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Dein eigenes Modelabel

Designleistung kalkulieren

Freier Modedesigner: Wie werden Designleistungen kalkuliert?

„… eine ganze Kollektion zu entwerfen. Von den Farben, Stoffen und Styles über technische Zeichnungen in Illustrator und Worksheets erstellen, Anprobe, Skizzen verbessern, Kommentare schreiben an das jeweilige Produktionsland. Es wird ein Style von A bis Z bezahlt und ich bin komplett überfragt, wie ich diese Designleistungen kalkulieren kann.“

Das war eine Anfrage, die ich vor einiger Zeit erhalten habe und steht exemplarisch für die vielen Anfragen, die ich zum Kalkulieren von Designleistungen für die Modebranche erhalten habe. In den letzten Jahren konnte ich mir einen guten Einblick in dieser Feld verschaffen, da ich auch selbst immer wieder auf der Suche nach Freelancern bin. Darum möchte ich deine Fragezeichen mit diesem Beitrag heute auflösen.

Die Stundenanzahl deiner Designleistungen kalkulieren

Letzte Woche wurde das Thema zum richtigen Stundensatz behandelt und heute möchte ich die Frage beantworten, wie du deine Designleistungen kalkulieren kannst, sprich wie du herausfindest, wie du deine Stunden für ein Projekt berechnest. Das ist in der Kreativwirtschaft gar nicht so leicht zu beantworten, denn für kreative Arbeiten gibt es kein fixes Zeitfenster. Dennoch benötigst du einen Preis, den du deinem Kunden in einen Kostenvoranschlag oder ein Angebot packen musst. Ein wichtiger Bestandteil liegt darin, dass du ein ausführliches Briefing für den Auftrag erhältst, welche Tätigkeiten du übernehmen sollst.

Viele Auftraggeber tun sich schwer mit dem Briefing, darum kannst du dich an die folgende Fragen richten, um deine Designleistung kalkulieren zu können:

  • Welche Infos bekommst du zur Verfügung gestellt? Gibt es Vorlagen von früheren Saisons, die du nutzen kannst? Welche Recherchen werden von dir erwartet?
  • Wie viele Modelle, Moodboards, Schnitte, Kollektionsentwürfe etc. sollst du erstellen?
  • Sollen Korrekturen von dir übernommen werden? Wenn ja, wie viele sind üblich und um welchen Zeitraum handelt es sich, in dem die Korrekturen stattfinden? (Das ist ganz wichtig für die Planung deines Terminkalenders)
  • Wie viel Zeit hast du für die Umsetzung, sprich was ist die Deadline?
  • Musst du dich an besondere Vorgaben halten, mit denen du dich erst einmal intensiv beschäftigen musst? Z. B. besondere Richtlinien beim Layout in den Grafikdateien.
  • Wie bzw. in welchem Datei-Format sollen die Ergebnisse übergeben werden? (Wenn du die Originaldatei herausgibst, kann diese auch weiterhin vom Unternehmen verwendet werden, d. h. das Unternehmen hat dadurch einen zusätzlichen Mehrwert.
  • An welchen, bzw. an wie vielen Besprechungen wirst du während des Auftrags teilnehmen? Ist eine längere Präsenzzeit notwendig?
  • Welche Stückzahlen werden ca. anhand deiner Arbeit produziert? (Es macht einen großen Unterschied, ob ein von dir entworfenes Kleid 500x oder 100.000x produziert wird)

Anhand der Antworten, kannst du dir ein besseres Bild über den Umfang des Auftrags machen. Danach geht es daran, dir zu überlegen, wie lange du für die jeweiligen Tätigkeiten benötigst.

Designleistungen kalkulieren mit Zeiterfassung

Ich notiere mir dazu immer meine Arbeitszeiten für jede Tätigkeit separat, um Folgeaufträge und auch Aufträge von Neukunden besser einschätzen zu können. Dabei sehe ich auch immer wieder einen deutlichen Unterschied zu den verschiedenen Marken. Hochpreisige Labels benötigen viel mehr Recherche und Individualität, damit auch mehr Zeit. Je tiefgründiger deine Arbeit sein muss, desto mehr Stunden wendest du dafür auf. Aber auch große Marken, bei denen du dich an strenge Vorgaben halten musst, werden viel mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ein kleines Start-up, bei dem du evtl. sogar aus vorherigen Recherchen für andere Marken zurückgreifen kannst. Damit meine ich nicht, dass du die gleiche Arbeit zweimal verkaufst, aber wenn cropped Trend ist, ist cropped eben Trend, dafür musst du dann nicht zweimal recherchieren.

Tagessätze nutzen

Sollte deine Arbeitskraft längerfristig vor Ort benötigt werden, kannst du mit Tagessätzen rechnen. Die Anwesenheit sollte vorher genau festgelegt werden und vergiss deine Fahrkosten nicht einzukalkulieren.

Ich empfehle dir, je nach Kunden großzügiger Stunden zu berechnen oder eben die ein oder andere Tätigkeit zeitlich kürzer zu kalkulieren, gerade wenn es sich um Gründer handelt.  Bedenke auch, dass ein Neukunde immer mehr Aufwand erfordert als ein Bestandskunde. Einige Kunden erwarten neben deinem Portfolio auch eine Art Bewerbung, bei der du dich vorstellst oder eine kleine Aufgabe löst, um zu sehen, ob dein Stil zum Unternehmen passt. Diese Arbeit gehört zur Akquise dazu und wird sich bezahlt machen, wenn du einen langfristigen Kunden dazugewonnen hast, auf den du gut eingespielt bist.

Außerdem möchte ich dir in diesem Sinne noch mitgeben, dass es völlig in Ordnung ist, wenn du noch einmal nachkalkulieren musst. Dafür kannst du den Auftraggeber gleich sensibilisieren, anstatt plötzlich mit einer weiteren Rechnung um die Ecke zu kommen. Das funktioniert z. B. gut über Korrekturschleifen oder wenn dein Auftraggeber plötzlich eine Komplettänderung wünscht, die so nicht einkalkuliert worden ist. Dazu ist es wichtig, dass du in deinem Angebot detailliert festhältst, was der Kunde für den Preis bekommen wird.

Hast du Fragen dazu? Ich freue mich auf deinen Kommentar dazu!

Du möchtest mehr Kunden in für deine Selbstständigkeit? Ich fördere regionale Freelancer sowie Mode Start-ups über das Modedienstleisterverzeichnis und bringe dich damit ins Sichtfeld für deine zukünftigen Kunden.

So lassen sich Designleistungen kalkulieren, das kann dich außerdem interessieren:

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Du hast eine Dienstleistung, die du Label-Gründern vorstellen möchtest? Ob Modedesigner, Freelancer, Schneider, Textilagentur oder Lohnnäherei – modespezifische Dienstleistungen werden dringend benötigt und regelmäßig von meinen Lesern erfragt. Die Infoplattform Modekarriere.com versammelt Jungdesigner und Mode Start-ups, die auf der Suche nach Infos zum Thema Modebusiness oder Modedienstleistern sind. Von meinen Kunden weiß ich, dass gerade der nachhaltige Kollektionsaufbau eine große Rolle bei der Lieferantenwahl spielt.  Da ich über Modekarriere.com bereits seit 2014 relevante Infos für die Zielgruppe bereitstelle, wird die Seite überwiegend organisch gefunden, wovon auch du profitieren kannst.

Viele meiner Kunden sind auf der Suche nach Produktionspartnern, Modedesignern und Schnitttechnikern, was ich anhand der vielen Anfragen zu diesem Thema erkenne. Entsprechend habe ich ich das Modedienstleisterverzeichnis implementiert, um meinen Seitenbesuchern einen einfachen Zugang zu diesen Informationen zu ermöglichen. Das Ziel ist es einen Ort zu schaffen, an dem Kunden und Bekleidungshersteller/ -dienstleister sich finden können. Mit einem Eintrag in diesem Verzeichnis kannst du ohne lästige Neukundenakquise schnell viele relevante Kunden erreichen und hast damit die Chance langfristige Neukunden über den Eintrag zu gewinnen. In der Vergangenheit konnten Dienstleister, die über meine Webseite auf sich aufmerksam gemacht haben, bereits gute Ergebnisse erzielen.

Zum Start der neuen Möglichkeit einer Kooperation habe ich ein unverbindliches Kennenlern-Angebot für dich als Dienstleister kreiert:

(Die Verzeichniseintragung wird dir im ersten Monat nicht berechnet)

Angebote für deine Eintragung im Verzeichnis

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Du möchtest eine Anzeigenplatzierung im Dienstleistungsverzeichnis

  • Einen Eintrag als monatlich kündbares Abonnement
  • Die ersten 6 Monate ab dem Buchungsdatum sind völlig kostenlos
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  • Eine Detailseite mit allen Infos zu deiner Dienstleistung
  • Spezifische Dienstleistungsgesuche meiner Kunden, richte ich über meinen Newsletter an alle Dienstleister.
  • Verlinkung auf die eigene Webseite
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6 Monate kostenlos,

danach 9,95 Euro exkl. MwSt. / pro Monat

 

BESTSELLER

Du möchtest mit deiner Anzeigenplatzierung im Handumdrehen potenzielle Kunden erreichen

  • Abonnement von einem Jahr ab Buchung
  • Der 1. Monate ab dem Buchungsdatum völlig kostenlos
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  • SEO-optimierte Detailseite mit allen Infos zu deiner Dienstleistung
  • Spezifische Dienstleistungsgesuche meiner Kunden, richte ich über meinen Newsletter an alle Dienstleister
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199 Euro exkl. MwSt. / pro Jahr

 

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  • Einen dauerhaften Artikel über deine Arbeit inkl. Verlinkung im Blogazin, ein erfolgreiches Beispiel
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299 Euro exkl. MwSt. / pro Jahr

 

Bitte beachte, dass alle Abonnements vor der Veröffentlichung genau geprüft werden. Die Platzierung soll für meine Leser einen Gewinn und eine echte Hilfe darstellen. Darum behalte ich mir vor, Bestellungen, die den Anforderungen nicht entsprechen, bei voller Erstattung, abzulehnen.

Hast du ein Frage zum Verzeichnis?

Schildere mir gerne dein Anliegen über das Kontaktformular oder direkt unter info@modekarriere.com. Ich beantworte deine Anfrage so schnell wie möglich.

was kostet eine Kollektion

Was kostet eine Kollektion während der Entwicklungsphase?

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Mit der Entwicklung der eigenen Modelinie verlässt du dich in vielen Bereichen auf andere. Aber worauf lässt du dich genau ein und was kostet eine Kollektion letztendlich? Diese Frage möchte ich anhand der verschiedenen Stationen, die deine Entwicklungen durchlaufen werden, beantworten. Nach der zugrundeliegenden Idee zu deinen Kollektionsteilen beginnt die eigentliche Arbeit. Dafür ist vor allem dein Geschäftsinn und deine Fähigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen maßgebend für deinen Erfolg. Zusätzlich bist du auf Stoff- und Zutatenlieferanten, Fertigungsstätten, Nähereien, Modedesigner, Schnittdirectricen und Speditionsfirmen angewiesen. Jeder Partner, der dir in deinem Entwicklungsprozess zur Seite steht, wird für deine Neuentwicklungen viel Zeit benötigen, daher sind längerfristige Geschäftsbeziehungen sinnvoll, um die Arbeitsweise des jeweils anderen besser zu verstehen. Des Weiteren solltest du dir über die relativ langen Vorlaufzeiten im Klaren sein. In mittelständischen Unternehmen wird eine Kollektion noch heute ca. ein Jahr im Voraus geplant.

Ein Budget festlegen

Zunächst einmal stellst du dir die Frage, wo stehst du und welche Bereiche kannst du selbst abdecken oder Freunde Hilfe erwarten. Für alles andere musst du dir ein Budget festlegen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten für die Entwicklung einer Kollektion, sondern auch um ein Verkaufsbudget, für das Anmieten von PopUp-Stores, Messeflächen, Ausstellungsräumen etc. Bedenke auch, dass sich selbst die erfolgreichste Kollektion im ersten Jahr nicht selbst tragen wird und die Einnahmen zunächst einmal zurück ins Unternehmen fließen werden.

In meiner Zeit als Modestudentin habe ich gelernt, dass man ca. drei Jahre keinen Gewinn mit dem eigenen Modelabel erwarten kann, da die Investitionskosten so immens hoch sind. Als Modeabsolvent kann man viele Arbeitsschritte zwar selbst übernehmen, aber auch hier ist es eine kostensparende Planung in jedem Fall essenziell, d. h. mehrmalige Verwendung der gleichen Stoffe, um Mengenrabatte zu erzielen, Produktion von verkaufsstarken Farben, eine preisgerechte Qualität, perfekte Passform, die Verwendung der gleichen Schnitte für die nächste Saison und langfristige Partnerschaften, um kostspielige Missverständnisse zu vermeiden.

Das Budget muss also die Entwicklung, die Vermarktung und die Produktion abdecken, sowie die Lebenshaltungskosten in dieser Zeit. Bestenfalls für mindestens drei Saisons. Um die eigenen Investionen aufzustocken nutzen immer mehr Jungunternehmen Crowdfunding als Finanzierungsmöglichkeit.

Designerleistungen für die eigene Kollektion beanspruchen

Große Modeunternehmen stellen Modedesigner für die Planung ihrer Kollektionen an. Dabei werden Trends recherchiert und auf die eigene Zielgruppe heruntergebrochen. Es werden Materialkarten anhand der Erfahrungen erstellt, daraus werden Farbkarten speziell für die zu verwendenden Materialien entwickelt. Danach wird ein Thema erstellt, die Inspiration dazu als Collage aufbereitet. Damit beginnt die Arbeit an der Kollektionsplanung. Welche Warengruppen werden für den geplanten Zeitraum benötigt. Es wird das Kollektionsbild aufgebaut und danach über die einzelnen Styles entschieden. Dazu werden jeweils detailgenaue technische Zeichnungen (TechPacks) angefertigt, die jede einzelne Naht beschreiben. Dies ist die Anleitung für die Schnitttechnik, die im Nachgang die Schnittteile für den ersten Prototypen anfertigt.

Mit einem Klick auf das Bild gelangst du zum Creative Market und kannst weitere sogenannte Flat Sketches entdecken.

Wenn du all diese Leistungen siehst, kannst du dir vorstellen, dass wir hier von vielen Stunden intensiver Arbeit sprechen. Ob du all diese Leistungen benötigst, liegt an deinen Zielen, deinen Marktkenntnissen, deinen eigenen Fähigkeiten etc. Für große Produktionsstätten sind ausgearbeitete TechPacks essenziell, für eine Schneiderin genügt auch eine händische Zeichnung mit einem ausführlichen Briefing. Eine Vorlage für ein TechPack findest du hier, sowie zahlreiche Vorlagen von technischen Zeichnungen verschiedener Produktgruppen. Digitale Zeichnungen und auch Drucke werden in der Regel mit vektorbasierten Programmen wie Adobe Illustrator oder CorelDraw erstellt.

Mit einem Klick auf das Bild gelangst du zum Creative Market, wo du die Vorlage kaufen kannst.

Kosten für die Erstellung eines Prototypen

Mit einer fertigen Ausarbeitung in Form einer Zeichnung oder eines TechPacks lässt du einen Schnitt von einer Schnittdirectrice aufstellen. Es kommt hier auf den jeweiligen Anbieter an, ob mehrere Schritte von einer Firma/ von einem Freelancer übernommen werden können. Die Beratung und Erstellung von einer Konstruktion, ob mit einem CAD-Programm oder händisch kostet für ein T-Shirt ca. 150 – 300 Euro. Dazu kommen Änderungen des Schnitts nach Anproben der Musterteile obendrauf. Nachdem die Passform perfekt sitzt, muss der Schnitt gradiert, also in die verschiedenen Größen gezogen werden. Durchschnittlich zahlst du dafür 100 – 200 Euro pro Kollektionsteil. Evtl. werden auch noch Schnittlegebilder für die optimale Ausnutzung der Stoffbahnen benötigt oder Arbeitsbeschreibungen für die spätere Produktionsstätte.

Nach der Schnitterstellung damit erstmals ein Passformmuster genäht und von einem Fitmodel (das die exakten Maße hat) anprobiert. Dazu muss auch schon Stoff vorhanden sein oder zumindest ein sehr ähnliches Material. Das erste Muster wird in den meisten Fällen nicht wie gewünscht ausfallen, es müssen noch Anpassungen vorgenommen werden. D. h. ein Abnäher sitzt vielleicht noch zu tief, ein Rock benötigt noch mehr Weite am Saum, Ärmel müssen verlängert oder erweitert werden, Taschen umpositioniert werden etc.

Der Prozess muss entsprechend wiederholt werden, d.h. der Schnitt wird geändert und es wird ein 2. Passformmuster genäht. Am Ende benötigst du mindestens ein Vorproduktionsmuster (auch Pre Production Sample oder Freigabemuster genannt), d. h. ein Kollektionsteil, an dem alles bereits so aussieht, wie es später in die Produktion gehen soll. Dieses Muster benötigst du für Fotoshootings, Messebesuche oder für die Produktionsstätte. Entsprechend kommen für ein Kollektionsteil Näharbeiten für ca. 4 – 5 Passform- bzw. Vorproduktionsmuster auf dich zu. Eine ortsansässige Schneiderin berechnet für ein T-Shirt ca. 60 – 120 Euro.

Kosten während der Produktion

Für die Produktion selbst benötigst du Stoffe, Zutaten und musst die Näharbeit der Produktionsstätte pro Stück einkalkulieren. Je mehr du produzieren lässt, desto günstiger der Preis. Denn vor der Produktion deiner Teile, werden alle Maschinen dafür speziell eingestellt und die Näher/innen dafür gebrieft. Hier ist es schwieriger eine Preisaussage zu treffen, da diese sehr individuell ist. Wenn du aber vergleichweise Merchendising-Artikel (Werbeshirts) betrachtest kostet eine Lieferung von 30 T-Shirts aus Bio-Baumwolle, fertig produziert, ca. 5 -11 Euro pro T-Shirt. Zusätzlich zur Produktion kommen die Verpackungs- und Speditionskosten auf dich zu. Je nach Umfang auch Lagerhaltungskosten. Dazu hast du weiterhin auch die Aufwendungen für Fotoshootings und Marketingtools (z. B. Webseitenhosting) zu tragen.

Der Blick, was eine Kollektion in der Entwicklung kostet, zeigt sehr deutlich auf, warum so viele Firmen im Ausland, vor allem in Fernost produzieren lassen. Denn die regulären Preise sind so kaum haltbar. Der Markt in Fernost ist jedoch stark auf die Masse geprägt und hat eine sehr enge zeitliche Taktung. Mein Anliegen persönlich ist es den Modemarkt in Deutschland und Europa wieder stärker zu vernetzen, um damit auch kleinen Labels, die ihre Werte leben möchten und Verantwortung für die Umwelt und soziales Miteinander übernehmen möchten, eine Chance am Markt zu bieten. Anbei findest du hier noch eine Dokumentation, wie die großen Modeketten sich derzeit in der Krise verhalten und welches Schicksal Arbeiter in Bangladesch erleiden. Aus meinen eigenen Quellen weiß ich, dass die genannten Unternehmen keine Ausnahme sind.

Dein Guide für Materialbeschaffung

Textilkompass

Mit diesem E-Book erhältst du ein Verzeichnis über die besten Stofflieferanten und erfährst alles über deinen professionellen Stoffeinkauf. Materialeigenschaften, Qualitätsmanagement, Textilkennzeichnung - alle diese Themen werden anschaulich erklärt und gleichzeitig erleichterst du dir die zeitaufwendige Recherche beim Stoffkauf. Du möchtest eine professionelle und verkaufsstarke Kollektion gestalten? Dafür suchst du auch nach nachhaltigen Materialien? GOTS zertifizierte Materialien? Eine alternative zu erdölbasiertem Polyester? Eine breitgefächerte Auswahl an Naturfasern? Das alles und viel mehr erwartet dich E-Guide!

MEHR ALS EIN E-BOOK GUIDE

Der Guide ist für eine gezielte Materialbeschaffung mehr als nur eine PDF-Dokument. Im Guide werden dir verschiedenste Quellen vorgestellt, sodass du dich nicht einfach nur durch das WWW. klicken musst, ohne zu wissen, was du findest. Du bekommst alle Infos, worauf es bei der Stoffbeschaffung ankommt, um gezielte Einkäufe zu tätigen. Lerne nachhaltige Alternativen kennen und werfe einen Blick hinter die Kullissen der Stoffherstellung. Es ist dabei egal, ob du bereits eine Ausbildung im Modesegment absolviert hast, bereits mit einem eigenen Label arbeitest oder kompletter Einsteiger bist. Hier gibt es sicherlich Tipps, die du vorher noch nicht kanntest.

DU BIST WILLST EINE LESEPROBE


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Für einmalig 24,99 Euro (umsatzsteuerbefreit nach § 19 Abs. 1 UstG) bekommst du 72 Seiten fachmännisches Wissen als praktische PDF-Datei. Damit bekommst du auch über 60 wertvolle Quellen zu Stofflieferanten, Zutatenproduzenten und Onlineshops. Teste den Guide in Ruhe für 14 Tage. Wenn er dir nicht gefällt und dein kleines Investment dir keinen Mehrwert bringt, bekommst du den vollen Preis erstattet. Schreib mir dazu in meinem Kontaktformular. Der Material-Sourcing-Guide erscheint regelmäßig in neuer Auflage, dass heißt jedes Mal profitierst du von zusätzlichem Wissen und erhältst alle Updates kostenlos dazu.

Gründerin Gimuna

Deine eigene Modekollektion erfolgreich verkaufen – im Interview mit der Gründerin der online Verkaufsplattform für Modedesigner Gimuna

In der Gründerphase stellt sich bei dir vielleicht die Frage, wo du deine Kollektion erfolgreich verkaufen kannst. Neben einem eigenen Onlineshop, steht dir auch die Möglichkeit offen, über eine Verkaufsplattform als Modedesigner deine Modelle zu vertreiben. Aber wie kommst du als Jungdesigner in den Genuss bei einer Verkaufsplattform aufgenommen zu werden? Es ist nicht einfach einen Modeeinkäufer von deiner Modelinie zu überzeugen und damit für einen großen Onlineshop gelistet zu werden.

Über eine neue Möglichkeit habe ich mit der Gründerin Adriana-Morena gesprochen. Sie hat für dieses Problem eine Lösung kreiert und eine online Verkaufsplattform für Modedesigner ins Leben gerufen.

Gimuna ist ein spezielles Verkaufsportal für Jungdesigner (mit 0 – 10 Jahren Erfahrung) weltweit. Mit der zusätzlichen Reichweite bietet der Onlineshop die ideale Möglichkeit, deine eigene Modekollektion erfolgreich verkaufen zu können und macht dir die Arbeit nach dem Reseller-Prinzip sehr einfach. Und das speziell auf kleine Mode Start-ups zugeschnitten, auch ohne großen Lagerbestand im Hintergrund.

Modekarriere: Liebe Adriana, bitte erzähl mir ein bisschen von dir und deinem Werdegang.

Adriana: Mein Name ist Adriana-Morena und ich bin die Gründerin von Gimuna. Eigentlich bin ich gelernte Friseurmeisterin und studiere derzeit privat Modedesign in Hamburg. Nebenbei arbeite ich als Freelancer im Bereich Content Creation und Grafikdesign. Außerdem arbeite derzeit an meiner Abschlusskollektion, welche dann auch auf Gimuna zu finden sein wird.

Modekarriere: Was steckt hinter Gimuna? Was bietet ihr Jungdesignern, die ihre Ware in euren Shop stellen?

Adriana: Wir übernehmen mit Gimuna das Marketing, die Verwaltung, den Kundenservice, den Kaufabschluss u.v.m. Die Designer werden nach einer kurzen und knappen Aufnahmeanfrage von uns durch einen kleinen Auswahlprozess geschubst, indem wir feststellen, ob Stil und Qualität zu uns passen. Wenn das der Fall ist, haben die Designer die Möglichkeit, ihre Designs für den VK-Preis online anzubieten, was wir dann übernehmen. Wenn ein Kunde dann eines oder mehrere Designs online kauft, kontaktieren wir den Designer via E-Mail und ordern im Namen des Kunden das Produkt zu einem festgelegten Preis zzgl. Versandkosten.

An dieser Stelle hat der Designer zwei Optionen:

  1. Er versendet das bereits erstellte Design aus dem eigenen Lager oder
  2. er produziert es nach dem Kauf und liefert dann die verkauften Styles.
    Der Kunde wird bereits vor dem Kauf über die Lieferdauer informiert, entsprechend der festgelegten Option des Designers. Außerdem haben die Designer die Möglichkeit, zwischen Option 1 und 2 zu variieren und müssen sich nicht für eine Option bei allen Designs entscheiden.
Derzeit befindet sich im Shop eine kleine Kollektion von Gimuna Jewellery und Gimuna Apparel.

Modekarriere: Warum hast du dich mit deiner Verkaufsplattform für Modedesigner gerade auf Starter und Quereinsteiger konzentriert?

Adriana: Weil nichts so spannend ist wie das Neue. Neue Designs sind spannend, aufregend und unberechenbar. Keiner weiß, was als Nächstes kommt. Jungdesigner sind meist sehr experimentell und neugierig. Wir möchten diese Designer bei ihrem Weg begleiten und unterstützen und eine Community bilden, mit der man gemeinsam wachsen kann!

Modekarriere: Hast du immer schon eine Selbstständigkeit angestrebt? Und wie kam es zu der Idee, einen Shop für Modedesigner zu gründen, anstatt eine eigene Kollektion aufzubauen?

Adriana: Mir war schon immer klar, dass ich mich einmal selbstständig machen möchte und werde. Das liegt zum einen daran, dass in meiner Familie alle diesen Weg eingeschlagen haben und zum anderen, weil ich nur dadurch die Möglichkeit habe, Dinge so umzusetzen, wie ich sie mir vorstelle.

Modekarriere: Was sind die Ziele für dich und dein Team in diesem Jahr?

Adriana: Wir möchten einen Bekanntheitsgrad aufbauen und damit ein Netzwerk. Außerdem sind wir auf der Suche nach tollen Designern, aber auch nach Leuten, die vielleicht nicht unbedingt Mode studiert haben und trotzdem ihre Kreationen online anbieten möchten. Tatsächlich ist das auch unsere größte Hürde! Viele junge Talente trauen sich noch nicht, sich bzw. ihre Designs online anzupreisen.

Modekarriere: Wie lange hat es gedauert, bis du dir das umfangreiche Wissen im E-Commerce-Bereich angeeignet hast und du den eigenen Shop aufbauen konntest?

Adriana: Die Idee von Gimuna ist bereits viele Jahre zurück entstanden! Ich liebe das Lernen und habe deshalb auch in diverse Modelle Geld und Zeit investiert. Außerdem habe ich mich viel belesen und zwei Praktika bei zwei Jungdesignern abgeschlossen, um mehr über E-Commerce zu lernen.

Modekarriere: Du hast auch einen Podcast. Wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Podcast_Gimuna
Mit einem Klick auf das Bild kommst du zum Podcast.

Adriana: Mir ist aufgefallen, dass sehr viele Menschen wenig Ahnung von der tatsächlichen Modewelt haben, nicht wissen, welche Berufe existieren und welche Möglichkeiten es in dieser Industrie gibt. Das ist der Grund, warum ich den Gimuna Fashion School Podcast gegründet habe. Dort gebe ich mein Wissen weiter, teile Tipps und meine Geschichte und interviewe Menschen aus der Modeindustrie, ob groß oder klein, um andere zu inspirieren, aufzuklären und zu motivieren.

Neben dem Podcast bewerben wir Gimuna auch mit Instagram und Facebook. Weitere Kommunikationsmodelle sind noch geplant. Einen kleinen Tipp kann ich euch hier schon einmal verraten. ER ist ganz exklusiv und nur ihr wisst davon ;)

Wir arbeiten derzeit an einem online Magazin!

Vielen Dank, Adriana für die Einblicke in deine Arbeit und die tolle Möglichkeit, über deine Verkaufsplattform für Modedesigner unkompliziert die eigene Modekollektion verkaufen zu können! Ich wünsche dir viele interessante neue Labels in eurem Onlineshop und viel Erfolg!

Corona Virus Modebranche

Achtung beim Verkauf von selbstgenähten Mundbedeckungen

Unbezahlte Werbung wegen namentlicher Nennung |

Seit heute gilt in weiten Teilen Deutschlands die Maskenpflicht. Dazu war es für mich ein Anliegen einen kurzen informativen Artikel zu veröffentlichen. Wie immer begann ich mit der Recherche. Mein Fokus: tolle Nähanleitungen zu selbstgenähten Mundbedeckungen für dich zu finden, damit auch du für die Maskenpflicht gewappnet bist. Das Thema quillt uns allen aber wohl schon zu den Ohren raus, darum wollte ich es einfach schnell hinter mich bringen. Dennoch ließ mich die Begrifflichkeit „Mundschutz“ irgendwie nicht los.

Das sind „Schutzprodukte“, die eine medizinische Wirksamkeit vermuten lassen und grundsätzlich verschiedenen Prüfungen und Standards unterliegen, bevor sie in den Verkauf gebracht werden. Und dann wurde mir schlagartig klar, mit dem Thema der Namensbezeichnung für selbstgenähte „Mundbedeckungen“ bewegen sich Händler und Modelabels jetzt auf ganz dünnem Eis. Denn selbstgenähte Masken erfüllen natürlich keinen medizinischen Anspruch.  Dazu wurde ich auch im Internet schnell fündig und bekam eine Bestätigung für meine Vermutung:

„Derartige rechtliche Fallstricke bestehen, wenn selbstgefertigte Masken bezeichnet werden als Mundschutz, Mundschutzmaske, Atemschutzmaske. Entscheidend ist hier, dass direkt oder indirekt ein „Schutz“ angedeutet wird. Verstärkt werden die Implikationen noch durch Zusätze, die auf antivirale Wirkungen oder auf eine Eignung zum Infektionsschutz hindeuten (etwa „Covid-19“, „Corona“, „Übertragungsschutz“ etc.).“

IT-Recht-Kanzlei.de

Das heißt aber nicht, dass du als selbstständiger Designer nun keine Mundbedeckungen nähen solltest. Im Gegenteil, viele Selbstständige helfen damit den Engpass für den Eigengebrauch zu umgehen. Eure Arbeit ist wichtig!

Darum habe ich dir hier ein paar Anleitungen rausgesucht, mit denen du schnell und teilweise sogar ohne Nähkenntnisse selbst Mundbedeckungen herstellen kannst:

Zum Herstellen selbstgenähter Mundbedeckungen benötigst du Folgendes:

  • Stoffe, die bei mindestens 60 Grad waschbar sind, besser auch gekocht werden können und bestenfalls in hellen Farben erhältlich sind. Denn je dunkleer die Farbe, desto mehr Pigmente und Farbbindemittel wurden verwendet. Das kann gerade bei den empfindlichen Wangenpartien zu Hautreizungen führen
  • Schrägband oder Gummiband
  • Schneiderschere
  • Nähgarn

Nähanleitungen findest du hier:

Ein Video für eine Mundbedeckung, bei der kein Schnittmuster benötigt wird:

Videoanleitungen für Mundbedeckungen ohne Nähkenntnisse:

Du kannst verschiedene Modelle aber auch kaufen und damit andere selbstständige Designer unterstützen. Dazu habe ich dir einige Onlineshops aufgelistet, die in Handarbeit Mundbedeckungen herstellen:

Fabelhaftwerkstatt

Mila Cardi

The Lovely Concept

Bonded Blond

Ich wünsche dir viel Gesundheit!

corona krise modebranche

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Modebranche aus

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Neben den News von den Modeketten, trifft die Corona-Krise vor allem die kleinen und mittelständischen Modelabels und Dienstleister der Modebranche. Vor welche Herausforderungen werden sie nun gestellt und wie gehen deutsche Mode-Start-ups damit um? Mit Modekarriere war es mir wichtig dieses aktuelle Stimmungsbild für dich einzufangen und einen Blick hinter die Kulissen während dieser außergewöhnlichen Zeit zu werfen und das natürlich aus sicherer Entfernung.

Stimmen zur aktuellen Corona-Krise aus der Modebranche

Mode-Start-ups und Jungdesigner haben meist nicht die Möglichkeit sich ein Polster für schlechte Zeiten anzulegen. Es ging um die essenziellen Finanzfragen, wie Krankenversicherung, Altersvorsorge etc. Denn niemand hatte so ein Szenario vorausgesehen. Wie geht es aber nun weiter, wenn die Geschäfte geschlossen sind? Wie können kommende Saisons noch finanziert werden und was können wir vielleicht sogar aus der Krise lernen? All das beantworten meine Interview-Partner. Dazu habe ich ihnen die folgende Frage gestellt:

Modekarriere: Wie seht ihr die Corona-Krise in der Modebranche? Wie geht ihr damit um?

Marita von der Produktionsagentur für nachhaltige Mode Good Garment Collective, Berlin

„Auch bei Good Garment Collective haben wir Maßnahmen ergriffen, um Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Kurve flachzuhalten.

Dennoch versuchen wir den Betrieb aufrecht zu halten, haben aber den größten Teil unseres Teams ins Homeoffice geschickt. Wir arbeiten im Schichtsystem in unserem Büro in Kreuzberg und sind weiterhin telefonisch erreichbar, können Ware annehmen und die laufenden Produktionen betreuen. Kundentermine und Besprechungen verlegen wir auf Videokonferenzen. Mit unseren Produzenten und Zulieferern sind wir im regen Austausch und reagieren flexibel auf die individuellen Probleme, wie Lieferengpässe von Stoffen und Zutaten und erfahren hier eine große Hilfsbereitschaft zwischen den einzelnen Akteuren.“

Joana Ganser, CEO & Head of Design bei Shipsheip, Köln:

„Als Brand für hochwertige, individuelle Kleidung besteht die erste Herausforderung vor allem darin, Typ- und Stilberatungen auch ohne Touchpoint anbieten zu können. Anspruchsvolle Mode möchte auf unterschiedlichen Ebenen real wahrgenommen werden – die Präsentation und Haptik der Produkte, sowie eine qualitative Beratung, ist für unsere Kunden/innen essentiell. Obwohl unser SHIPSHEIP STUDIO geschlossen ist, können unsere Kunden/innen von Dienstag – Samstag zwischen 12:00 und 15:00 Uhr anrufen und sich beraten lassen. Um unsere Produkte ohne weitere Kosten anprobieren zu können, bieten wir kostenlosen Versand an. Wir liefern via Fahrrad und DHL go green und bis zum 30.04.2020 legen wir jeder Bestellung eine kleine Überraschung bei.

Die zweite Herausforderung besteht darin, mit nur sehr geringen Umsätzen die Produktion der Winterkollektion vorzustrecken. Die Sommerware wurde an die Einzelhändler verschickt, aber durch die Schließungen der Läden, können die Einzelhändler unsere Rechnungen nicht begleichen. Auch unser eigenes Lager ist voll, aber natürlich ist unser SHIPSHEIP STUDIO geschlossen und der Umsatz bleibt aus. Um diese ungewisse Zeit zu überbrücken, kann jede einzelne Bestellung, jeder Like und jede geteilte Story von Bedeutung sein. Der Support unserer Community kann dafür sorgen, dass wir euch auch in Zukunft noch stilvolle und nachhaltige Alternativen anbieten können.

Die derzeitigen Entwicklungen betreffen jeden – Produzenten, Brands, Händler und Konsumenten – der Virus überschreitet jede Grenze, deshalb sollten wir alle Grenzen überwinden und zusammen halten. Wir sollten uns nicht von unseren Ängsten leiten lassen, sondern auf unsere Werte besinnen. SHIPSHEIP steht für Qualität, Fairness und Transparenz – diese Werte sind der Motor unsere Branche – als soziales Unternehmen sehe ich darin unsere gemeinsame Stärke und die größte Chance diese Situation zu meistern.“

Sabine Deml, Geschäftsführerin von sheDoes Tracht, Dorfen bei Erding:

„Ich glaube, dass wir alle etwas aus dieser Zeit lernen können… vielleicht ist es mehr Zeit denn je, über den Massenkonsum und über Billigproduktionen im Ausland nachzudenken… denn keiner von uns braucht 30 Billigkleider, sondern ein paar tolle Sachen, die mit Liebe und Sorgfalt hergestellt wurden… so zieht sich das in jeder Sparte von Mode bis Ernährung durch… ich denke, dass ich für mich auch meine Arbeit noch einmal gründlich überdenken werde und diese Werte noch weiter vertiefe….“

Mimi und Simmi von Studio Pilcrow, Weißenhorn bei Ulm:

 „Für uns geht die Arbeit zum Glück ganz normal weiter, da wir mittlerweile inhouse produzieren, kommt bei uns bisher nichts ins stocken. Auch mit der Zulieferung von Zutaten und Stoffen haben wir bisher keine Probleme. Die einzige Sorge bereiten uns die stationären Boutiquen, in denen wir geführt werden. Wir versuchen sie natürlich so gut es geht zu unterstützen. Sie haben gute Konzepte ausgearbeitet, wie z.B. Bringdienste oder Ähnliches.

Deshalb auch an dieser Stelle der Aufruf: Unterstützt kleine Geschäfte und kauft so lokal wie möglich ein!

Gespannt sind wir auch auf die Zeit nach der Pandemie, wie sich das Kaufverhalten verändern wird. Es wäre schön, wenn wir die kleinen und schönen Dinge im Leben tatsächlich wieder mehr genießen können und der Support von lokalen Produkten bestehen bleibt bzw. die Nachfrage wächst.“

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Mit dem Klick auf das Buch, kannst du es dir bei Amazon ansehen.

Elisa Lange vom Marketing des Wäschlabels Erlich Textil, Köln:

 „Die derzeitige Situation trifft uns als junges und nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen sehr. Bei uns geht es jedes Jahr darum, dass wir wachsen und so sind auch unsere Rücklagen ausgelegt. Da wir sehr viel Geld reinvestieren, haben wir nicht so viele liquide Mittel zur Verfügung. Hinzu kommt, dass wir uns selbstfinanziert haben: Wir haben also keine externen Kapitalgeber, die uns mit großen Geldbeuteln im Rücken stehen. Daher ist die aktuelle Lage eine große Herausforderung für uns.

Auf der anderen Seite ist es für uns als kleines Start-Up auch einfacher uns an das Remote-Arbeiten anpassen zu können. Durch die von uns initiierte Aktion #supportsustainablebusinesses, haben wir uns beispielsweise auch mit anderen kleinen und nachhaltigen Brands vernetzt, um uns gegenseitig zu unterstützen und auf Aktionen und Rabatte aufmerksam zu machen. Wir helfen uns gegenseitig wo es nur geht, um gemeinsam das Beste geben zu können und diese Situation zu überstehen.“

Mentoring Modebranche Corona-Krise

Was könnte für dich neben der Corona-Krise in der Modebranche auch interessant sein:

Inspiration für freie Tage

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Als du gestern aufgewacht bist, hast du vermutlich zum ersten Mal gespürt, dass sich etwas in Deutschland stark verändert hat. Auch nach dem Wochenende liegt eine große Stille in der Luft. Es fühlt sich nicht an wie Urlaub, aber auch nicht wie Wochenende. Vor kurzer Zeit war das Leben noch völlig normal. Menschen sind morgens zur Arbeit gefahren, du bist deiner Ausbildung oder deinem Job nachgegangen, hast dir Stoffe gekauft oder die Modegeschäfte nach Inspiration durchforstet. Doch in der Zwischenzeit hat sich die Welt um 180 Grad gedreht.

Die Produktionsstätten haben keine Rohwaren mehr aus China erhalten. Keine Schiffe oder Flugzeuge mit neuer Ware wurden mehr geschickt. Nun haben die Modegeschäfte in Deutschland geschlossen. Prada näht bereits Atemschutzmasken. Die Branche steht still. In der sonst so eng getakteten Textilindustrie gibt es nur noch wenig zu tun. Internationale Konzerne wie Bestseller oder H&M entlassen Massen an Mitarbeitern. Die Zentralen stellen die Mitarbeiter auf Kurzarbeit oder Ähnliches um. Denn sind wir ehrlich, Mode ist in diesen Zeiten nicht mehr sehr gefragt. Auch der Onlinehandel spürt dies. Die Bevölkerung spart, wartet ab, wie lange die Situation anhält. Keiner ist in Kauflaune, außer bei Gewissen Verbrauchsgütern…

Wie gehst du nun damit um? Eine kleine Hoffnung gibt es. Auch wenn die Welt nicht mehr die selbe sein wird wie zuvor, wird auch die Modewelt nach der Krise irgendwann wieder florieren. Die Karten werden gerade neu gemischt. Der Markt war auch vor der Krise sehr angespannt, es gab viele Insolvenzen und nur wandlungsfähige Unternehmen werden mit der jetzigen Gegebenheit auch nach der Krise weiterbestehen. Bereite dich auf diese Zeit bestens vor!

Innovative Ideen sind jetzt gefragt, die die Probleme von Morgen lösen. Anstatt jetzt verzweifelt nach Stellen in der Branche zu schauen solltest du dich weiterbilden, um umfangreich gerüstet in die Branche einzusteigen. Dazu bekommst du heute eine Liste mit Inspiration für freie Tage.

Die Quarantäne Inspirationsliste

Verbessere deine Grafikkenntnisse

Mit Hilfe von speziellen Angeboten für Studenten und Schülern für Adobe Illustrator

kannst du deine Kenntnisse für die Erstellung von Tech Packs und Prints verbessern. Diese Kenntnisse sind unerlässlich für dich, wenn du in der Modeindustrie Fuß fassen willst. Umfangreiches Wissen zu diesem Programm kannst du dir über die Online-Akademie UDEMY aneigenen. Hier findest du meine Auswahl an Kursen, die sich für Modedesigner gut eigenen.

Um dich besser bei Adobe Illustrator zurecht zu finden, gibt es hier einen tolles Youtube-Video auf Englisch, in dem dir eine Designerin erklärt, worauf es bei einer technischen Zeichnung ankommt und wie du die Zeit dafür optimierst. Ideal, wenn du gerade Zeichnungen für dein Portfolio erstellen willst.

Beschäftige dich mit alternativen Produktionsmöglichkeiten und Materialien

Lerne den 3D-Druck kennen, informiere dich über Recycling-Konzepte, lass dir kreative Stoffmanipulationen einfallen. Sammle all das Wissen, wie die Branche in die nächste Ebene aufsteigen kann. Dieses Wissen hilft dir sowohl für den späteren Einstieg als Arbeitnehmer in der Modebranche als auch für eine Selbstständigkeit. Denn es werden nach der Krise Experten benötigt, die Modemarken unabhängiger bei solchen Krisen machen.

Ein toller Kurs, um dir Grundkenntnisse in 3D-Fashion aufzubauen, wurde von der der israelischen Designerin Danit Peleg kreiert. Sie gibt dir damit exklusive Einblicke, in die Entwicklung ihrer 3D gedruckten Kollektion.

Ausschnitt aus dem Online Kurs von Danit Peleg

Zwei Bücher, die mich in Bezug auf Fair Fashion sehr begeistern, möchte ich dir auf keinen Fall vorenthalten. Denn meine große Hoffnung für die Zeit nach der Krise ist es, dass wir uns stärker für den Umweltschutz einsetzen und alternative Lösungen für die konventionelle Massenproduktion finden, damit wir die Freude an der Mode irgendwann mit reinem Gewissen zelebrieren können.

Buch Fashion made fair
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Weitere Buchtipps findest du auch hier auf der Rubrik Modebücher.

Erweitere dein Business-Wissen

Auch Marketing und Webdesign sind vielleicht für dich interessant. Dazu bietet die Moz Academy derzeit ein kostenloses SEO-Training an. Gerade, wenn du in der aktuellen Zeit deine Webseitenkenntnisse schulen willst, lohnt sich die investierte Zeit. Hier kannst du es dir anschauen.

Wenn du dich grundsätzlich mit dem Aufbau einer eigenen Webseite mit Hilfe von WordPress beschäftigen willst, kann ich dir dieses Youtube-Video ans Herz legen. Mein erstes Video zum Thema Page-Building war ebenfalls von Tyler Moore. Er hilft einem schnell die grundsätzliche Idee von WordPress zu verstehen, die ersten Installationen durchzuführen und schnell wunderschöne Resultate zu bekommen. Ganz aktuell ist das Video nicht mehr, aber vieles kannst du auch jetzt noch umsetzen.

Ein neues Video für 2020 gibt es hier. Dort wird der Bau der Webseite anhand des Plugins Elementor Step für Step erklärt.

Natürlich gibt es auch Mütter, die aktuell vor enorme Herausforderungen mit dem Homeoffice gestellt sind. Hier geben die Expertinnen Juliane und Katrin hilfreiche Tipps in einem Online Workshop weiter.

Welche Jobs werden nach der Krise gefragt sein?

Die großen Unternehmen werden nach der Krise vermutlich mehr Kapazitäten auf den Online-Handel auslegen und auch die Digitalisierung vorantreiben. Daher kann es in den folgenden Berufen zu einem Anstieg kommen:

Online-Stylist

Mit dem Trend- und Outfitgedanken des Stylists können Software Experten Algorhythmen für ein perfektes Online-Shoppingerlebnis erstellen.

Editor und Social Media Manager

Auch in Krisenzeiten möchten die Menschen einen Blick hinter die Marke werfen. Als Editor oder Social Media Manager wird die Kundenbindung dauerhaft gefördert, vor allem durch das sog. Storytelling.

Data Scientist

Mit Hilfe von Datenquellen aller Art werden Antworten auf Fragen gefunden, um dem Kunden einen Mehrwert zu bieten.

Fashion-Coder

Ein Modedesigner mit Programmierkenntnissen? Das wäre für viele kleine Start-Ups ein Jackpot. Denn auch als Modedesigner wälzt du oftmals einfach nur Akten hin und her. Gerade für die Möglichkeit des Homeoffice ist das kein tragbarer Zustand. Als Modedesigner kennst du die Bedürfnisse deiner Kollegen und kannst gleichzeitig Arbeitsprozesse verändern und Lösungen schnell implementieren.

3D-Druck Experte

Eine Produktion ohne Auslagerung? 3D-Druck ist vielleicht noch Zukunftsmusik, aber gerade schwer im Kommen. Addidas, Iris van Herpen, Danit Peleg.. Viele steigen hier inzwischen ein.

Ich wünsche dir viel Kraft und Gesundheit für die nächste Zeit. Auf Modekarriere wirst du weiterhin mit wertvollen Inhalten und Tipps für deine Kreativität versorgt. Wie sieht dein Alltag derzeit aus? Was tust du in der Krise für deine Karriere. Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen.

marketing für dein modelabel

7 Marketing Tipps für dein eigenes Modelabel

Welche Marketing Möglichkeiten hast du für dein eigenes Modelabel? Nur wenn du es beherrscht die Aufmerksamkeit auf deine Marke zu ziehen, wirst du auch Verkäufe in dem übersättigten Markt generieren. Dabei geht es darum die eigene Sichtbarkeit zu vergrößern, mehr Kunden für sich zu gewinnen und deinen Imageaufbau zu betreiben.

 

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Mode-Start-ups haben sich die folgenden Ideen als besonders erfolgreich bewiesen. Gerade für den Start sind sie sinnvoll, da sie nicht zu kostenintensiv sind. Allerdings wird jede Marketing Strategie für dein eigenes Modelabel viel Zeit in Anspruch nehmen.

 

1. Sei präsent

Es ist ganz einfach, wenn du dich versteckst wirst du nicht gefunden. Das gilt nicht nur für die Online Welt. Finde heraus, wo sich dein Kunde aufhält und platziere dich genau dort. Erfolgreiche kleine Modelabels in meiner Region finde ich sehr schnell, weil sie präsent sind. Sie mieten eine geschickte Werbetafel in der Stadt, die sind auf allen großen Verkaufsevents dabei, inkl. Weihnachtsmärkte. Sie sponsern einen Verein oder statten diesen aus.

Sie sind persönlich vor Ort, sprechen mit ihren Kunden und bauen Vertrauen auf. Und das ist für eine nachhaltige Kundenbindung unerlässlich.

 

Um präsent zu sein, musst du nicht nur für deinen Kunden sichtbar sein. Schließe dich auch mit der Kreativwirtschaft in deiner Nähe kurz. Sie geben dir gerne kostenlose Beratungstermine, wie du deine Idee noch besser machen kannst. Außerdem kannst du dir Unterstützung in einem Designerverein holen, wie etwa den VDMD. Hierdurch lernst du neue Leute aus der Branche kennen und die sich ebenfalls für deine Idee interessieren und über weitere Erfahrungen verfügen, wie du mit dem richtigen Marketing dein eigenes Modelabel vorantreiben kannst.

 

2. So schaffst du vertrauensvolles Marketing für dein eigenes Modelabel

Vermutlich wirst auch du einen Onlineshop betreiben, im größeren oder kleineren Stil. Dazu möchte ich dir einen einfachen Hinweis geben, denn es gibt immer noch so viele junge Gründer da draußen, die genau an diesem Punkt scheitern: ein ordentliches Impressum.

Erst diese Woche hat mich eine Anfrage ereilt. Die Gründerin hat von ihrem sehr vielversprechenden Konzept geschrieben und dabei auch auf ihre Webseite verlinkt. Ich schaue mir generell bei neuen Anfragen gerne das Impressum, FAQs etc. an. Diese essenziellen Seiten zeigen sehr schnell, wie professionell die Marke ist. Leider fand ich hier nur einen Namen und eine Emailadresse vor. Womöglich sitzt die Marke in meiner Nähe. Leider kann ich dies so nicht herausfinden. Abgesehen davon gibt es in Deutschland eine Impressumpflicht für alle Webseitenbetreiber, ob selbstständig angemeldet oder nicht.

Daraus gibt sich neben dem geringen Vertrauen, das den Kunden entgegengebracht wird noch ein weiteres Problem. An welche Adresse können Kunden ihre Ware zurückschicken, wenn sie sie reklamieren müssen? Der Hinweis: „Bitte schreiben Sie bei Reklamationen oder Beanstandungen unter...“ Auch das ist nicht rechtskonform.

 

Neben diesem einfachen Hinweis, kannst du auch noch durch eine weitere Methode Vertrauen schaffen. Gebe deinen Kunden die Möglichkeit, dich zu bewerten. Ob auf Facebook oder direkt im Onlineshop. Das hat nicht nur den Vorteil für spätere Kunden sich über deine Produkte zu informieren, sondern du erhältst dadurch auch ein ehrliches Feedback und kannst für weitere Produkte daraus lernen.

 

3. Biete deinen Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis

Marketing eigene Kollektion

Hier ist deine Kreativität für deinen Onlineshop gefragt. Sich an den Shop-Aufbau von Zalando & Co. zu orientieren wird dich nicht weiterbringen, denn sie beherrschen bereits 97% des Modemarktes. Darum musst du dich ins Zeug legen, damit du einen Teil übrigen 3% ergatterst.

In der heutigen Zeit ist eine gute Idee allein kein Garant mehr für ein erfolgreiches Business. Denn niemand hat tatsächlich noch einen Bekleidungsbedarf. Es geht darum, dass du dich abhebst, ein Erlebnis bzw. eine Geschichte aufbaust und somit deine Ware für den Kunden schmackhaft machst.

Dieser Tipp ist besonders wichtig, wenn du dir ausgesucht hast ein T-Shirt Label zu gründen. Warum gerade das? Weil so gut wie jeder damit startet und in den meisten Fällen niemals seinen Lebensunterhalt damit bestreiten wird.

Hauche deinem Onlineshop leben ein. Es sollte etwas anderes werden, als das was die Kunden kennen. Dennoch ist es unerlässlich, dass die Seite benutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet ist. Hier ist eine Investition in einen Profi sinnvoll, denn vom Foto bis zum Text sollte die Seite deine Geschichte widerspiegeln. Neben informativen Dummy-Fotos, die deine Kollektion dem Kunden zur Anschauung dienen, solltest du Outfitideen einbauen. Mach es dem Kunden einfach, wie er deine Kleidungsstücke eindrucksvoll in Szene setzen kann. Dabei kannst du auch zusätzliches Geld verdienen, indem du andere Marken in Kooperation oder als sog. Affiliate-Marketing anbietest. Damit bekommst du von den 97% auch ein Stückchen ab.

Auch die Texte sollten eine eindeutige Sprache sprechen. Aus meiner Erfahrung als Mode-Texter weiß ich, wie ein Wort die Fantasie eines Kunden anregen kann. Damit lädst du ihn zum Träumen an und genau das wünscht er sich beim Shoppen – Emotionen.

 

4. Gehe Kooperationen ein

Neben meinem Tipp, zusätzlich Affiliate-Marketing zu betreiben, möchte ich dir noch die Möglichkeit aufzeigen, mit anderen Selbstständigen zu kooperieren. Mit einem Konzeptstore kannst wunderbar Marketing für dein Modelabel betreiben. Deine Modekollektion oder deine Schmuckaccessoires platziert der Inhaber neben anderen Lifestyleprodukten. Eine einladende und stimmige Atmosphäre entsteht dabei. Besitzt du ein ökologisch bewusstes Label, könntest du bei Kosmetikerinnen oder Bio-Kosmetik-Shops anfragen, ob sie deine Kollektion aufnehmen wollen. Dazu ist es üblich, dass du ihnen monatlich eine kleine Miete bezahlst.

Auch Cafés oder Friseursalons, Barbershops bieten sich dafür an. Diese Konzepte sind oftmals in kleineren Städten oder Stadtteilen abseits der Innenstädte vielversprechender, da der Kunde hier weniger unter Stress steht und regelmäßiger die gleichen Locations besucht. Wenn deine Zielgruppe gerne feiert, könntest du auch bei einem Club anfragen, ob du dort eine Modenschau veranstalten könntest und so zusätzliche Kunden in die Räumlichkeit bringen könntest.

 

5. Teile deine Talente und dein Wissen

Neben klassischem Marketing für dein eigenes Modelabel kannst du andere Menschen von deinen Fähigkeiten überzeugen, in dem du z.B. Kurse über die VHS oder Online über die Plattform Udemy anbietest. Weiterhin kannst du Ebooks erstellen. Die Designerin Sarah Ehrentraut lebt neben ihrem Traum von der eigenen Wäschekollektion auch ihre Leidenschaft für Schnitttechnik aus. Dafür erstellt sie immer neue Schnitte, die sie an Selbstnäher verkauft. Damit positioniert sie sich als Expertin für ihren Bereich. Jedoch zeigt sie sich auf ihrem Instagram Account sehr nahbar und authentisch, zeigt ihre Vision, erklärt, wo sie ihre Informationen herbekommt. Ihre Zielgruppe schätzt dies und so wird Sarah zu einem wichtigen Ansprechpartner.

Durch weitere Kompetenzen und eine breitere Aufstellung deiner Dienstleistungen kannst du auch ganz neue Kunden erschließen. Wenn du etwas viele Rapports oder Muster für deine Kollektionen benötigst, könntest du noch einige mehr produzieren und zusätzlich dich als Textildesigner auf einer  separaten Plattform zeigen. Mit dieser zusätzlichen Expertise erhöhst du ebenfalls deine Aufmerksamkeit.

 

6. Suche andere Lösungen

Es muss nicht immer ein eigenes Label sein. Dir gefällt eine Idee, die auf deinem Markt in Deutschland bisher nicht verfügbar ist? Warum nicht die Vorteile von deren Marketinginstrumenten nutzen und das Unternehmen anschreiben, dass du deren Kollektion gerne auf dem deutschen Markt vertreiben möchtest.

marketing tipps für dein eigenes modelabel

 

 

6. Blogger & Co.

Der ultimative Tipp schnell auf sich aufmerksam zu machen lautet: kleide einen Blogger, einen C-Promi oder eine andere Person des öffentlichen Lebens ein. Bei deinen Anfragen gibt es einiges zu beachten:

Recherchiere ausführlich, ob die angefragte Person, besser gesagt ihre Zielgruppe zu deiner Marke passt. Gehe lieber ein bis zwei bezahlte Kooperationen ein, als viele unbezahlte, die dir keinen gewünschten Effekt bringen. Es kann sogar ein Imageschaden entstehen, wenn du mit Produkten willkürlich um dich wirfst. So wird am Ende deiner Kleidung kein Wert mehr zugeschrieben, wenn sie jeder kostenlos haben kann. Bewahre also eine Exklusivität.

Stelle eine Anfrage immer individuell und persönlich. Wenn du einen kostenfreien Deal aushandeln willst, wirst du meist keine Rechte an den entstanden Fotos von der öffentlichen Person haben. Erkläre in einer kurzen Email, was du dir vorgestellt hast und wie die Person davon profitieren kann (mit oder ohne Bezahlung). So kann sie evtl. ein Outfit von dir erhalten oder du beteiligst sie am Gewinn, für jedes verkaufte Teil, das über ihren Code bei dir bestellt wurde (Letzteres macht nur Sinn, wenn du bereits einen Kundenstamm hast, da du andernfalls noch keine Erfahrungswerte bezüglich der Nachfrage hast).

Deine Webseite muss absolut professionell wirken, so wie ich es weiter oben bereits erwähnt habe. Sie ist deine Visitenkarte für einen Kooperationspartner. Telefoniert oder trefft euch persönlich, um Missverständnisse beim Auftragsbriefing zu vermeiden. Nenne klar, was dein Ziel ist und gebe deinem Kooperationspartner das Gefühl, das er/sie auch etwas davon hat.

 

Denke auch daran, dich selbst und deine Freunde mit deiner Kollektion auszustatten. Das schafft Authentizität. Veranstalte auch Gewinnspiele, bei denen du Teile aus deiner Kollektion gegen Fotos etc. verlost.

 

Am Ende möchte ich dir noch sagen: bleib geduldig! Nicht jede Strategie wird dir sofort massenweise Kunden einbringen. Eine breite Mischung verschiedener Tools ist sinnvoll, für eine langfristig gesteigerte Sichtbarkeit. Vertraue nicht alleine auf Facebook und Instagram. Gib dich nah und kommuniziere mit deinem Kunden, wann immer es möglich ist. Denke auch daran, dass dein Produkt perfekt sitzt und nicht im Nachhinein reklamiert werden muss. Außerdem sollest du genügend Vorrat zur Verfügung haben, wenn du eine Marketing Kampagne für dein eigenes Modelabel startest.

Team Good Garment Collective - kollektion nachhaltig produzieren

So kannst du eine Kollektion nachhaltig produzieren lassen

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Das Thema Nachhaltigkeit ist besonders in der Bekleidungsindustrie ein wichtiges Thema. Kaum eine andere Branche verschmutzt unsere Umwelt mehr. Darum ist es erfreulich, dass das Bewusstsein für nachhaltig und fair produzierte Kleidung wächst. Das lässt sich an der Nachfrage im Handel und an der steigenden Zahl der Fair-Fashion-Labels erkennen. Große Modeketten haben diesen Markt inzwischen auch erkannt und versuchen eine speziell beworbene Fair-Fashion Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen. Bei vielen großen Marken ist die Produktion jedoch nicht sehr transparent. Es wird vieles alleine der richtigen Marketingstrategie überlassen und die konventionelle Produktion bleibt für den Hauptanteil des Sortiments weiterhin bestehen. Dies kritisiert auch Greenpeace.

Daher sehen sich gerade viele junge Start-ups in der Verantwortung etwas an den derzeitigen Produktionsbedingungen zu ändern. Doch wo kannst du deine Kollektion nachhaltig produzieren lassen, auch in kleinerer Stückzahl?

Werkstatt Workshop vom deine Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen für Modedesigner
Foto: Good Garment Collective | Die Werkstatt der Produktionsagentur

Mit Hilfe einer Produktionsagentur eine Kollektion nachhaltig produzieren lassen

Ein wichtiger Partner bei der Entwicklung oder Herstellung der eigenen Kollektion kann eine Produktionsagentur sein, die Start-ups durch diesen Prozess begleitet. Ich bin dabei auf die Produktionsagentur Good Garment Collective gestoßen, mit der du deine Kollektion fair und nachhaltig produzieren lassen kannst. Sie unterstützen ihre Kunden, wie Designer, Fashion Brands oder fachfremde Unternehmen mit Leidenschaft bei der Entwicklung nachhaltiger Textilprodukte und der Realisierung innovativer Projekte.

 

Welche Leistungen kann Good Garment Collective dir anbieten?

Die Agentur vereint in ihrem Team ganz unterschiedliche Kompetenzen in den Bereichen Bekleidungstechnik, Modemanagement oder Modedesign.

„Zu unserem Team gehören die drei Gründerinnen Marita Jablonski, Stefanie Harborth und Jenny Stobbe, die im April 2017 mit Good Garment Collective gestartet haben. Zwei weitere Mitarbeiter, Felicia und Christin sind seit einem Jahr dabei, außerdem unterstützt uns immer ein Praktikant. Je nach Fähigkeit und Leidenschaft gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten in den Bereichen Kollektionskonzeption, Modell- und Schnittentwicklung, im Materialsourcing oder Produktionsmanagement. Somit können wir als Team ein breites Dienstleistungsportfolio anbieten. Mal sind wir als Berater in der Startphase eines Labels gefragt oder betreuen die Produktion bis Qualitätskontrolle für mittelständische Unternehmen“, erklärt mir die Agentur.

 

Dabei ist dem Unternehmen für die erfolgreiche Arbeit wichtig, dass niemand dabei zu schaden kommt. Deswegen tut das Team sein Bestes, Produkte sinnvoll zu gestalten, Ressourcen zu schonen und eine Kollektion nachhaltig produzieren zu lassen.

 

Workshops für Gründer und Kreative aus der Modebranche

Weiterhin hat sich das Expertenteam dem Thema Weiterbildung verschrieben. Dafür bietet die Agentur regelmäßige Workshops an. Sowohl Modedesigner, Fashion Start-ups aber auch fachfremde Unternehmer/innen aus dem Bereich Marketing und Sales, die eine Businessidee für ein eigenes textiles Produkt haben, nehmen an den verschiedenen Workshops teil.

„Oft können es sich Start-ups oder Designer am Anfang ihrer Gründung nicht leisten alle Positionen (Schnitt, Material, Produktion) mit uns zusammen zu entwickeln, deshalb möchten wir ihnen eine Weiterbildung ermöglichen z.B. zur Materialbeschaffung oder zum Produktionsmanagement“, so das Team.

 

Ziel ist es, dass du anschließend die Punkte möglichst eigenständig übernehmen kannst. Dafür bekommst du Handouts und Tabellen als ‚Fahrpläne‘, um dich damit durch den Prozess leiten zu können. Die Workshops sind eine gewinnbringende Investition und durch eine Bildungsprämie förderfähig. Du lernst dort Gleichgesinnte kennen und kannst dich mit den Experten austauschen. Alle Workshops sind auf der Website zu finden. Regelmäßig informiere ich dich auch in meiner Facebook-Gruppe Als Modedesigner durchstarten über neue Termine.

Wie findest du nachhaltige Stoffe für deine Kollektion?

Bei der Stoffbeschaffung (Materialsourcing) ist es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Qualitäten auszukennen und Wissen über Fasern, Zutaten und Veredelungen zu besitzen. Speziell für den Sustainable Bereich solltest du gängige Zertifikate und deren Anforderungen kennen und dir auch über Recycling und Verwertung deiner Produkte Gedanken machen.

Bei der Planung der Stoffmenge spielt es für deine Kollektion auch eine Rolle, dass deine Produkte bei einer hochwertigen Qualität dennoch preislich konkurrenzfähig bleiben.

bei der Modeentwicklung für ein Modelabel | Kolletion nachhaltig produzieren
Foto: Good Garment Collective | Mitgründerin Stefanie bei der Modellentwicklung für NASCH Sportswear

Eine Möglichkeit sich über eine Vielzahl nachhaltiger Stoffe und Innovationen zu informieren sind Messebesuche z.B. ReSOURCE auf der Munich Fabric Start. Ein solcher Besuch ist jedoch mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Dabei sind die Stoffhersteller häufig mit großen Abnehmern beschäftigt und nehmen ein kleines Start-up kaum wahr. So passiert es häufig, dass du bestellte Musterstofflaschen nicht zugeschickt bekommst. In diesem Fall lohnt es sich nach Restbeständen zu fragen oder sich mit anderen Modedesignern zusammenzutun, wenn du eine kleine Kollektion produzieren lassen willst.

Wenn du in diesem Thema persönliche Unterstützung benötigst, kann dir Good Garment Collective ein großes Repertoire an Stoffen und den richtigen Stoffherstellern präsentiert. Die Agentur sucht von GOTS und IVN Best zertifizierten Naturmaterialien über Tencelstoffe bis hin zu recycelten synthetischen Stoffen geeignete Materialien für deine nachhaltige Kollektion aus. Dabei spielen aber nicht nur Zertifikate eine Rolle. Sie wollen Zulieferer unterstützen, die sich im Bereich Nachhaltigkeit stark machen und bereit sind, neue und auch unbequeme Wege zu gehen. Das können auch sehr kleine, traditionelle Hersteller sein, die auch ohne Zertifikat eine nachhaltige Stoffauswahl anbieten. Die Auswahl der Materialien erfolgt nach den Anforderungen des Produktes, wird ganzheitlich betrachtet und mit dem Nachhaltigkeitskonzept der Marke abgestimmt.

 

Bei einem Workshop kann dir dieses Wissen ebenfalls vermittelt werden. Dabei wirst du an unterschiedliche Materialien und Fasern herangeführt und erhältst Antworten auf Frage: Wo finde ich ökologisch und fair produzierte Stoffe für meine Kollektion? Du erfährst auch alles über gängige Zertifikate und deren Anforderungen.

 

In welchen Ländern kannst du deine Kollektion nachhaltig produzieren lassen?

Viele nachhaltige Produktionen finden überwiegend in Europa statt. Das richtige Produktionsland hängt vom Produkt selbst und von der gewünschten Menge ab. Bei manchen Manufakturen kannst du einen Style schon ab zehn Stück pro Farbe produzieren lassen, dabei musst du allerdings mit Mindermengenzuschlägen zusätzlich zum Produktionspreis rechnen.

Eine Produktion mit mindestens 50 Stück pro Style lässt sich schon einfacher realisieren. Das hat den Hintergrund, dass „Production Lines“ für dein Produkt geblockt werden. Die benötigten Nähmaschinen werden für deine Kollektionsteile perfekt eingestellt (Fadenfarbe bestimmt, Fadenspannung ermittelt etc.) und die Näherinnen nähen in der Regel die einzelnen Arbeitsschritte, bis die Produktion abgeschlossen ist. In Ländern wie Portugal übrigens beginnt die Mindeststückzahl bei ca. 300 Teilen pro Style.

 

Bei jeder Produktion ist eine gut durchdachte Vorbereitung nötig. Der Hersteller benötigt die richtigen Maße bzw. Schnitte und Produktionsunterlagen, um Problemen vorzubeugen. Während der Produktion können oftmals Hindernisse auftreten, die gelöst werden müssen.

Workshop Sustainable Trends und Brand Building | Workshops Modedesigner Weiterbildung
Foto: Good Garment Collective | Workshop Sustainable Trend & Brand Building

 

Hier ist Good Garment Collective mit ihrem Erfahrungsschatz ein wertvoller Ansprechpartner. Das Team arbeitet vorwiegend mit Produktionsstätten in Polen, Deutschland und Portugal zusammen, realisiert aber auch Projekte mit anderen europäischen Ländern, wie Kroatien und Griechenland. Je nach Produktionsvolumen und Projekt finden sie einen geeigneten Produktionspartner bei möglichst kurzen Transportwegen.

„Generell sind faire Entlohnung, transparente Produktionsprozesse, sowie eine gute Kommunikation während des Projektes ein ausschlaggebendes Kriterium für eine Zusammenarbeit“, erklärt die Produktionsagentur.

 

Modelabels, die von Good Garment Collective unterstützt werden

Seit der Gründung der Agentur im April 2017 haben die Gründer Modedesigner und Unternehmer/innen bei verschiedenen Projekten erfolgreich begleitet. So gehört das Label Julia Leifert zu einem der längsten Kunden. Julia Leifert ist ein aufstrebendes Berliner Label, das Sustainable Womenswear im High-End Fashion Bereich anbietet. Die gleichnamige Modedesignerin verbindet mit ihrer Mode bequeme Lässigkeit mit puristischer, cleaner Eleganz und zeigt damit, dass sich eine ökologisch und fair produzierte Kollektion zeigen lassen kann. Im Fokus stehen nachhaltige Materialien und lokale Produktion mit fairen Herstellungsbedingungen.

Good Garment Collective begleitet das Label von Beginn an und unterstützt die Designerin von der Modellentwicklung bis zur Produktion.

 

Ein sehr innovatives Projekt, für das die Produktionsagentur die Modellentwicklung und das Produktionsmanagement übernimmt, ist das nachhaltige Label ooshi aus Berlin – Deutschlands erstes Label für Periodenunterwäsche. Ooshi’s sind komfortabel, bequem und durch das innovative, integrierte Membransystem auslaufsicher. ooshi’s sind in verschiedenen Modellen und Designs für Mädchen und Frauen erhältlich.

 

Wenn du Lust hast dein Label oder deine Geschäftsidee ebenfalls voranzubringen, lohnt sich die Teilnahme an einem Workshop von Good Garment Collective in Berlin. In meinem Newsletter  halte ich dich auf dem Laufenden, sobald neue Workshops wieder starten.

Was sind für dich interessante Weiterbildungen im Modebereich? Schreib mir gerne einen Kommentar dazu.