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Dein eigenes Modelabel

Dein Guide für Materialbeschaffung

Textilkompass

Lerne alles über Materialbeschaffung und erleichtere dir die zeitaufwendige Recherche beim Stoffkauf. Du möchtest die volle Kontrolle über deine Kollektionsqualität haben? Nachhaltigkeit ist dir wichtig? Du möchtest deinem Kunden die bestmögliche Qualität bieten? Du suchst nach einer großen Auswahl an hochwertigen Materialien? Hol dir am besten gleich den E-Guide!

MEHR ALS EIN E-BOOK GUIDE

Der Guide ist für eine gezielte Materialbeschaffung mehr als nur eine PDF-Dokument. Im Guide werden dir verschiedenste Quellen vorgestellt, sodass du dich nicht einfach nur durch das WWW. klicken musst, ohne zu wissen, was du findest. Du bekommst alle Infos, worauf es bei der Stoffbeschaffung ankommt, um gezielte Einkäufe zu tätigen. Lerne nachhaltige Alternativen kennen und werfe einen Blick hinter die Kullissen der Stoffherstellung. Es ist dabei egal, ob du bereits eine Ausbildung im Modesegment absolviert hast, bereits mit einem eigenen Label arbeitest oder kompletter Einsteiger bist. Hier gibt es sicherlich Tipps, die du vorher noch nicht kanntest.

HOL DIR JETZT DEN MATERIAL-SOURCING-GUIDE

Für einmalig 24,99 Euro (umsatzsteuerbefreit nach § 19 Abs. 1 UstG) bekommst fachmännisches Wissen als praktische PDF-Datei. Damit bekommst du auch wertvolle Quellen zu Stofflieferanten, Zutatenproduzenten und Onlineshops. Teste den Guide in Ruhe für 14 Tage. Wenn er dir nicht gefällt und dein kleines Investment dir keinen Mehrwert bringt, bekommst du den vollen Preis erstattet. Schreib mir dazu in meinem Kontaktformular. Der Material-Sourcing-Guide erscheint regelmäßig in neuer Auflage, dass heißt jedes Mal profitierst du von zusätzlichem Wissen und erhältst alle Updates kostenlos dazu.

Gründerin Gimuna

Deine eigene Modekollektion erfolgreich verkaufen – im Interview mit der Gründerin der online Verkaufsplattform für Modedesigner Gimuna

In der Gründerphase stellt sich bei dir vielleicht die Frage, wo du deine Kollektion erfolgreich verkaufen kannst. Neben einem eigenen Onlineshop, steht dir auch die Möglichkeit offen, über eine Verkaufsplattform als Modedesigner deine Modelle zu vertreiben. Aber wie kommst du als Jungdesigner in den Genuss bei einer Verkaufsplattform aufgenommen zu werden? Es ist nicht einfach einen Modeeinkäufer von deiner Modelinie zu überzeugen und damit für einen großen Onlineshop gelistet zu werden.

Über eine neue Möglichkeit habe ich mit der Gründerin Adriana-Morena gesprochen. Sie hat für dieses Problem eine Lösung kreiert und eine online Verkaufsplattform für Modedesigner ins Leben gerufen.

Gimuna ist ein spezielles Verkaufsportal für Jungdesigner (mit 0 – 10 Jahren Erfahrung) weltweit. Mit der zusätzlichen Reichweite bietet der Onlineshop die ideale Möglichkeit, deine eigene Modekollektion erfolgreich verkaufen zu können und macht dir die Arbeit nach dem Reseller-Prinzip sehr einfach. Und das speziell auf kleine Mode Start-ups zugeschnitten, auch ohne großen Lagerbestand im Hintergrund.

Modekarriere: Liebe Adriana, bitte erzähl mir ein bisschen von dir und deinem Werdegang.

Adriana: Mein Name ist Adriana-Morena und ich bin die Gründerin von Gimuna. Eigentlich bin ich gelernte Friseurmeisterin und studiere derzeit privat Modedesign in Hamburg. Nebenbei arbeite ich als Freelancer im Bereich Content Creation und Grafikdesign. Außerdem arbeite derzeit an meiner Abschlusskollektion, welche dann auch auf Gimuna zu finden sein wird.

Modekarriere: Was steckt hinter Gimuna? Was bietet ihr Jungdesignern, die ihre Ware in euren Shop stellen?

Adriana: Wir übernehmen mit Gimuna das Marketing, die Verwaltung, den Kundenservice, den Kaufabschluss u.v.m. Die Designer werden nach einer kurzen und knappen Aufnahmeanfrage von uns durch einen kleinen Auswahlprozess geschubst, indem wir feststellen, ob Stil und Qualität zu uns passen. Wenn das der Fall ist, haben die Designer die Möglichkeit, ihre Designs für den VK-Preis online anzubieten, was wir dann übernehmen. Wenn ein Kunde dann eines oder mehrere Designs online kauft, kontaktieren wir den Designer via E-Mail und ordern im Namen des Kunden das Produkt zu einem festgelegten Preis zzgl. Versandkosten.

An dieser Stelle hat der Designer zwei Optionen:

  1. Er versendet das bereits erstellte Design aus dem eigenen Lager oder
  2. er produziert es nach dem Kauf und liefert dann die verkauften Styles.
    Der Kunde wird bereits vor dem Kauf über die Lieferdauer informiert, entsprechend der festgelegten Option des Designers. Außerdem haben die Designer die Möglichkeit, zwischen Option 1 und 2 zu variieren und müssen sich nicht für eine Option bei allen Designs entscheiden.
Derzeit befindet sich im Shop eine kleine Kollektion von Gimuna Jewellery und Gimuna Apparel.

Modekarriere: Warum hast du dich mit deiner Verkaufsplattform für Modedesigner gerade auf Starter und Quereinsteiger konzentriert?

Adriana: Weil nichts so spannend ist wie das Neue. Neue Designs sind spannend, aufregend und unberechenbar. Keiner weiß, was als Nächstes kommt. Jungdesigner sind meist sehr experimentell und neugierig. Wir möchten diese Designer bei ihrem Weg begleiten und unterstützen und eine Community bilden, mit der man gemeinsam wachsen kann!

Modekarriere: Hast du immer schon eine Selbstständigkeit angestrebt? Und wie kam es zu der Idee, einen Shop für Modedesigner zu gründen, anstatt eine eigene Kollektion aufzubauen?

Adriana: Mir war schon immer klar, dass ich mich einmal selbstständig machen möchte und werde. Das liegt zum einen daran, dass in meiner Familie alle diesen Weg eingeschlagen haben und zum anderen, weil ich nur dadurch die Möglichkeit habe, Dinge so umzusetzen, wie ich sie mir vorstelle.

Modekarriere: Was sind die Ziele für dich und dein Team in diesem Jahr?

Adriana: Wir möchten einen Bekanntheitsgrad aufbauen und damit ein Netzwerk. Außerdem sind wir auf der Suche nach tollen Designern, aber auch nach Leuten, die vielleicht nicht unbedingt Mode studiert haben und trotzdem ihre Kreationen online anbieten möchten. Tatsächlich ist das auch unsere größte Hürde! Viele junge Talente trauen sich noch nicht, sich bzw. ihre Designs online anzupreisen.

Modekarriere: Wie lange hat es gedauert, bis du dir das umfangreiche Wissen im E-Commerce-Bereich angeeignet hast und du den eigenen Shop aufbauen konntest?

Adriana: Die Idee von Gimuna ist bereits viele Jahre zurück entstanden! Ich liebe das Lernen und habe deshalb auch in diverse Modelle Geld und Zeit investiert. Außerdem habe ich mich viel belesen und zwei Praktika bei zwei Jungdesignern abgeschlossen, um mehr über E-Commerce zu lernen.

Modekarriere: Du hast auch einen Podcast. Wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Podcast_Gimuna
Mit einem Klick auf das Bild kommst du zum Podcast.

Adriana: Mir ist aufgefallen, dass sehr viele Menschen wenig Ahnung von der tatsächlichen Modewelt haben, nicht wissen, welche Berufe existieren und welche Möglichkeiten es in dieser Industrie gibt. Das ist der Grund, warum ich den Gimuna Fashion School Podcast gegründet habe. Dort gebe ich mein Wissen weiter, teile Tipps und meine Geschichte und interviewe Menschen aus der Modeindustrie, ob groß oder klein, um andere zu inspirieren, aufzuklären und zu motivieren.

Neben dem Podcast bewerben wir Gimuna auch mit Instagram und Facebook. Weitere Kommunikationsmodelle sind noch geplant. Einen kleinen Tipp kann ich euch hier schon einmal verraten. ER ist ganz exklusiv und nur ihr wisst davon ;)

Wir arbeiten derzeit an einem online Magazin!

Vielen Dank, Adriana für die Einblicke in deine Arbeit und die tolle Möglichkeit, über deine Verkaufsplattform für Modedesigner unkompliziert die eigene Modekollektion verkaufen zu können! Ich wünsche dir viele interessante neue Labels in eurem Onlineshop und viel Erfolg!

Corona Virus Modebranche

Achtung beim Verkauf von selbstgenähten Mundbedeckungen

Unbezahlte Werbung wegen namentlicher Nennung |

Seit heute gilt in weiten Teilen Deutschlands die Maskenpflicht. Dazu war es für mich ein Anliegen einen kurzen informativen Artikel zu veröffentlichen. Wie immer begann ich mit der Recherche. Mein Fokus: tolle Nähanleitungen zu selbstgenähten Mundbedeckungen für dich zu finden, damit auch du für die Maskenpflicht gewappnet bist. Das Thema quillt uns allen aber wohl schon zu den Ohren raus, darum wollte ich es einfach schnell hinter mich bringen. Dennoch ließ mich die Begrifflichkeit „Mundschutz“ irgendwie nicht los.

Das sind „Schutzprodukte“, die eine medizinische Wirksamkeit vermuten lassen und grundsätzlich verschiedenen Prüfungen und Standards unterliegen, bevor sie in den Verkauf gebracht werden. Und dann wurde mir schlagartig klar, mit dem Thema der Namensbezeichnung für selbstgenähte „Mundbedeckungen“ bewegen sich Händler und Modelabels jetzt auf ganz dünnem Eis. Denn selbstgenähte Masken erfüllen natürlich keinen medizinischen Anspruch.  Dazu wurde ich auch im Internet schnell fündig und bekam eine Bestätigung für meine Vermutung:

„Derartige rechtliche Fallstricke bestehen, wenn selbstgefertigte Masken bezeichnet werden als Mundschutz, Mundschutzmaske, Atemschutzmaske. Entscheidend ist hier, dass direkt oder indirekt ein „Schutz“ angedeutet wird. Verstärkt werden die Implikationen noch durch Zusätze, die auf antivirale Wirkungen oder auf eine Eignung zum Infektionsschutz hindeuten (etwa „Covid-19“, „Corona“, „Übertragungsschutz“ etc.).“

IT-Recht-Kanzlei.de

Das heißt aber nicht, dass du als selbstständiger Designer nun keine Mundbedeckungen nähen solltest. Im Gegenteil, viele Selbstständige helfen damit den Engpass für den Eigengebrauch zu umgehen. Eure Arbeit ist wichtig!

Darum habe ich dir hier ein paar Anleitungen rausgesucht, mit denen du schnell und teilweise sogar ohne Nähkenntnisse selbst Mundbedeckungen herstellen kannst:

Zum Herstellen selbstgenähter Mundbedeckungen benötigst du Folgendes:

  • Stoffe, die bei mindestens 60 Grad waschbar sind, besser auch gekocht werden können und bestenfalls in hellen Farben erhältlich sind. Denn je dunkleer die Farbe, desto mehr Pigmente und Farbbindemittel wurden verwendet. Das kann gerade bei den empfindlichen Wangenpartien zu Hautreizungen führen
  • Schrägband oder Gummiband
  • Schneiderschere
  • Nähgarn

Nähanleitungen findest du hier:

Ein Video für eine Mundbedeckung, bei der kein Schnittmuster benötigt wird:

Videoanleitungen für Mundbedeckungen ohne Nähkenntnisse:

Du kannst verschiedene Modelle aber auch kaufen und damit andere selbstständige Designer unterstützen. Dazu habe ich dir einige Onlineshops aufgelistet, die in Handarbeit Mundbedeckungen herstellen:

Fabelhaftwerkstatt

Mila Cardi

The Lovely Concept

Bonded Blond

Ich wünsche dir viel Gesundheit!

corona krise modebranche

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Modebranche aus

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Neben den News von den Modeketten, trifft die Corona-Krise vor allem die kleinen und mittelständischen Modelabels und Dienstleister der Modebranche. Vor welche Herausforderungen werden sie nun gestellt und wie gehen deutsche Mode-Start-ups damit um? Mit Modekarriere war es mir wichtig dieses aktuelle Stimmungsbild für dich einzufangen und einen Blick hinter die Kulissen während dieser außergewöhnlichen Zeit zu werfen und das natürlich aus sicherer Entfernung.

Stimmen zur aktuellen Corona-Krise aus der Modebranche

Mode-Start-ups und Jungdesigner haben meist nicht die Möglichkeit sich ein Polster für schlechte Zeiten anzulegen. Es ging um die essenziellen Finanzfragen, wie Krankenversicherung, Altersvorsorge etc. Denn niemand hatte so ein Szenario vorausgesehen. Wie geht es aber nun weiter, wenn die Geschäfte geschlossen sind? Wie können kommende Saisons noch finanziert werden und was können wir vielleicht sogar aus der Krise lernen? All das beantworten meine Interview-Partner. Dazu habe ich ihnen die folgende Frage gestellt:

Modekarriere: Wie seht ihr die Corona-Krise in der Modebranche? Wie geht ihr damit um?

Marita von der Produktionsagentur für nachhaltige Mode Good Garment Collective, Berlin

„Auch bei Good Garment Collective haben wir Maßnahmen ergriffen, um Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Kurve flachzuhalten.

Dennoch versuchen wir den Betrieb aufrecht zu halten, haben aber den größten Teil unseres Teams ins Homeoffice geschickt. Wir arbeiten im Schichtsystem in unserem Büro in Kreuzberg und sind weiterhin telefonisch erreichbar, können Ware annehmen und die laufenden Produktionen betreuen. Kundentermine und Besprechungen verlegen wir auf Videokonferenzen. Mit unseren Produzenten und Zulieferern sind wir im regen Austausch und reagieren flexibel auf die individuellen Probleme, wie Lieferengpässe von Stoffen und Zutaten und erfahren hier eine große Hilfsbereitschaft zwischen den einzelnen Akteuren.“

Joana Ganser, CEO & Head of Design bei Shipsheip, Köln:

„Als Brand für hochwertige, individuelle Kleidung besteht die erste Herausforderung vor allem darin, Typ- und Stilberatungen auch ohne Touchpoint anbieten zu können. Anspruchsvolle Mode möchte auf unterschiedlichen Ebenen real wahrgenommen werden – die Präsentation und Haptik der Produkte, sowie eine qualitative Beratung, ist für unsere Kunden/innen essentiell. Obwohl unser SHIPSHEIP STUDIO geschlossen ist, können unsere Kunden/innen von Dienstag – Samstag zwischen 12:00 und 15:00 Uhr anrufen und sich beraten lassen. Um unsere Produkte ohne weitere Kosten anprobieren zu können, bieten wir kostenlosen Versand an. Wir liefern via Fahrrad und DHL go green und bis zum 30.04.2020 legen wir jeder Bestellung eine kleine Überraschung bei.

Die zweite Herausforderung besteht darin, mit nur sehr geringen Umsätzen die Produktion der Winterkollektion vorzustrecken. Die Sommerware wurde an die Einzelhändler verschickt, aber durch die Schließungen der Läden, können die Einzelhändler unsere Rechnungen nicht begleichen. Auch unser eigenes Lager ist voll, aber natürlich ist unser SHIPSHEIP STUDIO geschlossen und der Umsatz bleibt aus. Um diese ungewisse Zeit zu überbrücken, kann jede einzelne Bestellung, jeder Like und jede geteilte Story von Bedeutung sein. Der Support unserer Community kann dafür sorgen, dass wir euch auch in Zukunft noch stilvolle und nachhaltige Alternativen anbieten können.

Die derzeitigen Entwicklungen betreffen jeden – Produzenten, Brands, Händler und Konsumenten – der Virus überschreitet jede Grenze, deshalb sollten wir alle Grenzen überwinden und zusammen halten. Wir sollten uns nicht von unseren Ängsten leiten lassen, sondern auf unsere Werte besinnen. SHIPSHEIP steht für Qualität, Fairness und Transparenz – diese Werte sind der Motor unsere Branche – als soziales Unternehmen sehe ich darin unsere gemeinsame Stärke und die größte Chance diese Situation zu meistern.“

Sabine Deml, Geschäftsführerin von sheDoes Tracht, Dorfen bei Erding:

„Ich glaube, dass wir alle etwas aus dieser Zeit lernen können… vielleicht ist es mehr Zeit denn je, über den Massenkonsum und über Billigproduktionen im Ausland nachzudenken… denn keiner von uns braucht 30 Billigkleider, sondern ein paar tolle Sachen, die mit Liebe und Sorgfalt hergestellt wurden… so zieht sich das in jeder Sparte von Mode bis Ernährung durch… ich denke, dass ich für mich auch meine Arbeit noch einmal gründlich überdenken werde und diese Werte noch weiter vertiefe….“

Mimi und Simmi von Studio Pilcrow, Weißenhorn bei Ulm:

 „Für uns geht die Arbeit zum Glück ganz normal weiter, da wir mittlerweile inhouse produzieren, kommt bei uns bisher nichts ins stocken. Auch mit der Zulieferung von Zutaten und Stoffen haben wir bisher keine Probleme. Die einzige Sorge bereiten uns die stationären Boutiquen, in denen wir geführt werden. Wir versuchen sie natürlich so gut es geht zu unterstützen. Sie haben gute Konzepte ausgearbeitet, wie z.B. Bringdienste oder Ähnliches.

Deshalb auch an dieser Stelle der Aufruf: Unterstützt kleine Geschäfte und kauft so lokal wie möglich ein!

Gespannt sind wir auch auf die Zeit nach der Pandemie, wie sich das Kaufverhalten verändern wird. Es wäre schön, wenn wir die kleinen und schönen Dinge im Leben tatsächlich wieder mehr genießen können und der Support von lokalen Produkten bestehen bleibt bzw. die Nachfrage wächst.“

Buch Fashion Changers Inspiration Corona-Krise Modebranche
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Elisa Lange vom Marketing des Wäschlabels Erlich Textil, Köln:

 „Die derzeitige Situation trifft uns als junges und nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen sehr. Bei uns geht es jedes Jahr darum, dass wir wachsen und so sind auch unsere Rücklagen ausgelegt. Da wir sehr viel Geld reinvestieren, haben wir nicht so viele liquide Mittel zur Verfügung. Hinzu kommt, dass wir uns selbstfinanziert haben: Wir haben also keine externen Kapitalgeber, die uns mit großen Geldbeuteln im Rücken stehen. Daher ist die aktuelle Lage eine große Herausforderung für uns.

Auf der anderen Seite ist es für uns als kleines Start-Up auch einfacher uns an das Remote-Arbeiten anpassen zu können. Durch die von uns initiierte Aktion #supportsustainablebusinesses, haben wir uns beispielsweise auch mit anderen kleinen und nachhaltigen Brands vernetzt, um uns gegenseitig zu unterstützen und auf Aktionen und Rabatte aufmerksam zu machen. Wir helfen uns gegenseitig wo es nur geht, um gemeinsam das Beste geben zu können und diese Situation zu überstehen.“

Mentoring Modebranche Corona-Krise

Was könnte für dich neben der Corona-Krise in der Modebranche auch interessant sein:

Inspiration für freie Tage

Inspiration für freie Tage

Anzeige | Stand 24.03.2020

Als du gestern aufgewacht bist, hast du vermutlich zum ersten Mal gespürt, dass sich etwas in Deutschland stark verändert hat. Auch nach dem Wochenende liegt eine große Stille in der Luft. Es fühlt sich nicht an wie Urlaub, aber auch nicht wie Wochenende. Vor kurzer Zeit war das Leben noch völlig normal. Menschen sind morgens zur Arbeit gefahren, du bist deiner Ausbildung oder deinem Job nachgegangen, hast dir Stoffe gekauft oder die Modegeschäfte nach Inspiration durchforstet. Doch in der Zwischenzeit hat sich die Welt um 180 Grad gedreht.

Die Produktionsstätten haben keine Rohwaren mehr aus China erhalten. Keine Schiffe oder Flugzeuge mit neuer Ware wurden mehr geschickt. Nun haben die Modegeschäfte in Deutschland geschlossen. Prada näht bereits Atemschutzmasken. Die Branche steht still. In der sonst so eng getakteten Textilindustrie gibt es nur noch wenig zu tun. Internationale Konzerne wie Bestseller oder H&M entlassen Massen an Mitarbeitern. Die Zentralen stellen die Mitarbeiter auf Kurzarbeit oder Ähnliches um. Denn sind wir ehrlich, Mode ist in diesen Zeiten nicht mehr sehr gefragt. Auch der Onlinehandel spürt dies. Die Bevölkerung spart, wartet ab, wie lange die Situation anhält. Keiner ist in Kauflaune, außer bei Gewissen Verbrauchsgütern…

Wie gehst du nun damit um? Eine kleine Hoffnung gibt es. Auch wenn die Welt nicht mehr die selbe sein wird wie zuvor, wird auch die Modewelt nach der Krise irgendwann wieder florieren. Die Karten werden gerade neu gemischt. Der Markt war auch vor der Krise sehr angespannt, es gab viele Insolvenzen und nur wandlungsfähige Unternehmen werden mit der jetzigen Gegebenheit auch nach der Krise weiterbestehen. Bereite dich auf diese Zeit bestens vor!

Innovative Ideen sind jetzt gefragt, die die Probleme von Morgen lösen. Anstatt jetzt verzweifelt nach Stellen in der Branche zu schauen solltest du dich weiterbilden, um umfangreich gerüstet in die Branche einzusteigen. Dazu bekommst du heute eine Liste mit Inspiration für freie Tage.

Die Quarantäne Inspirationsliste

Verbessere deine Grafikkenntnisse

Mit Hilfe von speziellen Angeboten für Studenten und Schülern für Adobe Illustrator

kannst du deine Kenntnisse für die Erstellung von Tech Packs und Prints verbessern. Diese Kenntnisse sind unerlässlich für dich, wenn du in der Modeindustrie Fuß fassen willst. Umfangreiches Wissen zu diesem Programm kannst du dir über die Online-Akademie UDEMY aneigenen. Hier findest du meine Auswahl an Kursen, die sich für Modedesigner gut eigenen.

Um dich besser bei Adobe Illustrator zurecht zu finden, gibt es hier einen tolles Youtube-Video auf Englisch, in dem dir eine Designerin erklärt, worauf es bei einer technischen Zeichnung ankommt und wie du die Zeit dafür optimierst. Ideal, wenn du gerade Zeichnungen für dein Portfolio erstellen willst.

Beschäftige dich mit alternativen Produktionsmöglichkeiten und Materialien

Lerne den 3D-Druck kennen, informiere dich über Recycling-Konzepte, lass dir kreative Stoffmanipulationen einfallen. Sammle all das Wissen, wie die Branche in die nächste Ebene aufsteigen kann. Dieses Wissen hilft dir sowohl für den späteren Einstieg als Arbeitnehmer in der Modebranche als auch für eine Selbstständigkeit. Denn es werden nach der Krise Experten benötigt, die Modemarken unabhängiger bei solchen Krisen machen.

Ein toller Kurs, um dir Grundkenntnisse in 3D-Fashion aufzubauen, wurde von der der israelischen Designerin Danit Peleg kreiert. Sie gibt dir damit exklusive Einblicke, in die Entwicklung ihrer 3D gedruckten Kollektion.

Ausschnitt aus dem Online Kurs von Danit Peleg

Zwei Bücher, die mich in Bezug auf Fair Fashion sehr begeistern, möchte ich dir auf keinen Fall vorenthalten. Denn meine große Hoffnung für die Zeit nach der Krise ist es, dass wir uns stärker für den Umweltschutz einsetzen und alternative Lösungen für die konventionelle Massenproduktion finden, damit wir die Freude an der Mode irgendwann mit reinem Gewissen zelebrieren können.

Buch Fashion made fair
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Weitere Buchtipps findest du auch hier auf der Rubrik Modebücher.

Erweitere dein Business-Wissen

Auch Marketing und Webdesign sind vielleicht für dich interessant. Dazu bietet die Moz Academy derzeit ein kostenloses SEO-Training an. Gerade, wenn du in der aktuellen Zeit deine Webseitenkenntnisse schulen willst, lohnt sich die investierte Zeit. Hier kannst du es dir anschauen.

Wenn du dich grundsätzlich mit dem Aufbau einer eigenen Webseite mit Hilfe von WordPress beschäftigen willst, kann ich dir dieses Youtube-Video ans Herz legen. Mein erstes Video zum Thema Page-Building war ebenfalls von Tyler Moore. Er hilft einem schnell die grundsätzliche Idee von WordPress zu verstehen, die ersten Installationen durchzuführen und schnell wunderschöne Resultate zu bekommen. Ganz aktuell ist das Video nicht mehr, aber vieles kannst du auch jetzt noch umsetzen.

Ein neues Video für 2020 gibt es hier. Dort wird der Bau der Webseite anhand des Plugins Elementor Step für Step erklärt.

Natürlich gibt es auch Mütter, die aktuell vor enorme Herausforderungen mit dem Homeoffice gestellt sind. Hier geben die Expertinnen Juliane und Katrin hilfreiche Tipps in einem Online Workshop weiter.

Welche Jobs werden nach der Krise gefragt sein?

Die großen Unternehmen werden nach der Krise vermutlich mehr Kapazitäten auf den Online-Handel auslegen und auch die Digitalisierung vorantreiben. Daher kann es in den folgenden Berufen zu einem Anstieg kommen:

Online-Stylist

Mit dem Trend- und Outfitgedanken des Stylists können Software Experten Algorhythmen für ein perfektes Online-Shoppingerlebnis erstellen.

Editor und Social Media Manager

Auch in Krisenzeiten möchten die Menschen einen Blick hinter die Marke werfen. Als Editor oder Social Media Manager wird die Kundenbindung dauerhaft gefördert, vor allem durch das sog. Storytelling.

Data Scientist

Mit Hilfe von Datenquellen aller Art werden Antworten auf Fragen gefunden, um dem Kunden einen Mehrwert zu bieten.

Fashion-Coder

Ein Modedesigner mit Programmierkenntnissen? Das wäre für viele kleine Start-Ups ein Jackpot. Denn auch als Modedesigner wälzt du oftmals einfach nur Akten hin und her. Gerade für die Möglichkeit des Homeoffice ist das kein tragbarer Zustand. Als Modedesigner kennst du die Bedürfnisse deiner Kollegen und kannst gleichzeitig Arbeitsprozesse verändern und Lösungen schnell implementieren.

3D-Druck Experte

Eine Produktion ohne Auslagerung? 3D-Druck ist vielleicht noch Zukunftsmusik, aber gerade schwer im Kommen. Addidas, Iris van Herpen, Danit Peleg.. Viele steigen hier inzwischen ein.

Ich wünsche dir viel Kraft und Gesundheit für die nächste Zeit. Auf Modekarriere wirst du weiterhin mit wertvollen Inhalten und Tipps für deine Kreativität versorgt. Wie sieht dein Alltag derzeit aus? Was tust du in der Krise für deine Karriere. Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen.

marketing für dein modelabel

7 Marketing Tipps für dein eigenes Modelabel

Welche Marketing Möglichkeiten hast du für dein eigenes Modelabel? Nur wenn du es beherrscht die Aufmerksamkeit auf deine Marke zu ziehen, wirst du auch Verkäufe in dem übersättigten Markt generieren. Dabei geht es darum die eigene Sichtbarkeit zu vergrößern, mehr Kunden für sich zu gewinnen und deinen Imageaufbau zu betreiben.

 

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Mode-Start-ups haben sich die folgenden Ideen als besonders erfolgreich bewiesen. Gerade für den Start sind sie sinnvoll, da sie nicht zu kostenintensiv sind. Allerdings wird jede Marketing Strategie für dein eigenes Modelabel viel Zeit in Anspruch nehmen.

 

1. Sei präsent

Es ist ganz einfach, wenn du dich versteckst wirst du nicht gefunden. Das gilt nicht nur für die Online Welt. Finde heraus, wo sich dein Kunde aufhält und platziere dich genau dort. Erfolgreiche kleine Modelabels in meiner Region finde ich sehr schnell, weil sie präsent sind. Sie mieten eine geschickte Werbetafel in der Stadt, die sind auf allen großen Verkaufsevents dabei, inkl. Weihnachtsmärkte. Sie sponsern einen Verein oder statten diesen aus.

Sie sind persönlich vor Ort, sprechen mit ihren Kunden und bauen Vertrauen auf. Und das ist für eine nachhaltige Kundenbindung unerlässlich.

 

Um präsent zu sein, musst du nicht nur für deinen Kunden sichtbar sein. Schließe dich auch mit der Kreativwirtschaft in deiner Nähe kurz. Sie geben dir gerne kostenlose Beratungstermine, wie du deine Idee noch besser machen kannst. Außerdem kannst du dir Unterstützung in einem Designerverein holen, wie etwa den VDMD. Hierdurch lernst du neue Leute aus der Branche kennen und die sich ebenfalls für deine Idee interessieren und über weitere Erfahrungen verfügen, wie du mit dem richtigen Marketing dein eigenes Modelabel vorantreiben kannst.

 

2. So schaffst du vertrauensvolles Marketing für dein eigenes Modelabel

Vermutlich wirst auch du einen Onlineshop betreiben, im größeren oder kleineren Stil. Dazu möchte ich dir einen einfachen Hinweis geben, denn es gibt immer noch so viele junge Gründer da draußen, die genau an diesem Punkt scheitern: ein ordentliches Impressum.

Erst diese Woche hat mich eine Anfrage ereilt. Die Gründerin hat von ihrem sehr vielversprechenden Konzept geschrieben und dabei auch auf ihre Webseite verlinkt. Ich schaue mir generell bei neuen Anfragen gerne das Impressum, FAQs etc. an. Diese essenziellen Seiten zeigen sehr schnell, wie professionell die Marke ist. Leider fand ich hier nur einen Namen und eine Emailadresse vor. Womöglich sitzt die Marke in meiner Nähe. Leider kann ich dies so nicht herausfinden. Abgesehen davon gibt es in Deutschland eine Impressumpflicht für alle Webseitenbetreiber, ob selbstständig angemeldet oder nicht.

Daraus gibt sich neben dem geringen Vertrauen, das den Kunden entgegengebracht wird noch ein weiteres Problem. An welche Adresse können Kunden ihre Ware zurückschicken, wenn sie sie reklamieren müssen? Der Hinweis: „Bitte schreiben Sie bei Reklamationen oder Beanstandungen unter...“ Auch das ist nicht rechtskonform.

 

Neben diesem einfachen Hinweis, kannst du auch noch durch eine weitere Methode Vertrauen schaffen. Gebe deinen Kunden die Möglichkeit, dich zu bewerten. Ob auf Facebook oder direkt im Onlineshop. Das hat nicht nur den Vorteil für spätere Kunden sich über deine Produkte zu informieren, sondern du erhältst dadurch auch ein ehrliches Feedback und kannst für weitere Produkte daraus lernen.

 

3. Biete deinen Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis

Marketing eigene Kollektion

Hier ist deine Kreativität für deinen Onlineshop gefragt. Sich an den Shop-Aufbau von Zalando & Co. zu orientieren wird dich nicht weiterbringen, denn sie beherrschen bereits 97% des Modemarktes. Darum musst du dich ins Zeug legen, damit du einen Teil übrigen 3% ergatterst.

In der heutigen Zeit ist eine gute Idee allein kein Garant mehr für ein erfolgreiches Business. Denn niemand hat tatsächlich noch einen Bekleidungsbedarf. Es geht darum, dass du dich abhebst, ein Erlebnis bzw. eine Geschichte aufbaust und somit deine Ware für den Kunden schmackhaft machst.

Dieser Tipp ist besonders wichtig, wenn du dir ausgesucht hast ein T-Shirt Label zu gründen. Warum gerade das? Weil so gut wie jeder damit startet und in den meisten Fällen niemals seinen Lebensunterhalt damit bestreiten wird.

Hauche deinem Onlineshop leben ein. Es sollte etwas anderes werden, als das was die Kunden kennen. Dennoch ist es unerlässlich, dass die Seite benutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet ist. Hier ist eine Investition in einen Profi sinnvoll, denn vom Foto bis zum Text sollte die Seite deine Geschichte widerspiegeln. Neben informativen Dummy-Fotos, die deine Kollektion dem Kunden zur Anschauung dienen, solltest du Outfitideen einbauen. Mach es dem Kunden einfach, wie er deine Kleidungsstücke eindrucksvoll in Szene setzen kann. Dabei kannst du auch zusätzliches Geld verdienen, indem du andere Marken in Kooperation oder als sog. Affiliate-Marketing anbietest. Damit bekommst du von den 97% auch ein Stückchen ab.

Auch die Texte sollten eine eindeutige Sprache sprechen. Aus meiner Erfahrung als Mode-Texter weiß ich, wie ein Wort die Fantasie eines Kunden anregen kann. Damit lädst du ihn zum Träumen an und genau das wünscht er sich beim Shoppen – Emotionen.

 

4. Gehe Kooperationen ein

Neben meinem Tipp, zusätzlich Affiliate-Marketing zu betreiben, möchte ich dir noch die Möglichkeit aufzeigen, mit anderen Selbstständigen zu kooperieren. Mit einem Konzeptstore kannst wunderbar Marketing für dein Modelabel betreiben. Deine Modekollektion oder deine Schmuckaccessoires platziert der Inhaber neben anderen Lifestyleprodukten. Eine einladende und stimmige Atmosphäre entsteht dabei. Besitzt du ein ökologisch bewusstes Label, könntest du bei Kosmetikerinnen oder Bio-Kosmetik-Shops anfragen, ob sie deine Kollektion aufnehmen wollen. Dazu ist es üblich, dass du ihnen monatlich eine kleine Miete bezahlst.

Auch Cafés oder Friseursalons, Barbershops bieten sich dafür an. Diese Konzepte sind oftmals in kleineren Städten oder Stadtteilen abseits der Innenstädte vielversprechender, da der Kunde hier weniger unter Stress steht und regelmäßiger die gleichen Locations besucht. Wenn deine Zielgruppe gerne feiert, könntest du auch bei einem Club anfragen, ob du dort eine Modenschau veranstalten könntest und so zusätzliche Kunden in die Räumlichkeit bringen könntest.

 

5. Teile deine Talente und dein Wissen

Neben klassischem Marketing für dein eigenes Modelabel kannst du andere Menschen von deinen Fähigkeiten überzeugen, in dem du z.B. Kurse über die VHS oder Online über die Plattform Udemy anbietest. Weiterhin kannst du Ebooks erstellen. Die Designerin Sarah Ehrentraut lebt neben ihrem Traum von der eigenen Wäschekollektion auch ihre Leidenschaft für Schnitttechnik aus. Dafür erstellt sie immer neue Schnitte, die sie an Selbstnäher verkauft. Damit positioniert sie sich als Expertin für ihren Bereich. Jedoch zeigt sie sich auf ihrem Instagram Account sehr nahbar und authentisch, zeigt ihre Vision, erklärt, wo sie ihre Informationen herbekommt. Ihre Zielgruppe schätzt dies und so wird Sarah zu einem wichtigen Ansprechpartner.

Durch weitere Kompetenzen und eine breitere Aufstellung deiner Dienstleistungen kannst du auch ganz neue Kunden erschließen. Wenn du etwas viele Rapports oder Muster für deine Kollektionen benötigst, könntest du noch einige mehr produzieren und zusätzlich dich als Textildesigner auf einer  separaten Plattform zeigen. Mit dieser zusätzlichen Expertise erhöhst du ebenfalls deine Aufmerksamkeit.

 

6. Suche andere Lösungen

Es muss nicht immer ein eigenes Label sein. Dir gefällt eine Idee, die auf deinem Markt in Deutschland bisher nicht verfügbar ist? Warum nicht die Vorteile von deren Marketinginstrumenten nutzen und das Unternehmen anschreiben, dass du deren Kollektion gerne auf dem deutschen Markt vertreiben möchtest.

marketing tipps für dein eigenes modelabel

 

 

6. Blogger & Co.

Der ultimative Tipp schnell auf sich aufmerksam zu machen lautet: kleide einen Blogger, einen C-Promi oder eine andere Person des öffentlichen Lebens ein. Bei deinen Anfragen gibt es einiges zu beachten:

Recherchiere ausführlich, ob die angefragte Person, besser gesagt ihre Zielgruppe zu deiner Marke passt. Gehe lieber ein bis zwei bezahlte Kooperationen ein, als viele unbezahlte, die dir keinen gewünschten Effekt bringen. Es kann sogar ein Imageschaden entstehen, wenn du mit Produkten willkürlich um dich wirfst. So wird am Ende deiner Kleidung kein Wert mehr zugeschrieben, wenn sie jeder kostenlos haben kann. Bewahre also eine Exklusivität.

Stelle eine Anfrage immer individuell und persönlich. Wenn du einen kostenfreien Deal aushandeln willst, wirst du meist keine Rechte an den entstanden Fotos von der öffentlichen Person haben. Erkläre in einer kurzen Email, was du dir vorgestellt hast und wie die Person davon profitieren kann (mit oder ohne Bezahlung). So kann sie evtl. ein Outfit von dir erhalten oder du beteiligst sie am Gewinn, für jedes verkaufte Teil, das über ihren Code bei dir bestellt wurde (Letzteres macht nur Sinn, wenn du bereits einen Kundenstamm hast, da du andernfalls noch keine Erfahrungswerte bezüglich der Nachfrage hast).

Deine Webseite muss absolut professionell wirken, so wie ich es weiter oben bereits erwähnt habe. Sie ist deine Visitenkarte für einen Kooperationspartner. Telefoniert oder trefft euch persönlich, um Missverständnisse beim Auftragsbriefing zu vermeiden. Nenne klar, was dein Ziel ist und gebe deinem Kooperationspartner das Gefühl, das er/sie auch etwas davon hat.

 

Denke auch daran, dich selbst und deine Freunde mit deiner Kollektion auszustatten. Das schafft Authentizität. Veranstalte auch Gewinnspiele, bei denen du Teile aus deiner Kollektion gegen Fotos etc. verlost.

 

Am Ende möchte ich dir noch sagen: bleib geduldig! Nicht jede Strategie wird dir sofort massenweise Kunden einbringen. Eine breite Mischung verschiedener Tools ist sinnvoll, für eine langfristig gesteigerte Sichtbarkeit. Vertraue nicht alleine auf Facebook und Instagram. Gib dich nah und kommuniziere mit deinem Kunden, wann immer es möglich ist. Denke auch daran, dass dein Produkt perfekt sitzt und nicht im Nachhinein reklamiert werden muss. Außerdem sollest du genügend Vorrat zur Verfügung haben, wenn du eine Marketing Kampagne für dein eigenes Modelabel startest.

Team Good Garment Collective - kollektion nachhaltig produzieren

So kannst du eine Kollektion nachhaltig produzieren lassen

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Das Thema Nachhaltigkeit ist besonders in der Bekleidungsindustrie ein wichtiges Thema. Kaum eine andere Branche verschmutzt unsere Umwelt mehr. Darum ist es erfreulich, dass das Bewusstsein für nachhaltig und fair produzierte Kleidung wächst. Das lässt sich an der Nachfrage im Handel und an der steigenden Zahl der Fair-Fashion-Labels erkennen. Große Modeketten haben diesen Markt inzwischen auch erkannt und versuchen eine speziell beworbene Fair-Fashion Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen. Bei vielen großen Marken ist die Produktion jedoch nicht sehr transparent. Es wird vieles alleine der richtigen Marketingstrategie überlassen und die konventionelle Produktion bleibt für den Hauptanteil des Sortiments weiterhin bestehen. Dies kritisiert auch Greenpeace.

Daher sehen sich gerade viele junge Start-ups in der Verantwortung etwas an den derzeitigen Produktionsbedingungen zu ändern. Doch wo kannst du deine Kollektion nachhaltig produzieren lassen, auch in kleinerer Stückzahl?

Werkstatt Workshop vom deine Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen für Modedesigner

Foto: Good Garment Collective | Die Werkstatt der Produktionsagentur

Mit Hilfe einer Produktionsagentur eine Kollektion nachhaltig produzieren lassen

Ein wichtiger Partner bei der Entwicklung oder Herstellung der eigenen Kollektion kann eine Produktionsagentur sein, die Start-ups durch diesen Prozess begleitet. Ich bin dabei auf die Produktionsagentur Good Garment Collective gestoßen, mit der du deine Kollektion fair und nachhaltig produzieren lassen kannst. Sie unterstützen ihre Kunden, wie Designer, Fashion Brands oder fachfremde Unternehmen mit Leidenschaft bei der Entwicklung nachhaltiger Textilprodukte und der Realisierung innovativer Projekte.

 

Welche Leistungen kann Good Garment Collective dir anbieten?

Die Agentur vereint in ihrem Team ganz unterschiedliche Kompetenzen in den Bereichen Bekleidungstechnik, Modemanagement oder Modedesign.

„Zu unserem Team gehören die drei Gründerinnen Marita Jablonski, Stefanie Harborth und Jenny Stobbe, die im April 2017 mit Good Garment Collective gestartet haben. Zwei weitere Mitarbeiter, Felicia und Christin sind seit einem Jahr dabei, außerdem unterstützt uns immer ein Praktikant. Je nach Fähigkeit und Leidenschaft gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten in den Bereichen Kollektionskonzeption, Modell- und Schnittentwicklung, im Materialsourcing oder Produktionsmanagement. Somit können wir als Team ein breites Dienstleistungsportfolio anbieten. Mal sind wir als Berater in der Startphase eines Labels gefragt oder betreuen die Produktion bis Qualitätskontrolle für mittelständische Unternehmen“, erklärt mir die Agentur.

 

Dabei ist dem Unternehmen für die erfolgreiche Arbeit wichtig, dass niemand dabei zu schaden kommt. Deswegen tut das Team sein Bestes, Produkte sinnvoll zu gestalten, Ressourcen zu schonen und eine Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen.

 

Workshops für Gründer und Kreative aus der Modebranche

Weiterhin hat sich das Expertenteam dem Thema Weiterbildung verschrieben. Dafür bietet die Agentur regelmäßige Workshops an. Sowohl Modedesigner, Fashion Start-ups aber auch fachfremde Unternehmer/innen aus dem Bereich Marketing und Sales, die eine Businessidee für ein eigenes textiles Produkt haben, nehmen an den verschiedenen Workshops teil.

„Oft können es sich Start-ups oder Designer am Anfang ihrer Gründung nicht leisten alle Positionen (Schnitt, Material, Produktion) mit uns zusammen zu entwickeln, deshalb möchten wir ihnen eine Weiterbildung ermöglichen z.B. zur Materialbeschaffung oder zum Produktionsmanagement“, so das Team.

 

Ziel ist es, dass du anschließend die Punkte möglichst eigenständig übernehmen kannst. Dafür bekommst du Handouts und Tabellen als ‚Fahrpläne‘, um dich damit durch den Prozess leiten zu können. Die Workshops sind eine gewinnbringende Investition und durch eine Bildungsprämie förderfähig. Du lernst dort Gleichgesinnte kennen und kannst dich mit den Experten austauschen. Alle Workshops sind auf der Website zu finden. Regelmäßig informiere ich dich auch in meiner Facebook-Gruppe Als Modedesigner durchstarten über neue Termine.

Wie findest du nachhaltige Stoffe für deine Kollektion?

Bei der Stoffbeschaffung (Materialsourcing) ist es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Qualitäten auszukennen und Wissen über Fasern, Zutaten und Veredelungen zu besitzen. Speziell für den Sustainable Bereich solltest du gängige Zertifikate und deren Anforderungen kennen und dir auch über Recycling und Verwertung deiner Produkte Gedanken machen.

Bei der Planung der Stoffmenge spielt es für deine Kollektion auch eine Rolle, dass deine Produkte bei einer hochwertigen Qualität dennoch preislich konkurrenzfähig bleiben.

bei der Modeentwicklung für ein Modelabel | Kolletion nachhaltig produzieren

Foto: Good Garment Collective | Mitgründerin Stefanie bei der Modellentwicklung für NASCH Sportswear

Eine Möglichkeit sich über eine Vielzahl nachhaltiger Stoffe und Innovationen zu informieren sind Messebesuche z.B. ReSOURCE auf der Munich Fabric Start. Ein solcher Besuch ist jedoch mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Dabei sind die Stoffhersteller häufig mit großen Abnehmern beschäftigt und nehmen ein kleines Start-up kaum wahr. So passiert es häufig, dass du bestellte Musterstofflaschen nicht zugeschickt bekommst. In diesem Fall lohnt es sich nach Restbeständen zu fragen oder sich mit anderen Modedesignern zusammenzutun, wenn du eine kleine Kollektion produzieren lassen willst.

 

Wenn du in diesem Thema Unterstützung benötigst kann dir Good Garment Collective ein großes Repertoire an Stoffen und den richtigen Stoffherstellern präsentiert. Die Agentur sucht von GOTS und IVN Best zertifizierten Naturmaterialien über Tencelstoffe bis hin zu recycelten synthetischen Stoffen geeignete Materialien für deine nachhaltige Kollektion aus. Dabei spielen aber nicht nur Zertifikate eine Rolle. Sie wollen Zulieferer unterstützen, die sich im Bereich Nachhaltigkeit stark machen und bereit sind, neue und auch unbequeme Wege zu gehen. Das können auch sehr kleine, traditionelle Hersteller sein, die auch ohne Zertifikat eine nachhaltige Stoffauswahl anbieten. Die Auswahl der Materialien erfolgt nach den Anforderungen des Produktes, wird ganzheitlich betrachtet und mit dem Nachhaltigkeitskonzept der Marke abgestimmt.

 

Bei einem Workshop kann dir dieses Wissen ebenfalls vermittelt werden. Dabei wirst du an unterschiedliche Materialien und Fasern herangeführt und erhältst Antworten auf Frage: Wo finde ich ökologisch und fair produzierte Stoffe für meine Kollektion? Du erfährst auch alles über gängige Zertifikate und deren Anforderungen.

 

In welchen Ländern kannst du deine Kollektion nachhaltig produzieren lassen?

Viele nachhaltige Produktionen finden überwiegend in Europa statt. Das richtige Produktionsland hängt vom Produkt selbst und von der gewünschten Menge ab. Bei manchen Manufakturen kannst du einen Style schon ab zehn Stück pro Farbe produzieren lassen, dabei musst du allerdings mit Mindermengenzuschlägen zusätzlich zum Produktionspreis rechnen.

Eine Produktion mit mindestens 50 Stück pro Style lässt sich schon einfacher realisieren. Das hat den Hintergrund, dass „Production Lines“ für dein Produkt geblockt werden. Die benötigten Nähmaschinen werden für deine Kollektionsteile perfekt eingestellt (Fadenfarbe bestimmt, Fadenspannung ermittelt etc.) und die Näherinnen nähen in der Regel die einzelnen Arbeitsschritte, bis die Produktion abgeschlossen ist. In Ländern wie Portugal übrigens beginnt die Mindeststückzahl bei ca. 300 Teilen pro Style.

 

Bei jeder Produktion ist eine gut durchdachte Vorbereitung nötig. Der Hersteller benötigt die richtigen Maße bzw. Schnitte und Produktionsunterlagen, um Problemen vorzubeugen. Während der Produktion können oftmals Hindernisse auftreten, die gelöst werden müssen.

Workshop Sustainable Trends und Brand Building | Workshops Modedesigner Weiterbildung

Foto: Good Garment Collective | Workshop Sustainable Trend & Brand Building

 

Hier ist Good Garment Collective mit ihrem Erfahrungsschatz ein wertvoller Ansprechpartner. Das Team arbeitet vorwiegend mit Produktionsstätten in Polen, Deutschland und Portugal zusammen, realisiert aber auch Projekte mit anderen europäischen Ländern, wie Kroatien und Griechenland. Je nach Produktionsvolumen und Projekt finden sie einen geeigneten Produktionspartner bei möglichst kurzen Transportwegen.

„Generell sind faire Entlohnung, transparente Produktionsprozesse, sowie eine gute Kommunikation während des Projektes ein ausschlaggebendes Kriterium für eine Zusammenarbeit“, erklärt die Produktionsagentur.

 

Modelabels, die von Good Garment Collective unterstützt werden

Seit der Gründung der Agentur im April 2017 haben die Gründer Modedesigner und Unternehmer/innen bei verschiedenen Projekten erfolgreich begleitet. So gehört das Label Julia Leifert zu einem der längsten Kunden. Julia Leifert ist ein aufstrebendes Berliner Label, das Sustainable Womenswear im High-End Fashion Bereich anbietet. Die gleichnamige Modedesignerin verbindet mit ihrer Mode bequeme Lässigkeit mit puristischer, cleaner Eleganz und zeigt damit, dass sich eine ökologisch und fair produzierte Kollektion zeigen lassen kann. Im Fokus stehen nachhaltige Materialien und lokale Produktion mit fairen Herstellungsbedingungen.

Good Garment Collective begleitet das Label von Beginn an und unterstützt die Designerin von der Modellentwicklung bis zur Produktion.

 

Ein sehr innovatives Projekt, für das die Produktionsagentur die Modellentwicklung und das Produktionsmanagement übernimmt, ist das nachhaltige Label ooshi aus Berlin – Deutschlands erstes Label für Periodenunterwäsche. Ooshi’s sind komfortabel, bequem und durch das innovative, integrierte Membransystem auslaufsicher. ooshi’s sind in verschiedenen Modellen und Designs für Mädchen und Frauen erhältlich.

 

Wenn du Lust hast dein Label oder deine Geschäftsidee ebenfalls voranzubringen, lohnt sich die Teilnahme an einem Workshop von Good Garment Collective in Berlin. In meinem Newsletter  halte ich dich auf dem Laufenden, sobald neue Workshops wieder starten.

Was sind für dich interessante Weiterbildungen im Modebereich? Schreib mir gerne einen Kommentar dazu.

 

Die Kunst ein kreatives Leben zu führen – Das Buch

“Für sinnvolle Arbeit ist es entscheidend, dass wir glauben, dass die Menschen mit denen wir arbeiten oder die von unserer Arbeit profitieren, etwas richtig gemacht haben im Leben.”

Die kunst ein kreatives leben zu führen

In diesem Ratgeber zur Achtsamkeit wird in ganz alltäglicher Weise die Kreativität in uns aufgespürt. Der Autor und Psychologe Frank Berzbach geht davon aus, dass wir alle kreativ agieren können. Anhand zahlreicher Zitate großer Denkern, werden seine Thesen unterstützt. Seine Ideen für ein kreatives und erfülltes Leben basieren auf Psychologie, Philosophie und Spiritualität.

“Problematisch ist aber das seelische Unglück, das durch die Virtualität der Arbeit selbst entsteht.”

Arbeit und Kreativität in der real existierenden Welt sind für den Autoren eine Gelegenheit über  sich hinauszuwachsen, die eigene Schaffenskraft zu erleben und dabei auch neue Ideen entstehen zu lassen.

Dieser Ratgeber ist eine Einladung seine kreative Quelle zu finden, auch mit Hilfe von Stille und Meditation.

“Stille auszuhalten verbessert die Konzentration”

Es geht darum, nicht das  Arbeiten und die Kreativität zu trennen, sondern beides eins werden zu lassen.

Nur wenn wir unsere Balance finden, können wir unsere innere Schöpferkraft nutzen. Dabei beschreibt der Autor auch das Themen unter denen viele kreative Köpfe leiden: Frustration im Alltag und Depressionen. Diese Kapitel hätten jedoch noch tiefer behandelt werden können. Und gerade bei Blockaden und Depressionen hätten neuzeitliche Expertenstimmen eine Bereicherung für den Leser dargestellt.

Nicht nur inhaltlich ist dieses Buch wertvoll und lesenswert, auch durch seine grafische Gestaltung wird das Lesen ein wahrer Genuss auch für das Auge. Die Ausgestaltung wurde sogar mit einem Preis ausgezeichnet.

Über den Autoren:

Frank Berzbach wurde 1971 geboren und hat an der Goethe Universität in Frankfurt am Main promoviert. Er unterrichtet Psychologie an der ecosign Akademie für Gestaltung und Kulturpädagogik an der Technischen Hochschule Köln. Er hatte in seiner Laufbahn bereits als Wissenschaftler, Journalist, Fahrradkurier, Technischer Zeichner, in der Psychiatrie und als Buchhändler gearbeitet.

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In der Modebranche Ortsunabhängig arbeiten Illustration Yael Hertzog

Ortsunabhängige Berufe in der Modebranche – Modeillustrator

In der Modebranche ortsunabhängig arbeiten – geht das? Ich stelle heute den Beruf Modeillustrator vor und habe dazu ein Interview mit der Illustratorin Yael Hertzog geführt. Zunächst werde ich dir noch ein paar Infos zu dem Berufsbild geben:

 

Was macht ein Modeillustrator?

Durch die Digitalisierung hat die Kunstform einen Wandel vollzogen und ist heute ein wichtiges Mittel zur Abstraktion, um Träume anzuregen. Sowohl in Zeitschriften, auf Webseiten, als Lifestyle-Deko gerahmt oder in Werbespots werden heute Modeillustrationen genutzt. Die meisten Illustratoren sind Freiberufler und arbeiten an Aufträgen unterschiedlicher Kunden, sie können aber auch ein Gewerbe betreiben und eigene Projekte realisieren. Mehr dazu erfährst du weiter unten im Interview.

Damit können Illustratoren sich ihren Arbeitsort selbst aussuchen und in der Modebranche ortsunabhängig arbeiten. Meetings lassen sich auch häufig über Skype realisieren.

Welche Ausbildung benötigt ein Illustrator?

Das Berufsbild des Illustrators ist nicht geschützt, sodass ein Quereinstieg möglich ist. Eine Grundvoraussetzung sind deine Fertigkeiten beim Zeichnen und ein eigener Stil. Viele Illustratoren haben jedoch zuvor eine Ausbildung im Bereich Mode absolviert oder ein Modestudium abgeschlossen. Dort hatten sie genug Zeit verschiedene Techniken auszutesten und so ihre eigene „Handschrift“ zu finden. Weiterbildungsmöglichkeiten findest du bei Onlineakademie Udemy (Partnerlink) oder einen ersten kostenlosen Schnupperkurs findest du bei der Summer School der AMD Mode und Design Akademie GmbH.

 

Nun geht es auf zum Interview mit meiner Interviewpartnerin Yael Hertzog.

Ortsunabhängig arbeiten Modedesigner

Foto: Yael Hertzog

Yael ist Mutter und lebt in Hadera, einer Stadt zwischen Haifa und Tel Aviv in Israel.

 

„Ich habe in der Highschool mit meinen Zeichenstudien begonnen und machte danach ein Modestudium am „Shenkar“ College in Tel Aviv. Durch den Beruf meines Vaters sind wir in meiner Kindheit die meiste Zeit in der Welt umhergereist. Für ein Jahr habe ich auch in Australien gelebt. Ich liebe es ortsunabhängig zu arbeiten.“

Seit wann zeichnest du und wie hast du deinen eigenen Stil entwickelt?

„Ich zeichne bereits seit meinem vierten Lebensjahr. Ich kann mit gut erinnern, dass es meine Lieblingsbeschäftigung war, woimmer ich mich befand. Ich fand diese in Notizbüchern und Postern, die ich besaß. Außerdem wuchs ich mit zwei älteren Brüdern auf, daher hatten wir viele Comic-Hefte, die mich stark beeinflussten, was man auch heute noch noch an meinem Zeichenstil sehen kann.“

modebranche ortsunabhängig arbeiten Illustration Yael Hertzog

Illustration by Yael Hertzog

Wie bist du zur Modeillustration gekommen? War das schon immer dein Traumberuf?

„Auf diese Idee hatte mich ein Freund gebracht, den ich von unserem her Modestudium kannte. Ich habe meinen Abschluss 2003 gemacht und bekam kurz danach eine Anstellung als Kostümdesignerin für unterschiedliche Produktionen. Ich liebte diese Tätigkeit und hatte schon damals Illustrationen angefertigt, um mich für meine Arbeit zu orientieren. Durch die Schwangerschaft mit meinem ersten Kind war mir klar, dass Kostümdesign nicht in meinem Lifestyle als Mutter passen würde. Aus diesem Grund wollte ich mich neu orientieren und Illustrator zu werden, war eine ganz klare Entscheidung für mich. Mein Zeichenstil bewegte sich, trotz meinem Hang zum Comic, immer um Modezeichnungen und heute habe ich viel Erfolg damit, diesen Stil mit verschiedenen Elementen zu mixen.“

 

Du bist Mutter, wie vereinbarst du deinen Alltag mit deinem Job? Das stelle ich mir ganz schön stressig vor.

„Mein Tag beginnt recht früh, um ca. 6 Uhr morgens. Ich starte mit meiner Arbeit ungefähr um 8.30 Uhr und bleibe bis 16 Uhr dran. Danach hole ich meine Kinder ab und verbringe den Rest des Tages mit ihnen. Wenn ich eilige Projekte, Fertigstellungstermine oder Meetings habe, arbeite ich solange weiter, wie mein Mann oder ein Babysitter auf die Kinder aufpassen kann. Es ist nicht immer einfach, aber wenn man es wirklich möchte, ist es möglich. Außerdem gebe ich jeden Tag mein Bestes, um noch Zeit mit meiner Familie zu verbringen.“

 

Wo befindet sich dein Arbeitsplatz?

 „Ich arbeite zuhause in meinem Studio.“

 

Was ist deine liebste Zeichentechnik?

„Ich mag es neue Techniken auszuprobieren. Ich liebe Aquarellfarben, aber seit einiger Zeit habe ich immer mehr schwarze Tusche implementiert. Für mich ist es wunderbar, wenn sich deckende Techniken und die Transparenz von Aquarell gegenüberstehen.“

 

Was zeichnet deiner Meinung nach einen guten Illustrator aus?

„Um ein guter Illustrator zu sein, ist es am wichtigsten, dass du deine Arbeit liebst, dass du eine Leidenschaft für das Zeichnen hast. Denn wie bei allen anderen freiberuflichen Jobs, gilt auch hier – es ist kein einfacher Job! Als guter Künstler musst du deine Fertigkeiten immer weiter verbessern und nie aufhören Neues zu lernen oder dir anzueignen.“

 

Wie hast du deine ersten Kunden bekommen?

„Zu meinen ersten Kunden gehörten Bekannte von unserem Modestudium. Manche von ihnen waren inzwischen Head of Designer in großen Modekonzernen oder Freiberufler, die Zeichnungen oder Illustrationen für ihre Arbeit benötigten. Ich glaube am besten ist es, wenn man seinem Umfeld von seiner Tätigkeit erzählt. Deine Bekannten erzählen dann weiter von deiner Arbeit. Wenn du in dem gut bist, was du tust, werden immer mehr Menschen zu dir finden.“

 

Wie können dich potenzielle Kunden finden?

„Gefunden zu werden ist heutzutage mit all den sozialen Netzwerken sehr einfach. Früher war das noch etwas anders und Kunden haben von mir durch andere Kunden gehört. Gute Mund-zu-Mund-Propaganda ist das beste, was man für ein Business haben kann.“

 

Wo entstanden bisher Probleme mit Kunden? Wie kann man so etwas umgehen?

 „Leider ist es so, auch wenn du dein bestes gibst, um den Kunden zufrieden zu stellen, ist es möglich dass es von Zeit zu Zeit zu Problemen kommt. Mein bester Ratschlag an Illustrationen, die in solch einer Situation stecken, lautet: Hör immer genau zu, was dein Kunde braucht. Auch wenn der Kunde es manchmal nicht direkt ausspricht, kann man, wenn man genau hinhört, verstehen, was er eigentlich meint. Außerdem sind ein guter Servicegedanke und deine Verfügbarkeit ein Schlüssel zu einem erfolgreichen Projekt und wiederkehrenden Kunden. Behandle einen unzufriedenen Kunden gut, es wird einem ein besseres Resultat geben, als ihn unzufrieden zu lassen. Es geht dabei nichtt ums eigene Ego, sondern um deren Produkt.“

 

Welches war das mit Abstand schönste Projekt für dich bisher?

„Eigentlich liebe ich alle meine Projekte und es ist schwer sich für eines zu entscheiden. Ich würde aber sagen, am meisten habe ich es genossen für „Babyland“ zu arbeiten. Das ist die größte Umstands-Messe in Israel! Das Unternehmen, das dieses Event veranstaltet, hat sich zu einem zeitgemäßeren Auftritt entschlossen, als das übliche „Soft Baby“-Image, das jeder von solchen Messen kennt. Das Ergebnis war spektakulär und wurde landesweit veröffentlicht. Das Projekt war ein riesiger Erfolg und ich war glücklich, dass ich dabei eine so große Rolle spielen durfte.“

ortsunabhängig arbeiten als Modedesigner

Illustration: Yael Hertzog

 

Zusätzlich zu deiner Freelance-Tätigkeit als Illustratorin, hast du einen Onlineshop gegründet. Kannst du ein bisschen darüber erzählen?

Ich betreibe seit letztem Jahr einen eigenen Onlineshop mit illustrierten Produkten von mir. Es ist für mich ein ziemliches Abenteuer. Meine Produkte werden in den USA hergestellt und bedruckt und danach weltweit versendet. Ich plane auch für dieses Jahr eine separate Bade- und Surfkollektion mit einer Bademodenfirma zu starten.

Dankeschön Yael! Ich wünsche dir noch weiterhin gutes Gelingen!

 

Hier findest du das Originalinterview:

Interview with the fashion illustrator Yael Hertzog

„I am 40 years old, born and raised in Israel. Living today in Hadera, which is exactly in the middle between Haifa and Tel Aviv. I started fashion studies in high school and continued in college. I studied in „Shenkar“ college in Tel Aviv. Because of my fathers work  I traveled all around the world most of my life and lived about one year in Australia. I love working globally.“

 

remote work as fashion illustrator

Foto: Yael Hertzog

How did you learn your own style of illustrating and how long do you draw already?

„I’ve been drawing since age 4! I remember it quite good as my favorite activity wherever I was. I used to practice by copying drawings I found on notebooks and posters I had. Also, since I was growing up with two older brothers, we had lots of comic books lying around so I was very influenced by comic books art and you can see that even today in my style of illustration.“

 

How did you come up with the idea to become a fashion illustrator?

„The idea of becoming a fashion illustrator came actually from my best friend who’s been there with me since our fashion studies in college. I’ve graduated college in 2003 and immediately became a costume designer for all performance arts. I loved it and always used illustration as a leading tool in my work as a designer. During my pregnancy with my first child I knew that being a costume designer will not fit my lifestyle as a mom anymore so I wanted to make a change and illustration was the natural choice. My style, even if it was heavily influenced by comic books or anima was always around fashion drawings and today I succeed in mixing them all together.“

 

How is your usual business day working as being a mother?

„My day begins very early around 6 am. I start my work day around 08:30 am and always stop around 4 pm to pick up my kids and spend the rest of the day with them. If I have urgent projects, deadlines or meetings waiting I continue working as long as it takes while my husband or a babysitter takes care of the kids. It’s not always easy but it’s possible if you really want it. I do my best to have some quality time with my family every day.“

 

ortsunabhängig arbeiten als Modeillustrator

Illustration: Yael Hertzog

Where are you working from?

„I’m working from my home studio.“

 

What is your favourite technique of illustrating?

„I like to try out new techniques of drawing all the time. I love using watercolors but lately I found myself working more and more with black ink on paper. I just love the opaque (nontransparent) affect as oppose to the transparency of watercolors.“

 

What do you think it’s necessary to become a good illustrator?

„In order to become a good illustrator, I believe you need first of all have to completely love it, be passionate about it, because like any other freelance job – it is not easy! Like every good craftsman, you will need to practice endlessly. Always be in a learning mode, there is always something new to learn or try out.“

 

How did you get your first customers?

„My first customers were people who knew me from our studies in fashion college. Some of them were already head designers in large fashion companies or freelance designers who needed sketches and illustrations for their work. I think it is best to start spreading the word about your art to your closest circle and then let it go from there. If you are good in what you do, more people will come to you.“

 

How could your customers find you?

„Finding me today is very easy with all the social networks, but a decade ago things were a little different, and clients heard about me from other clients. Word to mouth recommendations are the best kind you can have as a business.“

 

 Did you ever had problems with a customer? And is there an advise you would like to give to young creatives, who would like to start in fashion illustrating?

„Unfortunately, even when you give your best and do everything in your power to satisfy your clients, it is inevitable to have problems once in a while with customers. My best advice for illustrators is to listen always to what your customer needs. Even if they don’t say it specifically, you can always listen carefully to understand what they really need. Also, your service and availability are most of the times the key to a successful project and to a returning customer. Remember that dealing well with an unhappy customer will give you better results than falling apart from it. This is not about your ego, it’s about their end product.“

 

What was your favourite project until today?

Although I love all my projects and it’s really hard to choose, I would say that I mostly enjoyed working on „Babyland“, which is the largest maternity event in Israel! The company producing the event decided to go for a more fashionable look than the usual „soft babies“ branding everyone is used to seeing in these kind of events. The result was spectacular and published nationally. It was a huge success and I loved having such a big part in that.

 

Besides your work as fashion illustrator you are running your own online shop. Could you tell me a bit about it?

„I have been running my own online shop of illustrated products for past year and it’s been an amazing adventure. My products are printed and manufactured in the USA and sent worldwide. Also I plan to start a separate swim and surf collection with a swimwear company this year.“

Thanks alot Yael! I wish you great success for your further projects!

Die israelische Designerin Natalie Walker

Interview mit der israelischen Designerin Natalie Walker

Die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

(English Version below)

Bei meiner Reise zum kreativen Schmelztegel des Nahen Ostens, hatte ich die Gelegenheit für ein wunderschönes, inspirierendes Interview mit der Designerin Natalie Walker in Jaffa.

Beim Begehen des Ateliers war ich bereits hingerissen von der Atmosphäre und der Warmherzigkeit der Designerin. Sie und ihr niedlicher Sohn empfingen mich dort.

Nachdem wir uns ein bisschen Ruhe im Atelier verschafft haben, da momentan zu allen Tageszeiten auf den Straßen aufgrund von Purim extrem gefeiert wurde, erzählte mir Natalie über ihren Werdegang.

Ihre Ausbildung begann sie im Bereich Textildesign am Shenkar College. Es ist das beste seiner Art im ganzen Nahen Osten und weltweit sogar auf Platz 6 (Stand 2017, laut Business of Fashion) der besten Modeinstitute weltweit.

Sie interessierte sich besonders für die Textilen und die unterschiedlichen Strukturen von Materialien. Daher erschien es für sie vorteilhafter sich im Bereich Textildesign ausbilden zu lassen.

Nach diesen vier Jahren am Shenkar College bekam sie ihren Sohn, woraufhin sie sich eine Auszeit nahm. Während ihrer Ausbildung hatte sie bereits begonnen in kleinen Boutiquen einige selbst designte Teile zu verkaufen oder auch direkt von Zuhause aus. Es war eine Zeit in der sie sich ausprobierte.

Sie lernte die etablierte Designerin Sharon Brunsher, mit ihrem Atelier am Flea Market in Jaffa kennen und arbeitete für vier Jahre bei ihr im Verkauf und im Designbereich mit. Dort lernte sie völlig neue Aspekte des Berufs kennen. Nach drei Jahren bei Sharon Brunsher erstellte Natalie ihre erste eigene Kollektion und bekam die einmalige Chance diese im Atelier der Designerin verkaufen zu dürfen.

 „Ich bekam Feedback von den Leuten und lernte unheimlich viel dadurch. Es ist neben dem Designen an sich das Wichtigste sich mit den Kunden auszutauschen. Zumindest wenn man noch ganz am Anfang steht.“

Sie hat diese Zeit als zweites Studium angesehen, als eine Art „School after school“, wie Natalie es bezeichnete.

„Man kann sogar daran ablesen, wie sich eine Kundin bei der Anprobe bewegt, ob etwas gut sitzt und was man für das nächste Teil vielleicht verbessern könnte.“

die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

Sie kennt aber viele Designer, die nicht selbst verkaufen möchten.

              „Es ist normal, wenn du etwas kreieren willst, möchtest du nicht verkaufen. Aber der Verkauf steht über dem Designen, beides ist miteinander verbunden, denn letztendlich designst du für jemand anderen.“

Wir möchten uns als Designer selbst erfahren, die Farben und Stoffe selbst wählen, obwohl wir es für unsere Kunden tun. Zu Beginn stellte sich Natalie deshalb häufig die Frage, was wünscht sich ihr Kunde? Dann begriff sie aber, dass sie selbst eine Kundin mit Bedürfnissen war.

              „Ich habe mir dann darüber Gedanken gemacht, was ICH jetzt brauche. Oder wie ich mich an diesem oder jenem Ort fühlen möchte.“

Das ist nun ihr Hauptaspekt bei ihren Designs.

Vor zwei Jahren gründete sie dann ihr eigenes Atelier in Jaffa in der David Raziel Straße 7 unweit dem touristischen Zentrum dieser eindrucksvollen Stadt.

Sie zeigte mir ihre Kollektion und erklärte ihre monochrome Linie. Die vielen unterschiedlichen Texturen, die ihre Liebe zum Textildesign widerspiegeln, bilden ihre Farben. Die Palette erstreckt sich von Weiß, Creme- und Sandtönen, Beige, bis hin zu Khaki und Schwarz. Alle Styles sind von ihr handgemacht, ebenfalls viele der Texturen und ebenso Tie-Dye, Stone-washed Optiken und aufwendige Stickereien. Ihre Inspiration für neue Kreationen erhält sie, wenn sie sich nach strukturierten Stoffen umsieht oder selbst mit Haptiken experimentiert.

Auf der Nahalat Binyamin habe ich selbst immer wieder traumhafte Stoffe entdeckt, die jedes Designer-Herz in Deutschland höher schlagen lassen würden. Design, das beherrschen die Israelis, die von so vielen unterschiedlichen Kulturen weltweit beeinflusst wurden.

Abends, so erzählte mir Natalie mit einem leichten Schmunzeln, sitzt sie auf der Couch und sieht sich Netflix an, während sie Texturen auf den Stoff bringt. Bei einer Jacke mit vielen kleinen ausgefransten Löchern braucht es etwa zwei Stunden, bis dieser Effekt das ganze Teil bedeckt. Aber sie braucht die Ruhe am Abend für diese feinfühlige Tätigkeit.

Während des Interviews huschte ihr Sohn durch das Atelier und natürlich war er überall voller Fäden. Wir lachten, denn so sieht es nun einmal aus, wenn man seine Designs selbst erstellt.

die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

Was ist anders an der Modebranche in Israel, als in anderen Ländern, fragte ich Natalie.

    „Es ist schwierig hier, im Land leben nur wenige Menschen. Die meisten der Fashion-Lover davon leben im Zentrum von Tel Aviv. Aber Modedesign ist weltweit ein schwieriges Business.“

Zu ihren Kunden zählen überwiegend Touristen aus Europa oder Amerika, die Jaffa besuchen, aber auch viele Einheimische. Sie denkt auch darüber nach ihre Designs weltweit anzubieten, das zählt zu ihren nächsten großen Zielen. Aber es ist nicht einfach das alleine als Designer zu bewerkstelligen. Sie würde sich wünschen, dass die vielen Designer hier mehr miteinander kooperieren würden und ebenfalls der Staat die Kreativen hier besser fördern würde.

      „Es gibt hier so viele talentierte Designer, vielleicht sogar mehr als hier Menschen leben“, sagte Natalie und lachte dabei.

Sie ist der Meinung, die jungen Kreativen hier, sollten während ihrer Ausbildung schon besser über ihre Möglichkeiten informiert werden. Das ein internationales Problem, das wir auch aus Deutschland kennen, aufgrund dessen ich mein Blogazin Modekarriere.com ins Leben gerufen habe.

       „Du beginnst in der Schule mit einem sehr jungen Alter. Der Schulalltag ist hart und dann, nach deinem Abschluss fehlen dir entscheidende Infos für deine Karriere, sodass du noch einmal von vorne anfangen musst.“

Dennoch findet man zahlreiche selbstständige Designer in ganz Israel. Das Land erlebt gerade einen regelrechten Start-Up Boom.

      „Es ist ein sehr junger Staat, diese Tatsache beeinflusst die Menschen hier. Sie möchten dabei mitwachsen. Dinge verändern sich ständig und wachsen rasant“, so erklärt es sich die Modedesignerin.

     „Außerdem möchten die Leute hier unabhängig sein. Sie lassen sich nicht so gerne etwas sagen und möchten daher lieber ihr eigener Boss sein.“

Sie selbst hatte zu Beginn ihrer Ausbildung nur manchmal an eine Selbstständigkeit gedacht, aber damals sagte ihr niemand, wie so etwas funktionieren würde. Daher freue ich mich sehr, dass sie trotz der Hürden ihren Weg in die Selbstständigkeit gewagt hat und wir dieses inspirierende Gespräch führen konnten.

Vielen Dank Natalie!

Interview with the israeli designer Natalie Walker

During my journey to the creative melting pot of the Middle East, I´ve got the opportunity to have a wonderful and inspiring interview with the Israeli designer Natalie Walker in Jaffa.

die israelische Designerin Natalie Walker

Foto: Petra Stockhausen

When I walked through her studio I already felt her warm-heartedness atmosphere she is working to. Natalie and her lovely son gave me a very kind welcome.

After some resting, as Purim holidays were currently celebrated on every street during those days, Natalie told me about how she got into the fashion business.
She started her education in textile design at Shenkar College, the best college in the Middle East. It´s even ranked as the 6th best fashion institutes in the world (Source: Business of Fashion, retrieved in 2017)

Fashion design Israel

Foto: Petra Stockhausen

She was mostly interested in textiles and the different structures of the materials, so Natalie decided to start her studies in textiles design instead of fashion design. After four years at the Shenkar College she took a little break for the birth of her son.

While studying she started to sell some self-designed clothes at little boutiques, which offered space on the store against commissions. In addition, Natalie sold some self-designed clothes directly from home. It was an experimental phase for her.

Natalie got to know israeli designer Sharon Brunsher. Sharon´s studio is at the Flea Market in Jaffa. Natalie worked at sharon’s studio for four years. She was responsible for the sales and design department and got the opportunity to collect completely new aspects of the job as a fashion designer.

After three years at Sharon Brusher’s studio, Natalie created her very first own collection and got the chance to sell it in Sharon’s studio.

„I´ve got plenty of feedback from the people. I think that‘s the most important thing while designing to be connected with your customers. At least when you start your career you have to feel the feedback.“

She considered this time as a second study, a kind of „school after school,“ as Natalie called it.

„When a customer is coming for a fitting you can see on their movement, if they feel good in what they wear, if something fits or what to improve for next time.“ But she also knows lots of Designers that doesn’t want to sell their own created clothes. „It´s very normal if you want to create something, you don’t want to sell it. But designing is connected to selling, you are always doing it for someone else.“ As a fashion designer we want to express ourselves, we want to choose colours and fabrics. Still we are not working for ourselves, we are doing it for our customers.

At the beginning of the idea of her own brand, Natalie always asked herself what customers want, but soon she realized, that she’s a customer herself with needs as well.

„I thought about what I really need now. How I want to feel at some place?“
That started to be her new point of view for her designs.
Two years ago, she left Sharon Brunsher’s Studio and opened her own studio in Jaffa on David Raziel Street 7, not far from the touristic centre of this impressive city.

She showed me her collection and explained her monochromic line. Many different textures and gradients she uses, reflects her love for textile design. Her colours are restrained. Her palette ranges goes from white, cream, sand tones and beige to khaki and black.

All styles and also many of her textures, tie-dye, stone-washed optics and embroideries are made by her own hands. She gets her inspiration by looking for textured materials and experimenting with its haptic.
Just as curiosity I discovered gorgeous fabrics at the Nahalat Binyamin Street, which would bring lots of joy to every German designer’s heart. In general the israelis have a huge variety in design, which is influenced by so many cultures worldwide.

Natalie told me, with a slightly smile on her face, that in the evenings she’s sitting on her sofa, applying textures to fabrics, while watching Netflix. It can take about two hours to cover a jacket for this effect, but she needs the relaxed atmosphere in the evening for this detailed type of work, as she explains.

During our interview Natalie´s son was running through the studio, of course his clothes were covered in threads, because this is how it looks in a self-made studio. We both started laughing.
“What’s the difference between the Fashion Industry in Israel and other countries?” I ask Natalie.

„Its very hard here, because not enough people live in the country. Fashion lovers mostly live at the centre of Tel Aviv. Though we can say, that fashion business is a difficult one worldwide“.
Tourists from Europe and America, which are visiting Jaffa, are her main clients, as well as some locals.

Her new ambition is, to make her design deliverable all over the world. But as she says it’s not easy to manage this all by yourself as a designer.
She also wishes a better cooperation between israeli designers, together with a better support by the state for the creative heads living in the country.
„There are so many talented designers here – maybe more designers then people,“ Natalie says laughing.

In her opinion young creatives should be informed earlier in their studies about their chances and possibilities. I share the same thoughts, and this is the main reason why I started my Blogazin (modekarriere.com), as for me this problem is international. Young designers also have to fight here in Germany to get to know their possibilities in this branch. “Designers begin their apprenticeship, i. e. Design education in a very early age. They work hard to get good grades but after their graduation they don’t have enough information about their opportunities and they have to start from the beginning”.

Despite this fact, you can find a huge number of independent designers in Israel. You can say there is a start-up boom in the whole country.
Nathalie continues: „Israel is a very young state, which affects young people. They want to grow with it and change things. Furthermore people want to be independent. They don’t like to get said what to do, so they want to be their own bosses“.

At the beginning of her education, Natalie was also thinking about a self-employment, but at that times nobody told her how it could work.
I’m very glad to see how she figured out a way to be independent and that I was able to have this inspiring conversation with Natalie.

Thank you Natalie.