Fähigkeiten, wie Präsentationstalent oder die Beherrschung von Grafikprogrammen getestet. Manchmal sind auch Rollenspiele dabei. Zum Schluss folgt das Einzelgespräch. Leider oftmals mit einer langen vorherigen Wartezeit verbunden.

Vor dem eigentlichen Tag, wurde mir auch schon mal eine Hausaufgabe aufgegeben. Ich hatte 3 Tage Zeit eine Kollektion nach den eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Diese Kollektion sollte jeder Kandidat dann zum Ende des Tages hin präsentieren.

Am Ende hat sich bei mir ein Satz der 3 „Jury Mitglieder“ eingeprägt: „Wir suchen nicht nach der Besten, die alle Aufgaben perfekt erledigt. Wir suchen nach der Besten für uns. Jemand, die zwar aus der Gruppe hervorsticht, aber dennoch keine Unruhe schafft.

Alles im Gepäck?

Bring eine vollständige Bewerbungsmappe und ebenso dein Portfolio mit zum Gespräch, auch wenn du eine Email mit Anhang gesendet hast und diese auch offensichtlich angekommen ist. Personalchefs sind vergessliche Wesen und manche Abteilungsleiter wissen schlichtweg nicht, wie ein Kopierer funktioniert, darum überlasse nichts dem Zufall. Dein gedrucktes Portfolio kannst du so auch nochmal präsentieren und wichtige Details veranschaulichen. Eine einfache Möglichkeit, deinen Gegenüber zu begeistern.

Ein Stift und ein nettes Notizbuch sind auch gern gesehene Begleiter bei deinem Vorstellungsgespräch und unerlässliche Utensilien bei einem Vorstellungsgespräch.

Last but not least

Komm unbedingt pünktlich zum Vorstellungsgespräch! Nichts wird dir mehr die Stelle kosten, als ein/e genervte/r Personalchef/in oder gar Unternehmer/in, der oder die warten muss.

Ich wünsche dir viel Erfolg mit meinen Tipps und freue mich von deinen Erfahrungen unten in den Kommentaren zu hören!

Prints, Pattern & Textildesign – Die eigene Modekollektion mit Wiedererkennungswert entwerfen

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Was macht eine Kollektion einzigartig und besonders? Farbe und Qualität sind ausschlaggebend für ein eindrucksvolles Kollektionsbild. Doch wie lässt sich eine eigene Modekollektion entwerfen, die einen echten Wiedererkennungswert hat? 

Unfinished Nature Print

Design by bluelela, patterndesigns.com

Die aktuellen Kollektionen auf den Modemessen zeigen einen durchgängigen Trend. Allover Prints. Davon viel, überall und sogar in Kombination. Derzeit sind vor allem großflächige grafische Prints und stilistisch reduzierte Makro Blüten ein Must-Have, um mit deiner Kollektion, deinen Kunden oder als Modeschüler sogar deinen Dozenten zu begeistern.

Schon seit einigen Saisons tauchen immer wieder moderne, eindrucksvolle Drucke am Markt auf. Die Range geht dabei von „Simple Form Florals“ in minimalistischer Farbgebung bis hin zu „Unfinshed Nature Prints“, die händische Skizzen anmuten lassen. Nichts kann deine eigene Modekollektion einfacher zu einem echten Hingucker machen, als ein herausragender Print.

Erst vor einer Woche war ich selbst bei einer Kollektionsbesprechung für diee kommende Saison Herbst/Winter. Dabei wurden mir unzählige Drucke vorgestellt. Anhand der richtigen Auswahl habe ich mich regelrecht in die neuen Kollektionen verliebt, auch wenn es nur Entwürfe auf dem Papier waren.

 

Wie bindest du Allover Prints in deine Modekollektion ein?

 

Für die Erstellung einer eigenen druckfähigen Datei benötigst du ein vektorbasiertes Grafikprogramm. D. h. deine Datei besteht aus sog. Pfaden und nicht aus einzelnen Pixeln. So vermeidest du ein unschönes „verpixeltes“ Ergebnis, wenn dein Muster in Druck gehen soll. Denn eine Vektordatei lässt sich ohne Qualitätseinbußen vergrößern und verkleinern.

Allover Prints - deine eigene Kollektion entwerfen

Design by Razina Athar, patterndesigns.com

 Die Anfertigung eines Allover Prints ist dabei mit vielen Details recht komplex und wird leider häufig bei entsprechenden Ausbildungen im Modesegment vernachlässigt. Dennoch gibt überaus viele Designer, die sich ausschließlich auf die Sparte Textildesign spezialisiert haben. Sie bearbeiten die Drucke so, dass am Ende ein unendliches Muster, ein sog. Rapport in alle Richtungen entsteht. Das kannst du dir vorstellen, wie eine Kachel, die sich immer wiederholt. Die Schwierigkeit liegt darin, dass am Ende kein „Rand“ sichtbar ist und der Betrachter keine Lücken oder Wiederholungen erkennt. Es steckt also viel Know-How dahinter, darum wählen auch Modeunternehmen aus der Industrie gerne den Weg vorgefertigte Drucke zu nutzen, einfach weil der Zeitaufwand im Tagesgeschäft zu hoch wäre. Denn ein einziger Allover Print kann 1 bis 3 Arbeitstage in Anspruch nehmen.

Da Druckbücher in der Branche zwar genutzt werden, jedoch sehr teuer sind, habe ich mich auf die Suche nach einer Datenbank begeben, die unterschiedliche Drucke beinhaltet und in die immer wieder neue Drucke hinzugefügt werden. Fündig wurde ich bei Pattern Design. Auf der  Online Plattform bieten Designer bei Pattern Design weltweit ihre angefertigten Drucke in unterschiedlicher Qualität zum direkten Download an. Der Dienstleister verfolgt eine klare Philosophie: „Einerseits möchten wir Designern helfen, ihre Muster weltweit zu verkaufen, und andererseits möchten wir die Nachfrage nach Mustern von Unternehmen und Individuen bestmöglich befriedigen.“ Der Vorteil ist klar: Du kaufst nur das Design, das du auch benötigst. Damit ist es eine perfekte Dienstleistung, gerade wenn du einen zielgenauen Bedarf an Prints hast, z. B. für deine Modemappe, für ein Portfolio als Freelancer oder für deine Selbstständigkeit, wenn du eine eigene Modekollektion entwerfen willst.

 

Deinen Wunschprint den Farben deiner Kollektion anpassen

 

Außerdem ist es auf der Internetseite möglich deinen gewünschten Print farblich deinen Vorstellungen anzupassen. Dazu stellt Pattern Design ein Tool zur Verfügung, womit du jede einzelne Farbe des Drucks ändern und anhand der Vorschaubilder gleich das Ergebnis begutachten kannst. Damit hast du auch im Voraus einen Überblick über die Anzahl der Farben. Das musst du berücksichtigen, wenn du Stoff mit deinem Wunschprint bedrucken lassen möchtest. Je mehr Farben und je filigraner der Druck, desto teurer wird das Aufdrucken.

 

Solltest du deine Drucke für dein eigenes Label bedrucken lassen wollen, gibt es noch einen weiteren Punkt, den du unbedingt bei der Einbindung von Allover-Prints beachten solltest:

Gerade bei kleinen Labels und Neugründungen in geringer Stückzahl greifen viele Designer gerne zu lokalen Stoffen von unterschiedlichen Stoffgeschäften. Dabei ist Vorsicht geboten, da einige Hersteller, ihre bedruckten Stoffe nicht für den kommerziellen Einsatz anbieten möchten. Welche Stoffe du auf keinen Fall für ein eigenes Label einbinden solltest, erfährst du bei den jeweiligen Herstellern. Damit du rechtskonforme Allover Prints in deine Kollektion einbinden kannst, ist es deshalb nur ratsam Stoffe selbst bedrucken zu lassen.

Florale Drucke AOP, deine eigene Modekollektion entwerfen

Design by Arantxa García Aldea, patterndesigns.com

 

Welche Möglichkeiten bietet dir Pattern Design als Modedesigner

  • Du hast einen einfachen Zugang zu endlos vielen verschiedenen Mustern. Diese Muster kannst du in unterschiedlichen Bildqualitäten kaufen und so kostengünstig dein Portfolio mit aussagekräftigen Allover Prints auffüllen
  • Wenn du bisher nicht wusstest, was designtechnisch alles möglich ist, kannst du auf dieser Webseite eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Mustern sehen und dich inspirieren lassen
  • Für die Gründung eines eigenen Labels gibt es viele Dinge zu tun, anhand der verschiedenen vorgefertigten Drucke bleibt dir viel Arbeit und auch evtl. viel Ärger, bei möglichen Fehlern einer eigenen Druckdatei erspart
  • Als Freelancer kommt es im Modebereich häufig vor, dass ein Kunde unterschiedliche Drucke zur Auswahl in eine Kollektion eingebunden haben möchte oder sogar ein komplettes Druckrepertoire benötigt. Mit der Datenbank von Pattern Design kannst du schnell und easy solche Aufträge umsetzen

Wie stehst du zu dem Thema Allover Print? Hast du Stoff schon mal selbst bedrucken lassen?

Wie kann ich einen Modeeinkäufer überzeugen?

Deine Kollektion steht, du kennst deine Zielgruppe, dein Traum ist zum Greifen nah. Zu deinem Glück fehlen dir nur noch die richtigen Vertriebspartner. Einkäufer für Boutiquen, Modehäuser, Boutiquenbesitzer etc.. All jene die sich dafür entscheiden, deine Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen und daran glauben, ihre Zielgruppe mit deiner Kollektion begeistern zu können. Die Vertriebsmöglichkeit über eine Einkaufsabteilung kann sich gerade bei großen Modehäusern schwierig gestalten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Einkäufer gegenüber neuen Marken extrem skeptisch sind, gerade wenn du mit deinem Modelabel erst einmal einen Fuß in die Tür bekommen möchtest . Am Ende kommt es nur auf die Zahlen an. Penibel wird errechnet, welche Drehung der Artikel auf der Ladenfläche macht, sprich, wie schnell auf den Quadratmeter verkauft wird. Dardurch fallen die meisten Marken so schnell wieder aus dem Sortiment, wie sie einst aufgenommen wurden. Bei kleinen Boutiquen ist die Sache noch einfacher, hier freut man sich über eine Kollektion, die sich von den bekannten Marken der großen Modeketten abhebt und genau das schätzen auch die Kunden dieser Geschäft.  In diesen Geschäften bekommst du meist die Möglichkeit, ausgewählte Artikel auf Kommission zu verkaufen. Das heißt, du bekommst erst Geld, wenn ein Teil verkauft wurde und damit eignet es sich kaum, wenn du in etwas höheren Stückzahlen produzieren lässt.



Der Schritt zum Modeeinkäufer

Als erstes ist es wichtig, dass du deine Kollektion und die angestrebte Zielgruppe weißt einzuschätzen. Du für dich klar und vorallem begründbar sein zu welchen Modehäusern, Marken etc. deine Artikel passen würden. Genau diese Argumente wirst du für die Vorstellungsgespräche benötigen. Bereite dich gut darauf vor und vor allem versuche ein persönliches Gespräch oder zumindest ein Telefonat mit anschließender Musterzusendung zu erwirken. Einkäufer sind vielbeschäftigte Menschen, die oft unterwegs sind und täglich einen schwall an Emails erhalten. Durch verschiedene Gespräche mit Einkäufern und auch aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass einige aufgehört haben, Nachrichten zu lesen, in denen sie CC stehen. Wieder andere lesen Nachrichten nur, wenn ihnen ihr Assistent den Hint gibt, dass es sich um eine wichtige Nachricht handelt.

Suche nach passenden Boutiquen oder Pop-Up Shops. Durchforste Online-Shops, die thematisch mit deiner Kollektion harmonieren würden. Rufe in der Zentrale an, schildere dein Anliegen und frage nach dem zuständigen Einkäufer. In der Regel wirst du weitergeleitet, da die Empfangsdame nicht weiß, ob der Einkäufer Bedarf an neuen Marken hat oder nicht. Achte bei der Nummer aber darauf, dass es kein Nummer für den Kundenservice ist. Denn die Callcenter sitzen meist weit weg von den Firmenzentralen.

 

Einkäufer auf sich aufmerksam machen

Es gibt aber auch eine einfachere Möglichkeit an einen Einkäufer heranzutreten, ohne dass du das Gefühl bekommst, dass du jemanden mit deinem Anliegen überfällst. So kannst du entscheidende Konktakte über unterschiedlichste Messen knüpfen. Dabei gibt es Messen speziell für den Modeeinkauf, aber auch Designermärkte, die sich ebenfalls auch an Endkunden richten. Die Platzierung auf einer Messe ist für dich auf jedenfall ein Gewinn, da dabei jede Menge Gespräche führen kannst und gleich ein Feedback für deine Arbeit bekommst.

Hier einige Tipps für einen gelungenen Messestand:

n  Einen Tisch oder ein Regal im vorderen Bereich, auf dem kleine Zusatzartikel stehen. Etwas an dem Menschen stehen bleiben und sich nicht durch horende Preise etc. bedroht fühlen könnten (evtl. Postkarten, Ohrringe, Schlüsselanhänger)

n  Gute Beleuchtung, mit der du deine Kollektion ins rechte Licht rücken kannst

n  Eine Wandgestaltung, die die Stimmung der Kollektion aufgreift, ob rustikal mit Holz oder weiß mit Fotorahmen für ein puristisches Stimmungsbild

n  Eine Möglichkeit für Kunden die Kleidung anprobieren zu können

n  Kredit- oder EC Kartenzahlung  ermöglichen, wenn direkt verkauft wird

n  Eine Atmosphäre schaffen mit Blumen, Teppichen oder speziellen Kleiderständern

n  Lookbooks und Infomaterial

n  Mannequins

n  Kleiderständer leicht zugänglich, vorderne hinstellen (damit man im Vorbeigehen gleich anfassen kann)

n  Keinen richtigen Eingang bauen, damit sich der Interessent nicht in der Falle fühlt

n  Schmeichelnde Lichtverhältnisse und einen guten Spiegel



 

Verkaufe eine Message

Deine Kollektion kann super aussehen, qualitativ hochwertig produziert worden sein und auch noch eine Innovation beinhalten, dennoch werden dich Einkäufer in der Flut der Modemarken schnell übersehen. Darum ist es so wichtig, einen „Rahmen“ um die Kollektion zu bauen. Bei jeder Handlung mit deinem Modelabel, sollte dieser Rahmen sichtbar sein. Egal ob das ein Briefkopf, eine Email oder ein Lookbook ist.

Präsentiere deine Kollektion, als würdest du ein Schaufenster oder einen Pop-Up-Store gestalten. Es ist wichtig, beim Einkäufer eine Emotion zu erzeugen, damit du nicht in der Masse verschwindest. Gleichzeitig pusht das nochmal die Wertschätzung beim Betrachter. Wenn er vor deiner Kollektion steht und sich denkt „Wow“, wird er kaum an dir vorbeikommen. Dabei muss es nicht einmal ein aufwändiger Messebau sein. Erzähl einfach eine Geschichte. Ob gerahmte Fotos aus dem Shooting, Plakate oder Dekoelemente wie Pflanzen.

Präsentiere deinen potenziellen Weiterverkäufer stets deine Idee zum Kollektionsaufbau. So kann sich der Einkäufer besser in deine Gedanken versetzen und sich gleichzeitig vorstellen, wie schön ansprechend, dass für seine Kunden aussieht.

Hier auf Pinterest habe ich dir einige Beispiele zusammengetragen


Hinter den Kullissen der Jungdesigner von Studio Pilcrow – Design aus zwei Welten

Zwei völlig verschiedene Kulturen miteinander vereinen? In der Modewelt ist das möglich. So beweist es ein junges Label aus Süddeutschland – Studio Pilcrow. Die Gründer des Modelabel, Mimi und Simmi haben sich zum Ziel gesetzt, laotische Gelassenheit mit gut strukturierter, deutscher Mentalität zu vereinen. Alles über ihren Einstieg im Interview mit den Jungdesignern des Modelabels..

Interview mit dem Modelabel Studio Pilcrow.

Model: Oliver Keder Fotograf: Simeon Oßwald

 

Das Pilcrow oder Absatzzeichen markiert den Anfang eines neuen Paragrafen einer Geschichte. Mit jeder Kollektion wollen die Modeschöpfer einen Teil der Geschichte einer laotischen Familie erzählen, die in den 80er Jahren ihr Zuhause verlassen hatte, um ein Leben in Deutschland aufzubauen. Die erste Kollektion „Vientiane Highschool“ ist dabei an die Studienzeit der laotischen Schüler angelegt.

 

Den Gründern von Pilcrow ist es nicht nur wichtig, dass ihre Produkte die höchste Qualität besitzen, sondern auch nachhaltig und fair produziert werden. Darum haben sie mit größter Sorgfalt ihre Produzenten ausfindig gemacht.

 

„Wir sind nämlich der Meinung, dass Kleidung nicht nur gut aussehen, sondern mit gutem Gewissen getragen werden soll.“

 

Interview Modedesigner Studio Pilcrow

Model: Oliver Keder
Fotograf: Simeon Oßwald

 Mimi, die Tochter laotischer Migranten, hat einen Abschluss an der Akademie Mode und Design in München. Durch ein anschließendes Praktikum bei einem jungen Modelabel, konnte sie erste Erfahrungen in der Modewelt sammeln. Durch verschiedene Nebenjobs im Verkauf konnte sie sich ebenfalls einen Einblick in den stationären Handel verschaffen. 

 

Simmi hat seinen Bachelor an der Hochschule der Medien in Stuttgart im Fach Medien Design absolviert. Er arbeitet nebenher als Gestalter bei einer Werbeagentur und ist Geschäftsführer eines Food Trucks.

 

Wie wurde die Idee für das eigene Label geboren?

Die Idee ein eigenes Label zu Gründen kam uns vor ein paar Jahren in den Sinn. 2015 hat Mimi ihren Bachelor in Mode Design an der Akademie Mode und Design in München gemacht und Simmi seinen Bachelor ein Jahr früher in Medien Design an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Wir standen also vor der Entscheidung wo es uns hin verschlägt und wie wir unsere Kreativität zusammen bringen .

Da wir beide unsere eigenen Chefs sein wollten und uns für Design und Mode interessieren, dachten wir uns: Wieso probieren wir es nicht?“

 

 

Interview Modelabel Studio Pilcrow

Model: Oliver Keder
Fotograf: Simeon Oßwald

Wo verkauft ihr eure Kollektion?

Zum Release der ersten Kollektion wurde ein Pop-Up Store betrieben, der aktuelle Vertrieb erfolgt ausschließlich online.

 

Was ist euer bisher grösster Erfolg?

Womit wir nicht unbedingt gerechnet hätten, ist das positive Feedback während des Pop-Up Stores und den zufriedenen Kunden, die uns darin bestärken weiter zu machen.

 

Wie gestaltet sich euer Arbeitsalltag?

Einer jeden Kollektion geht eine gemeinsame Ideenfindung voraus. Im Anschluss kümmert sich Mimi um Schnitte und Samples, welche wir dann zusammen mit unseren Produzenten besprechen und umsetzen. Fotografiert wird unsere Kollektion im Moment von Simmi im ateliereigenen Studio. Unsere Marketing Strategien entstehen ebenfalls im Team und werden dann von Simmi in die Wege geleitet. Kommt es zu einem Kauf, übernimmt Mimi den Versand. 

 

Was sind eure Ziele für Studio Pilcrow?

Gerne würden wir über den Zeitraum einiger Kollektionen sowohl feste Kunden, als auch Vertriebspartner gewinnen, um den Sprung von der risikobehafteten Selbstständigkeit hin zum sichereren Bedienen der Kunden via Order-Messen zu schaffen. Besonders am Herzen liegt uns auch das Ausbauen der Zusammenarbeit mit laotischen Kunsthandwerkern und Produzenten.

 

Der Start ist geschafft, auch wenn es einige Hürden zu überwinden gab. Vor allem die Suche nach den richtigen Produzenten hat die beiden lange beschäftigt. Gerade diese so wichtigen Punkte werden in einer Ausbildung zum Modedesigner zu wenig bis gar nicht angeschnitten, wie ich selbst schmerzlichst festgestellt habe. Darum ist es so wichtig sich in diesem Job stetig weiterentwickeln zu wollen und gleichzeitig an seinen Zielen festzuhalten. Auch der Austausch mit Gleichgesinnten kann dabei hilfreich sein.

 

Ich danke Mimi und Simmi für ihren offenen Einblick hinter die Kullissen von Studio Pilcrow und wünsche ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!

Inspirationsblockade? Motivation als Designer finden

Es fällt dir schwer, Motivation als Designer zu finden? Du hast dir so viele Projekte im Kopf ausgemalt, aber du findest keinen Antrieb sie umzusetzen?
Motivation als Designer
In unserem Job sollte es uns eigentlich leicht fallen, im wahrsten Sinne des Wortes, wie ein junger Hund morgens aus dem Bett zu springen und gar nicht erwarten zu können, mit unseren kreativen Projekten zu beginnen. Denn wir leben den Traum einer schaffenden/ schöpferischen Tätigkeit nachgehen zu können.

Und dennoch sind wir gerade als Kreative in bester Gesellschaft, Dinge vor uns herzuschieben, unsere inspirative Quelle versiegen zu lassen und noch schlimmer: ein dauerhaft schlechtes Gewissen unserer Gabe gegenüber, dass uns sogar krank machen kann.
So weit muss es aber nicht kommen. Im Folgenden habe ich dir einige Tipps zusammengestellt, wie du deine Motivation als Designer ankurbeln kannst:

Lerne positive Emotionen mit deiner Arbeit zu verbinden.

Das größte Problem meiner Meinung nach ist die Tatsache, dass wir negative Gefühle mit unseren Modeprojekten in Verbindung bringen. Daher entwickeln wir eine Abwehrhaltung dagegen und schieben alles Andere vor. Es gibt einen Trick, wie du deine Sichtweise ins Positive verändern kannst.
Lerne zu Visualisieren, indem du nicht in Bildern denkst, sondern in wohligen Emotionen. Es bringt leider wenig, dir dein Ziel detailgetreu vor Augen zu führen, wenn du Emotional nicht anwesend bist. Eine stärkere Wirkung hat das Ganze also, wenn du dich an einen Moment erinnerst, der dich in Bezug auf dein jetziges Ziel besonders bewegt hat.
Bei mir war das eine Nacht, alleine in einem Zelt in der Wüste, bei 0 Grad unter sternenklarem Himmel. Als ich im Bett lag und der absoluten Stille der Nacht lauschte, sprudelten plötzlich nur so die Ideen aus mir heraus. Es war schwierig, alles in meinem Notizbuch festzuhalten. Es fühlte sich an, als hätte man eine Wasserluke geöffnet und alle Ideen strömen ungehindert aus meinem Kopf heraus. Und auch, wenn es eine unangenehm bitterkalte Nacht für mich war, bin ich doch sehr glücklich eingeschlafen und kann jene Magie bis heute festhalten.

Set your mind free

Motivation als Designer
Als kreative Menschen sind wir ein nahes Zusammenleben mit unserem inneren Kritiker gewohnt und doch fällt es uns oft schwer, vor lauter Zweifeln noch voranzukommen. Außerdem glauben wir häufig, alles schon auf Anhieb perfekt machen zu müssen. Aber wie auch Tänzer oder Sänger täglich üben müssen und auch irgendwann mal klein angefangen haben, musst du dir bewusst werden, dass auch du dich in einem Lernprozess befindest. Es wird immer neue Aufgaben geben, die du zum ersten Mal machst, aber du musst dir eingestehen, dass du sie dadurch nicht fehlerfrei hinbekommen wirst. Darum ist es so wichtig, die Dinge mit einer „unschuldigen“ Neugierde zu betrachten, denn alles andere ist ein Killer für deine Motivation als Designer.
 
Beginne, übe und Step by Step
Das verhindert die ständige Grübelei. Einige Beispiele:
  • Du willst zeichnen lernen, also probiere verschiedene Zeichenstile aus, bevor du dich auf einen festlegst, den du noch nicht wirklich beherrscht.
  • Du willst ein Modelabel gründen, beschäftigst dich aber schon mit Marketing und Werbung, bevor du überhaupt ein perfektes Produkt in Händen hältst.
  • Nach deiner Ausbildung möchtest du in Firma XY arbeiten, bewirbst dich aber nicht mal, weil du Angst vor einem Accessment Center hast.

Die entscheidenden 5 Minuten für deine Motivation als Designer

Du möchtest so gerne eine Karriere in der Modebranche starten oder arbeitest vielleicht sogar in einem kreativen Beruf, hast aber das Gefühl, gestalterisch nicht ausgelastet zu sein oder träumst insgeheim von einem eigenen Projekt. Doch du fühlst dich nach deinem stressigen Alltag nur noch erledigt und sehnst dich nach Ruhe und Entspannung? Gleichzeitig hast du ein schlechtes Gewissen deiner Kreativität gegenüber, hast das Gefühl dich im Kreis zu bewegen und nichts zustande zu bringen. Aber ich sage dir, mit einem kleinen Trick ist es dennoch möglich, sogar ein Modelabel neben einem Vollzeitjob entstehen zu lassen.
Entwickle eine Routine. Setz dich jeden Tag (wirklich jeden Tag) für wenigstens 5 Minuten vor deine Herzensangelegenheit. Am besten tust du dies immer zur gleichen Zeit. Da ich ein Morgenmensch bin, stehe ich jeden Morgen ein bisschen früher auf, um mich meinen Projekten zu widmen. Für diese Zeit solltest du schon alles zurechtlegen, damit du direkt mit der Arbeit loslegen kannst. Erarbeite z. B. jeden Tag ein bisschen das erste Schnittmuster für einen Prototypen oder beginne mit einer Inspirationscollage. Aber nimm dir täglich zumindest diese 5 Minuten vor. Vergiss für die diese Minuten deine Zweifel an diesem Projekt und beginne einfach. Dein Kritiker kann sich dann am Ende der fertigen Arbeit noch einmal zu Wort melden. Aber danach hast du schon einmal den Vorteil, eine fertige Arbeit in den Händen zu halten.

Am schwierigsten ist der Beginn. Wir können uns monate- oder sogar jahrelang in Ausreden winden. Allem voran ist der Zeitfaktor. Aber wenn du es schaffst, einen Anfang zu finden und diese Routine beizubehalten, wird sie sich in deinem Innersten festigen und du wirst merken, wie dieser kaum merkliche Zeitaufwand langsam Früchte trägt.

Bewahre dir eine Reserve für den nächsten Tag

Kreativität ist anstrengend. Ich merke selbst, wenn ich gerade ein neues Kleidungsstück entwerfe und dabei so richtig in meiner Flowphase bin, will ich nichts tun, außer an diesem Projekt weiterzuarbeiten. Ich vergesse dabei zu essen und spüre erst, wenn es schon viel zu spät ist, dass ich meine Energie komplett verbraucht habe. Das gilt auch für meine Kreativität. Darum ist es so wichtig, dass du lernst, rechtzeitig aus einer kreativen Phase herauszukommen, bevor deine sprudelnde Quelle der Inspiration versiegt. Behalte dir ein bisschen davon zurück – nach dem Motto aufhören, wenn es am schönsten ist. Hab keine Angst dass dein Projekt nicht mehr weiterlaufen wird. Durch diese bewusste Fernhaltung davon, wirst du auch am nächsten Tag wieder daran arbeiten wollen.
Und das Wichtigste: Gib niemals auf. Auch wenn du an der einen Sache scheitern magst, deine Kreativität wird neue Wege für dich bereit halten, du musst es nur zulassen.

Modedesign ist nicht gleich Modedesign

Ich arbeite nun schon seit einigen Jahren in der Modebranche und immer noch begegnen mir neue Auslegungen des Berufs eines Modedesigners. Modedesigner ist nicht gleich Modedesigner. Es gibt unterschiedliche Anforderungen in den Unternehmen zu diesem Berufsbild und ebenso findet man sich in manchen Anforderungen besser als in anderen. Ich finde es dabei mehr als spannend, immer wieder neue Anforderungen kennenzulernen. Das zeigt auch, wie vielfältig dieser Beruf aufgestellt ist. Aus diesem Grund möchte ich dir heute einmal 3 verschiedene Tätigkeitsfelder eines Modedesigners zusammenfassen und dazu auch erwähnen, in welchen Unternehmen diese zu finden sind.

Tätigkeiten Modedesigner

Der Inspirationsschaffer

Dies ist eine Wortschöpfung meinerseits, verdeutlicht aber sehr gut, was hier das Hauptaufgabengebiet des Modedesigners darstellt.
Als Inspirationsschaffer bist du die erste Anlaufstelle im Designprozess. Der Markt und die Messen, sind über und übervoll mit Trends. In einer solchen Position liegt es an dir, die unterschiedlichen Themen aufzugreifen. Vor allem Trendgespür ist hier sehr wichtig. Du beschäftigst dich mit den Fragen, was sich stetig auf dem Markt wiederholt, welche Stoffe die Mitbewerber einsetzen, mit welchen neuen Silhouetten wird gespielt.

Du wägst ab, welche Themen für die Zielgruppe relevant sind und entwickelst Keylooks aus den Must-Haves der Saison, die du dem ganzen Unternehmen anhand von Moodboards oder ersten Zeichnungen verdeutlichst. Als Inspirationsschaffer bist du quasi der Art-Direktor, der für die Trenderstellung verantwortlich ist. Dabei wirst du sehr viel unterwegs sein. Meist nicht nur in Deutschland. Du lernst Modeblogger kennen, besuchst verschiedene Messen, durchstöberst die Geschäfte der Metropolen der Welt. Eine spannende Geschichte, wie ich finde.
Die Inspirationsschaffer als solche sind meist dünn gesät auf dem Arbeitsmarkt. Viele Modelabels versuchen, diese Arbeit mit einem Messeaufenthalt für die Designer pro Saison abzudecken. Es gibt aber auch spezielle Trendagenturen, die sich ausschließlich mit den Trends befassen. Einige Unternehmen lassen sich die Trends gerade von solchen Agenturen aufbereiten und lassen Trendvorträge für die Mitarbeiter erstellen. Eine gute Chance hier liegt auch im Bereich der Selbstständigkeit, als sogenannter Trendscout.

Der Inspirationsfolger

Auch bei dieser Wortkreation wird schnell deutlich, dass du hier mit den aufgebauten Trends weiterarbeitest. Dir steht das Moodboard und ebenso erste Anlehnungen zur Verfügung. Nun arbeitest du diese in einer Kollektion aus. Du entwickelst Drucke, die sich an das vorgegebene Farbbild anlehnen und ebenso die Inspiration treffen. Ein Inspirationsfolger arbeitet viel am PC mit unterschiedlichen Grafikprogrammen. Es ist der klassische Aufgabenbereich eines Designers. Manche Unternehmen übergeben einem Designer eine ganze Abteilung oder teilen diese in Warengruppen. Bei der Entwicklung und Ausarbeitung der Kollektion bist du in engem Kontakt mit der technischen Abteilung. Denn ein gutes Design alleine lässt sich noch nicht unbedingt umsetzen. Gerade bei den Details ist eine häufig Abstimmung wichtig, um für die Produktion später keine bösen Überraschungen zu erleben. Genauso wirst du dich vorher über die Stoffauswahl und Ausrüstungen informieren, damit die Designs auch preislich realisierbar bleiben. Entsprechend wirkt sich das optisch auf die Kollektion aus. z. B wird eine überfärbte Jeans etwa eine andere Optik erzielen, als eine Jeans ohne Überfärbung. Welche Waschung passt zur Inspiration? Welches Jeansmaterial würde sich hierfür eignen? Was passiert dadurch mit der Farbe der Nähte?… Diese und viele weitere Detailfragen werden auf dich zukommen.

Da es sich hierbei um die klassische Auslegung des Berufs des Modedesigners handelt, wirst du diese Aufgabenfelder in fast jedem Modeunternehmen finden. Eine Affinität für das Zeichnen mit Grafikprogrammen ist unablässig. Technisches Know-How  und Materialkenntnisse sind ebenfalls von Vorteil.

Der Design/ Qualitätsentwickler

technische Modezeichnung

händische technische Modeskizze für die erste Berechnung des Stoffverbrauchs.

Diese Auslegung des Designberufs greift schon in den des Bekleidungstechnikers. Es geht hierbei, um die Entwicklung neuer Schnitte und setzt schnitttechnische und Materialtechnische Kenntnisse voraus. Gerade im Damenbereich ist diese Anforderung oftmals nötig. Eine Zeichnung und ein Muster an einem echten Körper können oft sehr abweichen vom gewünschten Ergebnis.

Da aber in den Produktionsphasen heutzutage kaum mehr Zeit für neue Entwicklungen bleibt und sich die Branche oftmals auf modernisierten Vorgängern ausruht, arbeitet der Designentwickler, ebenso wie der Inspirationsschaffer weit im Voraus. Die Entwicklungen werden zum ersten Input und du versuchst dabei in Absprache mit den Produktionsstätten Vorabmuster zu entwickeln. Dies ist vor allem wichtig für die spätere Präsentation der Kollektion. Oftmals werden nach der Abnahme der Kollektion noch kleinere Änderungen vorgenommen, aber das Grundprinzip muss schon weit vorher erprobt worden sein, um mit einem akzeptablen Ergebnis dazustehen.
Das betrifft zum Beispiel neue Ausschnittlösungen für Blusen. Hier werden einige Anläufe mit dem Produzenten in verschiedenen Qualitäten ausgearbeitet, um herauszufinden, wie die optimale Lösung aussehen könnte. Die Gewichte von Qualitäten spielen dabei eine große Rolle. Denn es kommt auf den Fall des Kleidungsstückes an.

Finden kannst du diese Auslegung des Designberufs vor allem in großen avantgardistischen Modeunternehmen, die in der Branche die Richtung weisen. Andere Unternehmen orientieren sich an solchen Firmen.

Ich würde gerne erfahren, wie deine Designabteilung arbeitet und was deine Aufgabengebiete dabei sind. Hinterlasse mir dazu gerne einen Kommentar.

So klappt die kreative Bewerbung für Modedesigner

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Eine kreative Bewerbung für Modedesigner zu schreiben bedeutet, sein ganzes Können in diesem Dokument unter Beweis zu stellen. Vielleicht wird dir bei diesem Gedanken schon ganz mulmig und du stehst vor dieser Aufgabe wie der Ochs vor der Weide. Ich kann dir schon einmal vorab verraten: Nein, es gibt kein Patentrezept und auch keinen Erfolgsgaranten. Aber ich sage dir auch, dass es dir mit meinen Tipps ein wenig leichter Fallen wird und du auch Spaß an dieser Aufgabe gewinnen wirst.

so klappt eine kreative Bewerbung

Inzwischen ist die kreative Bewerbung auch in den kommerzielleren Berufen angekommen und eine willkommene Abwechslung zu den standardisierten Dokumenten die jeden Tag bei den Unternehmen herein rauschen.

Als ich mich erstmals mit dem Thema beschäftigte, war niemand da, der mir helfen konnte und auch das Internet hatte nur spärliche Hilfe dazu im Angebot. Einige Jahre später hatte sich das bereits stark verändert. Plötzlich tauchten überall durchgestylte Bewerbung von echten Grafikprofis auf. Doch ist so eine Bewerbung das richtige für einen Job in der Modebranche?

Bei einem Gespräch mit einer Personalchefin auf dem Young Professionals Day der Textilwirtschaft wurde mir diese Frage ganz klar mit NEIN beantwortet.

Eine kreative Bewerbung für Modedesigner sollte vor allem die Persönlichkeit und den Stil des Bewerbers wiedergeben.“

So erklärte sie mir damals. Mehr noch, du musst dem Unternehmen kommunizieren, dass du eine Bereicherung darstellst und dich ebenso viel mit der Philosophie beschäftigt hast.

Hier erhältst du eine Aufstellung der wichtigsten Fragen, die du dir stellen solltest bevor es mit der eigentlichen kreativen Bewerbung für Modedesigner losgeht:

Wie kommuniziert, bzw. tritt das Unternehmen in der Öffentlichkeit auf? Das lässt sich auch gut in den sozialen Netzwerken verfolgen.

Wie wirst du als Bewerber in der Stellenausschreibung angesprochen? Förmlich mit Sie oder wirst du vielleicht geduzt?

Gibt es einen Bewerbungsguide auf der Homepage des Unternehmens? Wenn die Firma spezielle Wünsche äußert, solltest du diese auf jeden Fall berücksichtigen.

Gibt es eine Stellungnahme von ehemaligen Bewerbern bzw. Angestellten? Auch das ist ein wichtiger Faktor, um festzustellen, ob das Unternehmen überhaupt zu dir passt und solvent ist. Dazu kannst du auf kununu.com vorbeischauen oder über Google-Maps die Arbeitsstätte eingeben.

Hast du nun die Fragen für dich beantwortet, geht es an einige wichtige Grundregeln die den Kern, nämlich deinen Text betreffen:

In punkto Design: Deine Bewerbung sollte klar formuliert, strukturiert und übersichtlich sein. Versuche nicht mit dem Layout der Bewerbung unschöne Details zu vertuschen. Bei einem Gespräch mit der Personalverwalterin Stefanie Walz kristallisierte sich heraus, dass es wichtig sei, korrekte Daten anzugeben. Sie prüfe die Daten anhand der Arbeitszeugnisse der Bewerber. So wird schnell klar, wer versucht zu beschönigen. Und das kommt natürlich nie gut an, auch wenn die Bewerbung noch so schön aussieht.

kreative Bewerbung chic
Mit dem Klick auf das Bild gelangst du zum Creative Market zu diesem gelungenen Layout.

Ungewöhnliches prägt sich besser ein

Sie suchen nach einer kreativen und zugleich organisierten Designerin, die nicht nur Reden schwingt, sondern auch Taten walten lässt?“

Der erste Satz muss sehr individuell formuliert werden. Es ist oft das einzige, was Personalchefs lesen wirklich lesen. Ist es standardisiert oder gar uninteressant wird deine Bewerbung auf dem Absagen Stapel landen. Und damit wäre all deine Mühe umsonst.

Schneidere deine kreative Bewerbung für Modedesigner nach Maß

Gehe auf die Profilanforderungen in der Stellenausschreibung ein, anstatt im Anschreiben deinen Lebenslauf zu wiederholen. Erkläre, wie du dem Unternehmen nützlich sein kannst und was dich auszeichnet.

Zeige Charakter

Niemand gibt gern seine Schwächen preis – vor allem nicht im Job.“, sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert. Sie ließ ihren Klienten in einem Experiment die Rubriken „Was kann ich“ und „Was kann ich nicht“ in den Lebenslauf einfügen. Nach dem Absenden der kreativen Bewerbung wurde der Klient bei rund 25 % der Unternehmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das bedeutet für dich, versuche mit deinem Text ein interessantes Bild von dir abzugeben. Es müssen nicht unbedingt deine Schwächen sein, aber etwas das deine Persönlichkeit wiedergibt und doch für das Unternehmen relevant sein kann.

Bewerbung im Ausland

Die schriftliche Bewerbung in der Muttersprache ist mühselig und benötigt einiges an Zeit. Bewirbst du dich nun auf ein Praktikum oder einen Job im Ausland wird es nochmals schwieriger, denn du musst kreativ Schreiben und dies noch in englisch grammatikalisch korrekt formulieren. Hierzu gibt es einen Service, der dir helfen kann nicht nur Anschreiben und Lebenslauf zu übersetzen, sondern du wirst auch bei der Übersetzung deiner Zeugnisse etc. unterstützt. Ebenfalls auch mit Apostille möglich. Gerade das ist ein leidiges Thema bei den deutschen Ämtern, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Nun geht dies bequem online.

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Und nun geht es an die Gestaltung:

Zunächst einmal gibt viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten:

  • eigens gebastelte Bewerbung per Post
  • Bewerbung per Email
  • über Youtube, Facebook oder Instagram bewerben
  • Videobewerbung
  • Kurzbewerbung
  • Bewerbung mit Portfolio

Hier soll es jedoch nur um die Gestaltungsmöglichkeiten einer kreativen Bewerbung für Modedesigner per Email gehen.

Es sei hier zunächst gesagt, dass deine Bewerbung am Ende immer in eine PDF-Datei passen sollten. Ob es nun pro Datei eine PDF sein soll oder ob Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse zusammen in eine PDF gepackt werden, darüber streiten sich die Geister. Es ist nur entscheidend, wenn das Unternehmen ein spezielles Format anfordert. Beachte auch, dass die Datei nicht zu groß wird. Viele Server nehmen Emails über 2 MB nicht an. Zum Leidwesen vieler Kreativer.

kreative Bewerbung für Modedesigner
Vorlage by „Stand out Shop“. Mit einem Klick auf das Bild wirst du zum Creative Market weitergeleitet, dort findest du eine Auswahl an tollen Bewerbungsvorlagen.

Außerdem ist es wichtig, bei all der künstlerischen Möglichkeiten, sollte die PDF-Datei auch für den Arbeitgeber lesbar sein. Vermeide daher außergewöhnliche Schriftarten, die nicht jeder auf seinem PC hat. Manchmal ist es klug, eine kreative Bewerbung zur Probe auszudrucken. Auch hier lauern oftmals böse Überraschungen, die auch beim potenziellen Arbeitgeber nicht gut ankommen. Schließlich geht es nicht nur um Aussehen, der Arbeitgeber will sehen, dass du dir auch Gedanken über Umsetzbarkeit machst und dann hast du mit einer verschobenen Datei nach dem Ausdrucken schlechte Karten. Schicke die Bewerbung auch probeweise an Freunde mit unterschiedlichen Betriebssystemen, damit kannst du überprüfen, ob sich das Format verändert. Und glaub mir, dass tut es öfters als man denkt. Ab und an tauchen auch versteckte Objekte beim Laden der PDF für einen kurzen Moment auf. Aber mit ein bisschen Augenmerk darauf und dem richtigen Know-How lassen sich diese technischen Probleme leicht beheben.

Hier findest du eine Auswahl an Idee und Tipps für die Gestaltung der kreativen Bewerbung:

  • Überlege dir ein dezentes, aber schickes Layout für deine Bewerbung. Einige Vorschläge kannst du hier finden.
  • Ändere das Format deiner Bewerbung. Auffallen ist alles, da kannst du auch schon mal mit Querformat arbeiten.
  • Orientiere dich an den Farben des Unternehmens. Du solltest dazu nicht unbedingt das Logo einbauen, aber schau dir einmal die farbliche Ausgestaltung der Webseite des Arbeitgebers an. Hier findest du ebenfalls bereits Indizien, in welchem Stil du dich aufhalten solltest.
  • Welche Bekleidung vertreibt das Unternehmen? Ist es junge Mode, sollte dein Outfit auf dem Bewerbungsfoto das widerspiegeln. Aber bitte ohne Base Cape
  • Als Hintergrund kannst du deinen Dokumenten einen selbst erstellten All-over-Print (AOP) hinzufügen oder den Rahmen in Form eines Kleidungsstückes gestalten.
  • Bleibt dein Hintergrund weiß, kannst du auch ein Element der Branche, in die sich das Modeunternehmen einordnet als Trennstriche verwenden. Bei einem Unterwäschelabel eignet sich zum Beispiel eine Spitzenborde.
  • Füge ein emotionales mode- bezogenes Bild als Header in deine Bewerbung ein. Solltest du eine wirklich tolle Modezeichnung haben, kannst du sie in eine kreative Bewerbung für Modedesigner natürlich einfügen. Sie sollte aber von den Farben und vom Stil mit der Bewerbung harmonieren. Und sie muss wirklich gut sein!
  • Verwende höchstens 2 unterschiedliche Schriften. Falls du dich in der Typografie nicht auskennst, orientiere dich bei der Kombination am besten an Profis aus dem Grafikbereich.
  • Achte darauf, dass du nur wenige Gestaltungsmöglichkeiten miteinander kombinierst, damit deine kreative Bewerbung nicht überladen wirkt.
  • Übertreibe es auch nicht, was die Gestaltungsprofessionalität angeht. Darum solltest du auch keine Zeichnungen oder aufwendigen Grafiken einkaufen. Am Ende musst du selbst in der Bewerbung wiederzufinden sein und niemand sollte vorgaukeln, Dinge selbst gestaltet zu haben, wenn das nicht wahr ist.
  • Alternativ zu all den teuren Grafikprogrammen kannst du dich auch mit Power Point oder dem kostenlosen Programm „Gimp“ versuchen.
  • Vergiss nicht auch die kreative Bewerbung zu unterschreiben.

Brauchst du Hilfe bei deiner Bewerbung? Oder hast du ein technisches Problem? Lass es mich wissen, ich helfe dir gerne weiter! Entweder über einen Kommentar oder info@modekarriere.com.

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