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Dein eigenes Modelabel

Prints, Pattern & Textildesign – Die eigene Modekollektion mit Wiedererkennungswert entwerfen

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Was macht eine Kollektion einzigartig und besonders? Farbe und Qualität sind ausschlaggebend für ein eindrucksvolles Kollektionsbild. Doch wie lässt sich eine eigene Modekollektion entwerfen, die einen echten Wiedererkennungswert hat? 

Unfinished Nature Print

Design by bluelela, patterndesigns.com

Die aktuellen Kollektionen auf den Modemessen zeigen einen durchgängigen Trend. Allover Prints. Davon viel, überall und sogar in Kombination. Derzeit sind vor allem großflächige grafische Prints und stilistisch reduzierte Makro Blüten ein Must-Have, um mit deiner Kollektion, deinen Kunden oder als Modeschüler sogar deinen Dozenten zu begeistern.

Schon seit einigen Saisons tauchen immer wieder moderne, eindrucksvolle Drucke am Markt auf. Die Range geht dabei von „Simple Form Florals“ in minimalistischer Farbgebung bis hin zu „Unfinshed Nature Prints“, die händische Skizzen anmuten lassen. Nichts kann deine eigene Modekollektion einfacher zu einem echten Hingucker machen, als ein herausragender Print.

Erst vor einer Woche war ich selbst bei einer Kollektionsbesprechung für diee kommende Saison Herbst/Winter. Dabei wurden mir unzählige Drucke vorgestellt. Anhand der richtigen Auswahl habe ich mich regelrecht in die neuen Kollektionen verliebt, auch wenn es nur Entwürfe auf dem Papier waren.

 

Wie bindest du Allover Prints in deine Modekollektion ein?

 

Für die Erstellung einer eigenen druckfähigen Datei benötigst du ein vektorbasiertes Grafikprogramm. D. h. deine Datei besteht aus sog. Pfaden und nicht aus einzelnen Pixeln. So vermeidest du ein unschönes „verpixeltes“ Ergebnis, wenn dein Muster in Druck gehen soll. Denn eine Vektordatei lässt sich ohne Qualitätseinbußen vergrößern und verkleinern.

Allover Prints - deine eigene Kollektion entwerfen

Design by Razina Athar, patterndesigns.com

 Die Anfertigung eines Allover Prints ist dabei mit vielen Details recht komplex und wird leider häufig bei entsprechenden Ausbildungen im Modesegment vernachlässigt. Dennoch gibt überaus viele Designer, die sich ausschließlich auf die Sparte Textildesign spezialisiert haben. Sie bearbeiten die Drucke so, dass am Ende ein unendliches Muster, ein sog. Rapport in alle Richtungen entsteht. Das kannst du dir vorstellen, wie eine Kachel, die sich immer wiederholt. Die Schwierigkeit liegt darin, dass am Ende kein „Rand“ sichtbar ist und der Betrachter keine Lücken oder Wiederholungen erkennt. Es steckt also viel Know-How dahinter, darum wählen auch Modeunternehmen aus der Industrie gerne den Weg vorgefertigte Drucke zu nutzen, einfach weil der Zeitaufwand im Tagesgeschäft zu hoch wäre. Denn ein einziger Allover Print kann 1 bis 3 Arbeitstage in Anspruch nehmen.

Da Druckbücher in der Branche zwar genutzt werden, jedoch sehr teuer sind, habe ich mich auf die Suche nach einer Datenbank begeben, die unterschiedliche Drucke beinhaltet und in die immer wieder neue Drucke hinzugefügt werden. Fündig wurde ich bei Pattern Design. Auf der  Online Plattform bieten Designer bei Pattern Design weltweit ihre angefertigten Drucke in unterschiedlicher Qualität zum direkten Download an. Der Dienstleister verfolgt eine klare Philosophie: „Einerseits möchten wir Designern helfen, ihre Muster weltweit zu verkaufen, und andererseits möchten wir die Nachfrage nach Mustern von Unternehmen und Individuen bestmöglich befriedigen.“ Der Vorteil ist klar: Du kaufst nur das Design, das du auch benötigst. Damit ist es eine perfekte Dienstleistung, gerade wenn du einen zielgenauen Bedarf an Prints hast, z. B. für deine Modemappe, für ein Portfolio als Freelancer oder für deine Selbstständigkeit, wenn du eine eigene Modekollektion entwerfen willst.

 

Deinen Wunschprint den Farben deiner Kollektion anpassen

 

Außerdem ist es auf der Internetseite möglich deinen gewünschten Print farblich deinen Vorstellungen anzupassen. Dazu stellt Pattern Design ein Tool zur Verfügung, womit du jede einzelne Farbe des Drucks ändern und anhand der Vorschaubilder gleich das Ergebnis begutachten kannst. Damit hast du auch im Voraus einen Überblick über die Anzahl der Farben. Das musst du berücksichtigen, wenn du Stoff mit deinem Wunschprint bedrucken lassen möchtest. Je mehr Farben und je filigraner der Druck, desto teurer wird das Aufdrucken.

 

Solltest du deine Drucke für dein eigenes Label bedrucken lassen wollen, gibt es noch einen weiteren Punkt, den du unbedingt bei der Einbindung von Allover-Prints beachten solltest:

Gerade bei kleinen Labels und Neugründungen in geringer Stückzahl greifen viele Designer gerne zu lokalen Stoffen von unterschiedlichen Stoffgeschäften. Dabei ist Vorsicht geboten, da einige Hersteller, ihre bedruckten Stoffe nicht für den kommerziellen Einsatz anbieten möchten. Welche Stoffe du auf keinen Fall für ein eigenes Label einbinden solltest, erfährst du bei den jeweiligen Herstellern. Damit du rechtskonforme Allover Prints in deine Kollektion einbinden kannst, ist es deshalb nur ratsam Stoffe selbst bedrucken zu lassen.

Florale Drucke AOP, deine eigene Modekollektion entwerfen

Design by Arantxa García Aldea, patterndesigns.com

 

Welche Möglichkeiten bietet dir Pattern Design als Modedesigner

  • Du hast einen einfachen Zugang zu endlos vielen verschiedenen Mustern. Diese Muster kannst du in unterschiedlichen Bildqualitäten kaufen und so kostengünstig dein Portfolio mit aussagekräftigen Allover Prints auffüllen
  • Wenn du bisher nicht wusstest, was designtechnisch alles möglich ist, kannst du auf dieser Webseite eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Mustern sehen und dich inspirieren lassen
  • Für die Gründung eines eigenen Labels gibt es viele Dinge zu tun, anhand der verschiedenen vorgefertigten Drucke bleibt dir viel Arbeit und auch evtl. viel Ärger, bei möglichen Fehlern einer eigenen Druckdatei erspart
  • Als Freelancer kommt es im Modebereich häufig vor, dass ein Kunde unterschiedliche Drucke zur Auswahl in eine Kollektion eingebunden haben möchte oder sogar ein komplettes Druckrepertoire benötigt. Mit der Datenbank von Pattern Design kannst du schnell und easy solche Aufträge umsetzen

Wie stehst du zu dem Thema Allover Print? Hast du Stoff schon mal selbst bedrucken lassen?

Wie kann ich einen Modeeinkäufer überzeugen?

Deine Kollektion steht, du kennst deine Zielgruppe, dein Traum ist zum Greifen nah. Zu deinem Glück fehlen dir nur noch die richtigen Vertriebspartner. Einkäufer für Boutiquen, Modehäuser, Boutiquenbesitzer etc.. All jene die sich dafür entscheiden, deine Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen und daran glauben, ihre Zielgruppe mit deiner Kollektion begeistern zu können. Die Vertriebsmöglichkeit über eine Einkaufsabteilung kann sich gerade bei großen Modehäusern schwierig gestalten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Einkäufer gegenüber neuen Marken extrem skeptisch sind, gerade wenn du mit deinem Modelabel erst einmal einen Fuß in die Tür bekommen möchtest . Am Ende kommt es nur auf die Zahlen an. Penibel wird errechnet, welche Drehung der Artikel auf der Ladenfläche macht, sprich, wie schnell auf den Quadratmeter verkauft wird. Dardurch fallen die meisten Marken so schnell wieder aus dem Sortiment, wie sie einst aufgenommen wurden. Bei kleinen Boutiquen ist die Sache noch einfacher, hier freut man sich über eine Kollektion, die sich von den bekannten Marken der großen Modeketten abhebt und genau das schätzen auch die Kunden dieser Geschäft.  In diesen Geschäften bekommst du meist die Möglichkeit, ausgewählte Artikel auf Kommission zu verkaufen. Das heißt, du bekommst erst Geld, wenn ein Teil verkauft wurde und damit eignet es sich kaum, wenn du in etwas höheren Stückzahlen produzieren lässt.



Der Schritt zum Modeeinkäufer

Als erstes ist es wichtig, dass du deine Kollektion und die angestrebte Zielgruppe weißt einzuschätzen. Du für dich klar und vorallem begründbar sein zu welchen Modehäusern, Marken etc. deine Artikel passen würden. Genau diese Argumente wirst du für die Vorstellungsgespräche benötigen. Bereite dich gut darauf vor und vor allem versuche ein persönliches Gespräch oder zumindest ein Telefonat mit anschließender Musterzusendung zu erwirken. Einkäufer sind vielbeschäftigte Menschen, die oft unterwegs sind und täglich einen schwall an Emails erhalten. Durch verschiedene Gespräche mit Einkäufern und auch aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass einige aufgehört haben, Nachrichten zu lesen, in denen sie CC stehen. Wieder andere lesen Nachrichten nur, wenn ihnen ihr Assistent den Hint gibt, dass es sich um eine wichtige Nachricht handelt.

Suche nach passenden Boutiquen oder Pop-Up Shops. Durchforste Online-Shops, die thematisch mit deiner Kollektion harmonieren würden. Rufe in der Zentrale an, schildere dein Anliegen und frage nach dem zuständigen Einkäufer. In der Regel wirst du weitergeleitet, da die Empfangsdame nicht weiß, ob der Einkäufer Bedarf an neuen Marken hat oder nicht. Achte bei der Nummer aber darauf, dass es kein Nummer für den Kundenservice ist. Denn die Callcenter sitzen meist weit weg von den Firmenzentralen.

 

Einkäufer auf sich aufmerksam machen

Es gibt aber auch eine einfachere Möglichkeit an einen Einkäufer heranzutreten, ohne dass du das Gefühl bekommst, dass du jemanden mit deinem Anliegen überfällst. So kannst du entscheidende Konktakte über unterschiedlichste Messen knüpfen. Dabei gibt es Messen speziell für den Modeeinkauf, aber auch Designermärkte, die sich ebenfalls auch an Endkunden richten. Die Platzierung auf einer Messe ist für dich auf jedenfall ein Gewinn, da dabei jede Menge Gespräche führen kannst und gleich ein Feedback für deine Arbeit bekommst.

Hier einige Tipps für einen gelungenen Messestand:

n  Einen Tisch oder ein Regal im vorderen Bereich, auf dem kleine Zusatzartikel stehen. Etwas an dem Menschen stehen bleiben und sich nicht durch horende Preise etc. bedroht fühlen könnten (evtl. Postkarten, Ohrringe, Schlüsselanhänger)

n  Gute Beleuchtung, mit der du deine Kollektion ins rechte Licht rücken kannst

n  Eine Wandgestaltung, die die Stimmung der Kollektion aufgreift, ob rustikal mit Holz oder weiß mit Fotorahmen für ein puristisches Stimmungsbild

n  Eine Möglichkeit für Kunden die Kleidung anprobieren zu können

n  Kredit- oder EC Kartenzahlung  ermöglichen, wenn direkt verkauft wird

n  Eine Atmosphäre schaffen mit Blumen, Teppichen oder speziellen Kleiderständern

n  Lookbooks und Infomaterial

n  Mannequins

n  Kleiderständer leicht zugänglich, vorderne hinstellen (damit man im Vorbeigehen gleich anfassen kann)

n  Keinen richtigen Eingang bauen, damit sich der Interessent nicht in der Falle fühlt

n  Schmeichelnde Lichtverhältnisse und einen guten Spiegel



 

Verkaufe eine Message

Deine Kollektion kann super aussehen, qualitativ hochwertig produziert worden sein und auch noch eine Innovation beinhalten, dennoch werden dich Einkäufer in der Flut der Modemarken schnell übersehen. Darum ist es so wichtig, einen „Rahmen“ um die Kollektion zu bauen. Bei jeder Handlung mit deinem Modelabel, sollte dieser Rahmen sichtbar sein. Egal ob das ein Briefkopf, eine Email oder ein Lookbook ist.

Präsentiere deine Kollektion, als würdest du ein Schaufenster oder einen Pop-Up-Store gestalten. Es ist wichtig, beim Einkäufer eine Emotion zu erzeugen, damit du nicht in der Masse verschwindest. Gleichzeitig pusht das nochmal die Wertschätzung beim Betrachter. Wenn er vor deiner Kollektion steht und sich denkt „Wow“, wird er kaum an dir vorbeikommen. Dabei muss es nicht einmal ein aufwändiger Messebau sein. Erzähl einfach eine Geschichte. Ob gerahmte Fotos aus dem Shooting, Plakate oder Dekoelemente wie Pflanzen.

Präsentiere deinen potenziellen Weiterverkäufer stets deine Idee zum Kollektionsaufbau. So kann sich der Einkäufer besser in deine Gedanken versetzen und sich gleichzeitig vorstellen, wie schön ansprechend, dass für seine Kunden aussieht.

Hier auf Pinterest habe ich dir einige Beispiele zusammengetragen


Hinter den Kullissen der Jungdesigner von Studio Pilcrow – Design aus zwei Welten

Zwei völlig verschiedene Kulturen miteinander vereinen? In der Modewelt ist das möglich. So beweist es ein junges Label aus Süddeutschland – Studio Pilcrow. Die Gründer des Modelabel, Mimi und Simmi haben sich zum Ziel gesetzt, laotische Gelassenheit mit gut strukturierter, deutscher Mentalität zu vereinen. Alles über ihren Einstieg im Interview mit den Jungdesignern des Modelabels..

Interview mit dem Modelabel Studio Pilcrow.

Model: Oliver Keder Fotograf: Simeon Oßwald

 

Das Pilcrow oder Absatzzeichen markiert den Anfang eines neuen Paragrafen einer Geschichte. Mit jeder Kollektion wollen die Modeschöpfer einen Teil der Geschichte einer laotischen Familie erzählen, die in den 80er Jahren ihr Zuhause verlassen hatte, um ein Leben in Deutschland aufzubauen. Die erste Kollektion „Vientiane Highschool“ ist dabei an die Studienzeit der laotischen Schüler angelegt.

 

Den Gründern von Pilcrow ist es nicht nur wichtig, dass ihre Produkte die höchste Qualität besitzen, sondern auch nachhaltig und fair produziert werden. Darum haben sie mit größter Sorgfalt ihre Produzenten ausfindig gemacht.

 

„Wir sind nämlich der Meinung, dass Kleidung nicht nur gut aussehen, sondern mit gutem Gewissen getragen werden soll.“

 

Interview Modedesigner Studio Pilcrow

Model: Oliver Keder
Fotograf: Simeon Oßwald

 Mimi, die Tochter laotischer Migranten, hat einen Abschluss an der Akademie Mode und Design in München. Durch ein anschließendes Praktikum bei einem jungen Modelabel, konnte sie erste Erfahrungen in der Modewelt sammeln. Durch verschiedene Nebenjobs im Verkauf konnte sie sich ebenfalls einen Einblick in den stationären Handel verschaffen. 

 

Simmi hat seinen Bachelor an der Hochschule der Medien in Stuttgart im Fach Medien Design absolviert. Er arbeitet nebenher als Gestalter bei einer Werbeagentur und ist Geschäftsführer eines Food Trucks.

 

Wie wurde die Idee für das eigene Label geboren?

Die Idee ein eigenes Label zu Gründen kam uns vor ein paar Jahren in den Sinn. 2015 hat Mimi ihren Bachelor in Mode Design an der Akademie Mode und Design in München gemacht und Simmi seinen Bachelor ein Jahr früher in Medien Design an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Wir standen also vor der Entscheidung wo es uns hin verschlägt und wie wir unsere Kreativität zusammen bringen .

Da wir beide unsere eigenen Chefs sein wollten und uns für Design und Mode interessieren, dachten wir uns: Wieso probieren wir es nicht?“

 

 

Interview Modelabel Studio Pilcrow

Model: Oliver Keder
Fotograf: Simeon Oßwald

Wo verkauft ihr eure Kollektion?

Zum Release der ersten Kollektion wurde ein Pop-Up Store betrieben, der aktuelle Vertrieb erfolgt ausschließlich online.

 

Was ist euer bisher grösster Erfolg?

Womit wir nicht unbedingt gerechnet hätten, ist das positive Feedback während des Pop-Up Stores und den zufriedenen Kunden, die uns darin bestärken weiter zu machen.

 

Wie gestaltet sich euer Arbeitsalltag?

Einer jeden Kollektion geht eine gemeinsame Ideenfindung voraus. Im Anschluss kümmert sich Mimi um Schnitte und Samples, welche wir dann zusammen mit unseren Produzenten besprechen und umsetzen. Fotografiert wird unsere Kollektion im Moment von Simmi im ateliereigenen Studio. Unsere Marketing Strategien entstehen ebenfalls im Team und werden dann von Simmi in die Wege geleitet. Kommt es zu einem Kauf, übernimmt Mimi den Versand. 

 

Was sind eure Ziele für Studio Pilcrow?

Gerne würden wir über den Zeitraum einiger Kollektionen sowohl feste Kunden, als auch Vertriebspartner gewinnen, um den Sprung von der risikobehafteten Selbstständigkeit hin zum sichereren Bedienen der Kunden via Order-Messen zu schaffen. Besonders am Herzen liegt uns auch das Ausbauen der Zusammenarbeit mit laotischen Kunsthandwerkern und Produzenten.

 

Der Start ist geschafft, auch wenn es einige Hürden zu überwinden gab. Vor allem die Suche nach den richtigen Produzenten hat die beiden lange beschäftigt. Gerade diese so wichtigen Punkte werden in einer Ausbildung zum Modedesigner zu wenig bis gar nicht angeschnitten, wie ich selbst schmerzlichst festgestellt habe. Darum ist es so wichtig sich in diesem Job stetig weiterentwickeln zu wollen und gleichzeitig an seinen Zielen festzuhalten. Auch der Austausch mit Gleichgesinnten kann dabei hilfreich sein.

 

Ich danke Mimi und Simmi für ihren offenen Einblick hinter die Kullissen von Studio Pilcrow und wünsche ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!

Inspirationsblockade? Motivation als Designer finden

Es fällt dir schwer, Motivation als Designer zu finden? Du hast dir so viele Projekte im Kopf ausgemalt, aber du findest keinen Antrieb sie umzusetzen?
Motivation als Designer
In unserem Job sollte es uns eigentlich leicht fallen, im wahrsten Sinne des Wortes, wie ein junger Hund morgens aus dem Bett zu springen und gar nicht erwarten zu können, mit unseren kreativen Projekten zu beginnen. Denn wir leben den Traum einer schaffenden/ schöpferischen Tätigkeit nachgehen zu können.

Und dennoch sind wir gerade als Kreative in bester Gesellschaft, Dinge vor uns herzuschieben, unsere inspirative Quelle versiegen zu lassen und noch schlimmer: ein dauerhaft schlechtes Gewissen unserer Gabe gegenüber, dass uns sogar krank machen kann.
So weit muss es aber nicht kommen. Im Folgenden habe ich dir einige Tipps zusammengestellt, wie du deine Motivation als Designer ankurbeln kannst:

Lerne positive Emotionen mit deiner Arbeit zu verbinden.

Das größte Problem meiner Meinung nach ist die Tatsache, dass wir negative Gefühle mit unseren Modeprojekten in Verbindung bringen. Daher entwickeln wir eine Abwehrhaltung dagegen und schieben alles Andere vor. Es gibt einen Trick, wie du deine Sichtweise ins Positive verändern kannst.
Lerne zu Visualisieren, indem du nicht in Bildern denkst, sondern in wohligen Emotionen. Es bringt leider wenig, dir dein Ziel detailgetreu vor Augen zu führen, wenn du Emotional nicht anwesend bist. Eine stärkere Wirkung hat das Ganze also, wenn du dich an einen Moment erinnerst, der dich in Bezug auf dein jetziges Ziel besonders bewegt hat.
Bei mir war das eine Nacht, alleine in einem Zelt in der Wüste, bei 0 Grad unter sternenklarem Himmel. Als ich im Bett lag und der absoluten Stille der Nacht lauschte, sprudelten plötzlich nur so die Ideen aus mir heraus. Es war schwierig, alles in meinem Notizbuch festzuhalten. Es fühlte sich an, als hätte man eine Wasserluke geöffnet und alle Ideen strömen ungehindert aus meinem Kopf heraus. Und auch, wenn es eine unangenehm bitterkalte Nacht für mich war, bin ich doch sehr glücklich eingeschlafen und kann jene Magie bis heute festhalten.

Set your mind free

Motivation als Designer
Als kreative Menschen sind wir ein nahes Zusammenleben mit unserem inneren Kritiker gewohnt und doch fällt es uns oft schwer, vor lauter Zweifeln noch voranzukommen. Außerdem glauben wir häufig, alles schon auf Anhieb perfekt machen zu müssen. Aber wie auch Tänzer oder Sänger täglich üben müssen und auch irgendwann mal klein angefangen haben, musst du dir bewusst werden, dass auch du dich in einem Lernprozess befindest. Es wird immer neue Aufgaben geben, die du zum ersten Mal machst, aber du musst dir eingestehen, dass du sie dadurch nicht fehlerfrei hinbekommen wirst. Darum ist es so wichtig, die Dinge mit einer „unschuldigen“ Neugierde zu betrachten, denn alles andere ist ein Killer für deine Motivation als Designer.
 
Beginne, übe und Step by Step
Das verhindert die ständige Grübelei. Einige Beispiele:
  • Du willst zeichnen lernen, also probiere verschiedene Zeichenstile aus, bevor du dich auf einen festlegst, den du noch nicht wirklich beherrscht.
  • Du willst ein Modelabel gründen, beschäftigst dich aber schon mit Marketing und Werbung, bevor du überhaupt ein perfektes Produkt in Händen hältst.
  • Nach deiner Ausbildung möchtest du in Firma XY arbeiten, bewirbst dich aber nicht mal, weil du Angst vor einem Accessment Center hast.

Die entscheidenden 5 Minuten für deine Motivation als Designer

Du möchtest so gerne eine Karriere in der Modebranche starten oder arbeitest vielleicht sogar in einem kreativen Beruf, hast aber das Gefühl, gestalterisch nicht ausgelastet zu sein oder träumst insgeheim von einem eigenen Projekt. Doch du fühlst dich nach deinem stressigen Alltag nur noch erledigt und sehnst dich nach Ruhe und Entspannung? Gleichzeitig hast du ein schlechtes Gewissen deiner Kreativität gegenüber, hast das Gefühl dich im Kreis zu bewegen und nichts zustande zu bringen. Aber ich sage dir, mit einem kleinen Trick ist es dennoch möglich, sogar ein Modelabel neben einem Vollzeitjob entstehen zu lassen.
Entwickle eine Routine. Setz dich jeden Tag (wirklich jeden Tag) für wenigstens 5 Minuten vor deine Herzensangelegenheit. Am besten tust du dies immer zur gleichen Zeit. Da ich ein Morgenmensch bin, stehe ich jeden Morgen ein bisschen früher auf, um mich meinen Projekten zu widmen. Für diese Zeit solltest du schon alles zurechtlegen, damit du direkt mit der Arbeit loslegen kannst. Erarbeite z. B. jeden Tag ein bisschen das erste Schnittmuster für einen Prototypen oder beginne mit einer Inspirationscollage. Aber nimm dir täglich zumindest diese 5 Minuten vor. Vergiss für die diese Minuten deine Zweifel an diesem Projekt und beginne einfach. Dein Kritiker kann sich dann am Ende der fertigen Arbeit noch einmal zu Wort melden. Aber danach hast du schon einmal den Vorteil, eine fertige Arbeit in den Händen zu halten.

Am schwierigsten ist der Beginn. Wir können uns monate- oder sogar jahrelang in Ausreden winden. Allem voran ist der Zeitfaktor. Aber wenn du es schaffst, einen Anfang zu finden und diese Routine beizubehalten, wird sie sich in deinem Innersten festigen und du wirst merken, wie dieser kaum merkliche Zeitaufwand langsam Früchte trägt.

Bewahre dir eine Reserve für den nächsten Tag

Kreativität ist anstrengend. Ich merke selbst, wenn ich gerade ein neues Kleidungsstück entwerfe und dabei so richtig in meiner Flowphase bin, will ich nichts tun, außer an diesem Projekt weiterzuarbeiten. Ich vergesse dabei zu essen und spüre erst, wenn es schon viel zu spät ist, dass ich meine Energie komplett verbraucht habe. Das gilt auch für meine Kreativität. Darum ist es so wichtig, dass du lernst, rechtzeitig aus einer kreativen Phase herauszukommen, bevor deine sprudelnde Quelle der Inspiration versiegt. Behalte dir ein bisschen davon zurück – nach dem Motto aufhören, wenn es am schönsten ist. Hab keine Angst dass dein Projekt nicht mehr weiterlaufen wird. Durch diese bewusste Fernhaltung davon, wirst du auch am nächsten Tag wieder daran arbeiten wollen.
Und das Wichtigste: Gib niemals auf. Auch wenn du an der einen Sache scheitern magst, deine Kreativität wird neue Wege für dich bereit halten, du musst es nur zulassen.

So erstellst du schnell den perfekten Businessplan für dein Modelabel

Der Businessplan ist ein wichtiges Instrument für dein Mode Business, in dem du dich auf das Wesentliche fokussierst. Gerade wir kreativen Köpfe haben es schwer uns an einen festen Plan zu halten. Aus uns sprudelt eine Idee nach der Anderen. Aus genau diesem Grund, brauchst du eine fundierte Grundstruktur, auf die du immer zurückgreifen kannst, wenn dein kreativer Geist einmal wieder mit dir durch geht.

Businessplan für dein Modelabel

Außerdem hilft dir der Businessplan, deine Geschäftsidee richtig zu formulieren. Vielleicht kennst du das ebenfalls. Du lernst neue Leute kennen und dann kommt die ganz normale Frage: „Was machst du beruflich.“ Ich empfinde es gerade beim Entwickeln eines Modelabels sehr schwer, einem branchenfremden Menschen, eine zufriedenstellende Antwort zu geben sehr schwierig. Auch für diesen Fall findest du mit einem Businessplan für dein Modelabel eine einfache Antwort für neugierige Fragen.

Spätestens, wenn du Banken oder andere Institutionen für dein Projekt mit ins Boot holst, ist ein ausführlicher Businessplan unerlässlich. Dazu würde ich dir in jedem Fall eine Gründungsberatung empfehlen. Laut der IHK kannst du eine Förderung zu diesem Coaching beantragen. Dafür gelten die folgenden Voraussetzungen:

… Der Existenzgründer muss bereits selbstständig tätig sein. Zu Zeitpunkt des Beratungsbeginns darf die Existenzgründung allerdings nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.“

 

Welche Punkte im Businessplan sind unerlässlich für die eigene Reflexion?

Mein aller erster Businessplan war in einer halben Stunde geschrieben. Geholfen hatte mir dabei ein befreundeter Unternehmer, der natürlich genau die richtigen Fragen zu meinem Geschäftsmodell hatte. Es war kein Meisterwerk, hatte mir damals aber sehr geholfen einen besseren Blick für mein Vorhaben zu erhalten. Darum möchte ich dir heute keinen Aufbau eines klassischen Businessplans vorstellen. Eine tolle Auswahl an bank- gerechten Musterbusinessplänen findest du hier.

Im Folgenden erhältst du alle wichtigen Kernfragen, um einen Businessplan für dein Modelabel aufzusetzen und dir über dein Vorhaben im Klaren zu werden:

Deine Geschäftsidee

Schreibe diese Idee in einem Satz (kurz, knapp, knackig). Das so wirst du dein Vorhaben in Zukunft auch immer Neugierigen präsentieren.

 

Investitionen für den Start

Was ist für den Start deiner Kollektion finanziell nötig?

Was sind deine Fixkosten? (z.B. Mitarbeiter, Ateliermiete, Webhosting etc.)?

Welche Kosten fallen neben der Kollektion an? (z.B. Gewerbeschein, Gründungsberatung, Geschäftsreisen)

 

Dein Unternehmerlohn

Wieviele Mittel benötigst du für den privaten Bedarf monatlich? (z. B. Lebensmittel)

Was sind deine Fixkosten? (z. B. Handyvertrag, Versicherungen, ggf. Altersvorsorge)

 

Produzenten und Dienstleistungspartner

Welche Lieferanten liefern dir in welcher Menge? Und zu welchem Preis? Ist seine Ware/Dienstleistung dauerhaft verfügbar?

Wo verkaufst du deine Ware?

Wie lagerst bzw. versendest du deine Ware?

 

Zielgruppe für deine Kollektion

Wer ist dein Idealkunde?

Gibt es Menschen in deinem Umfeld, die deiner Kundschaft entsprechen?

Was arbeitet dein Kunde? Wo wohnt er bzw. sie? Wofür interessiert sich diese Person? Alter? Welches Probleme hat dieser Kunde?

Gehörst du selbst du deiner Zielgruppe?

 

Alleinstellungsmerkmal der Idee und Kaufanreiz

Was braucht dieser Kunde? Welche Probleme lösen deine Produkte? Was unterscheidet dich von deinen Mitbewerbern? Was ist deine Innovation?

 

Worst- and Best-Case

Die Basisfrage im Businessplan für dein Modelabel lautet:

Was ist dein Ziel und bis wann möchtest du es erreichen?

(z.B. einen gewissen Stundenlohn innerhalb eines Jahres erreichen oder eine bestimmte Menge deiner Produkte verkaufen etc.)

Best-Case

Du erreichst dein Ziel! Wie sieht die optimale Situation aus? Was muss dafür passieren?

Worst-Case-Alternative

Welche Risiken birgt dein Vorhaben?

Wie sähe eine Geschäftsaufgabe aus?

Wie könntest du an finanzielle Mittel kommen? (z.B. Nebenjob)

 

Aufgaben bis zur Gründung

Hier erstellst du eine genaue To-Do-Liste der Aufgabe, die du vor der Gründung noch in Angriff nehmen musst. Darin sollte unter Anderem stehen: Businessplan schreiben.

Übrigens: Auch wenn du schon ein Mode Startup gegründet hast, ist der Businessplan ein guter Leitfaden, um deine aktuellen Ziele zu realisieren. Ebenfalls kann es manchmal dazu kommen, dass du erst mit gewisser Zeit, eine finanzielle Unterstützung von deiner Bank benötigst. Wie schon am Anfang erwähnt, sind für offizielle Institutionen aber ausführlichere Angaben zu machen.

Hast du dazu noch Fragen? Ich helfe dir gerne weiter und stehe dir mit meinem Feedback zur Verfügung.

Wie kennzeichne ich meine Produkte richtig?

textilkennzeichnung

Es ist ein leidiges Thema: Die Textilkennzeichnung. Die Texte aus dem Internet sind trocken geschrieben und oftmals eine reine Ernüchterung, gerade wenn du nur kleine Stückzahlen verkaufen möchtest.

Darum habe ich dir hier einmal die wichtigsten Infos zusammengepackt. Bevor wir dann endgültig in das Thema Textilkennzeichnung einsteigen, möchte ich dich vor ab darauf aufmerksam machen, dass ich meine Angabe nach bestem Wissen und intensiven Recherchen zusammengefasst habe. Allerdings liegt es letztendlich in deiner Verantwortung, deine Produkte gesetzeskonform zu kennzeichnen. Für den beschriebenen Leitfaden übernehme ich keine Verantwortung auf Richtigkeit, bzw. Aktualität. Außerdem musst du dich separat informieren, wenn du deine Produkte auch außerhalb von Deutschland verkaufst.

 

Das kleine 1×1 der deutschen Textilkennzeichnung

Durch das Textilkennzeichnungsgesetz soll dein Kunde, der in Deutschland einkauft, eine bessere Einsicht über die von dir verwendeten Materialien bekommen.

  • Wenn du einen Onlineshop betreibst, musst du darauf achten, dass alle deine Produkte eine korrekte und vollständige Produktbeschreibung aufweisen.
  • Du bist dabei verpflichtet alle Textilprodukte zu kennzeichnen. Das kannst du durch Drucken, Aufnähen, Aufsticken, Prägen oder durch andere Arten der Anbringung machen.
  • Dein Kunde muss einen leichten und dauerhaften Zugang zu deiner Textilkennzeichnung haben. Darum entscheiden sich die meisten Designer für ein eingenähtes Label, das auch nach langem Tragen der Kleidung noch gut lesbar ist.
  • Die Kennzeichnung muss in jedem Fall auf Deutsch geschrieben sein. Eine Beschreibung auf Englisch oder in weiteren Sprachen kann jedoch zusätzlich erfolgen.
  • Alle Arten von Fasern und ihre Zusammensetzung müssen gekennzeichnet sein. Die einzelnen Bestandteile musst du in absteigender Reihenfolge des Anteils auflisten. Ab besten benutzt du dafür eine Waage für die einzelnen Schnittteile, bevor du diese zusammennähst.
  • Wenn dein Modell Leder oder andere Bestandteile tierischen Ursprung besitzt musst du auch kleine Anteile schon angeben. Dabei bringst du den folgenden Hinweis an: „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“
  • Textilien aus Filz müssen ebenfalls gekennzeichnet werden.
  • Maßgeschneiderte Modelle, die von einem selbstständigen Schneider gefertigt wurden, müssen nicht gekennzeichnet werden. Das heißt, Einzelanfertigungen sind frei von der Kennzeichnungspflicht. Kleinserien jedoch nicht.
  • Auch das Innenfutter musst du ebenfalls kennzeichnen. Allerdings kannst du dies gesondert aufführen. Z. B. Beschreibst führst du erst die Kennzeichnung für dein Obermaterial auf, danach erwähnst du den Punkt „Innenfutter“ oder Ähnliches und führst hierfür die Kennzeichnung für das z. B. Innenfutter auf.
  • Es ist erforderlich deinen Firmensitz bei der Textilkennzeichnung anzugeben.
  • Der Pflegehinweis bzw. eine Waschanleitung musst du nicht verpflichtenden anzugeben, allerdings ist es sinnvoll, um Reklamationen aufgrund der falschen Pflege zu vermeiden.

Text aus dem Jahr 2011

Bei kleinen Mode Startups ist es sehr aufwendig, für jedes Kollektionsmodell ein eigenes Label anzufertigen. Vor allem da es kaum möglich ist, preiswert geringe Mengen an Labels zu kaufen. Darum kann es gerade als Jungdesigner von Vorteil sein, die Kollektion aus Stoffen mit „reiner“ Materialzusammensetzung zu fertigen. Etwa Stoffe aus 100% Baumwolle oder 100% Seide. Evtl. hast du auch die Möglichkeit die selben Stoffe für mehrere Modelle zu verwenden. Das spart dir auch Geld bei deinem Stoffeinkauf, da du eine höhere Menge ordern kannst.

Gute Textillabel Hersteller, die schon in geringen Mengen produzieren ,findest du online bei Cottontrends oder Dortex.

Bei einer größeren Auflage an Stückzahlen hast du häufig die Möglichkeit auf einen Fullservice zurückzugreifen, bei der dir dein Warenproduzent auch gleich Textilkennzeichnung abnimmt. Auf eine korrekte Kennzeichnung musst du dennoch achten. Ebenfalls inklusive ist diese Art von Service, wenn du über Anbieter, wie „Spreadshirt“ deine Kollektion produzierst und vertreibst.

 

Was ist sonst noch wichtig?

Als kleinen Zusatz habe ich dir hier noch einmal zusammengefasst, was du beim Kauf deiner Stoffe beachten musst:

Für den Stoffhersteller ist es ausreichend, dir über eine Rechnung oder ein ähnliches Dokument Auskunft über die Materialzusammensetzung zu geben. Im besten Fall prüfst du die Angaben noch einmal selbst, da der Hersteller nicht dafür haften wird, wenn du für deinen Kunden „falsche“ Kennzeichnungsangaben machst.

Der Textilhersteller darf über den Verwendungszweck seiner Ware bestimmen. Es gibt Stofflieferanten, die ihre Stoffe ausschließlich für Endverbraucher produzieren lassen. Diese Stoffe darfst du dann für den kommerziellen Gebrauch nicht verwenden. Es gibt aber auch Hersteller, die eine Weiterverarbeitung für kommerzielle Zwecke erlauben, allerdings nicht namentlich erwähnt werden möchten. Außerdem ist es nicht möglich geschützte Stoffe aus anderen Textilien für deine eigene Kollektion zu verarbeiten. Gerade wenn du in Stoffmärkten für Endkunden einkaufst, ist es wichtig, dass du dir die Hersteller noch einmal genau anschaust, bevor du deren Stoffe für deine neue Kollektion verwendest.

Stand März 2017

Die 7 Todsünden in deiner Gründung

Für die Gründung eines Modelabels benötigst du in Deutschland nicht viel. Es ist lediglich notwendig, dass du 18 Jahre alt bist und eine Gewerbeanmeldung zu Beginn deiner Selbstständigkeit für ca. 40 Euro angibst.

Das ist auch schon alles.

Oder auch nicht. Ich werde dich über die 7 Todsünden in deiner Gründung aufklären, die dein Vorhaben zum Scheitern bringen.

7 todsünden für deine Gründung

 

Zunächst einmal möchte ich dir aber deutlich sagen, dass es wichtig ist, Fehler zu machen und du keine Angst davor haben musst. Nur durch sie kannst du Erfahrungen sammeln und daraus nachhaltig lernen.

Und die allerwichtigsten Zutaten für deinen Erfolg sind: „Wille, Ziele und Ausdauer“. Dieser Erfolgscocktail hilft dem Jungdesigner Ioannis Schyma ebenfalls auf seinem Weg nach vorn. Todsünden in deiner Gründung sind jedoch,..

 

Wenn du dich vor Entscheidungen drückst.

entscheidungen treffen Modekarriere

 

Es gibt vermutlich nichts, das deine Selbstständigkeit mehr zurückwirft als sinnloses philosophieren über „Wenn… dann…“ Diese Einstellung wird dich in deinem Fortkommen behindern, weil du in deinen Zweifeln, deinen Möglichkeiten oder deinen Grübeleien versinkst. Am Ende führst du keine Selbstständigkeit mehr aus, sondern bewegst dich nur noch in einem Gedankenkarussell.

 

„Wem das Risiko, Fehler zu machen, zu hoch ist, der wird überhaupt nichts zustande bringen.“

 

Bedenke das Richtige und nur das Wichtigste, das ist völlig ausreichend. Vergiss alles andere.

Tipp: Schreibe dir eine konkrete To-Do-Liste und konzentriere dich dabei auf das Wesentliche. Überlege dir bei jedem einzelnen Punkt sehr genau, ob er dich wirklich in deiner Selbstständigkeit voranbringt, bzw. zum JETZIGEN Zeitpunkt relevant ist. Planen ist wichtig, aber es wird dir nichts bringen Eventualitäten Jahre im Voraus ausklügeln zu wollen. Für plötzliche Einwände oder Geistesblitze kannst du dir ein kreatives Notizbuch anlegen, damit deine Gedanken nicht verloren gehen.

 

Wenn du eine One-Man-Show betreiben willst.

one man show modekarriere

 

Selbstständigkeit bedeutet für viele immer noch Selbst und Ständig. Es ist jedoch völlig okay, Aufgaben abzugeben. Vor allem, wenn du dich in diesem Gebiet nicht auskennst. Du bist das Herz deines Labels,

d. h. ohne deine Arbeit an der eigentlichen Idee wird deine Kollektion nicht überleben.

Deine Arbeitstage werden auch mit deinen eigentlichen Tätigkeiten ausgefüllt sein und schließlich willst du nicht, dass auf deinen leidenschaftlichen Enthusiasmus die Ernüchterung folgt. Darum gehe einen professionellen Weg und verteile Aufgaben, die nicht in deinem Wissensbereich liegen oder nicht zu deinen Stärken gehören.

 

Wenn du mit deinem Label keine Lösung für ein Problem findest.

Warum sollte ein Kunde bei dir kaufen? Welchen Mehrwert lieferst du ihm? Es ist in der Fülle der Markenlandschaft sehr wichtig, dass du dem Kunden eine Lösung für ein Problem lieferst. Es ist einer der sichersten Wege, Kunden von sich zu begeistern, wenn du eine Nische entdeckst und diese Zielgruppe bedienst. Viele Marken haben inzwischen ihr Steckenpferd im Punkto Nachhaltigkeit gefunden. Andere verkaufen spezielle Festivaloutfits. Oder die Zielgruppe sind berufstätige Frauen mit häufiger Reisetätigkeit… Schon sehr lange gibt es den folgenden Leitsatz: Wenn jeder dein Kunde ist, dann ist niemand dein Kunde.

Das Geheimnis besteht darin, deine Leidenschaft auszuleben und eine Bereicherung für deine Zielgruppe dazustellen. Umgekehrt bedeutet das aber, du solltest niemals eine Zielgruppe auswählen, nur weil du ein Problem gefunden hast, für die Lösung jedoch keine Leidenschaft empfindest und dich nur dazu zwingst. Das ist das Patentrezept zum Misserfolg.

 

Wenn du dein Produkt nicht verkaufen kannst.

Was bringt dir die beste Kollektion, wenn du es nicht verstehst sie unter die Leute zu bringen? Du ahnst bereits die Antwort. Für den Verkauf deiner Kollektion benötigst du viel Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen. Verkaufen bedeutet aber nicht, potenziellen Kunden etwas aufzuschwatzen. Es geht viel mehr um die rundum Marketingstrategien, die deine Marke vorantreiben. Dazu musst du zwingend den Markt kennen, indem du dich bewegst.

Wenn du schon zu Beginn deiner Selbstständigkeit weißt, dass händlerisches Handeln nicht zu deinen Stärken gehört, rate ich dir eine für dich passende PR- bzw. Werbeagentur zu finden. Mit einem professionellen Partner an deiner Seite, werden zwar deine Einnahmen durch zusätzliche Kosten geringer, aber dafür schaffst du es neue Kunden zu gewinnen.

 

Wenn du zu schnell aufgibst.

Die ersten Jahre werden geprägt sein von endlosen Arbeitsstunden, hohen Ausgaben und geringen Einnahmen. Es werden entbehrungsreiche Jahre auf dich zukommen, die dich oft zum Zweifeln verführen. Das ist völlig normal. Doch mit der Gründung deines Labels bist du auch eine Vereinbarung mit dir selbst eingegangen – nämlich deinen Träumen zu folgen, gegen den Strom zu schwimmen und neue Herausforderungen anzutreten. Denke immer daran, dass du auch dich selbst verrätst, wenn du viel zu schnell das Handtuch werfen willst. Ein Erfolgsgeheimnis lautet: Halte durch, wo die anderen schon aufgeben.

 

Wenn du keine umfangreiche Recherche betreibst.

Modebranche kennen Modekarriere

 

Schon zu Beginn habe ich erwähnt, wie einfach es ist, sich in Deutschland selbstständig zu machen. Bevor du den eigentlichen Schritt gehst, ist es jedoch wichtig, dein Vorhaben genau zu planen und wenn möglich auch zu prüfen.

Mit den folgenden Fragen solltest du dich unbedingt vor deiner Gründung auseinandersetzen:

 

Welche Rechtsform wählst du für dein Unternehmen?

Wie soll dein Markenname lauten?

Wo wirst du Arbeiten?

Warum willst du dich mit deiner Idee selbstständig machen?

Was macht dein Produkt einzigartig?

Wie sieht der Markt für dein Produkt aus?

Wer ist deine Zielgruppe und wo findest du sie?

Wer sind deine Business-Partner?

Wie finanzierst du dich? Wie stellst du sicher, dass du ohne Einnahmen bestehen kannst und wie lange?

Wie produzierst du deine Kollektion?

Was sind deine langfristigen Ziele?

Wie vermarktest du deine Kollektion?

Was ist deine Botschaft?

 

Wenn du dich nicht mit Gleichgesinnten austauschst.

Vielleicht hast du in deinem Bekanntenkreis keine anderen Gründer aus dem Modebereich mit denen du in Kontakt treten kannst. Das ist in der heutigen Zeit aber kein Problem mehr.

Es gibt einige Deutsche Verbände und Gruppen in den Sozial Medien, deren Mitgliedschaft eine Bereicherung für deine Selbstständigkeit darstellt und sich speziell mit der Modebranche befasst:

Als Modedesigner durchstarten (für den Austausch als Designer)

VDMD (Verband Deutscher Mode- und Textildesigner e.V.)

DMI (Deutsches Modeinstitut)

AGD (Allianz Deutscher Designer)

DF (Designerinnen Forum e.V.)

 

Außerdem kannst du über spezifische Gruppen auf Business Portalen, wie z.B. Xing mit anderen Gründern in Kontakt treten. Frei nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. In diesen Unterhaltungen geht es nicht darum, andere auszuhorchen oder sich zu vergleichen. Vielmehr ist es eine wunderbare Methode, um über Probleme zu sprechen oder vielleicht sogar gemeinsame Projekte zu starten.

 

Extra Tipp:

Wenn du ohne Erfahrungen in die Selbstständigkeit gehst.

Modekarriere ohne Erfahrung

Es mag sein du brennst für deine Idee von einem eigenen Label. Prinzipiell ist es auch schön, wenn man schon früh weiß, wohin der Weg gehen soll. Jedoch ersparen dir einige Jahre Erfahrung in einem Angestelltenverhältnis viele Fehler, Nerven und jede Menge Geld durch Fehlinvestitionen. Außerdem wirst du in dieser Zeit Kontakte im In- und Ausland knüpfen, Vertriebs- und PR-Agenturen kennenlernen und wichtige Adressen für Produktionsstätten bekommen.So startest du leichter und professioneller.

 

In den 4 Jahren meiner Selbstständigkeit habe ich selbst einige Fehler gemacht und teilweise sehr lange gebraucht, um mich aus meinem Schlamassel zu befreien. Darum lege ich dir meine Tipps besonders ans Herz, damit du entspannter und gut vorbereitet mit deinem Modelabel durchstarten kannst. Konnte ich dir damit weiterhelfen, freue ich mich über einen Kommentar.

Tätigkeiten eines Modedesigners: Das erwartet dich

Die Tätigkeiten eines Modedesigners geht weit über das Entwerfen einer Kollektion hinaus. Es ist ein vielseitiger Beruf. Als Modestudent wollte ich das noch nicht so richtig glauben und fühlte mich auch noch sehr geschützt in meinem Schulgebäude. Als ich jedoch meine ersten Praktika hinter mir hatte, war meine Ernüchterung doch recht groß. Die Realität sah ganz anders aus, als ich es mir vorgestellt hatte.

Bei einer Ausstellung in Stuttgart traf ich auf eine ehemalige Lehrerin, die mir ebenfalls berichtete, dass ihre Schüler ganz und gar eine falsche Vorstellung von dem eigentlichen Beruf haben.

„Meine Schüler träumen vor sich hin, dass sie die Unternehmen verändern könnten und alles nur aus individuellen, neuartigen Designs bestehen würde. Sie denken, sie kommen dort an und machen einfach was immer sie wollen.“

Nachfolgend siehst du eine typische Stellenausschreibung über die angeforderten Tätigkeiten eines Modedesigners:

Stellenanzeige Tätigkeiten eines Modedesigners

Wie du aus dieser Stellenanzeige herauslesen kannst, handelt es sich dabei um einen Beruf, der viele Kenntnisse und Wissen erwartet und nicht ausschließlich auf Kreativität baut. In den meisten Modeunternehmen werden solche und so ähnliche Stellenanzeigen ausgeschrieben.

 

Folgende Erfahrung musste ich selbst machen:

Bei einem Assessment Center von Tom Tailor in Hamburg sollten wir Teilnehmer in Gruppen zusammen eine Auflistung der wichtigsten Fähigkeiten als Designer erstellen. Alle Teams haben die Kreativität ganz nach oben gestellt. Die Tom Tailor Mitarbeiter lachten nur und meinten: „Das passiert jedes Mal. Aber Kreativität solltet ihr sehr weit unten einordnen. Viel wichtiger ist eine gute Auffassungsgabe und Organisationstalent.“

Damit will ich dir sagen, solange du eine Modekarriere anstrebst, sei es selbstständig oder angestellt, werden dich viele, teilweise auch „unkreative“ Anforderungen begleiten. Darum erkläre ich dir nachfolgend, was sich dahinter verbirgt. So wirst du dich besser auf die Realität vorbereiten können.

 

Passform-sicher

Um eine gute Passform und die richtige Umsetzung des Entwurfs zu garantieren, ist es zweifelsohne mit eine der wichtigsten Tätigkeiten eines Modedesigners in Zusammenarbeit mit dem Schnitt-Team Anproben von Prototypen durchführen. Diese Prototypen sind das direkte Ergebnis des ersten Entwurfs und werden entweder von einer Musternäherei im Haus oder im Ausland gefertigt.

In diesen Anproben wird die Passform und Optik insgesamt beurteilt, ggf. wird der Entwurf nach diesem Punkt auch nicht mehr weiter verfolgt oder es muss ein verbessertes Muster für eine 2. Anprobe angefordert werden. Oftmals sind diese sogenannten Erstmuster noch nicht in ihrem endgültigen Zustand, da zu diesem Zeitpunkt oftmals das Originalmaterial oder -farbe noch nicht vorhanden ist.

Für dich ist es hier wichtig zu wissen, an welchen Stellen die Passform nachgebessert werden kann. Darum sind für dich schnitt-technische Kenntnisse so wichtig. Denn wenn das Teil nicht richtig sitzt, kann es noch so schön sein, dein Kunde wird es nicht kaufen wollen. Das wirkt sich sehr schnell auf dein Image aus.

 

Den Umsatz im Blickfeld

umsatz im Blickfeld tätigkeiten eines Modedesigners

Design hat auch immer viel mit Analyse zu tun.

Es werden immer wieder die Verkaufszahlen gecheckt. Welche Artikel liefen gut und welche nicht. Man erörtert woran es gelegen haben könnte und wie man ein Teil in Zukunft besser verkaufen kann. Denn sind wir mal ehrlich, ein T-Shirt Schnitt wird selten neu erfunden, er wird nur dem jeweiligen Trend angepasst.

Auch die Passform spielt wieder eine große Rolle. Ebenso werden die Farben und verkauften Größen ausgewertet. Durch diesen Prozess will man für die Zukunft lernen, denn jeder Fehler am Design kostet Unsummen an Geld.

Hierbei ist bei dir ein gewisses Zahlenverständnis gefragt und ebenso präzises Arbeiten, um am Ende mit den korrekten Ergebnissen fortfahren zu können.

 

Trendanalyse

Meiner Meinung nach eine der spannendsten Tätigkeiten eines Modedesigners. Jedes Unternehmen hat hier seine eigene Methode, aber wenn wieder eine Trendanalyse stattfindet, liegt viel Kreativität und Euphorie in der Luft. Jeder neue Trend ist eine neue Chance sich am Markt zu behaupten. Denn auch wenn die Trends heute wie in Stein gemeißelt sind, hat doch jedes Unternehmen die Möglichkeit diese Trends auf die eigene Zielgruppe herunter zu brechen und damit den Kunden etwas Individuelles anzubieten, dass die Konkurrenz nicht in dieser meisterlichen Ausfertigung geschafft hat.

Es besteht die Möglichkeit sich an den großen Designern zu orientieren. Einige Agenturen haben sich auf dieses Gebiet spezialisiert. Sie setzen sich in alle wichtigen Fashion Shows weltweit und besuchen die Modehauptstädte, um Trends in den Geschäften oder an den Menschen zu erkennen. Diese Trendagenturen berichten dann im Rahmen eines Vortrags unternehmensspezifisch, was die wichtigsten Modeerscheinungen für die Zielgruppe werden können. Mittlerweile wird höchstens noch 1 Jahr im Voraus geplant, da sich die Trends viel zu schnell wieder ändern oder der besagte Trend bis zu seinem großen Auftritt schon „tot geredet“ wird. Die großen Unternehmen schaffen es mittlerweile sogar, einen Trend innerhalb von nur 2 Wochen! umzusetzen. Da stellt sich mir die Frage, ob man als kleines Label tatsächlich noch mithalten will oder in eine ganz eigene Nische geht, um sich abzuheben.

Eine weitere abwechslungsreiche Erfahrung im Bereich Trendanalyse ist der Besuch der Modemessen. Auf Pinterest habe ich euch meine Inspiration zur Messe Blickfang zusammengestellt.

Bread and Butter, Fashion Week, Premiere Vision, Pitti Filatti und viele viele mehr zeigen für die entsprechenden Interessenten alle Neuheiten auf Ihrem Gebiet. Neue Farben, neue Kollektionen, neue Garne und neue Stoffe gibt es zu entdecken. Alles ist meist sehr ansprechend für die Messebesucher ausgelegt. Man trifft Kunden, die Konkurrenz und viele interessante Trendsetter.

Messebesuch Tätigkeiten eines Modedesigners

Am Ende eines Messebesuchs steht man dann oftmals kurz vor der Reizüberflutung und weiß gar nicht mehr wohin mit all den Eindrücken.

 

Designentwürfe und Überwachung der Produktion

Nachdem mit der Trendanalyse eine erste Idee der neuen Kollektion entstanden ist, wirst du fleißig die vorangegangene Arbeit konkretisieren, indem du technische Zeichnungen der einzelnen Artikel erstellst. Eine einzige Zeichnung am Computer kann schon sehr aufwendig sein, bis alle Details herausgezeichnet sind. Die Coloration ist auch nicht zu unterschätzen. Oftmals müssen vorher Muster erstellt (je nach Unternehmensgröße, wird diese Arbeit von dir oder einem Grafikdesigner übernommen) und diese sorgfältig in die Zeichnung eingefügt werden.

Da die Mustererstellung meist nur noch im Ausland stattfindet, ist eine enge Kommunikation (meist in Englisch) sehr wichtig. So werden alle offenen Fragen des Produzenten geklärt und um eventuelle Missverständnisse zu vermieden.

 

Kollektionsunterlagen und Moodboards

Auch wenn sich diese Bereiche weniger spannend anhören, sind sie doch ein wichtiger Bestandteil, um als Designer dem gesamten Team und ebenso auch den Lieferanten und dem Vertrieb verständlich zu vermitteln, auf was es bei den von dir entworfenen Artikeln ankommt.

Sind etwa besondere Schnittführungen im Vordergrund, ist die Farbgebung etwas womit sich später beim Kunden zusätzlich argumentieren lässt, etc.

Du musst verstehen, dass die meisten Menschen, die sich nicht kreativ mit der Mode beschäftigen, auch wenig Sinn für das Design haben. Sind finden etwas „schön“, „frisch“ oder „neu“, „leicht oder schwer verkäuflich“, aber mehr auch nicht.

Anhand von Moodboards oder auch Collagen genannt, wird dein Trendgedanke ersichtlicher. So lässt sich damit herausfinden, für welchen Anlass die Kollektion gedacht ist und an welche Farben oder Muster sie sich lehnt. Wiederkehrende oder verfremdete Elemente aus anderen Bereichen werden hier ebenfalls anschaulich dargestellt.

Mit den Kollektionsunterlagen vervollständigt sich dann das Bild vor allem für die zahlenbasierten Menschen. Hier lässt sich ablesen, welche Teile in großer Menge bestellt werden und somit für den Vertrieb wichtiger sind. Größeneinteilung, Maßtabellen, Herkunftsland, Liefertermin etc. All diese Daten werden sich häufiger ändern als dir lieb ist. Sie sind jedoch für das Team im Verkauf entscheidend, darum ist dieser Teil deiner Arbeit, die Pflege der Kollektionsunterlagen von enormer Wichtigkeit. Du, als Designer bist die Schnittstelle von Idee/ Lieferant und allen weiteren Prozessen, wie Vertrieb, Marketing etc.

All das zusammen bringt eine massive Verantwortung mit sich und oftmals ist ein gewisser Druck spürbar. Vor allem, wenn du dein eigenes Label gründen willst und neben den „klassischen“ Tätigkeiten eines Modedesigners, ebenfalls Marketing, Vertrieb und Ähnliches noch in deiner Verantwortung liegt.

Aber es wird dir auch ein gutes Gefühl von Selbstbestimmung geben und irre Spaß machen.

Shipsheip: Wie sich das Modelabel über Crowdfunding finanziert

Da ich immer wieder nach Finanzierungsmöglichkeiten für den Startschuss eines eigenen Labels gefragt werde, möchte ich dir heute ein Designer Team vorstellen. Sie versuchen Ihre zweite Kollektion als Modelabel über Crowdfunding zu finanzieren.

Crowdfunding ist ein immer stärker werdender Trend aus den USA, der es gerade kleineren Unternehmen möglich macht, sich Geld für ihr Vorhaben zu beschaffen, ohne einen Kredit bei der Bank aufnehmen zu müssen.

Um ein Modelabel über Crowdfunding zu finanzieren musst du nur die benötigte Summe und den Zeitraum angeben und dich den potenziellen Unterstützern auf der Crowdfunding-Plattform vorstellen. Hier ist es wichtig, die Punkte hervorzuheben, warum dein Projekt unterstützungswürdig ist und was es erfolgsversprechend und  anders macht.

Am Ende heißt es dann alles oder nichts. Nur wenn dein Projekt die Fundingschwelle erreicht, darfst du die Summe behalten, ansonsten musst du das Geld den Geldgebern zurückzahlen.

Joana und Daniela von SHIPSHEIP nutzen ebenfalls Crowdfunding als Finanzierungsmöglichkeit bei der Plattform Startnext:

Modelabel über Crowdfunding finanzieren, Shipsheip im Interview
(Foto: Christoph Benjamin Schnedler)

MODEKARRIERE: Ihr seid auf die Idee gekommen euer Modelabel mit Crowdfunding zu finanzieren: Wie erlebt ihr diese Zeit und wie sind eure Erfahrungen damit?

 Shipsheip: Crowdfunding hat sich als alternative Finanzierungsmöglichkeit mittlerweile schon ziemlich etabliert, zumindest in Start-Up-Kreisen. Daher kannten wir auch schon einige, die selbst „gecrowdfunded“ haben. Von Startnext sind wir auf jeden Fall sehr begeistert, weil alles so unkompliziert ist – und die Betreuung extrem sympathisch. Da merkt man auf jeden Fall, dass alle mit Herzblut dabei sind.

M: Wie seid ihr darauf gekommen ein Modelabel zu gründen?

S: Als Modedesignerin und Theologin lag der Gedanke, ein ecofaires Modelabel zu gründen, relativ schnell auf der Hand. Weil es zwei Dinge, die wir lieben und von denen wir überzeugt sind, perfekt miteinander verbindet: Ethik & Ästhetik. Die Idee dazu hatten wir schon relativ früh, als wir gemeinsam in Berlin gewohnt und beide noch studiert haben.

Wir lieben Mode, aber für deren Produktion Ausbeutung und Umweltverschmutzungen hinnehmen? Auf keinen Fall. Genauso wenig wollen wir klassische Ökomode machen, die nicht ernst genommen wird. Weil wir wissen, dass anspruchsvolles, schönes Design und ethische Prinzipien nicht nur miteinander vereinbar sind, sondern gerade erst in Kombination einen wahren Mehrwert schaffen.

Die ersten Schritte waren dann bei uns vor allen Dingen Handelspartner/innen finden, die dieselben Ansprüche wie wir haben. Außerdem natürlich Finanzierungsmöglichkeiten und einen Gründungsberater, der uns in betriebswirtschaftlichen Fragen und Marketing unterstützt.

M: Wie sieht euer Berufsalltag seither aus?

S: Joana kümmert sich um all das, was mit Design zu tun hat – ob Website, Produkte, Flyer et cetera. In den letzten Wochen hat sie sich daher natürlich hauptsächlich mit unserer zweiten Kollektion beschäftigt – hat fleißig Prototypen genäht, Shootings organisiert und technische Zeichnungen angelegt. Und Daniela kümmert sich um alles Inhaltliche: Blogbeiträge, Kommunikation, Interviews, Social Media…

In den letzten Wochen vor allen Dingen rund um die Kampagne. Normalerweise wären wir beide damit schon ausgelastet, aber es kommen immer noch viele zusätzliche organisatorische Dinge hinzu, der allgemeine Alltagswahnsinn oder heißgeliebte To-Dos wie Buchhaltung.

M: Was ist das einzigartige an eurem Label?

S: Das Besondere an SHIPSHEIP ist vielleicht das Ziel, darauf hin zu arbeiten, irgendwann nicht mehr besonders zu sein. Und unseren Ansatz zum Alltag zu machen. Was zunächst paradox klingt, ist relativ simpel: Denn unsere Vision liegt darin, mit dazu beizutragen, eco-faire Mode selbstverständlich zu machen.

Das wollen wir nicht nur durch unsere Produkte umsetzen, sondern auch durch inhaltlichen Input und unseren Anspruch, immer ein Stückchen besser zu werden. Woran man uns natürlich trotzdem von anderen Marken unterscheiden kann, ist unser eigenes Design. Wir lieben klare, puristische Schnitte. Außerdem sind alle unsere Materialien von besonders langlebiger Qualität und unsere Kunden haben die Möglichkeit, uns die Produkte irgendwann zum Recyceln zurückzuschicken. Und, woran man uns immer erkennt: jedes unserer Produkte hat einen farbigen Stich, den wir persönlich annähen.

shipsheip modelabel über crowdfunding finanziert
Shipsheip bei den Kleinbauern in Bolangir/Oriss (Foto: Christoph Benjamin Schnedler)

M: Das Thema Nachhaltigkeit steht bei euch an oberster Stelle: Wie war es für euch Produzenten zu finden?

S: Wir haben anfangs tatsächlich sehr viel Zeit damit verbracht, geeignete Produzenten zu finden. Etliche Stoffsamples aus England und Holland haben wir bestellt und tausende Emails nach Indien geschickt. Es ist zwar nicht besonders schwierig, Produzenten zu finden, aber jemanden zu finden, der kleine Bestellmengen anbietet wiederum schon.

Einer unserer Freunde, der unser Team zwischenzeitlich unterstützt hat, hat uns dann auf die 3FREUNDE gebracht. Das war auf jeden Fall unser Glück, denn über sie können wir nicht nur kleinere Stückzahlen beziehen, sondern auch auf ihre Wertschöpfungskette – vom Baumwollfeld bis zur Näherei – zurückgreifen, die nicht nur unseren Ansprüchen genügt, sondern sich bereits jahrelang bewährt hat.

Zusätzlich übernehmen sie für uns organisatorische Dinge, wie Transport, Zoll und Lizenzierung. Wenn wir also Produkte bestellen, sprechen wir die Prototypen zwar mit der Manufaktur in Indien selber ab, Bestellung und Abwicklung läuft dann aber über die 3FREUNDE als unser Zwischenlieferant. Dementsprechend mussten wir auch niemanden von unserer Kollektion überzeugen – allerdings hat es uns einiges an Zeit gekostet, unseren Prototypen für unseren Hood JUNO BAI so anzupassen, dass er umsetzbar war. Dafür war es mehr als hilfreich, direkt in Indien vor Ort zu sein, als die Absprachen telefonisch und per Post zu regeln.

M: Eure Produktion ist sehr transparent, denn ihr zeigt die Bedingungen vor Ort: Möchtet ihr noch weitere Schritte in Richtung nachhaltigeres Bewusstsein gehen, als nur durch eure Kollektion?

S: Unserer Meinung nach besteht das Hauptproblem immer noch darin, dass zu wenig bewusst ist, was alles hinter einem einzelnen Shirt oder einer Hose steckt. Die traurige Tatsache ist ja, dass für die meisten Produkte nicht nur die Umwelt massiv verschmutzt wird, sondern Menschen regelrecht ausgebeutet werden und gegen ihre Rechte verstoßen wird.

Dabei ist es nicht relevant, ob man in Billiggeschäften oder bei teuren Marken einkauft: die wahren Kosten tragen meist nicht wir, sondern diejenigen, die es sich am wenigsten leisten können. Dafür wollen wir natürlich sensibilisieren. Das tun wir hauptsächlich über unseren Blog und sämtliche weitere Kanäle, wie beispielsweise Facebook.

Geplant ist aber, dass wir auch Workshops anbieten. In unserer Kampagne ist das sogar schon in den „Dankeschöns“ erhältlich. Mittlerweile haben wir dazu auch schon einige Anfragen bekommen, unter anderem von Hochschulen. Die Nachfrage scheint also da zu sein.

M: Euer Projekt bei Startnext läuft am 22.02.2016 aus: Seid ihr zuversichtlich und habt ihr einen Plan B?

S: Natürlich sind wir zuversichtlich! Aber genauso natürlich haben wir auch einen Plan B, vielleicht sogar noch einen Plan C. So oder so, es wird auf jeden Fall weitergehen bei SHIPSHEIP.

M: Wie sieht euer Blick in die Zukunft aus?

S: Wenn wir alles zusammenbekommen, werden wir die zweite Kollektion wie geplant umsetzen – das bedeutet, wir setzen uns mit Girish aus der Mila-Manufaktur in Verbindung, schleifen vielleicht noch ein letztes Mal zusammen an den Prototypen und dann wird bestellt! Im März/ April gibt es dann die neuen Stücke in unserem Onlineshop.

M: Was möchtet ihr anderen kreativen Einsteigern gerne in punkto Crowdfunding mit auf den Weg geben?

S: Wichtig ist definitiv, dass man sich gut vorbereitet und sich frühzeitig und regelmäßig Feedback einholt. Denn je mehr man selber im eigenen Thema drinsteckt, desto leichter kann man den Blick dafür verlieren, wie das Ganze von außen wahrgenommen wird. Und beim Crowdfunding ist es natürlich am wichtigsten, dass alle schnell verstehen, warum genau das Projekt so unterstützungswürdig ist.

Außerdem muss man sich klarmachen, dass die Arbeit, wenn die Kampagne startet, eher mehr als weniger wird, weil die Kommunikation sehr zeitintensiv ist. Die gute Nachricht dabei ist allerdings: selbst wenn die Kampagne nicht erfolgreich ist, ist diese Arbeit nicht umsonst gewesen – weil man seinen Bekanntheitsgrad immens gesteigert hat.

Persönliche Eckdaten:

Joana: 26 Jahre aus Köln, hat Modedesign studiert und arbeitet mittlerweile an ihrer Alma Mater, der AMD in Düsseldorf

Daniela: 29 Jahre aus Köln, Theologin mit Schwerpunkt Wirtschaftsethik und Entwicklungszusammenarbeit. Neben dem Label arbeitet sie bei FEMNET, einer Frauenrechtsorganisation, die sich für die Rechte von Mädchen und Frauen weltweit einsetzt, und als freie Referentin für Fair Trade Deutschland.

Hast du bereits Erfahrungen darin, ein Modelabel über Crowdfunding zu finanzieren? Oder hast du weitere Fragen? Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen.

Traumkarriere Modebranche

Wie du heute schon deiner Traumkarriere näher kommst

traumkarriere modebranche

Durch das Internet haben wir Zugang zu schier unendlich vielen Informationen, oftmals zu vielen Informationen. Es ist ein Irrgarten voller grenzenloser Möglichkeiten und Probleme, von denen du noch nicht einmal wusstest. Wie also startest du heute schon deinen Weg in die Modebranche?

Möglichst geradlinig sollte dieser Weg in die Modebranche sein.

In meinem Fall war er dies nicht. Von meinem Traum Modedesignerin zu werden, habe ich eine Abzweigung in den Handel genommen. Zuvor wurde mir mein Wunsch regelrecht tot geredet.

 

Glücklicherweise habe ich es doch noch geschafft meinen Berufswunsch wahr zu machen. Somit kann ich dir eine Art Schlachtplan aus erster Hand liefern. Dabei spielen Etappenziele eine große Rolle.

Entwickle eine Strategie.

Seinen großen Traum vor Augen zu haben ist wichtig. Aber vielleicht ist dein Ziel noch so weit entfernt, dass du manchmal gar nicht weißt, ob du überhaupt noch in die richtige Richtung läufst. Darum solltest du dir Etappenziele setzen. Es ist außerdem ein schönes Gefühl, auf ein etwas näheres Ziel hinzuarbeiten, dass von dir zeitig absolviert werden kann und du immer wieder kleine Momente zum Feiern hast. Das gibt der Kraft und Motivation.

Frage dich selbst, was kannst du heute dafür tun? Sofort? Morgen? In einer Woche? In einem Monat? In einem Jahr? In 5 Jahren?

Finde heraus, was dir wirklich Spaß macht.

Das klingt zunächst simpel, meistens ist dies jedoch die größte Hürde. Du bist fest davon überzeugt in einen kreativen Job ausüben zu wollen, hast aber noch keine genaue Vorstellung von den vielen Möglichkeiten in der Branche. Der Bereich Design hat sehr viele unterschiedliche Sparten.

Finde heraus, in welchem Bereich du dich sehen möchtest. Das hilft dir auch, dir deine Ziele detailliert vor Augen zu halten. Du kannst Pläne schmieden, ein Couture Atelier aufbauen zu wollen oder stellst dir eine Selbstständigkeit mit einem Taschenlabel vor.

 

Suche dir einen Praktikumsplatz bei einem Start-up Label, einem Couture Label oder wo du dir auch immer vorstellst, hinzugehören. Nur durch eine vorherige Kostprobe wirst du die nötige Erfahrung sammeln und hinterher besser wissen, was du dir wirklich vorstellen kannst.

success modebranche

Erstelle ein Portfolio.

Trage deine bisher entstandenen Arbeiten zusammen und erstelle ein Portfolio. Das ist sozusagen eine Übersicht, über deinen bisherigen Kenntnisstand und führt dir vor Augen was du bisher geleistet hast. Deine Arbeiten können auch unterschiedliche Themen haben. Es ist gar nicht schlimm, wenn du keine komplette Kollektion bisher genäht oder gezeichnet hast.

Du kannst mit dem Begriff Portfolio nicht sehr viel anfangen? Oder du hast keine Vorstellung, wie ein stilvoller Aufbau eines Portfolios mit deiner persönlichen Note aussehen kann? Mir ging es früher genauso. Doch in der Zwischenzeit konnte ich viele Erfahrungen durch den Austausch mit Personaleren und anderen Designern sammeln und möchte dir in Kürze meinen Ratgeber zum Thema – Portfolio Design für kreative Berufe – vorstellen.

Wenn du wissen willst, wann mein Ratgeber erhältlich ist, kannst du dich in meinen Newsletter eintragen. Spam und Datenweitergabe sind bei mir ein Tabu. Versprochen.

Eines möchte ich dir noch mit auf dem Weg geben: Natürlich ist es nicht relevant, all diese Punkte an einem Tag abzuhaken. Es zählt nur der Gedanke, dass du dich einen Schritt nach vorne bewegst.

Beginnst du mit einem dieser Punkte ernsthaft, wird aus deinem Traum ein Plan und es gibt dir ein gutes Gefühl voran zu kommen.

„Today is a perfect day to start living your dreams.“

Hast du schon deinen ersten Schritt in Richtung Traumkarriere gemacht? Ich freue mich auf deine Kommentare zu diesem Thema!